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Was ich nicht verstehe
Autor: Huggenknubbel 28.07.22 - 14:27
Weshalb wird so am Kunden/Markt vorbei entwickelt?
Wenn ich so etwas brauche, dann ja wohl um Comics, farbige Bücher/PDFs zu lesen und evtl zu markieren/kommentieren. Für alles andere ist ein E-ink Display nicht geeignet.
Dafür brauche ich definitiv kein Android. Das macht die ganze Softwaregeschichte nur unnötig komplex, veringert die Akkulaufzeit enorm und erhöht die Anforderungen an die Hardware etc.
Klar ist Android und die daraus resultierenden möglichkeiten ein nice to have, aber am Ende wird es nicht wirklich gebraucht und verteuert einfach das Produkt. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: stacker 28.07.22 - 14:37
Android wirkt auf den ersten Blick flexibel und ich dachte auch mal, dass solche Geräte praktisch wären. Gibt halt viele Apps für Android und es gibt auch Synchronisationsmöglichkeiten für jeden Geschmack. Man ist nicht an Clouddienste oder Shops des Herstellers gebunden. Nur leider läuft Android auf solchen Geräten halt eher mäßig und viele Apps, auch solche die nur Text anzeigen sollen, sind von der Bedienung auf eInk ein absolutes Desaster. Merkt man halt erst, wenn man so ein Gerät dann mal in der Hand hat.
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Re: Was ich nicht verstehe
Autor: Huggenknubbel 28.07.22 - 14:42
Prinzipiell würde das ach gehen. Die Tolinos laufen ja auch alle mit einem Android unterbau. Allerdings sind diese immer langsamer als die baugleichen Kobo ebook reader. (ich bin zugegebenermaßen ein Kobo reader Fan)
Wenn man allerdings bedenkt, das auf dem Tolino quasi nichts mehr von Android sichtbar ist, damit auch nicht geworben wird, und das Android hart auf die Reader angepasst wurde, glaube ich nicht das hier soviel arbeit in das OS gesteckt wird. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: Hanyoelo 28.07.22 - 14:56
Huggenknubbel schrieb:
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> Weshalb wird so am Kunden/Markt vorbei entwickelt?
> Wenn ich so etwas brauche, dann ja wohl um Comics, farbige Bücher/PDFs zu
> lesen und evtl zu markieren/kommentieren. Für alles andere ist ein E-ink
> Display nicht geeignet.
> Dafür brauche ich definitiv kein Android. Das macht die ganze
> Softwaregeschichte nur unnötig komplex, veringert die Akkulaufzeit enorm
> und erhöht die Anforderungen an die Hardware etc.
> Klar ist Android und die daraus resultierenden möglichkeiten ein nice to
> have, aber am Ende wird es nicht wirklich gebraucht und verteuert einfach
> das Produkt.
Android drauf zu packen ist halt viel einfacher und günstiger als was eigenes zu Entwickeln und gleichzeitig hat man damit alle Anwendungsgebiete und nischen mit abgedeckt.
Klar kannst du auch simpel Software drauf packen die Pdfs öffnen kann und das den Nutzern selbst überlassen. Damit läuft man aber halt an der Realität vieler Nutzer (und mir) vorbei. Ich erwarte nunmal das ich meine Ebook Apps meiner Wahl einfach runterladen kann und hab die Bücher nicht alle offline gespeichert. Das gleiche für Nachrichten, Internetbrowser, Manga und Comic Apss etc.. Das meiste was man konsomiert sind nunmal irgendwelche Internetabhängigen anwendungen und ich hab keine Lust mir extra die ganzen Datein manuell runterzuladen (wenn das überhaupt geht). Ohne Android und google Play support bin ich und viele andere nunmal raus. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: goggi 28.07.22 - 15:25
Sei froh, ich habe einen Tolino und es ist ein ausgemachtes Müll-Ökosystem. Die "Cloud" ist unglaublich schlecht gemacht und das Gerät an sich ist träge und eine Lesefunktion so performant wie beim Kindl seit Jahren im Beta-Modus.
Würde ich nicht wieder kaufen. Mal abgesehen das der Token aller paar Monate vergessen wird und man sich neu anmelden muss.
Funfact: Raubkopie ePubs da drauf zu speichern, geht innerhlab von 30s. Das Kaufen im Shop ist immer eine Tortur. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: Huggenknubbel 28.07.22 - 16:04
Hanyoelo schrieb:
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> Android drauf zu packen ist halt viel einfacher und günstiger als was
> eigenes zu Entwickeln und gleichzeitig hat man damit alle Anwendungsgebiete
> und nischen mit abgedeckt.
Klar ist es Teurer ein Linux anzupassen und eine kleine Anwendung zu schreiben die PDFs und ebooks lesen kann, aber ich spare unmengen an Hardware uns am ende auch Strom. Die müssen da einen 4.000mAh Akku reinpacken und schaffen damit gerade mal 20h. Sowas schaffe ich PDF Lesend auch locker mit meinem Smartphone. Mal von dem Zusätzlichen Gewicht abgesehen, das beim Lesen super Störend ist.
Hanyoelo schrieb:
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> Klar kannst du auch simpel Software drauf packen die Pdfs öffnen kann und
> das den Nutzern selbst überlassen. Damit läuft man aber halt an der
> Realität vieler Nutzer (und mir) vorbei. Ich erwarte nunmal das ich meine
> Ebook Apps meiner Wahl einfach runterladen kann und hab die Bücher nicht
> alle offline gespeichert. Das gleiche für Nachrichten, Internetbrowser,
> Manga und Comic Apss etc.. Das meiste was man konsomiert sind nunmal
> irgendwelche Internetabhängigen anwendungen und ich hab keine Lust mir
> extra die ganzen Datein manuell runterzuladen (wenn das überhaupt geht).
> Ohne Android und google Play support bin ich und viele andere nunmal raus.
Warum muss ich unbedingt die app da drauf laufen lassen müsse, nur weil ich mich einmal daran gewöhnt habe? Und PDFs und ebooks sind super klein. bei 16 GB Speicher kann ich darauf tausende dateien packen. Notfalls kann man ja immernoch per Browser was runterladen, was auch jeder ebook reader kann.
ist nicht schön, aber zu mehr sind die e-ink Displays (aktuell) einfach nicht gemacht.
goggi schrieb:
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> Sei froh, ich habe einen Tolino und es ist ein ausgemachtes Müll-Ökosystem.
> Die "Cloud" ist unglaublich schlecht gemacht und das Gerät an sich ist
> träge und eine Lesefunktion so performant wie beim Kindl seit Jahren im
> Beta-Modus.
>
> Würde ich nicht wieder kaufen. Mal abgesehen das der Token aller paar
> Monate vergessen wird und man sich neu anmelden muss.
>
> Funfact: Raubkopie ePubs da drauf zu speichern, geht innerhlab von 30s. Das
> Kaufen im Shop ist immer eine Tortur.
Das einzige was mir beim Testen vom epos 2 aufgefallen ist (ich habe den Kobo Forma und der Epos2 ist baugleich), das beim umblättern eine Sperrzeit eingebaut ist, ich kann nur eine Seite Pro sekunde oder so umblättern, das umblättern selbst fühlt sich träger an als beim Kobo.
Der Kobo Shop ist eigentlich super und funktioniert bei mir hervorragend. Musste mich da bisher nie neu anmelden (habe den Forma jetzt ca 1,5 Jahre) und ansonsten hatte ich bis jetzt auch nie wirkliche Probleme mit dem Reader außer 1-2 abstürze nach denen er dann einen kurzen Reset brauchte. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: EDL 28.07.22 - 17:13
Warum sollte es denn teuer und schwieriger sein, eine schlanke Linux-Distribution zu nutzen oder zu erstellen und entsprechend notwendige Apps draufzupacken. Das machen eReader-Hersteller (wie bspw. Pocketbook) ja auch so und brechen sich damit sicherlich keinen ab. Eine Handvoll Entwickler sollten reichen.
Einfach so Android auf ein eigenentwickeltes Gerät zu packen, ist so trivial und schnell gemacht m.E. auch nicht. Gut, in Asien fummeln die solche Technik vermutlich aus ihren vorhandenen Budget-Smartphones und Tablets zusammen, aber dementsprechend gut und effizient laufen die Dinger dann auch ... ;) -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: Ely 28.07.22 - 18:49
Ich habe ein solches Gerät, ein Boox Nova 3 Color. Mit Android 10 und PlayStore. Ich nutze das Ding nur als Lesegerät, also als Kindle und um damit Magazine (z. B. GEO) zu lesen. Was mit farbigem eInk schon recht angenehm ist, weil‘s ohne Displaylicht geht. Man guckt also nicht in eine Lampe, sondern quasi aus Papier.
Und für die Magazine gibt es die entsprechenden Apps im Store. Also ist gerade für Color eInk Android nebst Store fundamental wichtig.
Wichtig: das kann man nicht mit LCD/OLED vergleichen. Die Darstellung der Farben ist nicht so knackig. Ich habe stets den sehr schnellen A2-Mode des Displays aktiv, womit sich die Anzahl der Farben nochmal reduziert, was die Farben dafür knackiger macht, aber mit Dithering kann die geringe Anzahl an Farben recht gut ausgeglichen werden. Besonders wenn die Darstellung (Sättigung, Kontrast, Helligkeit) richtig eingestellt sind. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: Jineapple 28.07.22 - 18:57
Android hat Vorteile und Nachteile. Natürlich bringt man viel mit was man auf einem eInk Tablet nicht braucht und könnte es ansonsten schlanker entwickeln. Aber es liefert halt auch viel Flexibilität und Anbindung.
Ich habe ein Onyx Boox Note Air, mit Android 10. Und damit kann ich dann z.B. meine Sync Anwendung laufen lassen damit Dateien vom Onyx ohne Umstände auf dem PC landen und gesichert sind. Geht bei anderen Anbietern nur umständlich oder auch teils gegen monatliche Kosten.
Einen Kalender habe ich auch drauf, der dann mit meinem Handy gesyncd ist.
Screensharing ist ein anderer großer Punkt. Ich kann so einfach meinen Screen an den PC senden und dort z.B. in einer Videokonferenz zeigen und live Skizzen machen, Dokumente annotieren usw. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: krafel 29.07.22 - 08:35
Vielleicht weil es Kunde wie mich gibt, für die das einfach super ist. Ich habe das Boox Nova Air2 und ich finde das ist das perfekte Tablet:
+ Ich lese gerne, bin Amazon-Prime-Kunde, will mich aber nicht auf Kindle festnageln lassen. Ich habe die Tolino-App installiert, mit der ich flüssiger blättern kann, als mit jeder Krüppelhardware von Tolino. Ich habe die Kindle-App installiert, die auf dem Teil extremst gut funktioniert. Ich habe die App meiner lokalen Tageszeitung installiert. Alles aus dem normaln google-play-store.
+ Ich habe keine Notizzettel mehr, mache alle handschriftlichen Notizen auf dem Tablet. All das synchronisiere ich automatisch via owncloud auf meinen PC, andere Android-Geräte und teile es bequem, z.B. per Email nach einem Meeting mit Kunden. -
Re: Was ich nicht verstehe
Autor: Trollversteher 29.07.22 - 13:30
>Warum sollte es denn teuer und schwieriger sein, eine schlanke Linux-Distribution zu nutzen oder zu erstellen und entsprechend notwendige Apps draufzupacken. Das machen eReader-Hersteller (wie bspw. Pocketbook) ja auch so und brechen sich damit sicherlich keinen ab. Eine Handvoll Entwickler sollten reichen.
Das fängt aber doch mit der Frage an, was "notwendige Apps" sind, und geht damit weiter, dass, wenn man auch Anbieter außerhalb des eigenen Ökosystems unterstützen will, diese erst mal dazu bringen müsste ihre Apps von Android auf natives Linux zu protieren - das ist doch genau der Punkt, den der Vorredner angeführt hat.



