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Ein schönes Stück IT-Geschichte

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  1. Ein schönes Stück IT-Geschichte

    Autor: OraEtLabora 26.01.22 - 09:11

    Zunächst, ich habe alle meine Studienarbeiten mit LaTeX verfasst, habe meine Präsentationen mit LaTeX Beamer erstellt. Ich finde, LaTeX ist eine tolle Software, aber sie hat ihre Zeit hinter sich. Trotzdem schön, dass es noch eine treue Nutzergemeinde gibt.

    Zum Vorteil von LaTeX gehört der exzellente Textsatz. Grauwertberechnung für Zeilen und Seiten, Kerning, Wortzwischenräume, Zeilendurchschuss und alles, was das Herz des Typographen begehrt, wird durch LaTeX abgedeckt. Nach wie vor sieht man (wenn man darauf achtet) den Unterschied im Schriftbild zwischen einem Word- und einem LaTeX-Dokument.

    Die Einarbeitung ist zumindest für einen Informatiker kein Problem, allerdings wird es echt tricky, wenn man von den Vorgaben abweichen möchte oder muss. Unzählige Pakete bieten unzählige Möglichkeiten, aber die sehr unterschiedliche Qualität der Dokumentationen, die sich teils gegenseitig referenzieren, machen es dem Anwender nicht leicht. Wer sich in dem Dschungel auskennt, kommt sicher zum Ziel, aber das erfordert viel Zeit. Und es birgt die Gefahr, sich mehr mit LaTeX als mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.

    Bleibt die Frage, für wen LaTeX noch geeignet ist.

    Wissenschaftler?
    Die werden häufig genannt. Die mir bekannten Journals nutzen allerdings alle ihr eigenes Satzsystem, Paper werden als Word-Datei eingereicht. Also maximal für die Abschlussarbeit.

    Medienleute?
    Könnte man meinen, die müssen auf Optik und Typographie achten. Aber die nutzen dann Indesign, das genauso gut setzen kann wie LaTeX, aber vom Workflow her eher Gestaltern entgegenkommt.

    Informatiker?
    Zumindest haben die keine Probleme damit, Quellcode zu schreiben und müssen häufig dokumentieren. Dabei sind die Anforderungen an den Textsatz allerdings nicht so hoch, dass sich der Aufwand lohnen würde. Mit einem aktuellen Office ist man einfach schneller am Ziel.

    Es bleiben unterm Strich die Studien- und Abschlussarbeiten. Allerdings sind die Nachteile, die den gängigen Officepaketen nachgesagt werden, von vor 30 Jahren.

    Wie gesagt, trotzdem schön, dass es LaTeX noch gibt.

  2. Re: Ein schönes Stück IT-Geschichte

    Autor: HerrPetersen 26.01.22 - 20:28

    Ich bin auch 12+ Jahre aus der Uni raus, wäre aber sehr überrascht, wenn Mathematiker und Physiker das nicht mehr mehrheitlich benutzen... Seminararbeiten, Aufgabenblätter, Skripte...

  3. Re: Ein schönes Stück IT-Geschichte

    Autor: Schattenwerk 27.01.22 - 10:52

    Natürlich nutzt die Wissenschaft noch LaTeX. Praktisch jedes Paper wird damit geschrieben.

  4. Re: Ein schönes Stück IT-Geschichte

    Autor: Keep The Focus 27.01.22 - 19:49

    quatsch - in deiner Bubble vielleicht

  5. Re: Ein schönes Stück IT-Geschichte

    Autor: Phonehoppy 28.01.22 - 13:45

    OraEtLabora schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es bleiben unterm Strich die Studien- und Abschlussarbeiten. Allerdings
    > sind die Nachteile, die den gängigen Officepaketen nachgesagt werden, von
    > vor 30 Jahren.
    >
    > Wie gesagt, trotzdem schön, dass es LaTeX noch gibt.

    Ich sehe es genau umgekehrt: Der Bedarf an WYSIWIG-Textverarbeitungen wird immer weiter abnehmen. Ich halte sie für Blendwerk, da das eigentliche Versprechen "What you see is what you get" niemals wirklich eingelöst werden konnte, sofern es über absolut triviale Aufgaben hinausging. Eigentlich habe sie sogar höhere Produktivität in Unternehmen dadurch verhindert, dass so die Erfassung von unstrukturierter Information begünstigt wurde, gegenüber strukturierten Ansätzen von dedizierten Informationssystemen. Außerdem begünstigen sie Papierverbrauch und tragen einfach nur die Ideen des vorletzten Jahrhunderts in die digitale Welt. Wir brauchen aber heute für den Verlauf unserer Wirtschaft und Gesellschaft eigentlich gar keine "Dokumente" in dem Sinn mehr. Informationen strukturierter, aber kleinteiliger zu erfassen, zu verwalten und zu verteilen bringt für alle Beteiligten weniger Aufwand . Leider geht die Entwicklung dahin aber sehr schleppend voran. Schon in den 1990er waren die technischen Voraussetzungen da, aber noch heute müssen wir Dokumente in Word schreiben, ausdrucken und per Post irgendwohin schicken.

    Von daher hat der Ansatz TeX noch eine größere Zukunft als der Ansatz Word. Dort, wo es auf ein ansprechendes Erscheinungsbild eines langen Textes ankommt, z.B. bei Publikationen, kann TeX punkten und bietet eine viel höhere Produktivität als eine Textverarbeitung. Beliebige textuelle Inhalte lassen sich schnell in TeX-Code oder ein entsprechendes Format transformieren, und die Trennung von Darstellung und Inhalt kann durchgesetzt werden. Zudem funktioniert es stabil.

  6. Re: Ein schönes Stück IT-Geschichte

    Autor: Cerdo 06.02.22 - 11:46

    OraEtLabora schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Informatiker?
    > Zumindest haben die keine Probleme damit, Quellcode zu schreiben und müssen
    > häufig dokumentieren. Dabei sind die Anforderungen an den Textsatz
    > allerdings nicht so hoch, dass sich der Aufwand lohnen würde. Mit einem
    > aktuellen Office ist man einfach schneller am Ziel.

    Ich falle genau in die Kategorie, muss aber widersprechen. Ich schreibe beispielsweise meine Rechnungen mit LaTex, weil ich damit _weniger_ Aufwand habe, als mit Word.
    Ich hab einmal vor langer Zeit ein Dokument erstellt und kann jetzt für jedes neue Projekt eine Datei abändern, damit die Basisdaten stimmen, also Kunde, Projekt, Stundensatz, etc.
    Dann gibt es einen Abschnitt im Header, der die jeweilige Rechnungsnummer, Daten und geleistete Stunden beinhaltet. Also ein paar Variablen, die ich per Hand anpasse.
    Der Rest, also die Berechnung der Steuer und des Rechnungsbetrags und der komplette Textsatz, wird von LaTex übernommen. Also dauert das Rechnung Schreiben bei mir einmal im Monat ca. zwei Minuten.

    In Word müsste ich die ganzen Felder per Hand ausfüllen und mehrmals prüfen, ob die Werte, die drin stehen, auch die sind, die ich haben will. Da komme ich nicht auf weniger als 10 Minuten.

    Da ist vielleicht auch ein grundlegendes Verständnisproblem bei vielen Anwendern: LaTex heißt Text schreiben, nicht Text setzen. Wenn man es richtig macht, muss man sich nur noch um den Inhalt kümmern, nicht darum, wie er dargestellt wird.

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