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Dabei sind die Computer nicht einmal das größte Problem

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. Dabei sind die Computer nicht einmal das größte Problem

    Autor: Sharra 29.12.16 - 09:29

    Wie sich gezeigt hat, ist eine Prüfung der Stimmen so gut wie nicht durchzukriegen.
    Da ist es erst einmal egal, ob sie auf Papier, Steintafeln oder in digitaler Form vorliegen. Wenn keine nachschauen will, oder kann, kann man das Ergebnis auch einfach auswürfeln.

    Das antiquierte System mit den Wahlmännern möchte man jetzt ja zumindest mal überdenken. Es hat mal durchaus Sinn gemacht, aber heute eben nicht mehr. Und wie sich gezeigt hat, spiegelt das System eben nicht den Wählerwillen. Wenn ein Kandidat, ob das jetzt Clinton ist, oder der Weihnachtmann, mehrere Millionen Stimmen mehr im ganzen Land erzielt, hat diese Person ja offensichtlich mehr Unterstützer.

    Es wäre dringend Zeit für eine umfassende Wahlrechtsreform in den USA.
    Wird allerdings unter Trump mit Sicherheit nicht passieren.
    Wahlrecht passt eben nicht in 140 Zeichen...

  2. Re: Dabei sind die Computer nicht einmal das größte Problem

    Autor: iophobia 29.12.16 - 10:16

    Ich muss Ihnen an mehreren Stellen widersprechen.

    Erstens ist es - zumindest in diesem Fall - gut, dass die Neuauszählung in 2 Staaten gerichtlich gestoppt wurde. Denn von Stein, die ohnehin als trojanisches Pferd für Clinton herhalten musste, konnten keine Indizien für einen Hack vorgelegt werden. Lediglich die immer noch nicht publik gemachten wirren Mutmaßungen des CIA hielten dafür her.

    Zweitens: Über die Repräsentation des Wählerwillens lässt sich eben auch trefflich streiten. So gesehen spiegelt es den Wählerwillen je Staat perfekt wieder. Und in einem Föderalstaat wie den USA sind eben auch die Wahlen föderal.

    Natürlich ist eine Reform des Systems langfristig unabdingbar, aber es ist eben nicht das erste Mal, dass der Gewinner der Wahl nicht auch Gewinner der Popular Vote ist. Daher ist das nicht mehr als heuchlerische Kritik einer schlechten Verliererin.
    Darüber hinaus muss aber auch die Finanzierung der Kandidaten sowie die Zwei-Parteien-Struktur aufgebrochen werden. Sanders hat ja gezeigt, wohin die Reise gehen kann. Aber wenn er an der Korruption des DNC scheitert, ist das ein Spiegelbild der US-Plutokratie.

    Zusammenfassend dürfte 2020 spannend werden. Trump vergrault durch Lobbyisten-Kabinett jetzt schon seine ärmeren Wähler und ein Linksruck der Demokraten um Ellison/Sanders/Gubbard hin zu einer Umverteilung der Gesellschaft sehr wahrscheinlich und wünschenswert. So extrem "Sozialismus" für die Amerikaner auch sein mag. Mit Roosevelt und dem New Deal/Glass-Steagall haben sie ja immerhin schon gute Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht.

    Das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass Trump eben nicht beim Auslöser für die Atombomben ausrutscht und sich kurz bei Twitter dafür entschuldigt.

  3. Re: Dabei sind die Computer nicht einmal das größte Problem

    Autor: gottwuerfeltnicht 29.12.16 - 12:06

    Naja, in den meisten Staaten bekommt der Gewinner sämtliche Wahlmänner, obwohl typischerweiße die Wähler vielleicht im Verhältnis 60:40 abstimmen. Das ist auch weit weg von "spiegelt den Wählerwillen pro Staat wieder".

    Für Parlamentswahlen gibt es Möglichkeiten um sicherzustellen, dass die Abgeordneten sowohl die Stimmenverhältnisse der Parteien insgesamt als auch die lokalen Verteilungen widerspiegeln (z.B. mit Erst- und Zweitstimme wie in Deutschland). Bei Präsidentschaftswahlen, bei denen eh nur einer gewinnen kann, kann das Ergebnis aber weder die regionale Verteilung noch die Stimmenverhältnisse der Parteien berücksichtigen - es gewinnt eben genau eine Person. Insofern sind mir Demokratien, die auf einen starken Präsidenten ausgelegt sind, eh suspekt (und wenn, dann sollte der Präsident zumindest wirklich die Mehrheit der Wähler hinter sich haben).

  4. Re: Dabei sind die Computer nicht einmal das größte Problem

    Autor: triplekiller 29.12.16 - 16:32

    wenn es doch nur eine möglichkeit einer unmanipulativen wahl gäbe...

  5. Re: Dabei sind die Computer nicht einmal das größte Problem

    Autor: Sharra 29.12.16 - 16:37

    triplekiller schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wenn es doch nur eine möglichkeit einer unmanipulativen wahl gäbe...


    Gibt es. Die ist dann allerdings nicht mehr anonym.

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