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Eine Reihe von Probleme

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  1. Eine Reihe von Probleme

    Autor: schap23 05.04.19 - 12:51

    1. Software ist beim Urheberrecht eigentlich nicht vorgesehen
    Wie auch immer man dazu steht, aber in der Regel wird Software als eine technische Erfindung betrachtet, die eventuell patentiert werden kann, aber inwieweit das Urheberrecht da greift ist schwer darzustellen. Der Begriff der Schöpfungshöhe wird da allein immer ein Problem bleiben.

    2. Alle gemeinschaftlichen Lizenzen aus dem Open Source Bereich werden heute rechtlich nicht unterstützt
    Wo ist in der Urheberrechtsreform der EU der Umgang mit Werken, die unter Creative Commons etc. stehen geregelt? Im Zweifelsfall wird irgendeine Verwertungsgesellschaft die Hand aufhalten und das eingenommene Geld unter Leute verteilen, die explizit nicht unter solchen Lizenzen produzieren (Berufskreative).

    3. Welcher Schaden entsteht durch das Kopieren von GPL-Software?
    Dem einzelnen Entwickler entsteht kein materieller Schaden, da er durch die Teilnahme an so einem Projekt eh auf pekuniäre Vergütung verzichtet hat. Es entsteht nur ein ideeller Schaden, da der Solidaritätsgedanke von Richard Stallman verletzt wurde. Aber eigentlich ist das schon der Fall, wenn Leute solche Software als kostenlos ansehen und sie verwenden, ohne wenigstens Fehler zu dokumentieren etc..

    4. Handelt jemand solidarisch, der als einzelner auf Rechte klagt, die doch eigentlich der Gruppe gehören?
    An Software unter GPL arbeiten normalerweise eine Reihe von Menschen. Selbst wenn jemand ein Modul weitestgehend selbstständig schafft, so macht dieses doch nur im Gesamtzusammenhang Sinn und andere haben im Zweifelsfall es zumindest getestet. Eine Klage kann eigentlich nicht von einer Einzelperson kommen, sondern bestenfalls von einer übergeordneten Einheit, z.B. ein Verein, in dem die Entwickler der Software organisiert sind.

  2. Re: Eine Reihe von Probleme

    Autor: jkow 05.04.19 - 13:40

    schap23 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > 4. [...]
    > Selbst wenn jemand ein Modul weitestgehend selbstständig schafft, so macht
    > dieses doch nur im Gesamtzusammenhang Sinn und andere haben im Zweifelsfall
    > es zumindest getestet. Eine Klage kann eigentlich nicht von einer
    > Einzelperson kommen, ...

    Die Logik dahinter verstehe ich nicht. Sinn und Funktionalität sind überhaupt nicht Bestandteil der Lizenz. Es geht doch eigentlich einen recht klaren Zusammenhang:
    1. Person A schreibt Code und gibt diesen unter Auflagen frei
    2. Person B kann Code nutzen, muss sich aber an die Auflagen halten.

    Dabei kann es nur um um den konkret formulierten Code gehen und die Frage, ab welcher Komplexität man dem Code als schützenswertes Gut betrachtet (also z.B. nicht jeder andere X-Beliebige zufällig für die gleiche Aufgabe den gleichen Code schreiben würde).

    Bei VM-Ware war schonmal klar, dass sie nicht zufällig den gleichen Code produziert haben sondern sich bei Linux bedient haben. Hier sollte jeder Entwickler klageberechtigt sein, der an dem konkret kopierten Code in als ausreichend anerkannter Komplexität mitgewirkt hat.

  3. Re: Eine Reihe von Probleme

    Autor: /mecki78 05.04.19 - 14:03

    schap23 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1. Software ist beim Urheberrecht eigentlich nicht vorgesehen

    Doch, sind sie:

    § 2 Geschützte Werke

    (1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

    1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme

    Quelltexte sind Schriftwerke und Computerprogramme werden sogar explizit namentlich genannt.

    > Der Begriff
    > der Schöpfungshöhe wird da allein immer ein Problem bleiben.

    Das gilt für jedes Stück Text und ist in keiner Weise spezifisch zu Software.

    > Wo ist in der Urheberrechtsreform der EU der Umgang mit Werken, die unter
    > Creative Commons etc. stehen geregelt?

    Nirgendwo, weil das eine Lizenzvereinbarung ist und das ist eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen den Urhebern und den Nutzern seines Werkes und hat überhaupt nichts mit dem Urheberrecht zu tun.

    Das Urheberrecht sichert den Urheber nur Exklusivrechte an seine Werk zu, die er aber nach frei wählbaren Bedingungen durch eine Lizenz an Dritte übertragen kann. Was er dabei mit den Dritten vereinbart, das ist Vertragsfreiheit und darf alles sein, solange es nicht sittenwidrig ist. Wenn aber der Dritte diese Vereinbarung bricht, dann wird sie als ganzes ungültig, womit der Dritte jegliche zugesicherte Rechte verliert und dann erst greift wieder das Urheberrecht, weil ohne diese Rechte verletzt diese Person dann eben ggf. die dem Urheber zugesicherten Exklusivrechte.

    Explizite Regelungen für irgendwelche gerade angesagten Lizenzen zu machen, an die sich in 100 Jahren vielleicht niemand mehr erinnert, wäre hingegen komplett unsinnig und ist auch absolut unnötig.

    > 3. Welcher Schaden entsteht durch das Kopieren von GPL-Software?

    Die Verletzung von dir zugesicherten Rechten als Urheber.

    > 4. Handelt jemand solidarisch, der als einzelner auf Rechte klagt, die doch
    > eigentlich der Gruppe gehören?

    Tun sie eben nicht. Wenn du diese Rechte nicht explizit einer Gruppe überlässt, dann gehören sie nicht der Gruppe. Die FSF oder KDE machen das so aus genau diesen Grund, aber die Kernel Entwickler machen das nicht so und das rächt sich jetzt eben. Macht man das nicht, dann gehört jeden genau die Zeilen Code, die er selber geschrieben hat. Verändert er Code, dann gehören ihn die Rechte an seiner Veränderung. Ob das genug Schöpfungshöhe aufweist, um überhaupt einen Schutz zu genießen, das entscheidet in strittigen Fällen wie sonst auch ein Gericht.

    /Mecki

  4. Re: Eine Reihe von Probleme

    Autor: schily 05.04.19 - 18:11

    Das ist so nicht richtig, denn der Beklagte muß nachweisen, wieviel er an Einnahmen aus der Verwendung des geklauten Codes erzielt hat.

    Dann wird berechnet, wieviel es den Beklagten gekostet hätte selbst zu erstellen. Ist das mehr als die Einnahmen und hatte der Beklagte auch nur einen Werbevorteil durch die Verwendung des Codes, muß er mindestens die Erstellungskosten erstatten.

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