1. Foren
  2. Kommentare
  3. Security-Forum
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Überwachung: Warum Tech-Märchen…

Man braucht keine Zensur zum Zensieren

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
  1. Thema

Neues Thema


  1. Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: BluePhoenix 31.12.21 - 10:46

    Wenn man als Journalist in den großen Medienhäusern aufsteigen will, dann kann man über bestimmte Dinge nur in einer bestimmten Art und Weise berichten. Das ist jetzt so drastisch wie es da steht sicherlich falsch aber ich denke der Gedanke ist richtig. Es wird nicht "von oben" zensiert. Aber als Journalist hat man oft ein Interesse daran, nur das zu berichten was "Mainstream" ist.
    Außerdem befindet man sich oft auch als Journalist in einer Blase. Schließlich kommt der Großteil der Informationen auch nur von anderen Medien und das führt zu dem hier schon benannten Problem des Wiedergebens von Falschinformationen. Eine gründliche Recherche braucht Zeit, dann kann man aber auch nur noch einen statt drei Artikel rausbringen und das auch erst zwei Tage nachdem das Thema bei der Konkurrenz schon eigentlich durch ist.
    Es gibt hierzulande sicher auch Medien, die eine andere Meinung darstellen. Aber diese haben meist eine kleinere Leserschaft und haben daher auch sicher nur einen kleinen Einfluss auf das Ergebnis unserer vierjährlichen demokratischen Anteilnahme.

    Als Beispiel für die tendenziöse Berichterstattung verweise ich Mal auf den offenen Brief von dem SWR-Mitarbeiter Ole Skambraks
    https://multipolar-magazin.de/artikel/ich-kann-nicht-mehr
    Der gute Mann wurde inzwischen übrigens entlassen wegen dieses Briefs.

    Was in unseren Medien - gerade auch bei dem leidlichen Thema Corona - oft fehlt sind Einordnungen und die Betrachtung des Kontext. Und das heißt sowohl positiver wie negativer Elemente. Dann würden die Medien und die Politik vielleicht auch wieder mehr Vertrauen gewinnen. Stattdessen nennt man pro Artikel hoechstens zwei Zahlen um eine bestimmte Tendenz zu zeigen, und lässt die Zahlen die man braucht um das einordnen zu können oder die dieser Tendenz widersprechen würden weg.

    Vielen Dank an Golem übrigens für diesen Artikel! :)

  2. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: MR-2110 31.12.21 - 21:58

    da fällt mir wieder die (ich glaube) RTL truller ein die bei der flutkatastrophe "geholfen" hat.

    wer in der branche ist, ist meist ein egozentriker dem seine eigene karriere wichtiger ist als die warheit.

  3. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: hudi 01.01.22 - 13:07

    BluePhoenix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man als Journalist in den großen Medienhäusern aufsteigen will, dann
    > kann man über bestimmte Dinge nur in einer bestimmten Art und Weise
    > berichten. Das ist jetzt so drastisch wie es da steht sicherlich falsch
    > aber ich denke der Gedanke ist richtig. Es wird nicht "von oben" zensiert.
    > Aber als Journalist hat man oft ein Interesse daran, nur das zu berichten
    > was "Mainstream" ist.
    > Außerdem befindet man sich oft auch als Journalist in einer Blase.
    > Schließlich kommt der Großteil der Informationen auch nur von anderen
    > Medien und das führt zu dem hier schon benannten Problem des Wiedergebens
    > von Falschinformationen. Eine gründliche Recherche braucht Zeit, dann kann
    > man aber auch nur noch einen statt drei Artikel rausbringen und das auch
    > erst zwei Tage nachdem das Thema bei der Konkurrenz schon eigentlich durch
    > ist.
    > Es gibt hierzulande sicher auch Medien, die eine andere Meinung darstellen.
    > Aber diese haben meist eine kleinere Leserschaft und haben daher auch
    > sicher nur einen kleinen Einfluss auf das Ergebnis unserer vierjährlichen
    > demokratischen Anteilnahme.
    >
    > Als Beispiel für die tendenziöse Berichterstattung verweise ich Mal auf den
    > offenen Brief von dem SWR-Mitarbeiter Ole Skambraks
    > multipolar-magazin.de
    > Der gute Mann wurde inzwischen übrigens entlassen wegen dieses Briefs.
    >
    > Was in unseren Medien - gerade auch bei dem leidlichen Thema Corona - oft
    > fehlt sind Einordnungen und die Betrachtung des Kontext. Und das heißt
    > sowohl positiver wie negativer Elemente. Dann würden die Medien und die
    > Politik vielleicht auch wieder mehr Vertrauen gewinnen. Stattdessen nennt
    > man pro Artikel hoechstens zwei Zahlen um eine bestimmte Tendenz zu zeigen,
    > und lässt die Zahlen die man braucht um das einordnen zu können oder die
    > dieser Tendenz widersprechen würden weg.
    >
    > Vielen Dank an Golem übrigens für diesen Artikel! :)

    Beim lesen Ihres Kommentars muss ich irgendwie an "Angebot und Nachfrage" denken. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass genau dieser Kontext und weitergehende Information von den eigentlichen Konsumenten nicht mehr gewünscht ist - macht die Sache ja nacher noch ein wenig komplizierter ;-)

    Zu dem verlinkten "offenen Brief":
    Ich hoffe einfach nur, dass der gute Mann seine Behauptungen und Schlussfolgerungen genauso zur Diskussion stellt wie er es einfordert. Und gleichzeitig fehlt auch seinen angeführten Punkten oftmals der Kontext bzw. ist die Beschreibung Tendenziös-gehalten. Das mag im Format eines offenen Briefes durchaus okay sein - liest sich aber bei der Thematik und in der Anzahl der Punkte ... mit einem gewissen Geschmack.

  4. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: BluePhoenix 01.01.22 - 13:43

    hudi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Beim lesen Ihres Kommentars muss ich irgendwie an "Angebot und Nachfrage"
    > denken. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass genau dieser Kontext und
    > weitergehende Information von den eigentlichen Konsumenten nicht mehr
    > gewünscht ist - macht die Sache ja nacher noch ein wenig komplizierter ;-)

    Ich denke die Bild-Zeitung ist sicher nicht Deutschlands meistverkaufte Tageszeitung aufgrund ihrer neutralen, umfassenden und sachlich korrekten Berichterstattung

    > Zu dem verlinkten "offenen Brief":
    > Ich hoffe einfach nur, dass der gute Mann seine Behauptungen und
    > Schlussfolgerungen genauso zur Diskussion stellt wie er es einfordert. Und
    > gleichzeitig fehlt auch seinen angeführten Punkten oftmals der Kontext bzw.
    > ist die Beschreibung Tendenziös-gehalten. Das mag im Format eines offenen
    > Briefes durchaus okay sein - liest sich aber bei der Thematik und in der
    > Anzahl der Punkte ... mit einem gewissen Geschmack.

    Das sehe ich auch so und ich denke wie Sie dass es im Rahmen eines offenen Briefes noch einmal eine andere Art von Berichterstattung ist - ist es doch immer nur ein IMHO. Man schreibt im eigenen Namen (und nicht im Namen einer Agentur die womöglich damit wirbt, neutral und umfassend zu berichten) und es wird auch nicht durch Review-Verfahren o.ä. korrigiert.
    Ich habe die Thematik nicht weiter verfolgt, es war nur ein Beispiel was mir zu dem Thema "tendenziöse Berichterstattung" eingefallen ist. Es gibt zu dem Brief übrigens auch einen Faktencheck. Nicht alle Behauptungen sind korrekt, aber der wesentliche Kritikpunkt ist ja auch, dass gewisse Dinge gar nicht erst diskutiert werden.
    Das ist vielleicht auch so ein Grund: wenn ich nur schreibe, was bereits New York Times, Washington Post und Spiegel geschrieben haben, dann muss ich mich als Journalist für eine Falschmeldung bei meinem Chef wahrscheinlich nicht so sehr rechtfertigen, wie wenn ich über Dinge schreibe die beispielsweise nur in drei chinesischen Lokalblättern berichtet werden



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.22 13:47 durch BluePhoenix.

  5. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: countzero 01.01.22 - 14:49

    BluePhoenix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > hudi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Beim lesen Ihres Kommentars muss ich irgendwie an "Angebot und
    > Nachfrage"
    > > denken. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass genau dieser Kontext
    > und
    > > weitergehende Information von den eigentlichen Konsumenten nicht mehr
    > > gewünscht ist - macht die Sache ja nacher noch ein wenig komplizierter
    > ;-)
    >
    > Ich denke die Bild-Zeitung ist sicher nicht Deutschlands meistverkaufte
    > Tageszeitung aufgrund ihrer neutralen, umfassenden und sachlich korrekten
    > Berichterstattung
    >
    Die Bild ist die meistverkaufte Tageszeitung, weil es nur wenige gibt, die bundesweit erhältlich sind. Ich habe da vor 1-2 Jahren mal ein bisschen recherchiert. Die Tageszeitung, die meine Eltern abonniert haben, hatte eine halb so große Auflage, wie die Bildzeitung. Sie ist aber nur im Südwesten Baden-Württembergs erhältlich.

  6. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: senf.dazu 01.01.22 - 16:41

    Bei unserer Presse ist mir auch schon mehrfach sauer aufgestoßen das selbst bei Hintergrundberichten tatsächlich die Anekdote im Vordergrund steht. Selbst bei unseren gut ausgestatteten ÖR mit jeder Menge an Profi-Korrespondenten überall.

    Sprich der Journalist hat gelernt wie er ein Interview führt - und kriegt als Ergebnis halt ne nicht verallgemeinerbare Anekdote.

    Und diese, man hat manchmal das Gefühl - ungeschnittene, Anekdotensammlung wird dann als Hintergrundsendung präsentiert - statt mal Zahlen und Fakten zusammentragen. Das macht ja Mühe.

    Beispiel Flut: "Der ganze Ort ist praktisch weggespült das ist alles ne große Katastrophe und der Wiederaufbau wird Jahre dauern und unenedlich viel Kosten." Kein Wort darüber ob jetzt insgesamt in Deutschland nun 1000, 10000 oder 100000 Häuser abgerissen werden müssen.

    Aber natürlich werden Hilfskonten eingerichtet "Dideldumm hilft: Wir haben schon 3 Mio gesammelt". Ohne sich die Mühe zu machen mal den tatsächlichen Bedarf nach Versicherungszahlungen auch nur mal grob abzuschätzen und zu kommunizieren. Immerhin hat - die Politik - dann hinterher mal ne einstellige Mrd Summe als nötig kommuniziert. Viel viel später. Genaueres darüber hätte mich ehrlichgesagt mehr interessiert als der grinsende Laschet.

    Bei Kriegsberichtserstattung (damals Iran) ist's ganz schlimm. Halbstündlich kriegt man zu hören "Wir wissen nix, aber wenn wir was wissen teilen wir das natürlich sofort mit". Stattdessen immer dieselben Bilder von grünen Ballerspuren in der Luft. Echt gruselig diese Art von Nicht- und Fehlinformation. Inkl. Reproduktion der Chemiewaffen Lügenmärchen. Da wär weniger mehr gewesen.

    Ehrlichgesagt würd mich jetzt doch mal interessieren ob das Social Score System und die flächendeckende Fernsehüberwachung in den Städten in China jetzt wirklich für Hinz und Kunz Realität ist oder nur journalistische Anekdote.



    11 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.22 16:55 durch senf.dazu.

  7. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: Rodion67 01.01.22 - 17:38

    11 mal bearbeitet und immer noch Iran.

  8. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: senf.dazu 02.01.22 - 11:02

    Endlich mal einer der Korrekturlesen kann ;)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.22 11:04 durch senf.dazu.

  9. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: snboris 02.01.22 - 11:26

    Das ist doch nicht nur bei Corona so.
    Auch bei anderen Themen z.B. Klimawandel - bekommt man in den Mainstream-Medien nur noch eine Meinung vorgesetzt.
    Wenn man sich abseits des Mainstreams informiert liest man da auch ganz andere Sachen.
    Nun bin ich (und sicher auch die meisten anderen hier) kein Experte.
    Ich kann nicht erschöpfend einschätzen, was richtig und was falsch ist. Schlüssig klingt es hier wie da.
    Nur das die eine Meinung geballt und massiv auf einen einströmt - man sich für die andere aber erstmal selbst bewegen und recherchieren muss - was die wenigsten tun.

  10. Re: Man braucht keine Zensur zum Zensieren

    Autor: luke93 03.01.22 - 06:41

    > Die Bild ist die meistverkaufte Tageszeitung, weil es nur wenige gibt, die
    > bundesweit erhältlich sind

    Davon gibts genügend: Welt, FAZ, TAZ, Süddeutsche, Handelsblatt... Der Erfolg der Bild liegt einfach in den reisserischen Überschriften und der Tatsache, dass man sie sogar beim Dorfbäcker bekommt.

  1. Thema

Neues Thema


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. IT Servicetechniker (w/m/d) Onsite Support
    Bechtle Onsite Services GmbH, Hamburg
  2. Senior SAP MM & ARIBA Inhouse Consultant (m/w/d)
    CureVac Corporate Services GmbH, Tübingen bei Stuttgart, Rhein-Main-Gebiet
  3. SAP-Projektmanager (d/m/w)
    DEGEWO AG, Berlin-Tiergarten
  4. SAP BRIM Consultant (m/w/d)
    nexnet GmbH, Flensburg

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 30,99€ statt 99,99€
  2. 189,99€ statt 239,99€
  3. 6,99€ statt 19,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Superbooth: Technikparadies für Musiknerds
Superbooth
Technikparadies für Musiknerds

Von klassischen E-Pianos bis zu Musikstudios in DIN-A5: Bei der Synthesizer-Messe Superbooth haben Hersteller zum Ausprobieren eingeladen.
Ein Bericht von Daniel Ziegener


    1More Evo im Test: Preiswerte Alternative zu Apples Airpods Pro
    1More Evo im Test
    Preiswerte Alternative zu Apples Airpods Pro

    Die Evo-Stöpsel von 1More bieten eine Besonderheit der Airpods Pro und liefern mehr Komfort als die Apple-Konkurrenz.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Pixel Buds Pro Googles erste Bluetooth-Hörstöpsel haben ANC-Technik
    2. Momentum True Wireless 3 im Test Sennheiser liefert Top-ANC-Leistung und tollen Klang
    3. Echo Buds 2 im Test Amazon setzt gegen Airpods Pro auf Mittelmaß

    WLAN erklärt: So erreichen Funknetzwerke Gigabit-Datenraten
    WLAN erklärt
    So erreichen Funknetzwerke Gigabit-Datenraten

    Mehr Antennen, mehr Frequenzbänder, mehr Bandbreite: Hohe Datenraten per Funk brauchen viele Ressourcen - und eine effektive Fehlerbehandlung.
    Von Johannes Hiltscher

    1. 802.11be Qualcomm steigt in die Welt von Wi-Fi 7 ein
    2. Im Maschinenraum Die Funktechnik hinter WLAN
    3. 802.11be Broadcom stellt komplettes Wi-Fi 7 Chip-Portfolio vor