1. Foren
  2. Kommentare
  3. Software-Entwicklung
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › MBOS: Daimler plant…

Kann Daimler das allein?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Kann Daimler das allein?

    Autor: DirkK 19.04.21 - 08:43

    Ich bin skeptisch was die Erfolgsaussichten dieses Plans angeht. Bei der Software sind mir die Autohersteller bisher nicht als besonders kompetent aufgefallen. Und selbst Software-Unternehmen sind schon an Betriebssystemen gescheitert.

    Ich fürchte, dass die Unternehmen hier auch die Bedeutung der Software unterschätzen. Das OS wird essentiell sein, um sich gegenüber den anderen Herstellern zu profilieren und die Autos an die Leute zu bringen. Ich schätze, dass da auch hinsichtlich der Unternehmenskultur einiges bewegt werden muss um erfolgreich zu bleiben.

    Deswegen frage ich mich, ob Daimler das überhaupt allein kann. Oder VW. Die Usability des ID.3 wird ja von allen Seiten beklagt. Und wenn die da schon Schwierigkeiten haben, was ist mit den kleineren Herstellern?

  2. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: RaiseLee 19.04.21 - 09:27

    Ich denke es kommt halt stark darauf an wie sie es machen, wenn Sie viel Opensource verwenden und auf Existierendem aufbauen sind 1000 Leute eigentlich sehr viel.

    Es ist vielen nicht ganz bewusst, aber z.B. Canonical hat gerademal 450 Angestellte:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Canonical_(company)

    Und die machen deutlich mehr auch auf kommerzieller Seite wie "nur" Ubuntu.

    Ich wills auch nicht klein reden, aber wenn du ein Betriebsystem (Baukasten) nimmst den es schon gibt, wie z.B. Yocto , dann musst dus am Schluss noch anpassen und mit deinen Applikationen anreichern. Da sollten 1000 resp. 3000 Mann a 4 Jahre eigentlich schon genügen um ein brauchbares System zu bekommen.

    Die Steuergeräte für die Karre selbst hast du ja bereits und die wirst du da aus Stabilitäts - Designgründen wohl nicht komplett auf die neue Plattform migrieren.

    Ob es Sinn macht was eigenes zu bauen ist dann die andere Frage... Ich persönlich glaube nicht, "Abhängigkeiten" hat Mercedes heute schon zu x tausenden in der Hardware.

    Und ich denke in einem neuen modernen Auto werden die Leute irgendwann die Erwartungshaltung haben dass sie einen Umfangreichen App Marketplace haben und die Anwendungen 1a mit Smartphone und anderen modernen Diensten Syncen.

    Microsoft musste ja auch lernen dass das Betriebsystem nicht der Treiber ist sondern der App store...

    Hängt natürlich stark davon ab wie sich das ganze Entwickelt, ich persönlich bin beim Auto immernoch sehr "oldschool" und möchte eigentlich garkeinen Schnickschnack. Und um den Planeten zu schonen versuche ich heute schon das Auto zu meiden wo es nur geht (egal ob Elektrisch oder Verbrenner).

  3. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: dsafsdf 19.04.21 - 09:30

    DirkK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin skeptisch was die Erfolgsaussichten dieses Plans angeht. Bei der
    > Software sind mir die Autohersteller bisher nicht als besonders kompetent
    > aufgefallen. Und selbst Software-Unternehmen sind schon an Betriebssystemen
    > gescheitert.
    >
    > Ich fürchte, dass die Unternehmen hier auch die Bedeutung der Software
    > unterschätzen. Das OS wird essentiell sein, um sich gegenüber den anderen
    > Herstellern zu profilieren und die Autos an die Leute zu bringen. Ich
    > schätze, dass da auch hinsichtlich der Unternehmenskultur einiges bewegt
    > werden muss um erfolgreich zu bleiben.
    >
    > Deswegen frage ich mich, ob Daimler das überhaupt allein kann. Oder VW. Die
    > Usability des ID.3 wird ja von allen Seiten beklagt. Und wenn die da schon
    > Schwierigkeiten haben, was ist mit den kleineren Herstellern?
    Du unterschätzt deren IT.
    Die Frage die ich mir stelle ist eher: schaffen die das, bevor alle Teslas haben?

  4. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: JuBo 19.04.21 - 09:33

    Weiss jemand wieviele Steuergeräte der EQS hat? Glaube nicht dass alle Zulieferer ihre Software offen legen und Daimler alles überlassen

  5. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: Rekaxis 19.04.21 - 09:38

    Die Software muss in erster linie funktionieren.

    Die Usability ist keine Frage der Programmierskills, oder der Menge an leuten, sondern eine Frage des Konzepts. Für ein gutes Konzept braucht man nicht viele Leute.

    Der Teil, der viel Arbeit erfordert, ist die ganze Steuerung, die im Hintergrund läuft. Da kann man sich nicht von andere absetzen, das muss einfach funktionieren. Ich glaube nicht, dass die den Teil unterschätzen, weil der sich durch die zusammenfassung der Struktur vereinfachen wird.

  6. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: DirkK 19.04.21 - 09:50

    Rekaxis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Software muss in erster linie funktionieren.
    >
    > Die Usability ist keine Frage der Programmierskills, oder der Menge an
    > leuten, sondern eine Frage des Konzepts. Für ein gutes Konzept braucht man
    > nicht viele Leute.

    Zugegeben, ich habe nur wenig Erfahrung mit der Software von Mercedes und da nur mit einem schon etwas älteren Modell (B-Klasse, ca. 2014). Doch was ich da auf Benutzerseite an Kompliziertheit, fehlender Logik und Inkonsistenz erlebt habe, hat dazu geführt dass die Software für mich nicht funktionierte. Schlimmer: Ein Konzept konnte ich da gar nicht erkennen.

  7. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: JuBo 19.04.21 - 09:53

    DirkK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rekaxis schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Software muss in erster linie funktionieren.
    > >
    > > Die Usability ist keine Frage der Programmierskills, oder der Menge an
    > > leuten, sondern eine Frage des Konzepts. Für ein gutes Konzept braucht
    > man
    > > nicht viele Leute.
    >
    > Zugegeben, ich habe nur wenig Erfahrung mit der Software von Mercedes und
    > da nur mit einem schon etwas älteren Modell (B-Klasse, ca. 2014). Doch was
    > ich da auf Benutzerseite an Kompliziertheit, fehlender Logik und
    > Inkonsistenz erlebt habe, hat dazu geführt dass die Software für mich nicht
    > funktionierte. Schlimmer: Ein Konzept konnte ich da gar nicht erkennen.

    Na ja das Konzept ist 30 Steuergeräte mit 30 versch Firmwares auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen - Nachteile der OEMs halt

  8. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: Joblow 19.04.21 - 09:56

    JuBo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weiss jemand wieviele Steuergeräte der EQS hat? Glaube nicht dass alle
    > Zulieferer ihre Software offen legen und Daimler alles überlassen


    Die aktuelle S-Klasse hat je nach Ausstattung zw. 80 und 100 Steuergeräte, auch wenn der EQS kein Verbrenner ist, wird er auf einem ähnlichem Niveau sein. Es sind auch zig verschiedene Hersteller: Bosch, Continental, Becker, Delphi, Valeo, Mitsubishi und was weiß ich noch alles, und alle kommunizieren über den CAN-Bus miteinander. Die müssen also alles offen legen, sonst würde es garnicht funktionieren.

  9. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: JuBo 19.04.21 - 10:13

    Der CAN Bus ist doch nur eine Schnittstelle für Kommunikation, die Zulieferer müssen nichts offen legen (Platinendesign und Firmware), sondern nur den Standard erfüllen - da sind Patente und Forschungsarbeit dahinter.

  10. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: Profi_in_allem 19.04.21 - 10:21

    Eigentlich eine gute Idee. Native Betriebssysteme wie z.b. das der Playstation 1 oder 2 waren einfach überlegen, da komplett auf die Hardware abgestimmt und vermutlich viel in Assembler und C geschrieben, also direkt auf die Maschine. Man muss es halt gut machen, wenn man sieht was Sony aus der PS1 geholt hat dann steckt dort sehr viel Potential drin. Nur leider haben Autohersteller mich bisher nicht überzeugen können, außer evtl noch Toyota weil das System einfach flüssig, ohne Ruckler und verzögerungsfrei arbeitet.

    Da ich IT-Profi bin und überaus intelligent, zählt meine Meinung mehr als alle anderen. Dies begründe ich ganz einfach, meine Meinung ist immer gut durchdacht, ich habe also einen Denkvorsprung vor allen anderen. Ich bitte dies bei etwaigen Antworten auf meine Posts zu bedenken, ich habe und hatte bisher immer Recht. Wer also anderer Meinung ist wie ich, sollte vorher bedenken, dass er höchstwahrscheinlich im Unrecht ist.

  11. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: June 19.04.21 - 11:33

    JuBo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der CAN Bus ist doch nur eine Schnittstelle für Kommunikation, die
    > Zulieferer müssen nichts offen legen (Platinendesign und Firmware), sondern
    > nur den Standard erfüllen - da sind Patente und Forschungsarbeit dahinter.

    Da bist du im Irrtum. Ein Steuergerät im PKW wird nicht ohne ausführliches und mehrfaches Review (Hard- und Software) eingebaut. Im Problemfall hat der Automobilhersteller ein Image-Problem.

    EDIT: Bedenkt bitte, das sind nicht 1000 Programmierer. Da sind Verwaltungsangestellte etc. mit dabei. Ich kenne solche Ankündigungen. Das sind warscheinlich netto 200 Programmierer.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.21 11:36 durch June.

  12. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: Matt17 19.04.21 - 11:42

    Seit mein Bosch Backofen öfters abstürzt (trotz Platinentausch) als alle meine PCs (mit Windows) und Handys (mit Android) zusammen, bin ich extrem skeptisch was solche Software-Entwickler-Ambitionen angeht.

  13. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: JuBo 19.04.21 - 11:44

    June schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > JuBo schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der CAN Bus ist doch nur eine Schnittstelle für Kommunikation, die
    > > Zulieferer müssen nichts offen legen (Platinendesign und Firmware),
    > sondern
    > > nur den Standard erfüllen - da sind Patente und Forschungsarbeit
    > dahinter.
    >
    > Da bist du im Irrtum. Ein Steuergerät im PKW wird nicht ohne ausführliches
    > und mehrfaches Review (Hard- und Software) eingebaut. Im Problemfall hat
    > der Automobilhersteller ein Image-Problem.
    >
    > EDIT: Bedenkt bitte, das sind nicht 1000 Programmierer. Da sind
    > Verwaltungsangestellte etc. mit dabei. Ich kenne solche Ankündigungen. Das
    > sind warscheinlich netto 200 Programmierer.
    Ich glaube du verwechselt hier die Tests unter allen Extrembedinungen, welche selbsverständlich erfolgen und das Abgleichen von Soll Ist Werten und Sensorkalibrierungen etc mit Softwareentwicklung - du stellst es so dar, als ob der OEM die Firmwares programmiert und das Platinendesign entwickelt.
    Selbst beim Dieselgate hat Bosch die Programmierung gemacht unter Vorgaben

  14. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: JuBo 19.04.21 - 12:04

    sorry Doppelpost..gelöscht



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.21 12:05 durch JuBo.

  15. Re: Kann Daimler das allein?

    Autor: katze_sonne 19.04.21 - 13:26

    Matt17 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Seit mein Bosch Backofen öfters abstürzt (trotz Platinentausch) als alle
    > meine PCs (mit Windows) und Handys (mit Android) zusammen, bin ich extrem
    > skeptisch was solche Software-Entwickler-Ambitionen angeht.

    Witzig, recht viel Software in der Automotive-Zuliefererwelt kommt auch von Bosch. Neben vielen anderen wie Continental oder Elektrobit (die inzwischen zu Conti gehören).

    Insofern weiß ich gerade nicht, ob du ein Argument für oder gegen Daimlers Strategie genannt hast :D

    Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass Softwareentwicklung im Automotive-Bereich sicherlich ganz anders aussieht als im Haushaltsgerätebereich. Wenn letzteres denn überhaupt in-house gemacht wird. Vermutlich auf jeden Fall in anderen Abteilungen und Unternehmensstrukturen. Und vielleicht ist ja auch einfach die Platine schrott (also das Design, nicht deine eigene) und nicht die Software an sich, sodass der Backofen oft abstürzt. Ach, ich würde daraus nicht viel schließen.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Experte Transformation - Wissensmanagement (w/m/d)
    Pro Projekte-GmbH & Co. KG, Düsseldorf
  2. Mitarbeiter (m/w/d) Prozessmanagement IT
    Kindertagesstätten Nordwest Eigenbetrieb von Berlin, Berlin
  3. Technical Consultant ServiceNow (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Berlin, Dresden, München
  4. IT Servicetechniker (w/m/d)
    Bechtle Onsite Services GmbH, Ingolstadt

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Ryzen 5 5600X 358,03€)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 499,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Dragonbox-Pyra-Macher im Interview: Die Linux-Spielekonsole aus Deutschland
Dragonbox-Pyra-Macher im Interview
Die Linux-Spielekonsole aus Deutschland

Mit viel Verspätung ist die Dragonbox Pyra erschienen. Entwickler Michael Mrozek musste ganz schön kämpfen, damit es überhaupt dazu kam. Wir haben ihn in Ingolstadt zum Gespräch getroffen.
Ein Interview von Martin Wolf


    Army of the Dead: Tote Pixel schocken Zuschauer mehr als blutrünstige Zombies
    Army of the Dead
    Tote Pixel schocken Zuschauer mehr als blutrünstige Zombies

    Army of the Dead bei Netflix zeigt Zombies und Gewalt. Viele Zuschauer erschrecken jedoch viel mehr wegen toter Pixel auf ihrem Fernseher.
    Ein Bericht von Daniel Pook

    1. Merchandise Netflix eröffnet Fanklamotten-Onlineshop
    2. eBPF Netflix verfolgt TCP-Fluss fast in Echtzeit
    3. Urteil rechtskräftig Netflix darf Preise nicht beliebig erhöhen

    Neues Apple TV 4K im Test: Teures Streaming-Gerät mit guter Fernbedienung
    Neues Apple TV 4K im Test
    Teures Streaming-Gerät mit guter Fernbedienung

    Beim neuen Apple TV 4K hat sich Apple eine ungewöhnliche Steuerung einfallen lassen, die aber im Alltag eher eine Spielerei ist.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Shareplay TVOS 15 soll gemeinsame Streaming-Erlebnisse schaffen
    2. Apple TV Farbkalibrierung per iPhone schneidet schlecht ab
    3. Sofasuche beendet Airtag-Hülle für Apple-TV-Fernbedienung