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Zu kurz gegriffen

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  1. Zu kurz gegriffen

    Autor: M.P. 23.05.22 - 11:25

    Windows, Office, Oracle Datenbanken, Cisco Router - alles vom Feind ... sofort verbieten.

    Aber ist wahrscheinlich spiegelbildlich das Äquivalent russischen Gases und Öls, auf das die westliche Staaten nicht verzichten können oder wollen ...

  2. Re: Zu kurz gegriffen

    Autor: dummzeuch 23.05.22 - 13:36

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Windows, Office, Oracle Datenbanken, Cisco Router - alles vom Feind ...
    > sofort verbieten.

    Es ist ja nicht so, als ob die Nutzung dieser Geräte/Software für andere Länder risikolos sei, egal wie gute "Freunde" der USA sie aktuell sind. Es braucht nur einen weiteren Präsidenten vom Kaliber Trump, und schon kann es innerhalb von Stunden passieren, dass amerikanische Software und Webdienste die Arbeit verweigern. Wobei das auch bei anderen Präsidenten durchaus so sein kann, nur sind die nicht so bl*d wie Trump und posaunen es heraus.

    Aber klar, ich male jetzt natürlich den Teufel an die Wand bzw. verbreite russische Propaganda. Es erinnert sich ja keiner mehr daran, dass unsere guten Freunde vor ein paar Jahren u.a. unsere Kanzlerin regelmäßig abgehört haben (und das war noch vor Trump und unter einem "demokratischen" Präsidenten, sogar einem Friedensnobelpreisträger). Machen sie natürlich heute nicht mehr, ist klar. Und die Erde ist eine Scheibe.

  3. Re: Zu kurz gegriffen

    Autor: Extrawurst 23.05.22 - 13:49

    > Es braucht nur einen weiteren Präsidenten vom Kaliber Trump, und schon kann es innerhalb von Stunden passieren, dass amerikanische Software und Webdienste die Arbeit verweigern. Wobei das auch bei anderen Präsidenten durchaus so sein kann, nur sind die nicht so bl*d wie Trump und posaunen es heraus.

    Klar, und schädigt damit einen der stärksten US-Wirtschaftszweige. Ich weiß, Anti-Amerikanismus und Panikmache vor Trump (2.0) ist immer noch in gewissen Hipster-Kreisen hoch im Kurs, aber selbst ein Donald Trump wird spätestens von seinem Beraterstab irgendwann informiert, dass so eine Aktion wirtschaftlicher Selbstmord wäre. Das letzte, was die USA bzw ihre Tech-Firmen wollen, ist dass ihre Produkte und Dienste nicht mehr international angeboten werden und sich im schlimmsten Fall Kontinente wie Europa unabhängig machen.

    > dass unsere guten Freunde vor ein paar Jahren u.a. unsere Kanzlerin regelmäßig abgehört haben
    Und bis heute hält sich die naive Weltvorstellung, dass Geheimdienste nur "die bösen" überwachen sollten. Ein guter Geheimdienst hat seine Ohren überall, und bei dieser Abhör-Affäre hat mich nur schockiert, wie empört man in Deutschland darüber war - anstatt sich darüber zu wundern, dass unsere eigenen Geheimdienste nicht ähnlich verfahren. Dann hätte man vielleicht auch den Wahlsieg Trumps vorausgesehen.

    Diese weltfremde Naivität muss aufhören. Man sieht ja schon, was der weltfremde deutsche Pazifismus angerichtet hat: Mangelhafte Wehrfähigkeit, außenpolitische Naivität (Putin ist ja ein Guter, und die Nato der eigentliche Buhmann), wirtschaftliche Abhängigkeiten von autoritären Regimes, schwache EU-Außenpolitik, hoffnungslos vernachlässigter Katastrophenschutz (kein Cell Broadcast, keine Sirenen, keine Bunker, keine Vorräte)...

    Das Leben ist kein scheiß Ponyhof. Die Menschen haben sich nicht nur lieb. Wohlstand hat keine Ewigkeitsgarantie. *Gute* Geheimdienste überwachsen alles und jeden. Naturkatastrophen können auch in Deutschland stattfinden.

    Verdammte Axt.
    Wie viel muss denn noch passieren, bis diese Naivität stirbt?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.05.22 13:51 durch Extrawurst.

  4. Re: Zu kurz gegriffen

    Autor: chefin 23.05.22 - 15:30

    Absolut korrekt. Die wenigsten Menschen kapieren, was sie da eigentlich sagen, wenn sie solche Verschwörungstheorien vom Stapel lassen. Man sieht an Russland wie abhängig jeder Staat vom anderen ist. Kein Staat kann mehr alleine für sich agieren. Jeder braucht nahezu alle anderen Staaten.

    Einfach mal einen Blick nach Nordkorea werfen. Die haben das Problem seit weit über 50 Jahren. An Südkorea sieht man, das nicht die Menschen das Problem sind, die haben neben Arbeitsmoral auch eine gute Portion Wissen und Knowhow.

  5. Re: Zu kurz gegriffen

    Autor: Lapje 23.05.22 - 15:35

    ich würde aber nicht sagen, dass wir generell von Russland abhängig sind. Klar, im Moment ist das so, aber es ist ja auch nicht wieder so, dass Russland die einzigen sind, die Öl und Gas liefern können. Das Problem sind eher die Lieferwege und die können umgestellt werden - mit einem gewissen Zeitaufwand.

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