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Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

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  1. Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: derdiedas 03.09.18 - 19:05

    denn die DSGVO kann mit Services aus außerhalb der USA nicht erfüllt werden- Punkt. Die dort herrschenden Gesetzen sind nicht gerade DSGVO Konform (Etwa die neue Diskussion um Hintertüren in Verschlüsselungen oder Patriot Act) und damit ist JEDE Auslagerung in Office 365, Azure und so weiter ein Klagegrund gegen ein Unternehmen.

    Und wie alle kennen möglichen Strafen nach DSGVO/GDPR - wer also meint auf Office365 zu setzen der sollte nochmal in Ruhe mit seinem Risk&Compliance Office sprechen, und mal Überlegen wer was davon hätte das man verklagt wird.

    Gruß DDD

  2. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: Geistesgegenwart 03.09.18 - 21:03

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > denn die DSGVO kann mit Services aus außerhalb der USA nicht erfüllt
    > werden- Punkt. Die dort herrschenden Gesetzen sind nicht gerade DSGVO
    > Konform (Etwa die neue Diskussion um Hintertüren in Verschlüsselungen oder
    > Patriot Act) und damit ist JEDE Auslagerung in Office 365, Azure und so
    > weiter ein Klagegrund gegen ein Unternehmen.
    >

    Die DSGVO ist nur Nebensache. Wir alle Erinnern uns, dass die Azure-Deutschland Cloud im Nachgang zum NSA Skandal vermarktet wurde, als jedem klar ist das Unternehmen mit Sitz in den USA via FISA dazu gezwungen werden können Daten rauszurücken und das nichtmal publik machen dürfen. DAS ist ein Grund dafür, die Daten so zu verarbeiten das US Unternehmen nicht daran beteiligt sind. Das wird mit Azure unter MS Kontrolle nun nicht mehr gehen.

    Juckt aber auch schon keinen Mehr, 5 Jahre nach Snowden boomen Azure, AWS und Co. auch in Europa.

  3. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: derdiedas 03.09.18 - 21:39

    Damals gab es aber auch keine Strafen - mit der DSGVO aber sind empfindliche einklagbare Strafe verbunden. Und eine ganze Armee an Rechtsverdrehern warten nur darauf Klagen zu dürfen - denn die werden ja nach dem Streitwert bezahlt (Als Klagender aber auch als Anwalt für den Beklagten) - sprich als Anwalt gewinnt man immer ;-)

    Und genau deshalb geht vielen Firmen aktuell der Popo auf Grundeis - einen Privatmenschen kann man mit einem Vergleich Billig abspeisen. Die Anwälte aber haben an einem Vergleich gar kein Interesse - die wollen durch alle Instanzen.

    GrußDDD

  4. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: kbot 03.09.18 - 22:59

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Damals gab es aber auch keine Strafen - mit der DSGVO aber sind
    > empfindliche einklagbare Strafe verbunden. Und eine ganze Armee an
    > Rechtsverdrehern warten nur darauf Klagen zu dürfen - denn die werden ja
    > nach dem Streitwert bezahlt (Als Klagender aber auch als Anwalt für den
    > Beklagten) - sprich als Anwalt gewinnt man immer ;-)

    Genau das ist eben nicht so. Die Strafen, die in der DSGVO eingeführt wurden, gehen an den Staat und nicht an den "Geschädigten".
    Es gelten immer noch "nur" die Möglichkeiten des Wettbewerbsrechts.

  5. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: IchBinFanboyVonMirSelbst 04.09.18 - 07:39

    Die Strafen gehen an den Staat. Das ist soweit schon richtig. Dennoch richtet sich das Anwaltshonorar des Verteidigers nach der Höhe der Strafen.

  6. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: hyperlord 04.09.18 - 07:46

    Die DSGVO verbietet doch nicht generell die Nutzung ausländischer Anbieter. Die Anbieter müssen halt das gleiche Datenschutzniveau erfüllen/zusichern. An der Stelle kommt dann das Privacy Shield ins Spiel.
    Der Cloud Act steht dem aus meiner Sicht entgegen, aber solange Privacy Shield nicht offiziell tot ist, müsste doch eine Zertifizierung reichen.

  7. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: ibsi 04.09.18 - 08:23

    Man kann Schadensersatz verlangen, so weit ich weiß, und das bekommt "man selbst"

  8. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: Werzi2001 04.09.18 - 08:27

    hyperlord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die DSGVO verbietet doch nicht generell die Nutzung ausländischer Anbieter.
    > Die Anbieter müssen halt das gleiche Datenschutzniveau erfüllen/zusichern.
    > An der Stelle kommt dann das Privacy Shield ins Spiel.

    Sehe ich auch so. Solange das Unternehmen im Ausland den Datenschutz vertraglich garantiert sollte es für das EU Unternehmen ausreichen.

    > Der Cloud Act steht dem aus meiner Sicht entgegen, aber solange Privacy
    > Shield nicht offiziell tot ist, müsste doch eine Zertifizierung reichen.

    Wo siehst du hier genau das Problem? Auch EU Unternehmen können von Gerichten (oder entsprechenden Institutionen) natürlich zur Herausgabe der Daten gezwungen werden. Gut die Tatsache, dass das US Unternehmen das nicht öffentlich machen darf ist evtl ein Unterschied. Aber wäre das in DE wirklich anders? Zumindest solange die Ermittlungen laufen dürfte sich das Unternehmen vermutlich auch nicht dazu äußern (Behinderung der Strafverfolgung).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.09.18 08:28 durch Werzi2001.

  9. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: elidor 04.09.18 - 08:52

    Kannst du, aber in Deutschland bekommst du nur so viel, wie du nachweislich durch diese Straftat verloren hast. Anders als in den USA, wo Schadenersatz gleichzeitig mit einer Strafe verbunden wird.

    Kannst du also nicht nachweisen, dass du konkret durch das Fehlverhalten des Unternehmens, das Azure nutzt, wegen der Nutzung von Azure Geld verloren hast, bekommst du auch nichts.

  10. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: elidor 04.09.18 - 08:54

    hyperlord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die DSGVO verbietet doch nicht generell die Nutzung ausländischer Anbieter.
    > Die Anbieter müssen halt das gleiche Datenschutzniveau erfüllen/zusichern.
    Genau, dann gibts den Sitz in Irland. Damit ist die DSGVO offiziell erfüllt, das Datenschutzniveau gleichzeitig aber lächerlich im Vergleich zu dem, was in Deutschland mit dem DSGVO gemeint ist, oder auch vorher schon geregelt war.

  11. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: \pub\bash0r 04.09.18 - 11:55

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man kann Schadensersatz verlangen, so weit ich weiß, und das bekommt "man
    > selbst"

    Dazu muss dir aber auch ein Schaden entstanden sein. Und den musst du erstmal nachweisen und beziffern können.

  12. Re: Na da werden dann einige Projekte "sterben"...

    Autor: derdiedas 04.09.18 - 17:18

    Der Anwalt bekommt aber immer Geld, wer den Schadensersatz oder die Strafgelder bekommt ist dem aber sowas von Wurscht. Und in Deutschland gibt es noch das nette Abmahnwesen - schon vergessen?

  13. Datenschutz? Inwiefern?

    Autor: Bouncy 06.09.18 - 16:22

    elidor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genau, dann gibts den Sitz in Irland. Damit ist die DSGVO offiziell
    > erfüllt, das Datenschutzniveau gleichzeitig aber lächerlich im Vergleich zu
    > dem, was in Deutschland mit dem DSGVO gemeint ist, oder auch vorher schon
    > geregelt war.
    Richtig, dem Gesetz wird Genüge getan.
    Aber Datenschutzniveau? Wen interessiert es denn überhaupt? Sein wir mal ganz ehrlich, das ist haltloses Gerede.
    - gegen geheimdienstliche Zugriffe ist niemand gefeit, niemals. Wenn Otto Normalfirma in deren Fadenkreuz gerät, bin ich als IT-Berater aber sowieso raus, das ist dann zu seltsam
    - Datendiebstahl und Industriespionage geht über Social Engineering sehr viel einfacher als über Einbruch in eine Cloud, was klassische Systemsicherheit angeht traue ich den Branchengrößen viel mehr zu als jedem IT-Dienstleister, aus praxisnaher Sicht (Preis\Leistung\Benutzerfreundlichkeit vs. Security) auch mich eingeschlossen
    - Verarbeitung durch Drittfirmen schließe ich nicht aus aber bezweifle ich, das passt schlicht nicht in ein Geschäftsmodell, das auf Vertrauen beruht und gleichzeitig heute schon alleine mit klassischen Bezahldiensten einen Milliardenumsatz generiert, obwohl nur ein Bruchteil des Marktes erschlossen ist. Ganz ohne Missbrauch werden die Anbieter einfach so mit Geld überschüttet, das ist - für mich - ein rundes, nachvollziehbares Geschäft


    Also was soll das Ganze? Die DSGVO ist gut und berechtigt, aber sobald mir einer einklagbar versichert sie einzuhalten, ist der Datenschutz in der Praxis erledigt...

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