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Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

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  1. Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: divStar 08.03.20 - 18:37

    ... für diese äußerst sensiblen Daten bereitzustellen. Vor allem kann diese gehackt werden - immerhin wurde der Bundestag und Angela Merkel gehackt / abgehört. Was soll die Geheimdienste und andere Interessenten daran hindern die Daten zu aggregieren? Und dann kommt die Wirtschaft mit "berechtigtem Interesse".

    Natürlich sind Krankschreibungen und Rezepte digital einfacher - nützt mir aber nichts wenn ich für beides trotzdem Vorort sein muss. Insofern... lieber nicht.

  2. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: Sharra 08.03.20 - 22:14

    Ich traue es grundsätzlich niemandem zu, eine sichere Infrastruktur dieses Kalibers länger als ein paar Monate zu betreiben. Ideologische Systeme verkommen mit der Zeit, und wirtschaftliche Systeme unterliegen irgendwann immer dem Sparzwang. So oder so, binnen kürzester Zeit wird nicht mehr in Sicherheit investiert, selbst wenn die Grundlage einmal sicher nach aktuellem Stand war.

  3. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: Axido 08.03.20 - 23:09

    Das Problem ist halt: Ein Mangel an Sicherheit kostet derzeit viel zu wenig. Wen interessiert ein kaputtes Anwaltspostfach, wenn man die Gelder nicht mal zurückzahlen muss? Was interessieren einen frech grinsenden Berg aus Zucker die tausenden missbrauchten Daten, wenn die damit erzielten Einnahmen größer sind als die dadurch entstandenen Kosten?

    Man sollte bestimmten Daten des einzelnen Menschen schlicht und einfach gesetzlich einen Wert zuordnen (bei Krankendaten sollte dieser mindestens im unteren fünfstelligen Bereich pro Person liegen), den man als Schadenersatz einklagen kann, wenn jemand die Daten abgreift (auch umwälzbar auf den Datendieb, falls dieser wider allen Erwartungen gefasst werden kann). Das Risiko könnte man dann einerseits versichern und andererseits wird dann ein rechtlicher Rahmen geschaffen, mit dem alle, deren Daten falsch verwendet werden, rechtmäßig Konsequenzen ziehen können. Es soll nicht mehr gelten "Ein Kunde weniger oder nicht", sondern "ein Kunde und x Euro weniger oder nur x Euro weniger) Unternehmen hätten zumindest einen Grund mehr, in Sicherheit zu investieren. Und solche, die sicherheitskritische Dienste anbieten und wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen bankrott geklagt werden, hätten dann sowieso niemals am Markt sein sollen. Den jetzigen Ist-Zustand beim Thema Sicherheit hätte man niemals dulden dürfen. Wie beim Klimawandel wussten das Spezialisten auch schon vor Jahrzehnten. Am Personal sollte es auch nicht mangeln, wenn alle an einem Strang ziehen würden, anstatt jeden sein eigenes halbfertiges Süppchen kochen zu lassen.

    Dass eine solche Regelung nicht kommt, weil schon viel zu lange "die Wirtschaft"(tm) immun gegen menschenfreundliche Regulierung ist, ist dann leider eine andere Sache.

  4. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: jimbokork 09.03.20 - 00:01

    Wieviel Schaden hast du den genau erlitten?

    Für eine Schadensersatzforderung musst du den dir entstandenen Schaden nachweisen können, geht das nicht hast du keinen Schaden den es zu ersetzen gäbe davon getragen, sogn. punitive damages gibt es bei deinem Berg aus Zucker in Nordamerika ...

  5. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: t_e_e_k 09.03.20 - 00:23

    jimbokork schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieviel Schaden hast du den genau erlitten?

    It depends.

    Wenn eine Krankenkasse oder andere Versicherung mich nicht mehr versichert oder höhere Beiträge verlangt als vom durchschnittlichen Bürger, dann kann man schon eben Schaden berechnen.
    Schwieriger wird es, wenn ein Arbeitgeber nicht eingestellt weil das Risiko einer Langzeiterkrankung zu hoch ist
    Böse wird es, wenn Ärzte irgendwann genötigt werden Patienten zu selektierten: "Tschuldigung, mit dem Herzleiden bekommen sie keine neue Hüfte mehr"

  6. Krankschreibung "vor Ort"

    Autor: t_e_e_k 09.03.20 - 00:26

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich sind Krankschreibungen und Rezepte digital einfacher - nützt mir
    > aber nichts wenn ich für beides trotzdem Vorort sein muss. Insofern...
    > lieber nicht.

    Heute morgen in "Lage der Nation" noch sehr schön zu dem Thema berichtet worden. Auch heute ist es schon möglich im Rahmen der Telemedizin, Patienten zu beraten. Also warum sollte eine vor Ort Beratung notwendig sein.
    Es gibt übrigens schon eine App dafür. Dort spricht man kurz mit echten Ärzten, die Stellen eine Diagnose und schicken einen gelben Schein. Hier in Deutschland ...

  7. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: Sharra 09.03.20 - 00:31

    Und genau hier liegt das Problem. Du, als einfacher Bürger, kannst den Schaden nicht beziffern. Was ist mit Daten, die erst in 2-3 Jahren zu einem Schaden führen? Nehmen wir einfach mal an, dass jemand deine Krankenakte kopiert, und im Juni finden ein Forscher heraus, dass Kombination X und A zusammen zwangsläufig zu N führen.
    Dann hat jeder, der deine Daten einsehen kann die Information dass du N hast, oder garantiert bekommst.

    Oder in Bezug auf Facebook. Du postest jedes Jahr zur selben Zeit mehrere Tage nichts, kommentierst nichts etc.. Mit diesen Infos steht nächstes Jahr zu dieser Zeit einer vor deiner Tür, und kann sich so gut wie sicher sein, dass er die Tür eintreten kann, ohne dass du es mitbekommst, denn du bist nicht daheim.

    Genau deswegen muss das Schadenspotenzial beziffert werden. Und es muss verdammt teuer werden für jede Plattform, die solche Daten "verliert".

  8. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: davidcl0nel 09.03.20 - 08:31

    jimbokork schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieviel Schaden hast du den genau erlitten?


    Ich schlage 100¤+ pro heruntergeladenen MP3-Titel vor.

    Äääh, nun bin ich im Jahrzehnt verrutscht, aber ähnlich kann man doch hier auch Fantasiepreise ausdenken und die dann einklagen - hat doch damals auch nicht gestört?

  9. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: _4ubi_ 09.03.20 - 08:32

    Wir haben in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen, welche keine Firmen sind sondern eine Körperschaft des öffentliches Rechts (sowas wie ne Behörde).
    Nach SGB ist es nicht möglich eine Mitgliedschaft wegen Krankheit abzulehnen.

    Warum sollte das ein Arzt tun? Ein Arzt sollte deine *komplette* Krankengeschichte kennen und anhand deren Daten entscheiden. Das Beispiel macht gar keinen Sinn.

  10. Re: Ich traue Deutschland leider nicht zu eine solide Infrastruktur...

    Autor: Sharra 09.03.20 - 13:36

    Die Privaten Kassen können dich sehr wohl ablehnen.
    Und in den USA ist es sogar tägliche Praxis, dass z.B. Chirurgen riskantere OPs einfach kategorisch ablehnen, weil es ihre persönliche Statistik versaut. Denn blöderweise haben diese dort ein Scoring, um die Qualität ihrer Arbeit zu bewerten. Ein paar versaute OPs, auch wenn der Arzt gar nichts dafür kann, weil die OP von vornherein nur eine Chance von 20% hatte, und er findet keinen Job mehr. Da lässt man die Leute lieber sterben, als ihnen diese 20% noch zu gewähren. Der Patient wäre sowieso gestorben, aber das bildet die Statistik nicht ab. Schuld ist dann der Chirurg, unter dessen Messer der Patient gestorben ist.

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