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Emotionen im Straßenverkehr

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  1. Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: sankari 24.04.15 - 10:03

    Das erinnert mich natürlich an meine vielen Autobahnfahrten.

    Mitdenken und im Zweifel einmal vorher Bremsen hat mich schon vor diversen Unfällen verschont.

    Aktuell ist es wieder etwas weniger, aber als Berater bin ich zwischen 50 und 60.000 KM im Jahr unterwegs, öfter auf dem Weg in den hohen Norden oder in den Süden.

    Neben vielen Schlafmützen (Morgens halb 7 auf der Autobahn, direkt von der Beschleunigungsspur mit 80 auf die Überholspur), den notorischen Linksfahrern (die auch bei Lücken über 500 Metern nicht auf die Idee kommen sich an das Rechtsfahrgebot zu halten) und den LKW-Fahrern mit dem Schwapp (wenn an einer Steigung das Gehirn nach hinten schwappt und egal was von hinten kommt nach links gezogen wird), gibt es leider auch die, die den Straßenverkehr persönlich nehmen.

    Da für mich beruflich bedingt nicht der Weg das Ziel ist, möchte ich neben sicher und unversehrt natürlich auch schnell ankommen. Wenn also offensichtlich jemand mehr als ausreichend Platz und Zeit hat(te) die Spur zu wechseln, so verwende ich mit gebührendem Abstand schon mal den Blinker oder die Lichthupe, um auf meine Überholabsicht aufmerksam zu machen.

    Da wird dann mal "aus Protest" die linke Spur belegt, wird ausgebremst, wird beschleunigt, nachdem man bemerkt hat, dass man ein Hindernis auf der linken Spur war, wird nach gefährlichen Situationen (mit 100 hinter dem LKW herausziehen, wegen Übersehen des rückwärtigen Verkehrs) schon mal die Lichthupe verwendet, um den Unmut über die Geschwindigkeit des Anderen auszudrücken. Auch diverse Handgesten sammelt man im Laufe der Zeit. Wahrscheinlich treffe ich mit den nachfolgend genannten Gruppen sehr viele, die sich nicht dazu zählen, aber ich muss feststellen, dass das oft Handwerker (mit den typischen Kleinbussen) oder Fahrer sind, die ich entweder nicht gerade zur Intelligenz zählen würde (fragt mich nicht, wie ich das einschätze, vielleicht irre ich ja auch total) oder solche Zeitgenossen, die auch sonst keine guten Verlierer sind (Männer in den Mittvierzigern oder Anfang 50, wahrscheinlich in der Midlifecrisis). Ich habe den Eindruck, dass es einigen besonders schwer fällt Emotionen aus dem Straßenverkehr zu lassen.

    Ich lasse mich dann nicht zu irgendwelchen Handlungen verleiten, irgendwann kommt man schon mal vorbei und falls einem der andere Fahrer auf einer Strecke immer wieder über den Weg fährt, hilft auch mal eine Kaffeepause.

  2. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Abseus 24.04.15 - 10:17

    > Wenn also offensichtlich jemand mehr als ausreichend Platz und Zeit hat(te) die Spur zu wechseln, so verwende ich mit gebührendem Abstand schon mal den Blinker oder die Lichthupe, um auf meine Überholabsicht aufmerksam zu machen<

    Dir ist schon klar das Lichthupe und Blinker ebenso zur Nötigung zählen? Wenn du wirklich Beamter sein solltest dann solltest du dir genau überlegen ob du es hier in alle Welt hinausschreist das du während du im Auftrag deines Dienstherren unterwegs bist gern mal Straftaten verübst...
    Und wenn ich so weit schon nicht denken kann würde ich mir in Zukunft an deiner Stelle überlegen ob ich mich über die Intelligenz anderer Verkehrsteilnehmer aufregen oder lieber über meine eigene nachdenken sollte...

  3. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: leopunk 24.04.15 - 10:28

    Aha seit wann ist das Nötigung.
    In der StVO ist die Lichthupe außerhalb geschlossener Ortschaften explizit zugelassen um einen Überholvorgang anzukündigen...

  4. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: LMS23 24.04.15 - 10:32

    Abseus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wenn also offensichtlich jemand mehr als ausreichend Platz und Zeit
    > hat(te) die Spur zu wechseln, so verwende ich mit gebührendem Abstand schon
    > mal den Blinker oder die Lichthupe, um auf meine Überholabsicht aufmerksam
    > zu machen<
    >
    > Dir ist schon klar das Lichthupe und Blinker ebenso zur Nötigung zählen?
    > Wenn du wirklich Beamter sein solltest dann solltest du dir genau überlegen
    > ob du es hier in alle Welt hinausschreist das du während du im Auftrag
    > deines Dienstherren unterwegs bist gern mal Straftaten verübst...
    > Und wenn ich so weit schon nicht denken kann würde ich mir in Zukunft an
    > deiner Stelle überlegen ob ich mich über die Intelligenz anderer
    > Verkehrsteilnehmer aufregen oder lieber über meine eigene nachdenken
    > sollte...

    Nein, eine Nötigung ist das nur wenn du das ein paar Meter hinter dem Vordermann machst (und damit drängelst). Wenn du allerdings ganz normal deinen Abstand einhältst dann ist das kein Problem.

    Es geht ja nicht drum dauerlichthupend hinter einem her zu fahren sondern dem Vordermann nur zu zeigen das man gerne vorbei möchte und das ist erlaubt (es kann ja durchaus sein das der Vordermann es "verpennt" mal so in den Rückspiegel zu schauen, "Mittelspurschleicher" und sowas).

  5. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Mathis 24.04.15 - 10:43

    Ist es Nötigung, wenn maximal 100 auf der zweispurigen Straße erlaubt sind und man selbst mit 102 links fährt, um langsamere LKWs zu überholen bzw auf die Straße auffahrende Fahrzeuge fahren zu lassen - und von hinten mit höherer Geschwindigkeit ein dreibuchstabiges Fahrzeug herankommt (überhöhte Geschwindigkeit) und Lichthupe gibt? PS: selbiges dreibuchstabiges Fahrzeug fuhr dann mit noch höherer Geschwindigkeit weiter, als man dann auf die rechte Spur wechselte, um wirklich jeden zu überholen. Eigener Vorteil und sowas. Wer intelligent ist, hält sich an die nicht ohne Grund aufgestellten Geschwindigkeitsbegrenzungen.

  6. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: tibrob 24.04.15 - 10:47

    Genau genommen lt. §5 "... durch Schall- oder Leuchtzeichen".

    Deine Jacke ist jetzt trocken!

  7. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Anonymer Nutzer 24.04.15 - 10:48

    Nein, Lichthupe und Blinker sind nur in Verbindung mit Abstandunterschreitung Nötigung.

  8. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Doedelf 24.04.15 - 10:59

    Hmm, ich bin früher die großen Karren gefahren und war viel "links" unterwegs. Als ich Vater wurde, wurden die Karren aber eingestampft und nun fährt papa zum pendeln mit dem Yaris der Frau.

    Ich kenne also beide Seiten. Natürlich gibt es die "unintelligenten" oder notorischen rüber zieher. Allerdings gibt es genauso viele "die linke Spur gehört mir" Menschen die auf biegen und brechen noch mal richtig Gas geben wenn man auch nur den Anlass zum Spurwechsel gibt.

    Dann gibt es noch extrem viele die es einfach drauf an kommen lassen. Ob du mit dem Yaris dein Überholvorgang noch abschließen kannst scheint ihnen egal zu sein "der geht schon rüber wenn ich nur schnell genug an ihn rann fahre".

    Die sind dann gerne mal bei "lahmen 150 km/h" so nahe dran das ich das Kennzeichen im Rückspiegel nicht mehr sehen kann - kann man sich leicht einen Reim drauf machen wie das mit dem Mindestabstand so aussieht.

    Ist wirklich toll, wenn man sein 2 jähriges im Kindersitz hinten dabei hat.

    Als Schnellfahrer gab es dafür eine einfache Lösung: Du must schlicht mit allem rechnen. Richtgeschwindigkeit ist 130 - alles was da drüber geht geht teilweise auf die eigene Verantwortung. Wenn ich mit 220 durch die Landschaft gedüst bin, bin ich immer mal vom Gas bei Auffahrten wo irgendein Kleinwagen grade rauf eiert.

    Wenn es einen Berg hoch geht und man mehrere LKWs hinteinander sieht, ist auch klar das dort gleich einer raus zieht.

    Damit muss man rechnen und passt seinen Geschwindigkeit entsprechend an. Grade von Menschen die erheblich schneller als mit der Richtgeschwindigkeit rumdüsen erwarte ich solch ein verantwortungsvollen Umgang mit dem 1,5 - 2 Tonnen Metall unter ihrem Hintern. Leider gehören nicht wenige der Besitzer dieser Vehikeln zu einer anderen Kategorie von Menschen, die einfach keinerlei Respekt vor der Physik und dem Leben ihrer Mitmenschen im Verkehr zu hegen scheinen.

    Lass es mich mal so ausdrücken: Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung!

  9. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Doubleslash 24.04.15 - 11:08

    Wenn man den Bericht zum Tathergang so liest, kann ich nur sagen: recht so. Gleich 12 Monate Fuehrerschein weg, Nachschulung und soziale Stunden. Die Ausrede mit seiner weinenden Tochter ist unglaubhaft und moralisch fragwuerdig. Interessant auch, welchen Fahrzeugtyp der Beklagte fuhr: VW T5.
    Das geht einher mit meinen Beobachtungen, dass Fahrer von Transportern (Family-Versionen wie T4/T5 oder Handwerker) durch ihren vermeintlich besseren Ueberblick oft die Situation ueberschaetzen.

    Zum Themenstarter: ich kann mir sehr gut vorstellen was du so erlebst - ich habe das auch einige Zeit gemacht. Ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, wie du selbst zur Noetigung greifst um deinen Unmut Kund zu tun. Auch das habe ich selber schon gemacht.

    Ich habe irgendwann begriffen, dass die Zielstellung sicher UND schnell am Ziel anzukommen nicht miteinander vereinbar ist. Wenn du heizt verursachst du automatisch brenzlige Situationen mit hohen Geschwindigkeitsunterschieden zwischen Verkehrsteilnehmern - unabsichtlich oder absichtlich. Deswegen berappt dich deine Versicherung immer mit einer prozentualen Selbstbeteiligung wenn du mehr als Richtgeschwindigkeit faehrst.

    Ich habe auch gelernt: schneller anzukommen ist eine Illusion. Stuttgart-Muenchen, Muenchen-Berlin, Stuttgart-Hamburg ... Vollgas vs. Tempomat mit Abstandskontrolle bei 130 km/h rein - ist am Ende ein Zeitunterschied von nicht mal 5%. Oft nur wenige Minuten. Und man kommt WESENTLICH entspannter und oekologischer an.

    Also allein SCHNELL ans Ziel zu kommen ist heute keine Rechtfertigung mehr. Denn du kommst nicht schneller an. Wenn du signifikant schneller ankommen willst, faehrst du zwischen 24:00 und 6:00 Uhr morgens. Andernfalls musst du dich eben an den Verkehrsfluss anpassen, den wir alle nicht beeinflussen koennen.

    Zu allen anderen hast du KEIN Recht. Jemand anders der mit 102 km/h hinter dem LKW am Berg ausschert HAT das Recht dazu. Das haben viele einfach nicht begriffen bisher - und deswegen fordere ich auch fuer Draengler drakonische Strafen, so wie es in anderen EU-Laendern schon lange der Fall ist.

    So etwas wie du oben beschrieben hattest, wuerdest du in der Schweiz genau EIN EINZIGES Mal durchziehen. Nach deiner Strafe und Bearbeitungsgebuehr im vierstelliger Hoehe hast du es dann begriffen. Falls du zu viel Geld hast, kassieren sie irgendwann dein Fuehrerschein UND dein Auto. Und spaetestens dann macht es Klick (im Fahrkartenentwerter) ;)

  10. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Icestorm 24.04.15 - 11:10

    tibrob schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genau genommen lt. §5 "... durch Schall- oder Leuchtzeichen".

    Das wusste ich nicht. Die Betonung liegt aber auf "kurz". Dauernd hinterherfahren, Blinker raus und strobsokopartig die Lichthupe einsetzen, gar vielleicht fortwährend hupen, sind nicht erlaubt.
    Ich liebe die StVO - aber aus einem ganz anderen Grund. Wohl kaum ein anderes Gesetz in Deutschland ist derart klar und in umgangssprachlichem Ton verfasst.
    Keine Winkelzüge und "Das nähere regelt ..."
    Vielleicht haben ja keine Juristen sondern Verkehrsexperten die StVO einst verfasst.

  11. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: LMS23 24.04.15 - 11:38

    Doubleslash schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zu allen anderen hast du KEIN Recht. Jemand anders der mit 102 km/h hinter
    > dem LKW am Berg ausschert HAT das Recht dazu. Das haben viele einfach nicht
    > begriffen bisher - und deswegen fordere ich auch fuer Draengler drakonische
    > Strafen, so wie es in anderen EU-Laendern schon lange der Fall ist.

    Überholen darf man nur wenn man signifikat schneller als der andere ist. Da (vor allem die Ausländischen LKW ohne vollelektronischer Sperre) meist deutlich schneller als 80 KM/h fahren (auch am Berg, nicht jeder LKW ist voll beladen) stimmt das so NICHT grundsätzlich. Man muss schon auch schauen was hinter sich passiert. "einfach so ausscheren" is nicht.

  12. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: kylecorver 24.04.15 - 11:51

    Doubleslash schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zu allen anderen hast du KEIN Recht. Jemand anders der mit 102 km/h hinter
    > dem LKW am Berg ausschert HAT das Recht dazu. Das haben viele einfach nicht
    > begriffen bisher - und deswegen fordere ich auch fuer Draengler drakonische
    > Strafen, so wie es in anderen EU-Laendern schon lange der Fall ist.

    http://ps.welt.de/2015/03/31/warum-langsamfahrer-uns-alle-gefaehrden/

    Fällt mir dazu spontan ein. Wenn ich mit 100km/h über die Autobahn trollen will, kann ich auch gleich auf die Landstraße fahren.

    Und zum Thema 'Wer schneller fährt ist auch nicht viel schneller da':
    Das stimmt natürlich, aber schonmal gefragt, woran das liegt?
    Wenn man gemütlich mit 140 über die Autobahn tuckern will, aber alle 2km so einen Schleicher mit 100km/h vor sich hat, der einen ausbremst, dann ist ja wohl klar, dass man nicht viel schneller ist.

    130 km/h ist Richtgeschwindigkeit, und das gilt nicht nur nach oben hin.

  13. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Private Paula 24.04.15 - 11:56

    Doubleslash schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zu allen anderen hast du KEIN Recht. Jemand anders der mit 102 km/h hinter
    > dem LKW am Berg ausschert HAT das Recht dazu. Das haben viele einfach nicht
    > begriffen bisher - und deswegen fordere ich auch fuer Draengler drakonische
    > Strafen, so wie es in anderen EU-Laendern schon lange der Fall ist.

    (2) Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.

    Ich weiss nicht, ob 102 km/h eine "wesentlich hoehere" Geschwindigkeit darstellen, wenn der zu ueberholende LKW 95 km/h schnell ist.

    (4) Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. [..]

    Ob der nachfolgende Verkehr auf der linken Spur schneller fahren darf oder nicht, geht den Ueberholenden erst einmal nichts an. Wenn er erkennt, dass der nachfolgende Verkehr auf der linken Spur schon zu nah ist und eine Gefaehrdungssituation entstehen kann, darf er nicht ausscheren.

    Aber mal abgesehen von den Gesetzestexten und deren Auslegen, waere der Strassenverkehr deutlich entspannter zu bewaeltigen, wenn alle einfach mal etwas mehr Ruecksicht nehmen wuerden und nicht immer nur "Ich Ich Ich" denken wuerden.

    --
    Warum UNIX/Linux schaedlich ist:
    'kill' macht Menschen zu brutalen, blutruenstigen Bestien,
    'killall' zuechtet regelrecht Massenmoerder,
    'whoami' loest bei psychisch labilen Personen Existenzkrisen aus!

  14. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: NeoCronos 24.04.15 - 12:01

    Doedelf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [...]
    > Die sind dann gerne mal bei "lahmen 150 km/h" so nahe dran das ich das
    > Kennzeichen im Rückspiegel nicht mehr sehen kann - kann man sich leicht
    > einen Reim drauf machen wie das mit dem Mindestabstand so aussieht.
    [...]
    In so einem Moment nehme ich den Fuß vom Gas und halte exakt die Geschwindigkeit des LKWs den ich grade am überholen war.
    Scheiß was auf Nötigung, zur Not zeigen wir uns halt gegenseitig an. Aber sowas kotzt mich einfach nur an. Ich mach ja gerne Platz wenn ich kann, aber sowas geht garnicht.

  15. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: sankari 24.04.15 - 12:04

    Ich glaube, man sollte sich immer die Frage stellen, "Wie möchtest du, dass mit dir selbst umgegangen wird?" - Das fällt unter Empathie, das Einfühlungsvermögen, was viele nicht mehr mitbringen. In meinen Augen ist das ein wichtiger Bestandteil der Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Und klar trägt derjenige, der schneller als die Richtgeschwindigkeit fährt die Verantwortung für seine (und ich sage das bewusst einmal) Waffe. Nur sind die hohen Geschwindigkeiten nur ein Punkt wo die fehlende Rücksichtnahme zu Tage tritt.

    Ein anderer Punkt sind Autobahnkreuze. Wie oft muss der, der hinten fährt unbedingt noch an dem gerade auffahrenden vorbei, um 50 Meter später selbst scharf zu bremsen.

    Auch beim Kolonne fahren auf der linken Seite (gerade zur Rushhour oder in Ferienzeiten beliebt) - die rechte Spur frei, fährt man rüber, trotz gleicher Geschwindigkeit auf beiden Spuren, wird die Lücke dicht gemacht, auch wenn man nur etwas mehr Abstand halten möchte und den Verkehr ein wenig entzerrt und selbst ein Blinker links hilft nicht mehr dabei reingelassen zu werden.

    Ein Überholvorgang, der gerade mit 150 abgeschlossen wird, ist selbstredend auch kein Problem, auch wenn es offensichtlich ist, dass jemand übersieht oder falsch einschätzt. Wenn ich aber überhole, sollte mein Ziel nicht sein, auch weiterhin spritsparend mit konstanter Geschwindigkeit zu fahren, sondern den Überholvorgang schnell abzuschließen, gerade dann, wenn ich nur langsam unterwegs bin.

    Da ich auch öfter fliege und als Mietwagen in der Golf-Klasse alles mögliche bereitgestellt wird, bin ich auch regelmäßig in der Rolle des vermeintlich "schwächeren Verkehrsteilnehmers" - Vielleicht kann ich mich daher auch in den jeweils anderen Verkehrsteilnehmer versetzen und weiß, was sein muss und was nicht.

  16. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: chefin 24.04.15 - 12:26

    Nötigung unterscheidet sich vom Hinweis in der Motivation. Der Richter muss also die frage beantworten: Warum hast du die Lichthupe benutzt.

    Weder gibt es ein pauschales Verbot noch eine pauschale Erlaubniss. Auch 100m Abstand können eine Lichthupe zur Nötigung werden lassen. Vor Gericht stehen aber meistens nur 2 Menschen, selten noch weitere Zeugen und dann muss der Richter meistens anhand dessen Urteilen, wie sich die Person bisher verhalten hat und wie die Aussagen vor Gericht wirken. Jemand der meint, das er Lichthupe benutzen darf, weil er Vordermann ein notorischer Linksfahrer ist, dürfte wohl schon verloren haben vor Gericht. Es sei den das beide Seiten sich schon 10-20km gefolgt sind. Erst dann kann man dem Vordermann den notorischen Linksfahrer unterstellen. Ich würde zb sagen, das ich kurz geblinkt habe, da ich der Meinung war, der Vordermann habe mich noch nicht wahrgenommen und deswegen die Lücke auf der rechten Spur nicht genutzt um mich vorbei zu lassen.

    Aber das was ich hier so lese, wird in jedem Richterohr dazu führen die Nötigung zu bejahen. Belastungseifer, emotionale Betroffenheit. Oder wie sonst ist zu verstehen wenn jemand sagt, das er diese Fahrer nicht mag die mit 80 von der Beschleunigerspur auf die Linke Spur wechseln. Das würde nicht hinhauen, da bei 80 die LKW schneller sind. Jeder LKW reizt seinen Limiter aus...sprich 85-88. Die welche da rüber ziehen sind also auf ca 100 wenn sie an der linken Spur sind und haben 120 drauf, wenn sie am LKW vorbei sind. Vor Gericht würde ich einfach nur die Tatsache erwähnen, das sie den Spurwechsel so vollzogen haben und ich von 200 auf 130 hart runter bremsen musste. Wobei ich wenn ich so hart bremsen muss noch nie die Zeit hatte jetzt auch noch Lichthupe zu geben. Lichthupe in dieser Situation heist für mich: der Hintermann hat sich nur etwas geärgert, er wirden nicht gefährdet. Lichthupe aus Ärger ist aber Nötigung.

    Aber jeder ist seines Führerscheines Schmied, jeder kann es also machen wie er denkt. Am Ende entscheidet der Richter.

  17. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: sankari 24.04.15 - 12:33

    > Ich habe irgendwann begriffen, dass die Zielstellung sicher UND schnell am
    > Ziel anzukommen nicht miteinander vereinbar ist. Wenn du heizt verursachst
    > du automatisch brenzlige Situationen mit hohen
    > Geschwindigkeitsunterschieden zwischen Verkehrsteilnehmern - unabsichtlich
    > oder absichtlich. Deswegen berappt dich deine Versicherung immer mit einer
    > prozentualen Selbstbeteiligung wenn du mehr als Richtgeschwindigkeit
    > faehrst.

    Sicherheit im Auto ist eine Illusion, völlig unabhängig von der Geschwindigkeit. Wenn technisch etwas schief läuft, ist man abhängig vom Winkel und der Situation bei 100 Km/h tot, wie auch bei 200 Km/h, nur bleibt mehr Zeit zur Reaktion. Aber zu erkennen, wann eine Geschwindigkeit angebracht ist und wann es zu gefährlich ist, wann der Verkehr oder das Wetter es zulassen, das sollte man schon.

    > Ich habe auch gelernt: schneller anzukommen ist eine Illusion.
    > Stuttgart-Muenchen, Muenchen-Berlin, Stuttgart-Hamburg ... Vollgas vs.
    > Tempomat mit Abstandskontrolle bei 130 km/h rein - ist am Ende ein
    > Zeitunterschied von nicht mal 5%. Oft nur wenige Minuten. Und man kommt
    > WESENTLICH entspannter und oekologischer an.
    >
    > Also allein SCHNELL ans Ziel zu kommen ist heute keine Rechtfertigung mehr.
    > Denn du kommst nicht schneller an. Wenn du signifikant schneller ankommen
    > willst, faehrst du zwischen 24:00 und 6:00 Uhr morgens. Andernfalls musst
    > du dich eben an den Verkehrsfluss anpassen, den wir alle nicht beeinflussen
    > koennen.

    Zu verkehrsgünstigen Zeiten liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei knapp über 150 Km/h, gut, ökologisch ist das nicht, ökonomisch zumindest dann, wenn ich die Stunde, die ich auf 400-500 KM früher ankomme auch nutzen kann oder für mich sinnvoll, wenn ich früher bei meiner Familie bin.

    Abgesehen davon sind 4 oder 5 Stunden auf Autobahnetappen im europäischen Ausland einfach ermüdend, jede Stunde, die man früher ans Ziel kommt, ist damit m.M. erst einmal auch mit einem geringeren Risiko verbunden, trotz Pausen.

    Früh Aufstehen ist tatsächlich auch ein gutes Mittel schneller ans Ziel zu kommen, morgens vor 6 und abends nach 20 Uhr sitzt Deutschland auf der Couch oder liegt noch im Bett. Obwohl morgens fahren deutlich angenehmer ist, da man ausgeruhter ist.

    > Zu allen anderen hast du KEIN Recht. Jemand anders der mit 102 km/h hinter
    > dem LKW am Berg ausschert HAT das Recht dazu. Das haben viele einfach nicht
    > begriffen bisher - und deswegen fordere ich auch fuer Draengler drakonische
    > Strafen, so wie es in anderen EU-Laendern schon lange der Fall ist.

    Ich bin kein Anwalt und möchte dem anderen auch nicht den freien Willen nehmen.

    Wenn aber jemand 50 Meter vor ein im Ort mit 50 Km/h herannahendes Auto läuft und darauf vertraut, dass derjenige es sieht, rechtzeitig bremst, dann halte ich das für grundgefährlich. Gleiches gilt für Geschwindigkeiten bei 100 und 150 Km/h.

    Hat jemand das Recht einen anderen und sich selbst - bewusst - so in Gefahr zu bringen?

    Abgesehen davon ist das Beispiel mit 102 vs. 100 Km/h in meinen Augen eine Ordnungswidrigkeit: StVO §5 (2) "... Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende."

  18. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: tomatentee 24.04.15 - 12:46

    Allerdings, genau so sehe ich es auch.

    Ich sage immer je mehr Beschleunigungsvermögen man hat für desto mehr Andere muss man mitdenken.

  19. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: Oldschooler 24.04.15 - 12:49

    Abseus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Dir ist schon klar das Lichthupe und Blinker ebenso zur Nötigung zählen?

    Lichthupe ja, Blinker nein. STVO lesen: ja, Google/Halbwissen: nein.

  20. Re: Emotionen im Straßenverkehr

    Autor: sankari 24.04.15 - 12:52

    > Aber das was ich hier so lese, wird in jedem Richterohr dazu führen die
    > Nötigung zu bejahen. Belastungseifer, emotionale Betroffenheit. Oder wie
    > sonst ist zu verstehen wenn jemand sagt, das er diese Fahrer nicht mag die
    > mit 80 von der Beschleunigerspur auf die Linke Spur wechseln. Das würde
    > nicht hinhauen, da bei 80 die LKW schneller sind. Jeder LKW reizt seinen
    > Limiter aus...sprich 85-88. Die welche da rüber ziehen sind also auf ca 100
    > wenn sie an der linken Spur sind und haben 120 drauf, wenn sie am LKW
    > vorbei sind.

    Es ist sehr oft zu beobachten, dass erst einmal pauschal nach links geblinkt wird, da das gerade auffahrende oder vorausfahrende Fahrzeug als Hindernis wahrgenommen wird, kurz darauf leuchten Bremslichter, weil doch noch der rückwärtige Verkehr beobachtet wird. Die Spurwechsler können auch dahinter fahrende LKW sein, die kurz Ausscheren, um Platz zu machen und damit unmerklich Kettenreaktionen auf den anderen beiden Spuren auslösen. Im Falle des PKWs beginnt der Beschleunigungsvorgang dann erst auf der linken Spur, beim LKW braucht man wohl nicht von einer Beschleunigung zu sprechen.

    Abbremsen musste ich in der konkreten Situation bis auf die LKW-Geschwindigkeit - Dann bremst man auch nicht exakt auf Geschwindigkeit ab, sondern in der Regel stärker. Die Konstruktion oben ist aus meiner Sicht Schönfärberei. Für Lichtsignale war in dieser Situation keine Zeit, das gilt eher für Situationen, in denen der Vorrausfahrende schon lange Strecken vor mir ist oder trotz weit und breit fehlendem Verkehr auf der rechten Spur dennoch links fährt.

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