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Jetzt mal eine Vision!

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  1. Jetzt mal eine Vision!

    Autor: owe 30.11.21 - 02:52

    Hätten wir der Telekom historisch kartellrechtlich nicht untersagt, dass Koaxialkabelnetz der Post mit zu übernehmen, würde es heute nicht zwei getrennte große Hauptnetze geben: analoges Festnetz und Koaxialkabel. Wenn man jetzt mal halbwegs schlau und vorausschauend in ein paar Jahrzehnten die Hoffnung hat, dass wir uns vielleicht mal endlich ein Beispiel an Estland und Co. nehmen und eine einheitliche Glasfaserstruktur als Daseinsvorsorge betrachten, können wir über dieses Thema hier nochmal sprechen. Bis dahin werden uns die Internetkonzerne für solche Forderungen auslachen! Wir wollen Klimaschutz etc…bauen aber am laufenden Band parallel neue unabhängige Netzinfrastrukturen auf, welche vorwiegend privatwirtschaftlich organisiert sind. Als Offtopic-Beispiel mal die noch ausstehende Genehmigung von Nordstream II: Pipeline-Besitzer und -Betreiber (Gaslieferant Gazprom) dürfen kartellrechtlich nicht aus ein und derselben Gesellschaft bestehen. Klar habe ich verschiedene Netzinfrastrukturen in Konkurrenz als Pipelines, so dass die Monopolstellung an sich deutlich geringer ist, jedoch ist es keineswegs effektiv oder zielführend. Demnächst kommt die fiktive „Dorf-Gesellschaft-Glasfaser-Buxtehude“ und fordert Gebühren von Content-Providern. Die Forderung dürfte auch in Bezug Netzneutralität äußerst fragwürdig sein bzw. juristisch daran scheitern. Von daher kann man diese Forderung wieder einmotten und nochmal an dem grundsätzlichen Selbstverständnis arbeiten. Vielleicht sollte man sich den Unterschied zwischen Content- und Netz-Provider nochmal verdeutlichen. An dem Beispiel kann man nur wieder schön sehen, wie wir in der EU technisch und wirtschaftlich zeitlich hinterherhinken. Vielleicht wird die Dienstleistung vollkommen zurecht nicht Europa monetarisiert?!

  2. Re: Jetzt mal eine Vision!

    Autor: amagol 30.11.21 - 04:34

    owe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hätten wir der Telekom historisch kartellrechtlich nicht untersagt, dass
    > Koaxialkabelnetz der Post mit zu übernehmen, würde es heute nicht zwei
    > getrennte große Hauptnetze geben

    Haette Schwarz-Schilling uns in den 80ern nicht an die Kupferlobby verkauft hatten wir flaechendeckend seit den 90ern oder so Glasfaser.

    Dazu haette man auch damals kein allzu grosser Visionaer sein muessen. Bildtelefonie war auch schon mit ISDN vorgesehen und dass man dann mehr Bandbreite braucht als 128kbit/s (grade mit damaligen Codecs) recht offensichtlich. ISDN oder ATM haetten IP vielleicht sogar richtig Konkurrenz machen koennen.

    > Jetzt mal eine Vision!

    Wo denn?

  3. Re: Jetzt mal eine Vision!

    Autor: Brian Kernighan 30.11.21 - 07:04

    owe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > die Hoffnung hat, dass wir uns vielleicht mal endlich ein Beispiel an
    > Estland und Co. nehmen und eine einheitliche Glasfaserstruktur als
    > Daseinsvorsorge betrachten, können wir über dieses Thema hier nochmal
    > sprechen. Bis dahin werden uns die Internetkonzerne für solche Forderungen
    > auslachen!

    Glaubst du es geht um die letzte Meile? Ich denke eher es geht hier um die Infrastruktur zwischen den Knoten. Und da ist mehr Bandbreite irgendwann mal richtig teuer.

  4. Re: Jetzt mal eine Vision!

    Autor: voidyvoid 30.11.21 - 07:06

    Es war gut, dass wir damals noch kein Glasfaser gebaut haben. Alles altes Zeug, welches mittlerweile unbrauchbar ist und aus dem Netz fliegt (die Glafasern, welche damals doch verlegt wurden). Die Technik war einfach nicht so weit. Es gab auch noch keine Speednetpipes und nur Kabel mit 4-12 Fasern hauptsächlich. Die alten Fasern werden auch milchig und brüchig, die Dämpfung geht hoch und sie lassen sich kaum spleißen. Mittlerweile haben wir bessere Fasertypen, mal sehen, wie gut die noch in 20-30 Jahren sind. Die alten Kupferkabel funktionieren noch ohne Probleme.

  5. Re: Jetzt mal eine Vision!

    Autor: owe 30.11.21 - 23:31

    amagol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > owe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Hätten wir der Telekom historisch kartellrechtlich nicht untersagt, dass
    > > Koaxialkabelnetz der Post mit zu übernehmen, würde es heute nicht zwei
    > > getrennte große Hauptnetze geben
    >
    > Haette Schwarz-Schilling uns in den 80ern nicht an die Kupferlobby verkauft
    > hatten wir flaechendeckend seit den 90ern oder so Glasfaser.
    >
    > Dazu haette man auch damals kein allzu grosser Visionaer sein muessen.
    > Bildtelefonie war auch schon mit ISDN vorgesehen und dass man dann mehr
    > Bandbreite braucht als 128kbit/s (grade mit damaligen Codecs) recht
    > offensichtlich. ISDN oder ATM haetten IP vielleicht sogar richtig
    > Konkurrenz machen koennen.
    >
    > > Jetzt mal eine Vision!
    >
    > Wo denn?

    Um das nochmal für das allgemeine Verständnis zu erläutern: die Vision ist, dass es eine zentral finanzierte Netzinfrastruktur gibt, mit welcher alle Provider entsprechende Dienstleistungen anbieten können. Mal abgesehen davon, dass alle staatlichen zentral verwalteten Infrastrukturen maßlos ineffizient und schlecht organisiert sind, ist der Grundsatz richtig. Aber hieran sieht man schon, dass es ein sehr weiter Weg zu dieser Vision mit vielen Schritten ist. Welchen Sinn machen redundante Netz-Infrastrukturen? Irgendwo wird künstlicher Mangel durch zu wenig Investitionen erzeugt, woanders gute Qualität zu einem deutlich überhöhten Preis geliefert. Wo landet das Geld? Bei den Konzernen und zu einem Großteil in überteuerten Mobilfunk-Lizenzen beispielsweise. Da das Frequenzspektrum im Mobilfunk physikalisch beschränkt ist, ist technisch, juristisch und wirtschaftlich, dies die aller ungünstigste Art und Weise damit umzugehen, wie wir es aktuell tun. Weshalb braucht es Jahrzehnte, bis wir eine bundeseinheitliche „Autobahn GmbH“ erhalten? Wieso ist die Gründung wieder mit so vielen Problemen und Mehrkosten verbunden? Gibt es ein Beispiel, wo der Staat wirtschaftlich mit aktiv ist und sinnvoll wirtschaftet? Oder gibt es ein öffentliches Projekt, welches seinen Kostenrahmen einhält und den Fertigstellungszeitpunkt einhält? Das sind alles Bestandteile meiner Vision, in welcher zentrale Infrastrukturen sinnvoll und effizient gestaltet werden. Zudem steht der Klimawandel an und die „Ampel“-Koalition möchte so viele Dinge inhaltlich verbessern, dann fangt doch bitte mit den zentral planbaren Inhalten an. Über die Deutsche Bahn etc. muss ich jetzt nicht weiter äußern. Letztlich ist es nicht Aufgabe des Staates solche Projekte selbst umzusetzen, weil sie dann regelmäßig und zielstrebig scheitern. Der Staat sollte hierbei als reine logisch sinnvolle Regulierungsinstanz auftreten: bedeutet bei meinem obigen Beispiel: Mobilfunknetz-Infrastruktur-Regulierung durch z.B. Bundesnetzagentur ja, Versteigerung der Frequenzbereiche an privatwirtschaftliche Unternehmen nein. Stattdessen Gründung einer privatwirtschaftlichen Unternehmung durch den Staat, welche der Bundesnetzagentur untergeordnet ist und von mir aus, auch im vollständigen Eigentum dieser steht. Dort eine Eigentums-Zusammenführung aller Netzinfrastrukturen: Mobilfunk, Koaxialkabel, Kupferdraht und Glasfaser ggf. noch Satelliten (siehe Starlink). In diesem Szenario hat kein Provider mehr ein eigenes Netz. Das wird zentral über Mitgliedsgebühren und von mir aus Steuern bezuschusst. Da wir aktuell nicht großartig technologische Innovationen durch den falschen Wettbewerb der Netzinfrastrukturen erleben, kann man dieses Kriterium vernachlässigen. Zudem werden die Innovationen sowie irgendwo in Asien oder Amerika eingekauft, also unerheblich. Es muss nur gesetzlich festgelegt werden, dass die privatwirtschaftliche Unternehmung verpflichtet ist, immer den gängigen und aktuellsten Stand der Technik bereitzustellen. Diese Idee kann man gleich kontinental oder global denken. Ich glaube nicht, dass man in den nächsten Jahrzehnten komplett auf kabelgebundene Netzinfrastrukturen verzichten kann. Irgendwann sicherlich, aber bis dahin, kann man noch einen derartigen Ansatz verfolgen.

  6. Re: Jetzt mal eine Vision!

    Autor: TheBlueFire 01.12.21 - 02:58

    Lassen sie die Vision, dafür ist es zu spät. Jetzt wird es der Markt Regeln. Die kleinen Sterben werden konsolidiert und die Netz Agentur zwingt die Netz Miete auf moderate Preise, der Rest kommt von selbst.

  7. Re: Jetzt mal eine Vision!

    Autor: TheBlueFire 04.12.21 - 21:14

    Es geht nicht, weil schon zu viele Netze häufig im Backbone parallel existieren. Diese könnte man unmöglich zurückkaufen ohne den kompletten Staatshaushalt zu torpedieren. Alles andere wäre Kommunismus, Enteignung ohne Gegenleistung.

    Daher in unserer sozialen Marktwirtschaft nicht möglich.

    Es gibt mehrere gegeneinander ausgerichtete Infrastrukturen (in Konkurrenz), das ist in Stein gemeißelt. Es wird sich aber auch von alleine regeln, da niemand sein Geld verbrennt.
    Es ist gut so wie es ist und hängt am Kunden. Innerhalb der nächsten 5 Jahre werden die meisten schon einen Glasfaseranschluss angeboten bekommen haben.

    Viele wissen nur nicht was bei Ihnen vor der Haustür liegt. Erstmal meckern, anstatt den eigenen Anteil an Nachforschung tun. Feststellen ob man schon FTTH bestellen kann.
    Oft sind ja nicht mal die Links bekannt, wo man das machen kann.

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