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Endlich bewegt sich da was!

Für Konsolen-Talk gibt es natürlich auch einen Raum ohne nerviges Gedöns oder Flamewar im Freiraum!
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  1. Endlich bewegt sich da was!

    Autor: highrider 02.04.21 - 13:47

    Seit Monaten ist klar, was Apple erreichen möchte: Nutzer dürfen nur noch mit Zustimmung getrackt werden. Dabei geht es vor allem (aber nicht nur) um das Erstellen individueller Nutzungsprofile, die zwischen verschiedenen Firmen ausgetauscht werden.

    Unklar war bisher allerdings, wie Apple das umsetzt und wie weit Apples Definitionen reichen. Gut, dass Apple jetzt durch Maßnahmen zeigt, was erlaubt ist und was nicht. Schlecht, dass Apple das im Vorfeld anscheinend nicht ausreichend konkretisiert hat. Aber worum geht es genau?

    Es geht um das Werbetracking: Ein Nutzer auf z.B. Facebook klickt auf Werbung für eine App, installiert diese und kauft darin etwas. Das alles wird an Facebook zurückgemeldet. Facebook weiß dann, dass Facebook-Nutzer XY nicht nur auf die Werbung geklickt hat, sondern in der App 12 Level gespielt und für 15¤ etwas gekauft hat. Facebook kann so optimieren, wann, wo und wie Werbung an welche Nutzer ausgespielt wird.

    Im Gegenzug weiß der App-Entwickler, dass der Nutzer von Facebook kam und kann ausrechnen, ob sich die investierten 1.000¤ für Werbung bei Facebook gelohnt haben. Eigentlich ist das doch ganz nett, wäre da nicht die Tatsache, dass man sich bei Facebook und in der beworbenen App mit einem Account anmelden muss und und alle erfassten Daten somit personenbezogen sind. Zusammengefasst: Facebook und App-Anbieter tauschen hinter den Kulissen personenbezogene Daten über Nutzer aus, ohne dass diese davon erfahren. Bis jetzt.

    Apple möchte nun, dass das Ganze nur noch mit der Zustimmung der Nutzer passiert. Das ist grundsätzlich aus meiner Sicht sehr zu begrüßen.

    Nun gibt es in solchen Situationen nicht nur schwarz oder weiß. Der App-Anbieter kann auch in den sozialen Medien seine App bewerben, ohne für spezielle Werbeplätze bezahlt zu haben. Beispiele dafür sind zahlreiche Firmenpostet auf Twitter in denen die neusten Updates etc. beworben werden. Dabei nutzen Anbieter entweder direkte Links auf ihre Apps, oder sie nutzen einen Deeplink-Service, der die Wirksamkeit des Werbelinks auswertet (wie oft angeklickt, wie oft App installiert, wie oft in der App gekauft).

    Das Ganze nennt sich Deferred Deeplink und wird üblicherweise durch einen Service eines Drittanbieters ermöglicht. Nutzer klicken auf den Link, der leitet zur Webseite des Drittanbieters und dort wird ein Fingerprint erstellt. Dann wird auf den App Store weitergeleitet. Die Nutzer installieren dann die App, die beim Start einen Fingerprint erstellt und beim Drittanbieter nachfragt, ob der Fingerprint in den letzten Stunden über einen Link und wenn ja welchen reingekommen ist. Ist das der Fall, weiß der App-Anbieter, dass der Werbelink erfolgreich war. Um bei obigen Beispiel zu bleiben: Facebook/Twitter haben dann aber keine Daten erhalten.

    Das Tolle an solchen Deeplinks: Man kann sie auch mit Funktionen verknüpfen. Ein beworbener Gutschein kann direkt aktiviert werden, eine beworbene Spielfigur wird direkt aktiviert, oder eine Sonderfunktion wird aktiviert. Das ist eigentlich toll.

    Aufgrund des dort stattfindenden Fingerprintings war bisher nicht klar, wie Apple dazu steht. Anders als beim Werbetracking wie oben beschreiben werden hier keine dauerhaft existierenden Profile erstellt und keine personenbezogenen Daten mit anderen Firmen geteilt. Hier gab es von Apple noch keine klare Aussage... Es bleibt spannend. Gut, dass sich endlich etwas bewegt und Klarheit in die Sache kommt und wenigstens ein großer Anbieter im Markt sich für den Datenschutz seiner Kunden engagiert.

  2. Re: Endlich bewegt sich da was!

    Autor: notnagel 02.04.21 - 22:21

    "Facebook und App-Anbieter tauschen hinter den Kulissen personenbezogene Daten über Nutzer aus, ohne dass diese davon erfahren. Bis jetzt. "

    Dem stimme ich doch zu, entsprechend meinen Einstellungen im FB-Account UND in der
    App. FB dürfte (gehen wir davon aus, dass sie nicht direkt lügen in ihren AGBs usw) keine
    personenbezogene Daten verwenden, wenn man dies in den einstellungen abgelehnt hat.
    Dass ein Marktteilnehmer den Anderen vorschreibt, wie sie ihre legitimen Geschäfte abwickeln,
    hat auch so ein Geschmäckle, zumal Apple alles Andere als uninteressiert an Telemetrie-Daten
    ist. Man sollte sich die verlinkte PDF von Apple zu Gemüte führen, wie toll die (Daten)Welt wäre,
    wenn John und seine Tochter nur Safari Browser, Apple News, Apple Maps, Iphone, Ipad,
    Apple Card oder Apple Pay genutzt hätten....das steht ernsthaft so dadrin.
    Es geht also nicht um die Gestaltung einer Telemetrie-freien Alternative, sondern darum dass Apple die einzige Alternative überhaupt ist (bzw sein soll).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.04.21 22:22 durch notnagel.

  3. Re: Endlich bewegt sich da was!

    Autor: highrider 02.04.21 - 22:43

    notnagel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > FB dürfte (gehen wir davon aus, dass sie nicht direkt lügen in ihren
    > AGBs usw) keine perrsonenbezogene Daten verwenden, wenn man
    > dies in den einstellungen abgelehnt hat.

    Da kommt es dann vielleicht auf Kleinigkeiten an. Das Werbetracking findet anonym statt. Ein Nutzer 684635280 (anonyme Nummer) klickt auf eine Werbung für das Produkt XY, installiert eine App, kauft dann Produkte im Wert von 49¤. Diese Daten bekommt FB vom Hersteller der App über den Werbe-Netzwerk-Dienstleister. Alles anonym? Fast alles. FB weiß natürlich, dass der Nutzer 684635280 beim Klick auf die Werbung mit dem Account max.mustermann@example.net eingeloggt war. Außerdem ist der Nutzer per FB mit der Nutzer erika.mustermann@example.net verbunden, die auch auf die Werbung geklickt und für 49¤ eine Bestellung getätigt hat. Tja, da wird es nach Weihnachten wahrscheinlich einen Geschenke-Umtausch-Aktion geben.

    Und da arbeitet Apple gerade an einer Lösung. Statt Daten in einzelnen Profilen zu sammeln, kommt dann von Apple nur noch: Von 100 Nutzern haben 12 auf die Werbung geklickt, 9 die App installiert und 7 haben Umsätze in Höhe von 182¤ getätigt. Das ist völlig ausreichend, um die Performance der Werbekampagnen zu messen, aber FB weiß nicht mehr, ob max.mustermann@example.com nun die App installiert und am Ende gekauft hat.

  4. Re: Endlich bewegt sich da was!

    Autor: notnagel 03.04.21 - 00:16

    "Das ist völlig ausreichend, um die Performance der Werbekampagnen zu messen,"

    Das stimmt doch nicht: woher weiss der Hersteller denn, ob es sich gelohnt hat, Werbemaßnahme
    B zu bezahlen (personalisiert und zielgerichtet) oder ob das preisgünstigere Modell A nicht gereicht hätte? Wozu soll er seine Werbung an 17jährige Mädchen versenden, wenn die zB
    keine Business-Herrenschuhe brauchen? Für die Werbetreibenden ist das, was Apple macht,
    keine "Lösung".
    Und der Nutzer? Für denjenigen, der werbefinanzierte Angebote nutzt, ist das auch wenig hilfreich:
    diese Angebote fallen, da das Geschäftsmodell durch Apple´s Maßnahme empfindlich eingeschränkt wird, öfter weg, ohne dass er bei den übrigen weniger Werbung bekommt;
    stattdessen bekommt er noch mehr wahllose Werbung, die ihn erst recht gar nicht anspricht.
    Für Apple-User, die ohnehin in ihrer Bezahlwelt agieren, vielleicht irrelevant, für Andere,
    die nicht bei jeder Gelegenheit zahlen wollen, dafür umso mehr.
    Es ist ja auch nicht so, dass Apple sagt "hier sind unsere Richtlinien, wer die einhält, darf auch
    Apps anbieten", nein, es darf nur Apps anbieten, wer sie über Apple laufen lässt.
    Das ist kein Zufall dass Opensource-Alternativquellen wie F-Droid auf Apple außen vor bleiben -
    da hätte man eigentlich Mitstreiter für weniger Nutzertracking. Aber das ist eben nicht
    Sinn des Ganzen, sondern zahlender Kunde von Apple (und sonst niemandem!) zu sein.
    Als solcher darfst du dann sogar auch deinen eigenen Appstore auf dem Iphone anbieten :P

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