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Firmenkunden Ja + Privatkunden Nein = Industriespionage

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  1. Firmenkunden Ja + Privatkunden Nein = Industriespionage

    Autor: M.P. 08.07.13 - 09:33

    Sehr interessant für die US-Firmen, welche Geschäftsbeziehungen die deutsche Konkurrenz unterhält...

    Ist eine Grund für deutsche Firmen, einen "toten Briefkasten" in den USA zu unterhalten, bei dem die Sendungen um-etikettiert werden, um dann an den eigentlichen Adressaten als Inlandspost weitergesandt zu werden. Als Absender auf dem internationalen Weg sollte dann auch eine neutrale Adresse eines entsprechenden Dienstleisters in Deutschland genutzt werden.

    Aber ich glaube, diese Firmen würden relativ schnell Besuch bekommen...
    Wäre mal was für den Wallraff - um die Besuche mit versteckter Kamera aufzuzeichnen...

  2. Re: Firmenkunden Ja + Privatkunden Nein = Industriespionage

    Autor: Cyrano_B 08.07.13 - 13:25

    Dass es bei dieser totalen Überwachung, wirklich um Terrorismus geht, glauben ohnehin nur noch die ganz Naiven angesichts der Milliarden Datensätze, die pro Monat abgegriffen werden. Es geht im großen und ganzen nur um wirtschaftliche Interessen! Das mal ab und zu ein 'terroristischer' Anschlag verhindert wird, fällt nebenbei ab...

    dazu mal hier ein sehr intereassnter Artikel in der FAZ, wenn auch schon 2 Jahre alt:

    FAZ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Rieger: "Glauben Sie, dass die meisten 'Sicherheitsgesetze', die zuletzt verabschiedet wurden, nur Vorbereitung auf den Tag sind, an dem unser gegenwärtiges System seine Stabilität verliert? Wohin wird die wachsende Trennung in Ultrareiche und wirklich Arme eines Tages führen?"

    Suarez: "Ich bin überzeugt davon, dass die plötzliche Fixierung auf 'Sicherheitsgesetze' sowohl im virtuellen Raum als auch in der physischen Realität aus der Erkenntnis resultiert, wie anfällig die moderne Welt - vor allem die Weltwirtschaft - selbst für geringfügige Störungen geworden ist. Mit diesem Trend geht die rasche Abkehr vom Rechtsstaat im Namen der „nationalen Sicherheit“ einher, wie etwa der Verlust an persönlichen Freiheitsrechten und das fortgesetzte Abhören ohne richterlichen Beschluss. Die rasche Aufgabe hochgeschätzter und schwer erkämpfter Rechte zeigt, dass hier etwas ganz falsch läuft. Historisch gesehen, geben Gesellschaften die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit auf oder pervertieren sie, wenn die Obrigkeit sich bedroht fühlt. Aber ich möchte behaupten, dass in vielen Ländern der Staat nicht mehr Träger der politischen Macht ist, sondern nur noch ein Agent der wahren Machthaber - des Ökosystems multinationaler Unternehmen. Und genau dieses System ist nun bedroht. Warum? In einem Wort: Effizienz.

    Im letzten Jahrhundert hat das auf privatwirtschaftlichen Firmen basierende System weltweit in allen Industrien die Herrschaft errungen. Und das Grundprinzip von Firmen ist Effizienz. Die Konsolidierung der Landwirtschaft, der Medien, des Finanzwesens, der Telekommunikation, des Energiesektors et cetera in Großunternehmensstrukturen hat weite Teile des „Fettpolsters“ unserer Infrastruktur abgeschmolzen, die Profite erhöht und das Management zentralisiert. Doch solche „Fettpolster“ haben in der natürlichen Welt eine wichtige Funktion - sie helfen dem Organismus, plötzlich auftretende Probleme zu überleben. Und solche Probleme treten früher oder später auf: Unterbrechungen in der Versorgung mit Rohstoffen und anderen Ressourcen wie Öl, Trinkwasser, Kapital oder dergleichen; größere natürliche oder vom Menschen gemachte Katastrophen, subversive Aktivitäten von Außenseitern wie Terroranschläge oder von skrupellosen Insidern, etwa Wall-Street-Bankern.

    Ein tatsächlich von Wettbewerb geprägter Markt, der vielfältigen konkurrierenden Interessen diente und in vernünftiger Weise reguliert wurde, um soziale Standards für Arbeitnehmer und Konsumenten zu sichern, lieferte früher dieses 'Fettpolster'. Das war zwar nicht besonders effizient, aber dafür war ausgeschlossen, dass ein einziges korruptes Unternehmen fast die ganze Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zog oder eine Malware-Infektion die Versorgung einer ganzen Gesellschaft oder die Finanzmärkte paralysierte. Die blindwütige Deregulierung in den Vereinigten Staaten und anderswo beseitigte die Beschränkungen für Monopolbesitz in wichtigen Branchen, höhlte die steuerliche Grundlage für die Erhaltung der Infrastruktur aus und zerriss den Sozialvertrag zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Das Ergebnis war ein Präzisionssystem zur Verlagerung von Reichtum nach oben, das sich aber selbst anfällig für Subversion von innen und außen machte.

    Unsere Infrastruktur zeigt inzwischen vielerorts beträchtliche Mängel, die niemand von denen, die an der Macht sind, eingestehen und für deren Reparatur niemand zahlen will. Darum glaube ich, dass die Mächtigen begonnen haben, sich in Erwartung eines sozialen Zusammenbruchs einzubunkern, eines Zusammenbruchs, zu dem es kommen wird, wenn die öffentliche Infrastruktur oder die Wirtschaft zusammenbricht. Natürlich möchten die Regierenden das so lange wie möglich hinausschieben, aber da es an gemeinsamen Anstrengungen zur Behebung der strukturellen Mängel fehlt, wird die Weltwirtschaft eher früher als später kollabieren."

    --> komplettes Gespräch

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