Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Software-Entwicklung
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Github-Übernahme: Ein…

Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

    Autor: LoopBack 06.06.18 - 11:21

    Immer wieder höre ich diesen Claim, dass Microsoft jetzt der totalen Open-Source-Verfechter ist. Dabei ist viel von dem was MS Open-Source macht entweder Marketing oder insgesamt sogar ein Rückschritt an Offenheit.

    Um mal nur die Beispiele hier aus dem Artikel aufzugreifen.

    .NET Core: Zunächst einmal, .NET Core ist nicht das .NET Framework, nicht mal annähernd. .NET Core ist eigentlich viel mehr eine schlechte Alternative zu Mono.
    Mono war/ist eine freie Implementierung des gesamten .NET Framework, jedoch ist es nur bis etwa .NET 2.0 vollständig, viele Funktionen, die erst danach dazukamen, etwa WPF, wurden in Mono nicht umgesetzt, bevor es von Microsoft gekauft wurde. Seit dem Kauf von Microsoft wurde Mono im Prinzip eine Spielwiese für technische Neuerungen rund um .NET.
    Um weiterhin ein "vergleichbares" Produkt anzubieten wurde .NET Core geschaffen. .NET Core ist aber eben nur ein kleiner Bruchteil des .NET Framework, und zwar nur der Teil, der nicht für Desktop-GUIs genutzt werden kann. Damit ist es mit .NET Core praktisch nicht möglich, Desktop-Anwendungen für Linux oder macOS zu entwickeln, was mit Mono noch möglich war/ist (jedoch nicht gepflegt oder geupdated wird). Der Zweck von .NET Core liegt darin, Server-Software in C# zu ermöglichen, die auch auf Linux-Hosts läuft - denn auf dem Servermarkt hat Windows einfach nicht die Marktanteile, und MS wollte verhindern, dass die Entwickler weiter auch im Desktop von Windows nach Linux/macOS wechseln.
    Dadurch, dass MS Mono durch .NET Core ersetzt hat, ist die Anzahl der Entwickler von und für Mono stark gesunken. Damit hat Microsoft effektiv verhindert, dass Mono jemals auf den Stand eines aktuellen .NET Framework kommt und damit laufen moderne C# Desktop-Anwendungen nicht auf Linux oder macOS. Um den Wahnsinn perfekt zu machen hat MS ja auf der Build 2018 angekündigt nun doch auch GUI-Support in .NET Core einzubauen - aber nur für Windows, die anderen von .NET Core "unterstützten" Plattformen bleiben außen vor. [1]

    Visual Studio Code: Ist im Prinzip nur ungefähr ein Theme für Atom mit ein Paar kleinen Extras, die genauso gut auch als Plugin für Atom umsetzbar gewesen wären. Der einzige Sinn von Visual Studio Code ist es, Entwickler an die Marke "Visual Studio" zu binden und damit an das vollwertige Produkt - das nur unter Windows lauffähig ist.

    MS scheint es mit beiden Tools vor allem darauf abzusehen, (Open-Source-)Entwickler an die eigenen Tools und Plattform zu binden und damit auch an Windows zurückzugewinnen. Denn während Consumer zu ~90% Windows-Nutzer sind, hat Windows bei Entwicklern stark an Marktanteil verloren - laut StackOverflow nur ~50% [2]. Das hat MS spätestens nach der Einführung von Windows 10 und dem Windows Store schmerzlich feststellen müssen - die neue Plattform wird einfach kaum genutzt. Stattdessen sind in letzter Zeit Electron-Apps sehr modern - die können unter Linux/macOS entwickelt werden und laufen genauso gut auch unter Windows. Nur genau solche Apps schaden dem MS-Monopol und deshalb musste Microsoft irgendetwas tun um Entwickler zurückzugewinnen - die "Open-Source-Initiative" ist also vor allem Marketing und hat nichts mit dem Open-Source-Gedanken zu tun.

    Und was wird jetzt mit GitHub? Ich erwarte demnächst die native Integration von einem Azure-basierten CI-System mit ähnlichen Integrations-Level wit GitLab CI und eingebauter Unterstützung für Windows und .NET Core apps. Andere Plattformen und Systeme werden da wohl zunächst unterstützt, aber später eher stiefmütterlich behandelt - schließlich soll man die Vorteile der MS-eigenen Technologie spüren. Bessere Integration von Visual Studio in GitHub durch private APIs erscheint mir auch eine wahrscheinliche Anpassung in näherer Zeit - die Konkurrenz hat das Nachsehen, wenn alles bei einem Monopolisten zusammenläuft.

    [1] https://www.golem.de/news/microsoft-net-core-3-wird-desktop-apps-unterstuetzen-1805-134273.html
    [2] https://www.golem.de/news/stack-overflow-viele-entwickler-wohnen-in-bayern-und-sind-maennlich-1805-134625.html

  2. Re: Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

    Autor: somedudeatwork 06.06.18 - 12:01

    Achso, Visual Studio Code ist also nicht open source, weil es genauso gut auch Atom mit plugins sein könnte.

    Unglaublich bescheuert was du da von dir abgibst.

  3. Re: Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

    Autor: LoopBack 06.06.18 - 12:27

    somedudeatwork schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Achso, Visual Studio Code ist also nicht open source, weil es genauso gut
    > auch Atom mit plugins sein könnte.

    Hab ich doch nie behauptet? Ich habe nur gesagt, dass der Beitrag zur Open-Source Community vergleichsweise gering ist, und es primär ein Marketing-Werkzeug ist.

  4. Re: Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

    Autor: d/cYpher 06.06.18 - 13:10

    LoopBack schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Immer wieder höre ich diesen Claim, dass Microsoft jetzt der totalen
    > Open-Source-Verfechter ist. Dabei ist viel von dem was MS Open-Source macht
    > entweder Marketing oder insgesamt sogar ein Rückschritt an Offenheit.
    >
    > Um mal nur die Beispiele hier aus dem Artikel aufzugreifen.
    >
    > .NET Core: Zunächst einmal, .NET Core ist nicht das .NET Framework, nicht
    > mal annähernd. .NET Core ist eigentlich viel mehr eine schlechte
    > Alternative zu Mono.
    > Mono war/ist eine freie Implementierung des gesamten .NET Framework, jedoch
    > ist es nur bis etwa .NET 2.0 vollständig, viele Funktionen, die erst danach
    > dazukamen, etwa WPF, wurden in Mono nicht umgesetzt, bevor es von Microsoft
    > gekauft wurde. Seit dem Kauf von Microsoft wurde Mono im Prinzip eine
    > Spielwiese für technische Neuerungen rund um .NET.
    > Um weiterhin ein "vergleichbares" Produkt anzubieten wurde .NET Core
    > geschaffen. .NET Core ist aber eben nur ein kleiner Bruchteil des .NET
    > Framework, und zwar nur der Teil, der nicht für Desktop-GUIs genutzt werden
    > kann. Damit ist es mit .NET Core praktisch nicht möglich,
    > Desktop-Anwendungen für Linux oder macOS zu entwickeln, was mit Mono noch
    > möglich war/ist (jedoch nicht gepflegt oder geupdated wird). Der Zweck von
    > .NET Core liegt darin, Server-Software in C# zu ermöglichen, die auch auf
    > Linux-Hosts läuft - denn auf dem Servermarkt hat Windows einfach nicht die
    > Marktanteile, und MS wollte verhindern, dass die Entwickler weiter auch im
    > Desktop von Windows nach Linux/macOS wechseln.
    > Dadurch, dass MS Mono durch .NET Core ersetzt hat, ist die Anzahl der
    > Entwickler von und für Mono stark gesunken. Damit hat Microsoft effektiv
    > verhindert, dass Mono jemals auf den Stand eines aktuellen .NET Framework
    > kommt und damit laufen moderne C# Desktop-Anwendungen nicht auf Linux oder
    > macOS. Um den Wahnsinn perfekt zu machen hat MS ja auf der Build 2018
    > angekündigt nun doch auch GUI-Support in .NET Core einzubauen - aber nur
    > für Windows, die anderen von .NET Core "unterstützten" Plattformen bleiben
    > außen vor. [1]
    >
    > Visual Studio Code: Ist im Prinzip nur ungefähr ein Theme für Atom mit ein
    > Paar kleinen Extras, die genauso gut auch als Plugin für Atom umsetzbar
    > gewesen wären. Der einzige Sinn von Visual Studio Code ist es, Entwickler
    > an die Marke "Visual Studio" zu binden und damit an das vollwertige Produkt
    > - das nur unter Windows lauffähig ist.
    um mal schnell was in anular zu schreiben, ist es super. es hat ne per hotkey zugreifbar machbare konsole (<3) und kann so ziemlich jede sprache die man sich vorstellen kann in mindestens zwei weiteren versionen.

    > tun um Entwickler zurückzugewinnen - die "Open-Source-Initiative" ist also
    > vor allem Marketing und hat nichts mit dem Open-Source-Gedanken zu tun.
    Das muss sogar so sein, wenn es sich um ein marktwirtschaftlich tätiges Unternehmen handelt.

    > Und was wird jetzt mit GitHub? Ich erwarte demnächst die native Integration
    > von einem Azure-basierten CI-System mit ähnlichen Integrations-Level wit
    > GitLab CI und eingebauter Unterstützung für Windows und .NET Core apps.
    Klingt interessant, könnte man glatt mal wieder sowas in der Richtung machen. Kohle bringt's auch ohne Ende, also warum eigentlich nicht?

    > Bessere Integration von Visual Studio in
    > GitHub durch private APIs erscheint mir auch eine wahrscheinliche Anpassung
    > in näherer Zeit
    Technisch wohl eher anders rum.

  5. Re: Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

    Autor: Clown 06.06.18 - 15:16

    LoopBack schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Immer wieder höre ich diesen Claim, dass Microsoft jetzt der totalen
    > Open-Source-Verfechter ist. Dabei ist viel von dem was MS Open-Source macht
    > entweder Marketing oder insgesamt sogar ein Rückschritt an Offenheit.
    >
    > Um mal nur die Beispiele hier aus dem Artikel aufzugreifen.
    >
    > .NET Core: Zunächst einmal, .NET Core ist nicht das .NET Framework, nicht
    > mal annähernd.

    Hat MS auch nie behauptet!

    > .NET Core ist eigentlich viel mehr eine schlechte
    > Alternative zu Mono.
    > Mono war/ist eine freie Implementierung des gesamten .NET Framework, jedoch
    > ist es nur bis etwa .NET 2.0 vollständig, viele Funktionen, die erst danach
    > dazukamen, etwa WPF, wurden in Mono nicht umgesetzt, bevor es von Microsoft
    > gekauft wurde. Seit dem Kauf von Microsoft wurde Mono im Prinzip eine
    > Spielwiese für technische Neuerungen rund um .NET.

    An der Stelle muss sich die Mono-Community die Frage gefallen lassen, warum sie selbst veraltete Technologien wie WPF innerhalb dieser Zeit nicht umgesetzt bekommen haben.

    > Um weiterhin ein "vergleichbares" Produkt anzubieten wurde .NET Core
    > geschaffen. .NET Core ist aber eben nur ein kleiner Bruchteil des .NET
    > Framework, und zwar nur der Teil, der nicht für Desktop-GUIs genutzt werden
    > kann. Damit ist es mit .NET Core praktisch nicht möglich,
    > Desktop-Anwendungen für Linux oder macOS zu entwickeln, was mit Mono noch
    > möglich war/ist (jedoch nicht gepflegt oder geupdated wird). Der Zweck von
    > .NET Core liegt darin, Server-Software in C# zu ermöglichen, die auch auf
    > Linux-Hosts läuft - denn auf dem Servermarkt hat Windows einfach nicht die
    > Marktanteile, und MS wollte verhindern, dass die Entwickler weiter auch im
    > Desktop von Windows nach Linux/macOS wechseln.

    Das mag durchaus sein.
    Spekulation: Es könnte auch sein, dass sich diese Entscheidung noch ändert. MS hat durchaus klar gemacht, dass Windows als einstiges Kernprodukt immer weiter in den Hintergrund gestellt wird. Gar nicht so abwegig, dass sie den nächsten Schritt auch noch gehen könnten.

    > Dadurch, dass MS Mono durch .NET Core ersetzt hat, ist die Anzahl der
    > Entwickler von und für Mono stark gesunken. Damit hat Microsoft effektiv
    > verhindert, dass Mono jemals auf den Stand eines aktuellen .NET Framework
    > kommt und damit laufen moderne C# Desktop-Anwendungen nicht auf Linux oder
    > macOS.

    Wie wir aber eben von Dir gelesen haben, war Mono auf einem Stand von .NET 2.0, also 13 Jahre [sic!] alt. Moderne C# Anwendungen hat es also zu keinem Zeitpunkt auf einer non-Windows Maschine gegeben. Und selbst auf Windows ist WPF als modernstes UI-Framework des .NET Pakets mittlerweile tot.

    > Um den Wahnsinn perfekt zu machen hat MS ja auf der Build 2018
    > angekündigt nun doch auch GUI-Support in .NET Core einzubauen - aber nur
    > für Windows, die anderen von .NET Core "unterstützten" Plattformen bleiben
    > außen vor. [1]

    Das wohl nur, damit Entwickler auf kommende .NET Versionen migrieren können, ihre Anwendungen aber nicht von Grund auf neu schreiben müssen. Und das macht auch Sinn.
    Hier setzt aber wieder o.g. Spekulation ein: Vlt kommts noch für andere Plattformen ;)

    > Visual Studio Code: Ist im Prinzip nur ungefähr ein Theme für Atom mit ein
    > Paar kleinen Extras, die genauso gut auch als Plugin für Atom umsetzbar
    > gewesen wären.

    Nur, dass Atom im Vergleich schweinelangsam ist. VSC ist ungefähr genauso fix wie Sublime und bietet den Komfort von Atom. Ein entsprechendes Atom-Plugin hätte das Teil ja nur noch langsamer gemacht ;)

    > Der einzige Sinn von Visual Studio Code ist es, Entwickler
    > an die Marke "Visual Studio" zu binden und damit an das vollwertige Produkt
    > - das nur unter Windows lauffähig ist.

    Das halte ich für Quatsch.
    1) Wie bereits gesagt, rückt Windows als Produkt immer mehr in den Hintergrund
    2) Das große Studio kann zwar im Zweifelsfall einiges mehr, aber wer grundsätzlich mit VSC auskommt (mit entsprechenden Plugins lässt sich da seeehr viel machen), wird das auch in Zukunft können und wird auch dauerhaft auf die Vorteile (und stellenweise auch Nachteile, z.B. Ladezeiten) des großen Studios verzichten können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass das große Studio eine Masse Geld kostet (Community-Edition aufgrund der Beschränkugen ausgenommen).

    > MS scheint es mit beiden Tools vor allem darauf abzusehen,
    > (Open-Source-)Entwickler an die eigenen Tools und Plattform zu binden und
    > damit auch an Windows zurückzugewinnen. Denn während Consumer zu ~90%
    > Windows-Nutzer sind, hat Windows bei Entwicklern stark an Marktanteil
    > verloren - laut StackOverflow nur ~50% [2]. Das hat MS spätestens nach der
    > Einführung von Windows 10 und dem Windows Store schmerzlich feststellen
    > müssen - die neue Plattform wird einfach kaum genutzt. Stattdessen sind in
    > letzter Zeit Electron-Apps sehr modern - die können unter Linux/macOS
    > entwickelt werden und laufen genauso gut auch unter Windows. Nur genau
    > solche Apps schaden dem MS-Monopol und deshalb musste Microsoft irgendetwas
    > tun um Entwickler zurückzugewinnen - die "Open-Source-Initiative" ist also
    > vor allem Marketing und hat nichts mit dem Open-Source-Gedanken zu tun.

    Die Tatsache, dass MS-eigene Software wie z.B. VSC, Skype oder auch Teams Anwendungen auf Electron-Basis sind, spricht gegen Deine Vermutung.
    Und letztlich ist das ja auch nicht dumm: Damit unterstützen sie die Entwickler neue Technologien für sämtliche Plattformen zu entwicklen. Windows mit inbegriffen.

    > Und was wird jetzt mit GitHub? Ich erwarte demnächst die native Integration
    > von einem Azure-basierten CI-System mit ähnlichen Integrations-Level wit
    > GitLab CI und eingebauter Unterstützung für Windows und .NET Core apps.
    > Andere Plattformen und Systeme werden da wohl zunächst unterstützt, aber
    > später eher stiefmütterlich behandelt - schließlich soll man die Vorteile
    > der MS-eigenen Technologie spüren.

    Das glaube ich erst, wenn ich es sehe. MS hat gerade 7,5 Mrd(!) für eine riesige Nutzerbasis ausgegeben, die zu einem signifikanten Teil keine oder nur wenig MS Produkte nutzt. Die alle zu vergraulen, ergibt schlicht keinen Sinn.

    > Bessere Integration von Visual Studio in
    > GitHub durch private APIs erscheint mir auch eine wahrscheinliche Anpassung
    > in näherer Zeit -

    Das wäre auch wünschenswert. Darüber hinaus sehe ich aber wenig passieren. Die Zeit wirds zeigen..

    > die Konkurrenz hat das Nachsehen, wenn alles bei einem
    > Monopolisten zusammenläuft.

    Stimmt, ist aber nichts MS-spezifisches ;)

    Blizzard: "You guys don't have phones?" ~ Bethesda: "You guys don't have friends?" ~ EA: "You guys don't have wallets?"

  6. Re: Microsoft macht nicht wirklich mehr Open-Source

    Autor: TheUnichi 06.06.18 - 18:50

    LoopBack schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Immer wieder höre ich diesen Claim, dass Microsoft jetzt der totalen
    > Open-Source-Verfechter ist. Dabei ist viel von dem was MS Open-Source macht
    > entweder Marketing oder insgesamt sogar ein Rückschritt an Offenheit.
    >
    > Um mal nur die Beispiele hier aus dem Artikel aufzugreifen.
    >
    > .NET Core: [...]

    Mal real mit .NET gearbeitet? Das zu portieren ist ein riesiger Haufen Arbeit und vieles davon ist sehr strikt an Windows angebunden. Sie haben Mono übernommen, damit sie eine Idee davon kriegen, wie man so was auf Linux portiert. Aber die gehen jetzt auch nicht daher und verkaufen Mono als ihr Produkt, zumal Mono zwar cool ist, aber alles andere als perfekt und an vielen Punkten im Grunde nur eine Emulation bestimmter Prozesse.

    .NET Core ist nur der Anfang. Viele weitere Libraries die dazu gehören gibt es mittlerweile auch als Core-Version und Open Source, z.B. EF Core (Das Entity Framework)

    Keiner bezahlt Microsoft die Portierung. Natürlich machen die das, um Entwickler zu binden. So was macht ein Unternehmen nun mal. Kein Unternehmen steht da und sagt sich "Ach komm, kack auf's Geschäft, lass uns einfach dicht machen!" oder wie funktioniert deine Welt bitte?

    > Visual Studio Code: Ist im Prinzip nur ungefähr ein Theme für Atom mit ein
    > Paar kleinen Extras, die genauso gut auch als Plugin für Atom umsetzbar
    > gewesen wären. Der einzige Sinn von Visual Studio Code ist es, Entwickler
    > an die Marke "Visual Studio" zu binden und damit an das vollwertige Produkt
    > - das nur unter Windows lauffähig ist.

    Oh cool, dann ist quasi jede Linux Distri auch nur ein Theme des Linux Kernels?
    Hast du VS Code überhaupt mal gestartet? Das sind gegenüber Atom _Welten_. Es gibt eine riesige Fülle an Plugins für sämtliche Sprachen, sie haben die Auto-Completion umfangreich angefasst und IntelliSense aus VS näher gebracht und VS Code ist performanter als Atom.
    Klaaar, nur ein Skin. Guck dir doch die Commits an. Es steht sogar im Artikel, dass VS Code zurzeit mit die meisten Commits auf GitHub bekommen. Schaff das mal bitte mit einem Skin.

    > MS scheint es mit beiden Tools vor allem darauf abzusehen,
    > (Open-Source-)Entwickler an die eigenen Tools und Plattform zu binden und
    > damit auch an Windows zurückzugewinnen. Denn während Consumer zu ~90%
    > Windows-Nutzer sind, hat Windows bei Entwicklern stark an Marktanteil
    > verloren - laut StackOverflow nur ~50% [2]. Das hat MS spätestens nach der
    > Einführung von Windows 10 und dem Windows Store schmerzlich feststellen
    > müssen - die neue Plattform wird einfach kaum genutzt. Stattdessen sind in
    > letzter Zeit Electron-Apps sehr modern - die können unter Linux/macOS
    > entwickelt werden und laufen genauso gut auch unter Windows. Nur genau
    > solche Apps schaden dem MS-Monopol und deshalb musste Microsoft irgendetwas
    > tun um Entwickler zurückzugewinnen - die "Open-Source-Initiative" ist also
    > vor allem Marketing und hat nichts mit dem Open-Source-Gedanken zu tun.

    Ja genau. Nur weil die Entwickler auf einem Linux deployen, heißt das nicht, dass sie nicht auf einem Windows entwickeln. Und dank Docker und Konsorten ist das auch überhaupt kein Problem. Im Zweifelsfall hat man mit der WSL auf Knopfdruck einen vollständigen Linux-Stack hochgefahren, der _nativ_ läuft.
    Hast du dir den Windows Store mal angeguckt? Was fehlt dir denn auf Anhieb? Ich finde da sogar Dinge wie JSON Viewer und REST Clients, die echt gut funktionieren. Alle großen Apps sind da.
    Hast du vielleicht zum Windows 10 Release mal reingeguckt und danach nie wieder?

    > Und was wird jetzt mit GitHub? Ich erwarte demnächst die native Integration
    > von einem Azure-basierten CI-System mit ähnlichen Integrations-Level wit
    > GitLab CI und eingebauter Unterstützung für Windows und .NET Core apps.
    > Andere Plattformen und Systeme werden da wohl zunächst unterstützt, aber
    > später eher stiefmütterlich behandelt - schließlich soll man die Vorteile
    > der MS-eigenen Technologie spüren. Bessere Integration von Visual Studio in
    > GitHub durch private APIs erscheint mir auch eine wahrscheinliche Anpassung
    > in näherer Zeit - die Konkurrenz hat das Nachsehen, wenn alles bei einem
    > Monopolisten zusammenläuft.

    Dir ist klar, dass die Integrationen nicht GitHub entwickelt, sondern die Anbieter, für GitHub? Und du bist also der Ansicht, dass wenn Amazon ihre Integration für GitHub aktualisiert, Microsoft zukünftig sagt "Nein, wir updaten das nicht"? Und dass Microsoft nicht bewusst ist, dass danach ein Shitstorm ausgelöst wird?

    Du betrachtest das aus der falschen Richtung. z.B. wird nicht Visual Studio in GitHub integriert, sondern GitHub einfach viel stärker in Visual Studio. GitHub wird dich nicht zu Azure zwingen, nur die Azure-Integration wird halt einfach unheimlich gut sein, weil sie die Systeme genau aufeinander abstimmen können. Warum sollten sie diesen Service aber anderen verwehren? Microsoft ist genau so bewusst, dass viele Kunden auf Services wie AWS testen und deployen. Und du meinst, sie ziehen da einfach irgendwann das Kabel und lachen sich dann einen Ast ab, weil ihre Kunden die Plattform wechseln?

    Einfach mal nachdenken bevor man losplappert, das kann doch gar nicht so schwer sein.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. GK Software SE, Schöneck, Jena, Köln, St. Ingbert, Hamburg
  2. FLYLINE Tele Sales & Services GmbH, Bremen
  3. Brainloop AG, München
  4. Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V., Bonn

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 61,90€
  2. 279,90€
  3. 529€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


SSD-Kompendium: AHCI, M.2, NVMe, PCIe, Sata, U.2 - ein Überblick
SSD-Kompendium
AHCI, M.2, NVMe, PCIe, Sata, U.2 - ein Überblick

Heutige SSDs gibt es in allerhand Formfaktoren mit diversen Anbindungen und Protokollen, selbst der verwendete Speicher ist längst nicht mehr zwingend NAND-Flash. Wir erläutern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Solid State Drives.
Von Marc Sauter

  1. PM1733 Samsungs PCIe-Gen4-SSD macht die 8 GByte/s voll
  2. PS5018-E18 Phisons PCIe-Gen4-SSD-Controller liefert 7 GByte/s
  3. Ultrastar SN640 Western Digital bringt SSD mit 31 TByte im E1.L-Ruler-Format

Medienkompetenz: Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?
Medienkompetenz
Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Lesen, schreiben, rechnen und coden: Müssen Kinder programmieren lernen? Vielleicht nicht. Aber sie sollen verstehen, wie Computer funktionieren. Wie das am besten geht.
Von Jakob von Lindern

  1. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  2. Digitalpakt Schuldigitalisierung kann starten
  3. Whatsapp bei Lehrern Kultusministerkonferenz pocht auf Datenschutz

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

  1. Supply-Chain-Angriff: Spionagechips können einfach und günstig eingelötet werden
    Supply-Chain-Angriff
    Spionagechips können einfach und günstig eingelötet werden

    Ein Sicherheitsforscher zeigt, wie er mit Equipment für unter 200 US-Dollar mit einem Mikrochip eine Hardware-Firewall übernehmen konnte. Damit beweist er, wie günstig und realistisch solche Angriffe sein können. Vor einem Jahr berichtete Bloomberg von vergleichbaren chinesischen Spionagechips.

  2. IT an Schulen: Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
    IT an Schulen
    Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf

    Stabilo und der Bund wollen einen Stift entwickeln, der Kinder bei Defiziten mit der Handschrift unterstützt. Mit Hilfe von Machine Learning und einer mobilen App analysiert das System das Geschriebene und passt Übungen an. Das Projekt ist mit 1,77 Millionen Euro beziffert.

  3. No Starch Press: IT-Verlag wirft Amazon Verkauf von Schwarzkopien vor
    No Starch Press
    IT-Verlag wirft Amazon Verkauf von Schwarzkopien vor

    Der Fachverlag No Starch Press wirft Amazon vor, Schwarzkopien von Büchern aus seinem Verlagsangebot zu verkaufen. Dabei handele es sich explizit nicht um Drittanbieter, sondern Amazon selbst als Verkäufer. Das geschieht nicht das erste Mal.


  1. 16:54

  2. 16:41

  3. 16:04

  4. 15:45

  5. 15:35

  6. 15:00

  7. 14:13

  8. 13:57