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fürs coden?
Autor: oleid 21.05.23 - 13:16
Weiß jemand wie hoch die Latenz von Tastendruck bis Anzeige eines Zeichens ist? Wenn ich meine e-ink-Geräte als Maßgabe nehme, dann ist mein Eindruck, dass ein solches Display fürs coden nicht geeignet ist.
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Re: fürs coden?
Autor: JE 21.05.23 - 14:21
Ebook Reader sind aber eher wegen der übrigen Hard und Software langsam.
Mein uralter Sony Reader ist von der Eingabegeschwindigkeit immer noch schneller als ein neuer Tolino und so schnell wie ein normales Smartphone oder Tablet.
Die Tolinos waren dagegen jahrelang langsam und neigten zu Fehleingaben. Das scheint mit den neueren Geräten (oder Software) aber ok zu sein.
Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, daß es an der Bildschirmtechnologie liegt. -
Re: fürs coden?
Autor: captain_spaulding 21.05.23 - 14:43
Ich glaub schon, dass das geeignet ist. Schließlich kann man auf einem Remarkable 2 auch gut schreiben. Wäre perfekt um sein Home Office nach draußen zu verlegen.
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Re: fürs coden?
Autor: Nasenbaer 21.05.23 - 14:48
Ich hab ein Boox Note Air 2 (E-ink Android Tablet) als digitalen Notizblock im Einsatz. Darauf handschriftlich schreiben klappt ohne große Latenzen. Wenn das Display ähnlich schnell ist, dann sollte das passen.
Aber ist halt schwarz-weiß. Themes für Syntax-Highlighting arbeiten ja oft intensiv mit Farben. Dazu Markierungen am Scrollbalken um diverse Status anzuzeigen. Mehr als drei Grau-Schattierungen bekommt man vermutlich nicht gut auseinandergehalten. Und bei der Syntax nur mit Fett, kursiv und unterstreichen zu arbeiten ist sicher auch mit Kompromissen verbunden. -
Re: fürs coden?
Autor: captain_spaulding 21.05.23 - 18:50
In der Tat, ohne Farben ist es etwas doof. Aber wenn man mit einem normalen Display draußen sitzt, erkennt man wahrscheinlich noch weniger. Und das wäre der Use Case.
Was mich beim Boox Note Air 2 interessiert: Kann man da mit dem Browser eine Webseite anzeigen ohne dass es nach kurzer Zeit den Bildschirm "abschaltet"? -
Re: fürs coden?
Autor: Nasenbaer 21.05.23 - 19:43
Man kann verschiedene Glättungsmodi/Antialiasing je App einstellen, mit "ganz aus" kann man sogar Videos gucken. Ist natürlich sinnfrei aber normal scrollen und lesen auf einer Webseite geht schon. Aber wie gesagt nutze ich es als digitales Notizbuch.
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Re: fürs coden?
Autor: jothme 21.05.23 - 21:56
Nasenbaer schrieb:
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> Man kann verschiedene Glättungsmodi/Antialiasing je App einstellen, mit
> "ganz aus" kann man sogar Videos gucken. Ist natürlich sinnfrei aber normal
> scrollen und lesen auf einer Webseite geht schon.
Ich habe im Hinterkopf, dass so ein E-Ink-Display nur eine gewisse Anzahl "Bilder" / Rewrites packt, und dann kaputt geht.
Würde man die Haltbarkeit dann nicht tierisch beeinträchtigen, wenn man da Videos guckt oder scrollt?
Oder können die neuen Displays das ab? Wissensstand ist von vor zehn Jahren... -
Re: fürs coden?
Autor: pumphaus 21.05.23 - 22:58
Ich kann hier von meinem E-Ink Monitor mal berichten, den mir meine Firma wegen Augenproblematik gestellt hat. Ich benutze das Ding ca. 6 h/Tag fürs programmieren. Ist kein Dasung, sondern ein Onyx Mira Boox Pro, aber die Funktionsweise wird doch relativ ähnlich sein, nehme ich an.
Das Gerät besitzt im wesentlichen zwei Anzeigemodi: Volle Graustufenabdeckung und schwarz/weiß mit dithering um Graustufen nachzubilden. Die vollen Graustufen sind wie die eBook-Reader, die ich kenne: gestochen scharf, nett zu lesen, aber seeeehr langsam beim Update. Das kannst du auch beim Monitor nur fürs lesen gebrauchen. Wenn du aber Mal ein PDF offen hast, ist es sehr nett.
Für alles andere nimmt man den dithering Modus. Da gibt's dann noch andere Einstellungen fürs Fine-Tuning des dithering Algorithmus: Kontrast, Helligkeit, Genauigkeit. Umso gröber das ganze wird, desto schneller ist die potentielle refresh rate. Da muss man tatsächlich etwas mit rumspielen, um für sich passende settings zu finden.
Dann gibt's auch noch einen richtigen "Speed" Regler. Umso schneller die Geschwindigkeit hier, desto mehr Ghosting hat man auf dem Screen. Das muss man ebenfalls für sich einstellen.
Ja, man kann das ganze so schnell einstellen, dass man sogar Videos gucken kann. Texte will man so aber nicht lesen oder schreiben.
Syntax Highlighting hab ich mir mit verschiedenen Schriftstilen (fett, kursiv, Unterstichen,...) ganz passabel eingestellt. Es ist nicht so expressiv wie semantic Highlighting mit voller Farbpalette, aber brauchbar und definitiv besser als ohne highlighting.
Kurzum: ich finde das Teil cool und man kann es definitiv als daily driver zum Programmieren nehmen; wenn ich es wegen Augenproblematik nicht brauchen würde, würde ich es mir nicht kaufen. Dafür muss man doch zu viele Abstriche machen. -
Re: fürs coden?
Autor: captain_spaulding 21.05.23 - 23:01
War noch nie so glaube ich. Hab zumindest noch nie von Problemen gehört.
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Re: fürs coden?
Autor: captain_spaulding 21.05.23 - 23:08
pumphaus schrieb:
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> Kurzum: ich finde das Teil cool und man kann es definitiv als daily driver
> zum Programmieren nehmen; wenn ich es wegen Augenproblematik nicht brauchen
> würde, würde ich es mir nicht kaufen. Dafür muss man doch zu viele
> Abstriche machen.
Von Augenproblemen abgesehen: Es geht nicht darum, mit sowas einen normalen Monitor im Büro zu ersetzen. Das wäre natürlich Quatsch. Aber wenn man mal versucht hat, draußen in der Sonne zu arbeiten, der weiß, dass das mit einem normalen Monitor quasi unmöglich ist.



