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Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

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  1. Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: Computer_Science 09.04.21 - 11:35

    man merkt wirklich das Informatiker keine brauchbaren Berufsverbände haben:

    man stelle sich vor was passiert wäre, wenn die IHK es 1997 gewagt hätte den Ausbildungsberuf des "Fachingenieurs" einzuführen. Der VDI hätte die IHKs vor's nächste Gericht geschleift. Informatik ist ein angewandtes Mathematikstudium, ich hatte zusätzlich noch Physik- und etliche Semester lang Statistikvorlesungen und arbeite nun im Data Science / AI Bereich. Wie will man so etwas herunterbrechen auf Ausbildungsniveau? Und falls man es doch nur auf DevOps und ein wenig Programmieren vereinfacht, dann darf man es schlichtweg nicht als Informatik bezeichnen. Eine Krankenschwester ist eben auch kein "Facharzt für Pflege", ein Schreiner ist kein "Fachingenieur für Holzverarbeitung", die Rechtsanwaltsgehilfin ist kein "Fachanwalt für Büroorganisation" und ein Programmierer/Techniker ist kein "Fachinformatiker"

  2. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: McWiesel 09.04.21 - 12:05

    Das kommt davon, wenn man absolut jeden Einsteiger-Beruf mit wichtig klingenden (am besten denglischen) Wortkreationen beschreiben muss, damit ja keiner sich durch eine einfache Berufsbezeichnung diskriminiert fühlt. Fachinformatiker klingt halt viel toller als PC-Support-Mitarbeiter (was es meistens exakt trifft).

    Mein Ausbildungsberuf wurde auch von einem einfachen, für jeden sofort verständlichen Begriff in irgendwas Superwichtiges umbenannt.

  3. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: narsah 09.04.21 - 15:38

    Ich kann die Argumentation schon ein Stück weit nachvollziehen, aber viele Fachinformatiker machen ja doch deutlich mehr als IT-Support. Und ich kenne auch Fälle, in denen Master in Informatik nicht viel mehr als das machen :-).

  4. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: ratzeputz113 09.04.21 - 17:03

    > Wie will man so etwas herunterbrechen auf Ausbildungsniveau?

    Ich störe mich etwas an dem "Herunterbrechen". Ich bilde fast nur noch aus, weil die Leute von der Uni definitiv nicht mehr können, als gut ausgebildete Azubis.

  5. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: qwertzuioa 09.04.21 - 17:56

    Ich finde die Kommentare hier richtig lustig; blöd nur, dass sie ernst gemeint sind.

    Der eine beschwert sich, dass der zutiefst ehrenvolle und glorreiche Begriff "Informatiker" von irgendwelchen dahergelaufenen service-mitarbeitern GESTOHLEN wird. Was für eine Schande, dass noch nicht alle erkannt haben, dass Begriffe für Dinge immer nur eine Definition haben, welche sich nie ändert und niemals, NIEMALS erweitert werden darf! Auch nicht, um zwischenmenschliche Kommunikation (wofür ist die auch gut?) zu erleichtern oder einer veränderten Arbeitsrealität gerecht zu werden.

    Der andere beschwert sich über die schreckliche Tendenz, allen (minderwertigen) Einsteigerberufen einen netten Namen zu verpassen, damit sich auch keine von den Snowflakes beleidigt fühlt. Eine Tendenz, die anscheinend seit über 20 Jahren anhält. Es wird ebenfalls völlig zu recht angeprangert, dass schlanke und leicht verständliche Namen wie "Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Anwendungsentwicklung" der coolness wegen verunstaltet werden. Hierbei wird es auch vollbracht, dass verdenglischen (Uhh, vorsicht, ein neologismus, sowas kommt auch vor) anzuprangern, um anschließend etwas vorzuschlagen, was einen Anglizismus enthält.

    TL;DR Auch Menschen mit hoher Bildung können sich über die sinnlosesten Dinge aufregen und dabei völlig den Faden verlieren, sodass das wichtige Thema völlig verfehlt wird. Dafür entstehen aber echt lustige Kommentare.

  6. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: Lemo 09.04.21 - 21:46

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das kommt davon, wenn man absolut jeden Einsteiger-Beruf mit wichtig
    > klingenden (am besten denglischen) Wortkreationen beschreiben muss, damit
    > ja keiner sich durch eine einfache Berufsbezeichnung diskriminiert fühlt.
    > Fachinformatiker klingt halt viel toller als PC-Support-Mitarbeiter (was es
    > meistens exakt trifft).
    >
    > Mein Ausbildungsberuf wurde auch von einem einfachen, für jeden sofort
    > verständlichen Begriff in irgendwas Superwichtiges umbenannt.

    Das trifft es oft, aber nicht immer. Ich hab auch nur ne Ausbildung und bin SAP-Spezialist, es kommt schlicht darauf an was du nach deiner Ausbildung machst. Wieso sollte jemand mit Studium einen Spezialbereich besser bearbeiten können als jemand, der im dritten Lehrjahr schon in dem Bereich gearbeitet hat?

    Wer natürlich 3 Jahre nur Support macht hat seine Lebenszeit verschwindet, aber das ist nicht die Schuld der Ausbildung.
    Support im 1st level machst du vielleicht 3-6 Monate um in die Abläufe reinzukommen, das sollte es dann damit gewesen sein.

  7. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: Huanglong 10.04.21 - 00:36

    Bei der Informatik handelt es sich um die Wissenschaft von der systematischen Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen.

    Hat in erster Linie eigentlich nichts mit Mathematik zu tun. Eine Information kann so ziemlich alles sein. Wobei Mathematik natürlich zur Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung genutzt werden kann und auch oft genutzt wird. Aber Mathematik ist nicht gleichzusetzen mit Informatik. Da man all das auch machen kann, ohne unmittelbar auf Mathematik zurückzugreifen. Wenn mich einer zutextet, was alles im Haushalt fehlt und Ich eine Einkaufsliste auf ein Stück Papier schreibe, habe Ich Informationen verarbeitet, nämlich das gesprochene Wort, systematisch als Liste dargestellt und im selben Moment auch noch gespeichert. Wenn Ich den Zettel dann dem Anderen gebe, habe Ich sie auch gleich noch übertragen.



    6 mal bearbeitet, zuletzt am 10.04.21 00:46 durch Huanglong.

  8. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: superdachs 10.04.21 - 08:09

    Huanglong schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei der Informatik handelt es sich um die Wissenschaft von der
    > systematischen Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von
    > Informationen.
    >
    > Hat in erster Linie eigentlich nichts mit Mathematik zu tun. Eine
    > Information kann so ziemlich alles sein. Wobei Mathematik natürlich zur
    > Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung genutzt werden kann
    > und auch oft genutzt wird. Aber Mathematik ist nicht gleichzusetzen mit
    > Informatik. Da man all das auch machen kann, ohne unmittelbar auf
    > Mathematik zurückzugreifen. Wenn mich einer zutextet, was alles im Haushalt
    > fehlt und Ich eine Einkaufsliste auf ein Stück Papier schreibe, habe Ich
    > Informationen verarbeitet, nämlich das gesprochene Wort, systematisch als
    > Liste dargestellt und im selben Moment auch noch gespeichert. Wenn Ich den
    > Zettel dann dem Anderen gebe, habe Ich sie auch gleich noch übertragen.

    An den Unis wird Informatik gern mit Mathematik verwechselt, das liegt daran dass sich jeder Professor für den aller wichtigsten hält. Ganz vorn sind dabei die Professoren der Hilfswissenschaften wie Mathematik oder Logik. Auch Statistiker, die ich mal von Mathe etwas abgrenze, sind da gern dabei. Sicher ist Mathematik auch in der Informatik wichtig, wie in zig anderen Studiengängen, außer vielleicht BWL, da reicht addieren xD, auch. Die Grundlagen zu verstehen oder zumindest mal verstanden zu haben gehört zu einem Studium selbstredend dazu. Ob man es derart übertreiben muss wie es an den Unis passiert kann man sicher in Frage stellen. Die speziell sollen aber eigentlich auch für die wissenschaftliche Forschung ausbilden, weniger für die Wirtschaft. Zumindest war es mal so gedacht. Dort haben die mathematischen Grundlagen sicher auch ein höheres Gewicht. Im "normalen" Berufsleben spielen 99% der mathematischen Quälereien aus dem Studium exakt keine Rolle mehr. Informatik bleibt es trotzdem. Egal ob Ausbildung oder Studium. Auch wenn sich die konkreten Einsatzfelder sicher unterscheiden vom Anforderungsniveau her.

  9. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: Lemo 10.04.21 - 19:05

    @superdachs das ist aber auch nicht das Problem des Studiums weil es beim Informatikstudium eben nicht darum geht am Ende jemanden herauszuwerfen, der dann als Entwickler irgendwo anfängt, oder der irgendwo in der IT generell arbeitet.

    Das Informatikstudium soll Wissenschaftler und sehr komplexe Problemlöser hervorbringen, die bspw. mit Hilfe der Mathematik Algorithmen entwickeln, um große Probleme zu lösen.

    Wer ein Informatikstudium macht um danach irgendwo Entwickler für irgendeine Standardsoftware zu werden, hat einfach nen falschen Ausbildungsweg gewählt.

  10. Re: Skandal 1997: Verwässerung des Begriffs "Informatiker"

    Autor: quineloe 10.04.21 - 19:12

    ratzeputz113 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wie will man so etwas herunterbrechen auf Ausbildungsniveau?
    >
    > Ich störe mich etwas an dem "Herunterbrechen". Ich bilde fast nur noch aus,
    > weil die Leute von der Uni definitiv nicht mehr können, als gut
    > ausgebildete Azubis.

    Wenn bei dir die Leute mit Abschluss Informatik mehr können als die Abiturienten die du für ne Berufsausbildung einstellst, dann würde ich den Fehler aber woanders suchen.

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  11. Das Gegenteil ist der Fall

    Autor: 486dx4-160 10.04.21 - 19:40

    Früher wurde von Informatikern erwartet, dass die C++ programmieren, Windows-Probleme lösen und Netzwerkdosen setzen können. Was natürlich, wie du richtig schreibst, überhaupt nicht zum Berufsbild passt und
    Jetzt gibt's Leute die das lernen. Und dann auch können.

    Vom Architekten erwartet ja auch keiner dass er Trockenbau beherrscht und ein Mathematiker ist nicht unbedingt ein Excel-Profi.

  12. Re: Das Gegenteil ist der Fall

    Autor: Lemo 11.04.21 - 04:09

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Früher wurde von Informatikern erwartet, dass die C++ programmieren,
    > Windows-Probleme lösen und Netzwerkdosen setzen können. Was natürlich, wie
    > du richtig schreibst, überhaupt nicht zum Berufsbild passt und
    > Jetzt gibt's Leute die das lernen. Und dann auch können.
    >
    > Vom Architekten erwartet ja auch keiner dass er Trockenbau beherrscht und
    > ein Mathematiker ist nicht unbedingt ein Excel-Profi.

    So ist es.
    Klar lernst du im Studium programmieren, aber für vielleicht zwei Module, der Rest ist Logiktheorie, Mathematik, Algorithmentheorie.

    Theorie, Theorie, Theorie. Du sollst denken können, nicht programmieren, das muss man grundsätzlich verstehen, wenn man ein Studium mit einer Ausbildung vergleicht.
    Der Azubi soll programmieren lernen.

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