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"Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: M.P. 28.08.23 - 10:10
Das Problem der schlecht gedämmten energiefressenden Häuser ist gelöst ;-)
> Wenn wir zwei bis drei Zentimeter in das Innere der Erde eindringen, sehen wir kaum Schwankungen von zwei bis drei Grad Celsius,
Zwei bis drei Zentimeter Matsch an die Häuser klatschen und erstarren lasen, und ohne Heizen schwankt die Temperatur in den Häusern nur noch um zwei bis drei Grad Celsius ;-) -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: Muhaha 28.08.23 - 10:40
M.P. schrieb:
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> Das Problem der schlecht gedämmten energiefressenden Häuser ist gelöst ;-)
>
> > Wenn wir zwei bis drei Zentimeter in das Innere der Erde eindringen,
> sehen wir kaum Schwankungen von zwei bis drei Grad Celsius,
>
> Zwei bis drei Zentimeter Matsch an die Häuser klatschen und erstarren
> lasen, und ohne Heizen schwankt die Temperatur in den Häusern nur noch um
> zwei bis drei Grad Celsius ;-)
Du weisst, dass Lehm klimatologisch sogar in unseren Breitengraden eines der besten Baumaterialien darstellt? Kühl im Sommer, warm im Winter. Häuser aus Lehm würden enorm beim Einsparen von Heizungskosten helfen und im Sommer müsste man auch nicht so viel Energie verwenden, um eine angenehme Kühle zu haben.
Vor allem im Zuge der aktuellen Klimaveränderungen werden wir mehr und mehr "Lehmhäuser" in Europa sehen, weil sie enorme Vorteile gegenüber herkömmlichen Baumaterialien haben. -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: M.P. 28.08.23 - 11:10
Ich weiß, dass Lehm einen positiven Einfluss auf das Raumklima hat, aber dass er ein besonders guter Isolator ist, war mir unbekannt...
Das gute Isolierverhalten kannst Du sicher auch mit Zahlen untermauern, und bitte keine Links zu esoterischen Internet-Seiten ...
Das hier habe ich gefunden:
https://www.zimmerei-langer.de/lehmbau.html
> Lehm speichert im Winter die Wärme, im Sommer die Kühle; eine 36 cm dicke Stampflehmwand hat einen u-Wert von zirka 0,26.
https://wendland-lehmbau.de/glossar/W/Waermedurchgangskoeffizient/
> Außenwand aus Porenbeton
> 36,5 cm 0,183–0,230
> 40 cm 0,163–0,210
> 50 cm 0,125–0,146
Lehm erreicht also etwa die Dämmwirkung von gleich dickem Porenbeton
Mit einer 3 cm Lehm - Schichtdicke wird man keine nennenswerte Dämmwirkung erzielen können... -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: gadthrawn 28.08.23 - 12:19
Der typische fränkische Bierkeller lebt von dem Prinzip, dass du ein Loch in einen Hügel gräbst. Drinnen ist dann Sommer wie Winter eine ähnliche Temperatur.
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: M.P. 28.08.23 - 12:39
Hat der typische fränkische Bierkeller nur zwei bis drei Zentimeter Erdüberdeckung?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.08.23 12:39 durch M.P.. -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: _2xs 28.08.23 - 13:00
M.P. schrieb:
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> Ich weiß, dass Lehm einen positiven Einfluss auf das Raumklima hat, aber
> dass er ein besonders guter Isolator ist, war mir unbekannt...
Auch frühere Bautechniken mit Lehm würde dem widersprechen. Dort wurde zwischen den Lehmschichten nochmal mit Stroh isoliert... -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: ovbspawn 28.08.23 - 13:11
Ich vermute mal einen Einheitenfhler ... bei 2-3 m würde das mit kaum Schwankung passen, aber nicht bei 2-3 cm.
Jetzt stellt sich noch die Frage ob das ein Übertragungsfehler war ^^ -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: M.P. 28.08.23 - 14:17
Hmm, zwei ... drei Meter Bohrung so kurz nach der Landung mit einem 25 kg Landegerät fertiggestellt zu haben, wäre schon respektabel .....
EDIT 25 kg habe ich wohl falsch aufgeschnappt Vollgetankt 1752 kg ...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.08.23 14:21 durch M.P.. -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: countzero 28.08.23 - 15:02
Also wenn man nur Schwankungen von 2-3 Grad im Temperaturunterschied zwischen ein paar cm Tiefe und der Oberfläche hat, heißt das dann nicht, dass die Erde eher schlecht isoliert, weil die Differenz schnell ausgeglichen wird?
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: ovbspawn 28.08.23 - 15:48
Wäre aber trotzdem ne ziemliche Leistung ;-)
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: gadthrawn 28.08.23 - 16:00
M.P. schrieb:
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> Hat der typische fränkische Bierkeller nur zwei bis drei Zentimeter
> Erdüberdeckung?
Nein, aber die Schicht Erde liegt auf weiterer Erde - die erhitzt oder kühlt nur langsam ab.
Selbst bei so was wie Sand... Fahr mal an eine Küste und grabe 30 cm tief. Selbst an heißen Tagen ist es da kalt (und meist matschig). Die nächsten 30 cm ändert sich dann nichts großartig an der Temperatur. Du hast halt die äußere Schicht eines riesigen Kühlkörpers angekratzt. -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: daTNT84 28.08.23 - 16:14
Rat mal was ich dieses Jahr gemacht habe. Alle Außenwände von innen mit Claytec Lehmklebe- und Armiermörtel beschmiert ;-)
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: muhzilla 28.08.23 - 20:35
Ich bin in einem Fachwerkhaus aufgewachsen, dessen Gefache mit Lehm und Stroh ausgekleidet waren. Zu Isolationszwecken. Ist jetzt kein Geheimwissen, sondern eine mindestens 130 Jahre alte Technik. Denn so alt ist das Haus ;)
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: gadthrawn 28.08.23 - 21:37
muhzilla schrieb:
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> Ich bin in einem Fachwerkhaus aufgewachsen, dessen Gefache mit Lehm und
> Stroh ausgekleidet waren. Zu Isolationszwecken. Ist jetzt kein
> Geheimwissen, sondern eine mindestens 130 Jahre alte Technik. Denn so alt
> ist das Haus ;)
Ne, das wurde gemacht, um zu sparen.
Fachwerk um 1900 hat grob einen U-Wert von 1,66.
Der U-Wert bezeichnet durchströmende Energie in Kelvin pro m².
Das heißt: Je weniger, desto besser.
1,66 entspricht uralten Vollziegeln in 36,5.
24 cm 70er Jahre Hohllochziegel haben schon einen U-Wert von 1,01.
Von der EnEV 2013 wurde ein U-Wert für Wände von 0,24 gefordert.
Und jetzt mal ganz blöd: Eine Spessart-Blockholzhaus mit 30cm kommt auf 0,16, ne 20cm Nadelholzwand 0,59.
Fachwerk statt Stein war sparen - Eichenholz war günstiger im Vergleich zu Steinen. Noch mal günstiger war dann das nicht vollflächig einzusetzen - Lehm und Stroh war das billigste was man nehmen konnte... -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: Katsuragi 28.08.23 - 21:52
gadthrawn schrieb:
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> Ne, das wurde gemacht, um zu sparen.
> Fachwerk um 1900 hat grob einen U-Wert von 1,66.
> Der U-Wert bezeichnet durchströmende Energie in Kelvin pro m².
> Das heißt: Je weniger, desto besser.
> 1,66 entspricht uralten Vollziegeln in 36,5.
> 24 cm 70er Jahre Hohllochziegel haben schon einen U-Wert von 1,01.
> Von der EnEV 2013 wurde ein U-Wert für Wände von 0,24 gefordert.
>
> Und jetzt mal ganz blöd: Eine Spessart-Blockholzhaus mit 30cm kommt auf
> 0,16, ne 20cm Nadelholzwand 0,59.
vielen Dank übrigens! Es ist immer schön in technischen Diskussionen auch mal harte Zahlen und darauf basierende Vergleiche zu lesen. -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: oleid 29.08.23 - 05:58
M.P. schrieb:
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> Ich weiß, dass Lehm einen positiven Einfluss auf das Raumklima hat, aber
> dass er ein besonders guter Isolator ist, war mir unbekannt...
>
> Das gute Isolierverhalten kannst Du sicher auch mit Zahlen untermauern, und
> bitte keine Links zu esoterischen Internet-Seiten ...
>
> Das hier habe ich gefunden:
>
> www.zimmerei-langer.de
> > Lehm speichert im Winter die Wärme, im Sommer die Kühle; eine 36 cm dicke
> Stampflehmwand hat einen u-Wert von zirka 0,26.
>
> wendland-lehmbau.de
>
> > Außenwand aus Porenbeton
> > 36,5 cm 0,183–0,230
> > 40 cm 0,163–0,210
> > 50 cm 0,125–0,146
>
> Lehm erreicht also etwa die Dämmwirkung von gleich dickem Porenbeton
>
> Mit einer 3 cm Lehm - Schichtdicke wird man keine nennenswerte Dämmwirkung
> erzielen können...
Die Werte für Lehmbau scheinen mir falsch zu sein.
Die schreiben was von einem U-Wert einer Stampflehmwand von 0,26. Aber was? Der Zahlenwert passt eher zu einer Wärmeleitfähigkeit ( W/mK).
Laut https://www.energie-fachberater.de/expertenrat/expertenrat-waermeschutz-lehm-1660313334.php
hat Lehm hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,3 bis 1,2 W/mK (je nach Qualität und Feuchtegehalt). Wenn wir uns jetzt mal großzügig erweisen und mit 0,26 W/mK rechnen, dann landen wir bei einer Wand der Dicke von 0,36m auf (0,26 W/mK / 0,36 =) 0,72 W/m²K.
Und das ist deutlich schlechter als Porenbeton. Und das, wenn man den besten Fall betrachtet.
Andere Seiten liefern übrigens deutlich schlechtere U-Werte für lehmwände, eher so um den oberen Wärmeleitfähigkeitsbereich. -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: oleid 29.08.23 - 06:12
Katsuragi schrieb:
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> [schön mal ] harte Zahlen und darauf basierende Vergleiche zu lesen.
Wenn dich das Thema interessiert schau dir mal diese Website an:
https://www.ubakus.de/u-wert-rechner/
Konto ist kostenlos. Damit kannst du dir Wände und Decken aus kombinieren Baustoffen zusammenzimmern und du bekommst dann eine Abschätzung des dämmwertes und der Feuchtebelastung:) -
Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: firstdeathmaker 29.08.23 - 08:04
Ichvermute, dass der Unterschied auch durch das fast Vakuum auf dem Mond zustande kommt. Da funktioniert die Oberfläche fast wie eine Thermosflasche.
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: ovbspawn 29.08.23 - 08:06
Das passt schon ... allerdings reichen da meines Wissens nach halt nich 2-3 cm ;-)
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Re: "Zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche"
Autor: unbuntu 29.08.23 - 15:42
Darf man auf dem Mond überhaupt von "Erdoberfläche" reden? ^^
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- Albert Einstein



