1. Foren
  2. Kommentare
  3. Software-Entwicklung
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Ausbildung in der IT…

Geht lieber studieren, wenn ihr könnt

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Geht lieber studieren, wenn ihr könnt

    Autor: OtherOne 11.04.21 - 16:53

    Habe auch so eine Ausbildung gemacht und danach noch inkl. Master weiter studiert, daher erlaube ich mir das Urteil, dass man die Ausbildung nahezu komplett in die Tonne treten kann. Der schulische Teil und die Qualität der Lehrer ist im Schnitt schlecht, was man hier lernt wird im Studium in unter einem Semester behandelt. Es gibt natürlich selten engagierte Lehrer, aber da muss man eben Glück haben. Genauso sieht es auf der betrieblichen Seite aus. Da gibt es den Fachinformatiker, der nur IT Support macht und PCs zusammenbaut und es gibt selten auch mal einen Betrieb, der systematisch mit guten Ausbildern Stoff vermittelt .

    Für das Papier lohnt sich die Ausbildung auch nicht wirklich. Letztlich ist die Ausbildung nicht besser wie ein Bootcamp, dauert nur viel länger. Wer hier kein Autodidakt ist, kann am Ende nicht Programmieren, geschweige denn Software entwickeln. Im Studium wird man wenigstens zu ersterem gezwungen (zumindest meistens). Deswegen fordern auch immer noch viele Betriebe ein Studium, obwohl es im eigentlichen Sinne überqualifiziert für reine "normale" Entwicklung, aber der Anteil an Pfeifen ist dort einfach viel niedriger und man muss viel weniger filtern.

    Ob ein Lehrer Docker oder Python kennt, hat damit aber wenig zu tun.

  2. Re: Geht lieber studieren, wenn ihr könnt

    Autor: Profi_in_allem 11.04.21 - 20:31

    Keins von beidem oder beides ist OK. Denn: In der IT gilt, mehr noch wie in anderen Berufsfeldern, Eigeninitiative. Man hat soviele Möglichkeiten sich privat weiterzubilden, sobald man die Grundlagen und etwas Praxis draufhat. Dann ist es schlussendlich egal ob Studium oder Ausbildung. Wer mit Herz & Blut eine Sache verfolgt und ein Thema lernt zu beherrschen braucht weder Studium noch Ausbildung. Man braucht es nur als Türöffner, danach ist man auf sich allein gestellt.

    Da ich IT-Profi bin und überaus intelligent, zählt meine Meinung mehr als alle anderen. Dies begründe ich ganz einfach, meine Meinung ist immer gut durchdacht, ich habe also einen Denkvorsprung vor allen anderen. Ich bitte dies bei etwaigen Antworten auf meine Posts zu bedenken, ich habe und hatte bisher immer Recht. Wer also anderer Meinung ist wie ich, sollte vorher bedenken, dass er höchstwahrscheinlich im Unrecht ist.

  3. Re: Geht lieber studieren, wenn ihr könnt

    Autor: brutos 11.04.21 - 21:34

    Kenne Leute, die haben in Bonn studiert und noch nie etwas von Linux gehört...

  4. Re: Geht lieber studieren, wenn ihr könnt

    Autor: Sybok 12.04.21 - 00:32

    OtherOne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Habe auch so eine Ausbildung gemacht und danach noch inkl. Master weiter
    > studiert, daher erlaube ich mir das Urteil, dass man die Ausbildung nahezu
    > komplett in die Tonne treten kann. Der schulische Teil und die Qualität der
    > Lehrer ist im Schnitt schlecht, was man hier lernt wird im Studium in unter
    > einem Semester behandelt. Es gibt natürlich selten engagierte Lehrer, aber
    > da muss man eben Glück haben. Genauso sieht es auf der betrieblichen Seite
    > aus. Da gibt es den Fachinformatiker, der nur IT Support macht und PCs
    > zusammenbaut und es gibt selten auch mal einen Betrieb, der systematisch
    > mit guten Ausbildern Stoff vermittelt .

    Mit dem einen Semester gebe ich Dir sicherlich Recht, allerdings ist eine Ausbildung immer noch sehr viel generischer und natürlich auch schulischer (sprich: "Berieselung statt autodidaktischem Lernen") als die meisten Studiengänge. Wenn man aber nebenher trotzdem noch Eigeninitiative zeigt, dann kann man da durchaus einen Nutzen herausziehen,

    > Für das Papier lohnt sich die Ausbildung auch nicht wirklich. Letztlich ist
    > die Ausbildung nicht besser wie ein Bootcamp, dauert nur viel länger.

    Ich bin alles in allem auch kein Fan meiner Ausbildungsstätte (und schon gar nicht meiner Ausbildungsrichtung, das war ein Fehlgriff), aber so schlimm war es dann doch nicht. Die Grundlagen wurden gut vermittelt, und ich behaupte, dass diese auch von den meisten verstanden wurden. Was man daraus macht ist natürlich immer jedem selbst überlassen. Ich hatte zum Beispiel eine sehr kaufmännische Ausbildung, und den Teil habe ich gehasst. Ich war zwar auch dort nicht schlecht, aber da habe ich mich nur gequält, denn ich hasse das alles von vorne bis hinten (war mir zu Anfang so nicht klar).

    > Wer hier kein Autodidakt ist, kann am Ende nicht Programmieren, geschweige denn
    > Software entwickeln. Im Studium wird man wenigstens zu ersterem gezwungen
    > (zumindest meistens). Deswegen fordern auch immer noch viele Betriebe ein
    > Studium, obwohl es im eigentlichen Sinne überqualifiziert für reine
    > "normale" Entwicklung, aber der Anteil an Pfeifen ist dort einfach viel
    > niedriger und man muss viel weniger filtern.

    Da habe ich (bezüglich der Programmierung) anderes gehört. Mir wurde von Ex-Kollegen (die Informatik studiert haben und jahrelang den gleichen Job machten wie ich) gesagt, dass sie es erstaunlich finden, wieviel ich doch von Programmierung verstehe, obwohl ich nur eine Ausbildung gemacht habe, und dass sie ja während ihres Studiums fast gar nicht programmieren mussten (dabei ist die betreffende Uni durchaus renommiert). Immerhin war es an der nahen FH wohl besser als an der lokalen Uni, und natürlich hatten die mir alle in puncto Theorie viel voraus. Es gab da aber auch mal so einen Kandidaten von der Uni (Modell "Langzeitstudent"), der hat es bis zum Vordiplom geschafft und ständig mit seinen Fachkenntnissen im Bereich der theoretischen Informatik auf den Schlamm gehauen, ist aber an solchen Dingen wie einer Zeitdifferenzmessung in C (zwecks Performance-Testing) komplett gescheitert. ;-)

    Also zumindest wenn es um Coding-Praxis ging, und wie man ein bestimmtes Problem im Code lösen würde, dann musste ich mich mit dem, was ich während meiner Ausbildungszeit an der HBFS erlernt habe, definitiv nicht verstecken. Aber natürlich war da bei mir auch viel Eigeninitiative dabei. Ich habe zum Beispiel während der Ausbildungszeit angefangen auch privat Software zu entwickeln und online zu veröffentlichen (als Freeware, es war eher "just-for-fun"). Und in der Abschlussprüfung habe ich dann einen Off-by-one-Fehler gefunden, wofür ich sogar eine 1 zusätzlich bekam. :-)

    Als Programmierer bezeichne ich mich zwar bis heute nicht, einfach weil ich das nicht primär beruflich mache, aber ich habe für interne QA-Tests schon mehrere Testframeworks entwickelt und erweitert.

  5. Re: Geht lieber studieren, wenn ihr könnt

    Autor: OtherOne 12.04.21 - 09:04

    Sybok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da habe ich (bezüglich der Programmierung) anderes gehört. Mir wurde von
    > Ex-Kollegen (die Informatik studiert haben und jahrelang den gleichen Job
    > machten wie ich) gesagt, dass sie es erstaunlich finden, wieviel ich doch
    > von Programmierung verstehe, obwohl ich nur eine Ausbildung gemacht habe,
    > und dass sie ja während ihres Studiums fast gar nicht programmieren mussten
    > (dabei ist die betreffende Uni durchaus renommiert). Immerhin war es an der
    > nahen FH wohl besser als an der lokalen Uni, und natürlich hatten die mir
    > alle in puncto Theorie viel voraus. Es gab da aber auch mal so einen
    > Kandidaten von der Uni (Modell "Langzeitstudent"), der hat es bis zum
    > Vordiplom geschafft und ständig mit seinen Fachkenntnissen im Bereich der
    > theoretischen Informatik auf den Schlamm gehauen, ist aber an solchen
    > Dingen wie einer Zeitdifferenzmessung in C (zwecks Performance-Testing)
    > komplett gescheitert. ;-)
    >
    > Also zumindest wenn es um Coding-Praxis ging, und wie man ein bestimmtes
    > Problem im Code lösen würde, dann musste ich mich mit dem, was ich während
    > meiner Ausbildungszeit an der HBFS erlernt habe, definitiv nicht
    > verstecken. Aber natürlich war da bei mir auch viel Eigeninitiative dabei.
    > Ich habe zum Beispiel während der Ausbildungszeit angefangen auch privat
    > Software zu entwickeln und online zu veröffentlichen (als Freeware, es war
    > eher "just-for-fun"). Und in der Abschlussprüfung habe ich dann einen
    > Off-by-one-Fehler gefunden, wofür ich sogar eine 1 zusätzlich bekam. :-)
    >
    > Als Programmierer bezeichne ich mich zwar bis heute nicht, einfach weil ich
    > das nicht primär beruflich mache, aber ich habe für interne QA-Tests schon
    > mehrere Testframeworks entwickelt und erweitert.

    Aber damit bestätigst du doch genau das, was ich zuvor meinte. Wenn jemand interessiert ist und Eigeninitiative an den Tag legt, dann ist es relativ egal ob Studium oder Ausbildung. Allerdings kann man die Ausbildung auch schaffen ohne viel davon, im Studium ist das schwieriger. Deswegen wundern sich die Leute auch über fähige Fachinformatiker. Es ist einfach nicht die Regel.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. WBS GRUPPE, deutschlandweit (Home-Office)
  2. QUNDIS GmbH, Erfurt
  3. Bertrandt Technikum GmbH, Ehningen
  4. Börse Stuttgart GmbH, Stuttgart

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. Gratis
  2. für PC, PS4/PS5, Xbox und Switch


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme