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Was mir fehlt
Autor: Sharra 30.10.23 - 08:12
Die gehen scheinbar davon aus, dass dort Kilometergroße reine Gold und Platinbrocken herumschwirren, die man einfach nur einsammeln müsste.
Die Konzentration in Asteroiden dürfte geringer, aber mit Sicherheit im Schnitt nicht höher als auf der Erde sein. Gleiches Ausgangsmaterial bei der Entstehung des Sonnensystems.
Womit ein "vorkommenreicher" Asteroid immer noch nur ein paar Kilo enthalten dürfte.
Damit zersplittert sich der Bergbau auf eine gigantisches Raumgebiet, was es mit heutiger Technik irrelevant macht. -
Re: Was mir fehlt
Autor: voerden7 30.10.23 - 08:54
Auf der Erde hat eine Sortierung der Elemente gegeben, dass die schweren Elemente (Metalle) sich im Erdkern befinden und in der Erdkruste tendenziell leichtere Elemente sind.
Im Erdkern gibt es viel viel mehr Metalle als in allen Asteroiden zusammen, aber es ist für uns Menschen für alle Ewigkeiten unerreichbar.
Es gibt Asteroiden, die vom Planetenkollisionen in der Frühzeit dieses Sonnensystem herkommen und Bruchstücke von Erdkerne sind und der Zusammensetzung dem Erdkern ähneln.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.23 09:04 durch voerden7. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Makatu 30.10.23 - 08:58
> Damit zersplittert sich der Bergbau auf eine gigantisches Raumgebiet,
> was es mit heutiger Technik irrelevant macht.
Das sehe ich auch so. Sobald da ernsthafte Bergbau-Tätigkeiten erforderlich sind, braucht man entsprechendes Personal und Ressourcen vor Ort. Und wenn die Konzentration der wertvollen Metalle gering ist, muss man das Erz entweder vor Ort verhütten oder zur Erde transportieren. Selbst bei Platin dürfte sich das nicht lohnen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.23 09:00 durch Makatu. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Sharra 30.10.23 - 09:08
Das mag sein.
Einer unter wie vielen Millionen? Die fliegen jetzt auch nicht nach Material sortiert im Kuiper Belt herum. Wir reden hier von einer Region unseren Sonnensystems mit dem Milliardenfachen der Oberfläche der Erde.
Und während man auf der Erde inzwischen sagen kann, wo mit einiger Wahrscheinlichkeit andere Materialen vorkommen, weil man das die Zusammensetzung der Region kennt, ist das bei Asteroiden komplett unvorhersehbar.
Aber nehmen wir einfach mal an, es wäre möglich das Zeug im großen Maßstab zu finden und abzubauen. Dann kommt ein Frachter im Orbit mit mehren Kilotonnen Gold an.
Tschüss Goldpreis. -
Re: Was mir fehlt
Autor: theFiend 30.10.23 - 09:16
Sharra schrieb:
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> Die gehen scheinbar davon aus, dass dort Kilometergroße reine Gold und
> Platinbrocken herumschwirren, die man einfach nur einsammeln müsste.
Woraus interpretierst du das? -
Re: Was mir fehlt
Autor: Nuvo82 30.10.23 - 09:19
Sharra schrieb:
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>
> Aber nehmen wir einfach mal an, es wäre möglich das Zeug im großen Maßstab
> zu finden und abzubauen. Dann kommt ein Frachter im Orbit mit mehren
> Kilotonnen Gold an.
> Tschüss Goldpreis.
Und wenn er auf die Erde stürzt: Tschüss New York. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Katsuragi 30.10.23 - 09:32
Nuvo82 schrieb:
> > Tschüss Goldpreis.
> Und wenn er auf die Erde stürzt: Tschüss New York.
keine Angst Ihr beiden: beides ist total unrealistisch.
Das Delta-V für mehrere Kilotonnen Masse aus dem Asteroidengürtel zu uns so gewaltig, dass allein der nötige Treibstoff mehr als das Edelmetall kostet. Man muss den Treibstoff ja auch erst einmal dorthin bringen, um dann damit den Asteroiden zurück zu bringen (Raketengleichung...). Da müssten die Preise auf der Erde schon gewaltig steigen, und die Raketenpreise absurd fallen, damit sich das lohnt. Und dann, ganz richtig, geht der Preis wegen Überangebots in den Keller. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Makatu 30.10.23 - 09:36
Sharra schrieb:
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> Einer unter wie vielen Millionen? Die fliegen jetzt auch nicht nach
> Material sortiert im Kuiper Belt herum.
Den Kuipergürtel kannst du eh vergessen. Da ist ein Raumschiff mindestens 30 Jahre hin und zurück unterwegs. Dafür findest du keine menschliche Besatzung, weshalb ein Abbau nur vollautomatisch möglich wäre. Hinzukommt der Treibstoff, der für den Rücktransport benötigt wird. Irgendwie muss man die "Kilotonnen" ja auf Geschwindigkeit bringen und am Ende wieder abbremsen. Wir reden hier von ca. 60.000 km/h. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Nuvo82 30.10.23 - 09:37
Kann man sich den Treibstoff für den Rücktransport nicht auch erst dort schnappen?
Oder eine Art feste Station errichten, mit der man das dann Richtung Erde schubbst und dort wieder einfängt?
Steht da was in der Studie?
Bin nicht interessiert genug um die deswegen ganz zu lesen ;-) -
Re: Was mir fehlt
Autor: PlanNine 30.10.23 - 09:54
Nuvo82 schrieb:
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> Kann man sich den Treibstoff für den Rücktransport nicht auch erst dort
> schnappen?
> Oder eine Art feste Station errichten, mit der man das dann Richtung Erde
> schubbst und dort wieder einfängt?
>
> Steht da was in der Studie?
> Bin nicht interessiert genug um die deswegen ganz zu lesen ;-)
Lesen kann schlau machen. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Nuvo82 30.10.23 - 09:57
PlanNine schrieb:
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>
> Lesen kann schlau machen.
Klar, aber es bedarf einer Priorisierung des Lesestoffes, da die eigene Zeit endlich ist. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Makatu 30.10.23 - 10:00
Katsuragi schrieb:
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> Das Delta-V für mehrere Kilotonnen Masse aus dem Asteroidengürtel zu uns so
> gewaltig, dass allein der nötige Treibstoff mehr als das Edelmetall kostet.
> Man muss den Treibstoff ja auch erst einmal dorthin bringen, um dann damit
> den Asteroiden zurück zu bringen (Raketengleichung...).
Ich habe gerade mal den Bing Copilot gefragt, wieviel gängigen Treibstoff man, benötigt, um 'nur' 1000 t Nutzlast von 0 auf 60.000 km/h zu beschleunigen (notwendig um 50 AE in 15 Jahren zurückzulegen). Der hat auch was von Tsiolkovsky-Raketengleichung gemurmelt und 272.000 t Treibstoff berechnet. Das ist ein ziemliches Missverhältnis. ;-) -
Re: Was mir fehlt
Autor: unbuntu 30.10.23 - 10:18
Naja es lohnt sich halt nur, wenn man weiß was und wieviel man wo findet. Und das tut man halt nicht. Ich halte das auch nicht für sinnvoll, Milliarden für Raketenstarts, Bergbau, Rückflug und Landung auszugeben, wenn man dann mit drei Kilo Gold zurückkommt. Wie soll die Landung überhaupt aussehen? Das ist ja dann keine Kapsel mit drei Leuten drin oder ne Art Flugzeug, das man schön landen kann.
Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe.
- Albert Einstein -
Asteroidenmaterial sollte man auf der Erde abbauen!
Autor: Lehmmanbnhb 30.10.23 - 11:17
Makatu schrieb:
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> Sharra schrieb:
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> > Einer unter wie vielen Millionen? Die fliegen jetzt auch nicht nach
> > Material sortiert im Kuiper Belt herum.
>
> Den Kuipergürtel kannst du eh vergessen. Da ist ein Raumschiff mindestens
> 30 Jahre hin und zurück unterwegs. Dafür findest du keine menschliche
> Besatzung, weshalb ein Abbau nur vollautomatisch möglich wäre. Hinzukommt
> der Treibstoff, der für den Rücktransport benötigt wird. Irgendwie muss man
> die "Kilotonnen" ja auf Geschwindigkeit bringen und am Ende wieder
> abbremsen. Wir reden hier von ca. 60.000 km/h.
Ich sehe nur eine praktikable Möglichkeit:
Sich einen Asteroiden mittlerer Größe (bis ca. 100.000 Tonnen) suchen, der der Erde sowieso sehr nahe kommen würde, und den dann mit einer minimalen Bahnkorrektur so ablenken, daß er in dreissig jahren in eine "Landezone" im flachen Wasser vor der Antarktis fällt. Dort kann man die Fragmente dann normal abbauen.
Viel Spass aber beim Versuch, diesen Plan dem Wahlbürger schmackhaft zu machen ;-)
Realistischerweise kann der Plan frühestens dann umgesetzt werden, wenn das Risiko dadurch wesentlich gemindert wurde, daß sich in den USA das metrische System durchgesetzt hat ;-) -
Re: Was mir fehlt
Autor: theFiend 30.10.23 - 11:21
unbuntu schrieb:
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> Naja es lohnt sich halt nur, wenn man weiß was und wieviel man wo findet.
> Und das tut man halt nicht.
Natürlich untersucht man potentielle Asterioden BEVOR man da mit Bergbaumaßnahmen anrückt. Macht Probebohrungen, so wie man auch jetzt schon teilweise Asterioden untersucht...
> Milliarden für Raketenstarts, Bergbau, Rückflug und Landung auszugeben,
> wenn man dann mit drei Kilo Gold zurückkommt. Wie soll die Landung
> überhaupt aussehen? Das ist ja dann keine Kapsel mit drei Leuten drin oder
> ne Art Flugzeug, das man schön landen kann.
Generell macht das alles nur innerhalb des Alls sinn. Also der Bergbau findet mit Robotern/Mechanismen statt, und die Verarbeitung im Orbit. Der Transportaufwand ist dann relativ überschaubar. -
Re: Was mir fehlt
Autor: theFiend 30.10.23 - 11:24
Muss jetzt aber mal sagen, das ich die Diskussion hier teilweise faszinierend finde. Ein Team aus Wissenschaftlern veröffentlicht ein Papier zur ökonomie dieses Vorgangs, schreibt darin unter welchen Bedingungen sich das lohnt, aber einige Foristen ziehen dann mal den Finger aus der Westentasche und wissen es ganz genau? ...
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Re: Was mir fehlt
Autor: Nuvo82 30.10.23 - 12:16
theFiend schrieb:
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> Muss jetzt aber mal sagen, das ich die Diskussion hier teilweise
> faszinierend finde. Ein Team aus Wissenschaftlern veröffentlicht ein Papier
> zur ökonomie dieses Vorgangs, schreibt darin unter welchen Bedingungen sich
> das lohnt, aber einige Foristen ziehen dann mal den Finger aus der
> Westentasche und wissen es ganz genau? ...
Ein paar dieser Eckdaten wären halt nett gewesen um einzuordnen ob es sich lohnt die Studie überhaupt im Detail zu lesen.
Wenn das in Richtung "in 30 Jahren sind die Metalle das 1000fache wert" geht, kann man es sich sparen. -
Re: Was mir fehlt
Autor: dbettac 30.10.23 - 12:51
Du gehst davon aus, dass das Produkt auf der Erde landen soll. Dass diese Art von Bergbau maximal für extrem seltene Sachen sinnvoll ist, weiß man aber schon seit Jahrzehnten.
Asteroidenbergbau ist nur für eine Verwertung im All sinnvoll. Sprich: Von der Erde startet etwas Anschubtechnik, und danach nur nur noch Menschen - die im Idealfall auch gleich oben bleiben. -
Re: Was mir fehlt
Autor: Makatu 30.10.23 - 12:55
theFiend schrieb:
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> Muss jetzt aber mal sagen, das ich die Diskussion hier teilweise
> faszinierend finde. Ein Team aus Wissenschaftlern veröffentlicht ein Papier
> zur ökonomie dieses Vorgangs, schreibt darin unter welchen Bedingungen sich
> das lohnt, aber einige Foristen ziehen dann mal den Finger aus der
> Westentasche und wissen es ganz genau? ...
Alle Autoren sind Wirtschaftswissenschaftler. Vielleicht hätten sie mal einen Physiker oder Raumfahrt-Ingenieur zu Rate ziehen sollen, um die praktische Machbarkeit und davon abgeleitet die ökonomische besser abschätzen zu können. -
Re: Was mir fehlt
Autor: MajorPainpoint 30.10.23 - 14:31
Ihr spielt spielt alle viel zu wenig SPACE ENGINEERS ...
sonst wüsstet ihr längst, dass es sich lohnt und wie man das genau angeht
;-)



