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Es tut sich ja immerhin was
Autor: Bob_Youser 20.02.24 - 10:42
Vor ein paar Jahren wurde noch darüber diskutiert, ob das mit den Balkonsolaranlagen überhaupt geht und zulässig ist. Hier wurden die Bedenkenträger ("wer haftet!?") mittlerweile zum Glück links liegen gelassen, weil viele Leute so viele Fakten geschaffen haben, dass es jetzt darum geht, die überkomplexe Rechtslage in Deutschland an die Fakten anzupassen.
So wirds in Zukunft auch mit der dämlichen 800W-Grenze laufen.
In Deutschland gehen solche Entwicklung leider nur in vielen langsamen kleinen Schritten vorwärts. Ein großer Wurf ist einfach in unserer überregulierten Bedenkenträgergesellschaft, mit unseren Parteien und dem Juristenheer in den Verwaltungen nicht mehr möglich. Egal wie sinnvoll, notwendig, gewollt und dringlich gute Sachen sind. Es geht nur in kleinen Schritten gegen Widerstand.
Aber immerhin passiert was. -
Re: Es tut sich ja immerhin was
Autor: Muhaha 20.02.24 - 10:49
Bob_Youser schrieb:
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> In Deutschland gehen solche Entwicklung leider nur in vielen langsamen
> kleinen Schritten vorwärts.
Das ist überall so, wo es keine diktatorische Regimes gibt, die eine Sache einfach mit Gewalt durchdrücken.
Speziell das deutsche Problem in dem Kontext war ja nicht, dass Dinge nur langsam voranschreiten, sondern das viel zu lange GAR NICHTS passiert ist, bestimmte Entwicklungen gar nicht erst angestoßen und/oder aktiv blockiert wurden, weil russisches Gas doch so billig ist und Russland ganz bestimmt voll arg demokratisch wird, wenn man nur lange genug Handel mit korrupten Oligarchen treibt. -
Re: Es tut sich ja immerhin was
Autor: Bob_Youser 20.02.24 - 10:53
Naja. Bei manchen Themen ist aber halt auch einfach klar, dass es da letztlich drauf hinaus laufen wird, dass die Widerstände nach und nach abgebaut werden und es eben einen einigermaßen brauchbaren Rechtsrahmen geben wird. Zum einen, weil es in den anderen Ländern um uns herum auch klappt und weil die Leute ansonsten halt Guerilla-Anlagen bauen, was auch die Bedenkenträger nicht wollen.
Warum immer wieder Dinge in Deutschland nicht gehen sollen, die bei europäischen Nachbarn längst zufriedenstellend geregelt sind und wieso es in Deutschland immer wieder Sonderlocken braucht, ist wohl ein Geheimnis der Juristenzunft, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. -
Re: Es tut sich ja immerhin was
Autor: wannegoogle 24.02.24 - 00:00
Deutsche sind ängstlich und sie sind es kind of zu recht. Dass wir pro gefahrenem Kilometer weniger als halb so viele Verkehrstote wie die USA haben liegt natürlich an unseren 5 Mio. Zusatzregeln. Das selbe gilt für Erdbebenopfer und vermutlich auch für Verletzungen mit Strom (da finde ich keine zahlen.)
Aber wir reden hier von Gefahren mit Wahrscheinlichkeiten, für die es meist viele Menschenleben braucht um sie einmal zu erfahren. Systeme derartig sicher zu bekommen braucht halt obskure Maßnahmen. Wie oft habe ich hier Gelesesn: Wer schleißt denn ohne es besser zu wissen Herd Kochfeld und Waschmaschine an die gleiche, gesetzlich minimal dimensionierte, Phase wie die Solarzelle an? Und betreibt die dann auch noch auf allen Platten gleichzeitig ununterbrochen für 5 Stunden?! Ja äh, das ist die eine Hochzeit im alten Bauernhaus der Uroma wo die neue Küche hinterm bad eingebaut wurde mitten im Sommer. Wenn das jeder 100ste ein mal im Leben macht, sind das 20 Fälle pro tag in den Abendnachrichten.
Wir haben tausende Maßnahmen um den einen Amoklauf alle 2 Jahre zu verhindern.
Das heißt nicht, dass ich das gut heiße. Aber die krasse regulierung, die wir für elektrischen Strom haben, haben wir überall. Und absolut lächerlich, dass wir jetzt absolut all die Regeln, die wir für elektrischen Strom haben für Solaranlagen aussetzen. Und zwar nicht ein bisschen sonder völlig.*
Man braucht die nicht. Gibt genug Länder wo du zu hause machen darfst was du willst. Die sterben auch nicht alle mit 5 am elektrischen Schock. 99% der Leute sind intelligent genug selbst regeln aufzustellen. Das ist weit effizienter, weil auf die jeweiligen Umstände angepasst+ statt universell, das für alles sicher sein muss. Und für das 1% gibt es den Darwin award. Aber zuerst so zu tun als ob es das alles bräuchte (Inklusive Birne rein drehen nur vorm Elektriker) und dann für einen Anwendungszweck weg lassen weil eigentlich passiert ja eh nie was ist absoluter Humbug.
Aber ich glaube die Deutschen haben es Leid. Das 100 mal absichern hat ein Ende. Die Sonderregeln für Solarzellen sind erst der Anfang. Wenn es da funktioniert, kommt es eventuell auch bald für den Rest.
* Minimale Anzahl an Sicherungen zwischen Erzeuger zu verbraucher wird von 3 auf eine erniedrigt. Maximale dauerbelastung für die meisten Leitungen von 2kW auf 2,8kW. Absicherung per Erde oder Isolierung abgeschafft. (Die zusätzlichen aktiven Sicherungen sind getrennt geregelt und bleiben.)
+ Beispiel UK: Da sind Ringleitungen erlaubt. Deswegen hast du in jedem Stecker eine Sicherung, in Spanien haben sie überall FIs und dafür fehlen andere Sicherheiten...
5 mal bearbeitet, zuletzt am 24.02.24 00:12 durch wannegoogle.



