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Bestimmt hat Anonymous eine bessere Alternative
Autor: Anhaltender 19.08.23 - 11:33
Als die unendliche Verdünnung eines Nuklids mit überschaubarer Halbwertszeit?
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Re: Bestimmt hat Anonymous eine bessere Alternative
Autor: Oktavian 19.08.23 - 12:39
> Als die unendliche Verdünnung eines Nuklids mit überschaubarer
> Halbwertszeit?
Nur so als Idee, wie wäre es, das Nuklid einfach weiter zu lagern, sagen wir mal für 100 Jahre, vielleicht auch 200. Dann sind rund 8 bis 16 Halbwertszeiten vorbei. In der Zeit mischt es sich nicht mit Wasser, der Lebensraum für viele Tiere ist und wichtiger Teil unserer Nahrungskette. Und wenn es dann eine Radioaktivität hat analog zum Meerwasser, kann man es ja immer noch da entsorgen. Warum jetzt einleiten und nicht erst dann, wenn es wirklich abgeklungen ist. Ach ja, ich vergaß, das kostet ja was.
Bei meinem ersten Arbeitgeber hatten wir in der Abfallentsorgung auch so eine Ecke, da standen etliche Fässer mit radioaktiv kontaminiertem Wasser. Die standen da gut, der Bereich war abgesperrt, regelmäßig kam jemand zum Messen vorbei. Die standen damals schon seit fast 40 Jahren da, und sie stehen da immer noch. Sie werden mutmaßlich noch weitere 60 bis 100 Jahre da stehen. Dann sind sie abgeklungen, man macht den Hahn auf und lässt sie leerlaufen. Klar, billiger wäre gewesen, die nicht zu lagern, sondern einfach wegzukippen. Macht man aber einfach nicht. -
Re: Bestimmt hat Anonymous eine bessere Alternative
Autor: Vash 19.08.23 - 16:33
Problem ist vermutlich, dass es nicht so einfach ist dieses Tritium von normalem Wasserstoff zu trennen, da es in Verbindungen, vermutlich Wasser, vorliegt. Um hier nennenswerte Mengen zuverlässig herauszuzentrifugieren (sofern möglich) könnte am Ende so aufwendig sein, dass die Umweltbilanz auch nicht besser ist.
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Re: Bestimmt hat Anonymous eine bessere Alternative
Autor: gobif 21.08.23 - 09:03
Oktavian schrieb:
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> > Als die unendliche Verdünnung eines Nuklids mit überschaubarer
> > Halbwertszeit?
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> Nur so als Idee, wie wäre es, das Nuklid einfach weiter zu lagern, sagen
> wir mal für 100 Jahre, vielleicht auch 200. Dann sind rund 8 bis 16
> Halbwertszeiten vorbei. In der Zeit mischt es sich nicht mit Wasser, der
> Lebensraum für viele Tiere ist und wichtiger Teil unserer Nahrungskette.
> Und wenn es dann eine Radioaktivität hat analog zum Meerwasser, kann man es
> ja immer noch da entsorgen. Warum jetzt einleiten und nicht erst dann, wenn
> es wirklich abgeklungen ist. Ach ja, ich vergaß, das kostet ja was.
>
> Bei meinem ersten Arbeitgeber hatten wir in der Abfallentsorgung auch so
> eine Ecke, da standen etliche Fässer mit radioaktiv kontaminiertem Wasser.
> Die standen da gut, der Bereich war abgesperrt, regelmäßig kam jemand zum
> Messen vorbei. Die standen damals schon seit fast 40 Jahren da, und sie
> stehen da immer noch. Sie werden mutmaßlich noch weitere 60 bis 100 Jahre
> da stehen. Dann sind sie abgeklungen, man macht den Hahn auf und lässt sie
> leerlaufen. Klar, billiger wäre gewesen, die nicht zu lagern, sondern
> einfach wegzukippen. Macht man aber einfach nicht.
Warum sollte man? Warum den Aufwand? Die Aktivitäten dieses Wassers sind heute schon so gering, dass sie quasi ungefährlich sind. Die im Meer zu verdünnen ist deutlich günstiger und komplett ungefährlich. Jedes Jahr wird ein Vielfaches an Tritium im Meer entsorgt und wir sind auch noch nicht verstrahlt. -
Re: Bestimmt hat Anonymous eine bessere Alternative
Autor: Joey5337 21.08.23 - 11:44
Oktavian schrieb:
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> > Als die unendliche Verdünnung eines Nuklids mit überschaubarer
> > Halbwertszeit?
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> Nur so als Idee, wie wäre es, das Nuklid einfach weiter zu lagern, sagen
> wir mal für 100 Jahre, vielleicht auch 200. Dann sind rund 8 bis 16
> Halbwertszeiten vorbei. In der Zeit mischt es sich nicht mit Wasser, der
> Lebensraum für viele Tiere ist und wichtiger Teil unserer Nahrungskette.
> Und wenn es dann eine Radioaktivität hat analog zum Meerwasser, kann man es
> ja immer noch da entsorgen. Warum jetzt einleiten und nicht erst dann, wenn
> es wirklich abgeklungen ist. Ach ja, ich vergaß, das kostet ja was.
Das Problem ist: die Japaner haben bereits über 1000 Tanks für dieses Wasser gebaut.
Sie speichern etwa 1,33 Millionen Kubikmeter, Gesamtspeichervermögen sind 1,37 Mio. Kubikmeter. Es gibt praktisch keinen Platz mehr, um vor Ort noch mehr Tanks zu bauen.
Jeden Tag kommen 100 Kubikmeter dazu. Das Wasser wird, so gut es geht, gefiltert. Aber Tritium ist in der Menge nicht praktikabel zu entfernen.
Ich finde das nicht toll, dass das ins Meer gekippt werden soll. Die Japaner vermutlich auch nicht, sonst hätten sie das schon viel früher gemacht.
Das Wasser steht zum Teil schon über 10 Jahre zum abklingen, aber Speicher für 100 oder 200 Jahre zu bauen, ist einfach technisch unmöglich.
Welche Alternative haben sie denn? -
Re: Bestimmt hat Anonymous eine bessere Alternative
Autor: bofhl 24.08.23 - 08:04
Oktavian schrieb:
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> > Als die unendliche Verdünnung eines Nuklids mit überschaubarer
> > Halbwertszeit?
>
> Nur so als Idee, wie wäre es, das Nuklid einfach weiter zu lagern, sagen
> wir mal für 100 Jahre, vielleicht auch 200. Dann sind rund 8 bis 16
> Halbwertszeiten vorbei. In der Zeit mischt es sich nicht mit Wasser, der
> Lebensraum für viele Tiere ist und wichtiger Teil unserer Nahrungskette.
> Und wenn es dann eine Radioaktivität hat analog zum Meerwasser, kann man es
> ja immer noch da entsorgen. Warum jetzt einleiten und nicht erst dann, wenn
> es wirklich abgeklungen ist. Ach ja, ich vergaß, das kostet ja was.
>
> Bei meinem ersten Arbeitgeber hatten wir in der Abfallentsorgung auch so
> eine Ecke, da standen etliche Fässer mit radioaktiv kontaminiertem Wasser.
> Die standen da gut, der Bereich war abgesperrt, regelmäßig kam jemand zum
> Messen vorbei. Die standen damals schon seit fast 40 Jahren da, und sie
> stehen da immer noch. Sie werden mutmaßlich noch weitere 60 bis 100 Jahre
> da stehen. Dann sind sie abgeklungen, man macht den Hahn auf und lässt sie
> leerlaufen. Klar, billiger wäre gewesen, die nicht zu lagern, sondern
> einfach wegzukippen. Macht man aber einfach nicht.
So und jetzt stell dir bitte vor, jeden Tag kämen da immer weiter Fässer dazu! Egal wie groß das Lager ist - irgendwann ist es voll und aktuell ist das Lager für behandelte Kühlwasser so groß, dass nirgendwo weitere riesige Tanks hingebaut werden können (jedenfalls nicht ohne Schäden an den Tanks durch die schiere Anzahl unbehandelbar zu machen - und ja, die Tanks nehmen Schäden, wie alle solche großen Geräte)
Und ja, bereits in vielen der Tanks befindet sind gereinigtes Wasser - einfach weil es ansonst die Tanks beschädigen würde und auch eine Gefahr für die dort arbeitenden Personen darstellen würde.
Und zur Klarstellung des Ganzen Vorgangs:
ALLE Atomkraftwerke lassen deren Kühlwasser (also das des Hauptkreislaufes, nicht des sekundären!) regelmäßig ab! ALLE! Und die meisten davon reinigen, filtern und Verdünnen GAR NICHTS! Und schon irgendwo da z.B. in Großbritannien, Frankreich, Slowenien, Ungarn, Slowakei oder Tschechien und auch bei den früheren deutschen Kraftwerken jemand gesehen oder gehört, der sich darüber so aufgeregt hätte?



