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Mehr technische Details

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  1. Mehr technische Details

    Autor: tg-- 22.09.16 - 03:48

    Die verfügbaren Informationen sind zwar spärlich, aber man kann daraus durchaus extrapolieren worum es wirklich geht.
    Die meisten Netzbetreiber entwickeln natürlich nicht selber brandneue Technik, sondern evaluieren meist zusammen mit Systemtechnikherstellern deren (neue) Produkte, so auch hier.

    Airgig ist vermutlich nur AT&Ts Marketingname für WiGig, ein existierendes Konsortium das genau solche Technik entwickelt, nämlich Funksysteme mit Millimeterwellen, hier im lizenzfreien 60 GHz Band.
    Möglicherweise ist es auch ein proprietäres Produkt in ähnlichem Rahmen bei breiteren Kanälen, das ändert aber nichts an folgenden Fakten.
    In diesen Wellenlängen ist die Freiraumdämpfung enorm, die Reichweiten sind also enorm niedrig.


    Nehmen wir also nun Masten für Freileitungen die in mindestens 50 m Abstand stehen:
    Die Freiraumdämpfung unter idealen Bedingungen (geringe Luftfeuchtigkeit, 20 Grad C) liegt bei etwa 20*log10(50)+20*log10(60.000.000.000)-147.55, also über 100 dB, Praxisrelevant eher 110 dB und mehr.
    Der Vorteil im 60 GHz Band ist ein geringer Noisefloor der Umgebung, damit kommt es in erster Linie auf den Empfänger an.
    Da man hier aber vermutlich mehrere Gigabit übertragen will sind die Kanäle recht breit, und damit das Rauschen der Empfänger relativ hoch, man braucht also einiges an Sendeleistung, im Regelfall deutlich mehr als bei ein paar Lasern für Glasfaserstrecken.
    Aktives Equipment braucht Strom, bei 110 kV Freileitungen kann man den nicht einfach abzapfen, muss also eigene Infrastruktur dafür aufbauen (bei 110 V Freileitungen ist das einfacher).
    Dazu kommt für den Aufbau und die Wartung eine nötige Abschaltung der Freileitung, die teuer ist.
    Dazu pro 50m/100m einen Transceiver für nicht unter ¤ 1000.

    Sollte die Idee sein im 60 GHz Band auch noch Endkunden zu Versorgen wird es völlig unrealistisch.
    Hier fallen nämlich noch die 25 dBi der Richtantenne weg und um Empfang überhaupt zu ermöglichen und den Noisefloor in Grenzen zu halten sind gerichtete Dachantennen auf Kundenseite nötig.

    Long Story Short:
    Ich halte es für äußerst unrealistisch, dass sich diese Technik und vor allem die Montagestandorte für ein Backbone eignen.
    Die Kosten sind enorm, die praktische Realisierbarkeit gering und Vorteile einer Mastmontage von Glasfaserkabeln für mich nicht ersichtlich.
    100m eines Kabels mit 100 Fasern und damit weit mehr Kapazität sind weitaus billiger als ein 60 GHz Transceiver mit Antenne.
    An Hand der sehr spärlichen Details seitens AT&T ist das meiner Meinung nach nichts weiter als eine typische Marketing-Feel-Good-Story eines Versuchsaufbau der praktisch keine Relevanz haben wird.

  2. Re: Mehr technische Details

    Autor: mainframe 22.09.16 - 08:40

    Ich hätte auch gedacht, dass es mehr Sinn macht, da noch eine Glasfaser Leitung dranzuhängen und alle paar km eine Verstärkerstation inkl. Travo.

    Die Endpunkte.. also Häuser etc. könnte man dann über die letzten 50-100m per 60GHz Richtdunk anbinden.

  3. Re: Mehr technische Details

    Autor: M.P. 22.09.16 - 09:34

    Naja, da in den USA oberirdische Strom-Hauszuführungen auch weit verbreitet sind, wäre es auch kein Problem, die letzten Meter auch per GF zu überbrücken...

  4. Re: Mehr technische Details

    Autor: tg-- 22.09.16 - 19:06

    mainframe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich hätte auch gedacht, dass es mehr Sinn macht, da noch eine Glasfaser
    > Leitung dranzuhängen und alle paar km eine Verstärkerstation inkl. Travo.

    Bei Glasfaser ist das gar nicht nötig. Mit der gleichen Leistung wie für eine Repeater-Station bei 60 GHz Funk kann man den Laser aus 50 km Entfernung speisen, und sogar noch per passiver optischer Auskopplung an Zwischenstationen für die Anbindung ausklinken (10 GPoN z.B.).

    > Die Endpunkte.. also Häuser etc. könnte man dann über die letzten 50-100m
    > per 60GHz Richtdunk anbinden.

    Selbst hier sehe ich keinen großen Sinn, denn wie von einem anderen Kommentator erwähnt sind in Ländern wo noch Niederspannung auf freistehenden Masten verlegt wird (USA und UK z.B.) auch die Häuser direkt per Freileitung vom Mast aus mit Strom versorgt worüber sich problemlos auch mit weniger laufenden und Investitionskosten Glasfaserkabel verlegen lassen.
    Passive Optische Netzwerke erlauben die Auskopplung pro Haushalt ohne aktive Technik und damit für minimalen finanziellen Aufwand.

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