-
Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: leMatin 14.08.23 - 10:33
Der überschüssige Strom landet doch sowieso im Netz...
-
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: MarcusK 14.08.23 - 10:37
leMatin schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Der überschüssige Strom landet doch sowieso im Netz...
weil das Netz kein kostenloser Speicher ist und die Stromkosten sich aus mehren Dingen zusammensetzen. Für den eingespeisten Strom müsstest du theoretisch übertragungsgebühren bezahlen.
Man kann also nicht 1:1 mit den bedarf gegenrechnen. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: Netzweltler 14.08.23 - 10:53
leMatin schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Der überschüssige Strom landet doch sowieso im Netz...
Neue Zähler weisen eingespeisten Strom gesondert aus. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: SUV-Hasser 14.08.23 - 11:15
Weil du damit dem Stromanbieter implizit Strom zu dem Preis verkaufst, den der Strom im Abschnitt wert ist - plus Netzgebühren, obwohl der überschussstrom im Schnitt weniger wert ist und Netzgebühren nicht gehandelt werden können (sie fallen bei jeder Nutzung des Stromnetzes an).
-
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: OMGle 14.08.23 - 16:31
leMatin schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Der überschüssige Strom landet doch sowieso im Netz...
Weil der Strompreis von der Tageszeit abhängt, und zwar, wenn die Sonne scheint, kostet der Strom etwa 8 Cent pro kWh, und abends, wenn die Sonne nicht mehr (so dolle) scheint, der Strom aber am meisten verbraucht wird, kostet er etwa 60 Cent pro kWh.
Übertragungskosten und Margen mal ausgenommen.
Du willst also deinen 8-Cent-Strom 1:1 gegen den 60-Cent-Strom tauschen. Das geht nur, wenn jemand die Differenz begleicht. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: WinnieW 14.08.23 - 17:05
Wenn das so abgerechnet werden sollte, also mit rückwärtsdrehenden Zählern, dann müsste die Berechnungsgrundlage geändert werden.
Der Strompreis pro kWh die ein Endverbraucher zahlt setzt sich derzeit hauptsächlich aus drei Komponenten zusammen:
1. Stromenergie
2. Netznutzungsentgelte
3. Steuern
Würde der Zähler rückwärts drehen dann würden Nutzer weder Steuern noch anteilig für die Netznutzung bezahlen.
Diese Anteile müssten dann aus den Verbrauchskosten herausgenommen werden und separat in Rechnung gestellt werden.
Der eigentl. el. Strom kostet wohl "nur" um die 10 bis 15 Cent/kWh, der Rest sind Netzentgelte und Steuern.
Und für eingespeisten el. Strom muss Netznutzungsgebühr bezahlt werden, es spielt da keine Rolle wer diesen einspeist. Und das ist bei rückwärtsdrehenden Zählern nicht der Fall.
Es werden spätestens bis Ende des Jahrzehnts alle Stromzähler in den dt. Haushalten modernisiert, und diese zählen die vom Verbraucher ins Netz eingespeisten kWh separat.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.08.23 17:11 durch WinnieW. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: lucky_luke81 14.08.23 - 18:15
WinnieW schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wenn das so abgerechnet werden sollte, also mit rückwärtsdrehenden Zählern,
> dann müsste die Berechnungsgrundlage geändert werden.
>
> Der Strompreis pro kWh die ein Endverbraucher zahlt setzt sich derzeit
> hauptsächlich aus drei Komponenten zusammen:
> 1. Stromenergie
> 2. Netznutzungsentgelte
> 3. Steuern
>
> Würde der Zähler rückwärts drehen dann würden Nutzer weder Steuern noch
> anteilig für die Netznutzung bezahlen.
> Diese Anteile müssten dann aus den Verbrauchskosten herausgenommen werden
> und separat in Rechnung gestellt werden.
>
> Der eigentl. el. Strom kostet wohl "nur" um die 10 bis 15 Cent/kWh, der
> Rest sind Netzentgelte und Steuern.
>
> Und für eingespeisten el. Strom muss Netznutzungsgebühr bezahlt werden, es
> spielt da keine Rolle wer diesen einspeist. Und das ist bei
> rückwärtsdrehenden Zählern nicht der Fall.
>
> Es werden spätestens bis Ende des Jahrzehnts alle Stromzähler in den dt.
> Haushalten modernisiert, und diese zählen die vom Verbraucher ins Netz
> eingespeisten kWh separat.
Das wird so nicht passieren, die aktuelle Regierung ändert das Gesetz wie es bereits in einigen europäischen Nachbarn aktiv ist.
Keine Rücklauf Sperre mehr.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.08.23 18:16 durch lucky_luke81. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: Muntermacher 14.08.23 - 18:46
WinnieW schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wenn das so abgerechnet werden sollte, also mit rückwärtsdrehenden Zählern,
> dann müsste die Berechnungsgrundlage geändert werden.
>
> Der Strompreis pro kWh die ein Endverbraucher zahlt setzt sich derzeit
> hauptsächlich aus drei Komponenten zusammen:
> 1. Stromenergie
> 2. Netznutzungsentgelte
> 3. Steuern
>
> Würde der Zähler rückwärts drehen dann würden Nutzer weder Steuern noch
> anteilig für die Netznutzung bezahlen.
> Diese Anteile müssten dann aus den Verbrauchskosten herausgenommen werden
> und separat in Rechnung gestellt werden.
>
> Der eigentl. el. Strom kostet wohl "nur" um die 10 bis 15 Cent/kWh, der
> Rest sind Netzentgelte und Steuern.
>
> Und für eingespeisten el. Strom muss Netznutzungsgebühr bezahlt werden, es
> spielt da keine Rolle wer diesen einspeist. Und das ist bei
> rückwärtsdrehenden Zählern nicht der Fall.
>
> Es werden spätestens bis Ende des Jahrzehnts alle Stromzähler in den dt.
> Haushalten modernisiert, und diese zählen die vom Verbraucher ins Netz
> eingespeisten kWh separat.
Also werden doppt Netzentgeld bezahlt? Ich habe nämlich etwa 100¤ jährlich davon auf meiner Stromrechnung, zuzüglich Märchensteuerbund Szrompreis..... -
Re: Neue Zähler
Autor: stefan@stefanfrings.de 14.08.23 - 18:57
Laut Artikel tun die meisten "neuen" Zähler das eben nicht.
Da frage ich mich, wer denn da geschlafen und weg geschaut hat, als vor wenigen Jahren überall die mechanischen Zähler durch elektronische ersetzt wurden. -
Re: Neue Zähler
Autor: thrust26 14.08.23 - 19:04
stefan@stefanfrings.de schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Laut Artikel tun die meisten "neuen" Zähler das eben nicht.
>
> Da frage ich mich, wer denn da geschlafen und weg geschaut hat, als vor
> wenigen Jahren überall die mechanischen Zähler durch elektronische ersetzt
> wurden.
Das fragst du nach 16 Jahren Merkel-Regierungen? Ernsthaft? -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: donadi 14.08.23 - 19:39
lucky_luke81 schrieb:
----------------------------------------------------------
>
> Das wird so nicht passieren, die aktuelle Regierung ändert das Gesetz wie
> es bereits in einigen europäischen Nachbarn aktiv ist.
> Keine Rücklauf Sperre mehr.
Quelle? Kleiner Tip: Du hast das falsch verstanden. Du darfst dein BKW in Betrieb nehmen, auf wenn du einen Ferrais Zähler hast. Braucht dein Messtellenbetreiber ein Jahr um dir den elektronischen Zähler einzubauen, ist das dann sein Problem und nicht deins. Aber Fakt ist, nach der Anmeldung des BKW wirst du einen elektronischen Zähler bekommen. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: bonopc 14.08.23 - 20:46
Weil dann jede kWh mit 30 oder 40 Cent oder was auch immer dein Tarif wäre, vom Steuerzahler subventioniert werden würde. Das wäre kompletter Wahnsinn und würde Milliarden kosten. Schon jetzt ist die PV-Förderung mit 13,2 Cent eigentlich viel zu hoch, wenn man sie mit den Marktpreisen vergleicht, die teilweise unter 0 sind.
Edit:
Noch ein Problem - bei einem rückwärts laufenden Zähler würden sich dann alle Einspeiser in einen hochpreisigen Stromtarif optimieren, damit sie mehr Förderung rausbekommen. Also auch noch ein komplett falscher Anreiz auf dem Strommarkt.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.08.23 20:47 durch bonopc. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: WinnieW 14.08.23 - 21:35
Keine Ahnung welcher Anteil genau an wen geht. Jedoch werden die Betreiber der Stromnetze nicht komplett aus der Grundgebühr der Endkunden finanziert.
-
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: NaruHina 14.08.23 - 21:38
korrekt man zahlt den netzanschluss für einspeisung oder verbrauch seperat.
da es unterschiedliche netz richtungen sind. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: Casio 15.08.23 - 07:20
Man könnte das relativ einfach und unbürokratisch lösen.
1. BKW müssen angemeldet werden (Check)
2. Zwei Richtungszähler sind für die Anmeldung Pflicht (Check)
3. jährliche Meldung der Zählerstände (Check)
3. am Ende des Jahres wird die eingespeiste Menge mit einem Betrag x pro kWh vergütet (über den Stromanbieter)
4. Steuerbefreiung für diese Summe, da es sich um einen Kleinstbetrag unter 100¤ handelt oder alternativ pauschal Besteuerung. Ggf. Begrenzung auf maximal 800kWh pro Jahr
Das x kann man entweder politisch festlegen, z.B. auf Höhe der Solarstromvergütung oder ermittelt es Marktgerecht. Hierfür könnte man den durchschnittlichen Börsen Strompreis zu „Tagzeiten“ des vergangenen Jahres zugrunde legen.
Vorteile:
Wenig Aufwand, keine Angriffsfläche mehr für „verschenkter Strom“ Diskussionen, Anreiz für Anmeldung -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: NaruHina 15.08.23 - 07:23
Geht ja heute schon alles, du bekommst 6cebt pro kwh, wenn da nen 2 richtubgs Zähler steht.
Steht auch so im Golem artikel, das Ding ist nur ob es sich für die 20¤ im Jahr überhaupt lohnt den Aufwand zu betreiben. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: Casio 15.08.23 - 07:32
Aber dann bist Du auch beim Thema, status Quo bei Einspeisung:
-Elektriker Pflicht
- steuerliche Themen
- Umrüstung auf zwei Wege Zähler ist (zumindest hier) kostenpflichtig, wenn man Einspeisevergütung wählt
- zusätzliche Bürokratie bei Anmeldung und Betrieb
—-> lohnt sich nicht für die paar EUR
Deshalb unbürokratische Lösung schaffen, die auf der bestehenden Ausgangslage aufbaut -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: Denk3xNach 15.08.23 - 09:51
In D wegen der Bürokratie nicht möglich aber in den Niederlanden seit Jahren Gang und gäbe…
So dürfen beispielsweise in den Niederlanden Balkonkraftwerke einfach an Zähler angeschlossen werden, die rückwärts laufen können, wenn der selbsterzeugte Solarstrom unverbraucht ins Netz des örtlichen Betreibers eingespeist wird. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: CyberAI 15.08.23 - 13:28
Na immerhin soll dafuer ab 2024 ein Übergangslösung inkraft treten. Damit wäre das für 4 Monate erlaubt und solange hat der Messstellenbetreiber Zeit den Zähler zu tauschen. Und die elektronischen Zähler sollen ja sowieso auf Dauer überall eingebaut werden.
www(dot)golem(dot)de/news/gesetzentwurf-zu-balkonkraftwerken-zaehler-duerfen-mehrere-monate-lang-zurueckdrehen-2306-175297.html
(Das Golem nicht einmal Links auf die eigene Seite erlaubt...)
Warum es eine solche Regelung nicht seit Jahren gibt, musst du dann die Regierungen der letzten Jahre fragen. -
Re: Warum genau dürfen Zähler nicht einfach rückwärts laufen?
Autor: SVEN.L.MI 15.08.23 - 13:46
leMatin schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Der überschüssige Strom landet doch sowieso im Netz...
Weil man sonst hier in DE die ganze Subvention, Förderungs- und Kosten-umlagen-maschinerie durcheinanderbringen würde.
Anders ausgedrückt, man darf in einem so regulierten Land keine einfachen Lösungen mehr anstreben.
Siehe Holland würde gehen, aber dafür müsste man in DE mal massiv den Strommarkt umbauen.



