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Ich vermute eher

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  1. Re: Ich vermute eher

    Autor: Indubio80 11.10.13 - 15:01

    booyakasha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Indubio80 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Liebe(r) booyakasha.
    > >
    > > In der Tat, Meinungsfreiheit ist eine wichtige Errungenschaft und als
    > > Grundrecht absolut unabdingbar. Deshalb habe ich mir die Freiheit
    > genommen,
    > > diese - wie Du sie nennst - allgemeine "Skepsis" meinerseits mal
    > kritisch
    > > zu hinterfragen. Man sollte die Grenze zwischen Skepsis und
    > Unterstellung
    > > im Blick behalten. Mangels anderweitiger Anhaltspunkte könnte man ja im
    > > Gegenentwurf zu der von Dir beschriebenen allgemeinen Skepsis zunächst
    > > einfach mal positiv auf eine solche Sache reagieren. Wenn sich dann
    > > Fehlentwicklungen zeigen, kann (und sollte) man immernoch Kritik üben.
    > > Dieses Mahnen im Voraus - ohne konkreten Anlass - finde ich schade. Die
    > > dahinter stehende Grundhaltung zieht sich mittlerweile quer durch die
    > > Gesellschaft. Das Elektroauto wird entwickelt und in Deutschland rätselt
    > > man auf höchstem Niveau darüber, wie die Verkehrssicherheit trotz der
    > dann
    > > nicht mehr vorhandenen Motorgeräusche gewährleistet werden kann. Das ist
    > in
    > > der Tat eine wichtige Frage. Da können solch nebensächliche Dinge wie
    > > saubere Luft und geringere Lärmbelästigung in Städten natürlich leicht
    > in
    > > den Hintergrund treten. Nur ein weiteres Beispiel.
    >
    > Und genau dieses Rätseln oder wie ich es nenne: "Denken" hilft Gefahren
    > vorzeitig zu erkennen.
    > Ein Gegenbeispiel: In einem Land wie den USA werden Entscheide voreilig und
    > oftmals durch den Lobbyismus geprägt gefällt. So wird dort auch seit Jahren
    > das weltweit umstrittene Fracking-Verfahren eingesetzt um nach Erdöl bzw
    > Erdgas zu pumpen.
    > In einem Land wie der Schweiz, wo alle Entscheide zig mal besprochen
    > werden, ehe sie der öffentlichkeit vorgestellt werden und dann womöglich
    > noch darüber abgestimmt werden kann, wäre so ein Verfahren nicht so leicht
    > umsetzbar.
    > Natürlich ist nicht jede Kritik konstruktiv, doch manchmal hilft es keine
    > voreiligen Entscheide zu fällen.
    >
    > Ein anderes Beispiel:
    > Ein Student möchte dem Land Kamerun etwas gutes tun und sammelt in
    > Deutschland alte Fahrräder, richtet sie etwas her und sammelt Geld um die
    > Räder nach Kamerun zu schicken. In Kamerun Steigen die Leute auf die neuen
    > Drahtesel, beladen sie mit allerlei und bereits nach wenigen Tagen brechen
    > einige Alu-Ramen (da zu wenig stabil), nach weiteren Tagen verdrecken
    > Scheibenbremsen und nach einigen Wochen verrosten Kugellager. Was gut
    > gemeint war, das hat nichts gebracht, denn der Kameruner hat weder die
    > Werkzeuge noch die Ersatzteile um diese teilweisen Aluminum-Räder zu
    > raparieren.
    >
    > Klar klingt es gut einem Entwicklungsland (hier geht es nicht mehr nur um
    > Kamerun) sauberes Wasser, Strom oder Internet zur Verfügung zu stellen.
    > Doch so lange man die Menschen nicht direkt miteinbezieht und versucht mit
    > ihnen etwas zu erschaffen, wird jegliche Hilfe nur ein Tropfen auf den
    > heissen Stein sein.
    > Man könnte auch nach Afrika gehen und Brunnen ausheben, doch wenn man den
    > Menschen nicht die nötigen Werkzeuge überlässt und zeigt, wie man sie
    > anwendet, kann sogar diese Geste Probleme verursachen.
    >
    > Nun habe ich nur von Hilfsorganisationen gesprochen, die nicht an
    > kommerziellem Erfolg interessiert sind.
    > Wenn eine Firma wie Coca-Cola plötzlich beginnt die Aufgabe von Hilfswerken
    > zu erfüllen, dann muss man als klar denkender Europäer doch einfach
    > skeptischwerden.

    Manches von dem was Du sagst, kann ich nachvollziehen. Anderes nicht. Gerade die Schweiz als Beispiel zu nehmen, liegt neben der Sache. Die Schweiz hat Glück, dass sie durch den (legalen?????) Zufluss von außländischem Geld nicht darauf angewiesen ist, zügige Entscheidungen zu treffen. Das kann man sich dort leisten. Außerdem: Nicht jeder hat Ahnung von allem. Da ist das Beispiel Fracking ein sehr gutes. Ich persönlich weiß darüber einfach zu wenig, um mir ein abschließendes Urteil zu bilden. Und ich wage einmal zu behaupten, das geht Dir genauso. Der Unterschied ist nur, dass ich nicht ganz so anfällig bin für "Feuer aus dem Wasserhahn"-Videos bei youtube und für derzeit so populären USA-feindliche Ansichten. Aber heutzutage denkt sowieso jeder, er wisse über alles bescheid. Da reden beispielsweise Ingenieure völlig ungeniert über juristische oder medizinische Sachverhalte. Dabei frag ich mich: Wieso müssen andere dafür 6 Jahre studieren?
    Und noch ne Frage: Worin liegt eigentlich das Verbrechen, als Unternehmen Geld zu verdienen? Gehst Du arbeiten, ohne Gehalt zu bekommen? Wieso hast Du Anspruch auf Entlohnung für Deine Leistung, ein Unternehmen für ein von ihm verkauftes Produkt aber nicht. Wieso darf Coca Cola seine Getränke nicht in Afrika verkaufen und damit Geld verdienen? Ist das nur Sozialneid oder steckt da mehr dahinter?

  2. Re: Off Topic

    Autor: Indubio80 11.10.13 - 15:03

    booyakasha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach indubnio80.... Mit deinem lezten Satz hast du dich endgültig ins
    > Abseits befördert. Alle Europäer leben ganz gut vom "Verdien-Apparat des
    > Kapitalismus". Sogar die, die ihn kritisieren.

    Ok. Und warum steh' ich dann im Abseits?

  3. Re: Ich vermute eher

    Autor: Indubio80 11.10.13 - 15:14

    booyakasha schrieb:

    > Und genau dieses Rätseln oder wie ich es nenne: "Denken" hilft Gefahren
    > vorzeitig zu erkennen.

    Ja, dem stimme ich zu. Ich finde nur, wir konzentrieren uns zu sehr auf die Gefahren und verlieren dabei gerne mal die Chancen aus dem Auge. Aus meiner Sicht ist das auf die Dauer für ein Technologie und Entwicklungsland wie Deutschland äußerst gefährlich. Wenn diese Denkweise früher schon vorgelegen hätte, wäre es zur Erfindung des Automobils in Deutschland nie gekommen. Denn Autofahren ist - worüber wir uns wohl einig sein dürften - sehr gefährlich.

  4. Re: Ich vermute eher

    Autor: booyakasha 11.10.13 - 15:41

    Lieber Indubio80

    Das Diskutieren mit dir finde ich sehr spannend. Gerade deshalb, weil wir so unterschiedliche Meinungen haben. Ich bin aber noch auf der Arbeit und habe daher nur wenig Zeit zu Antworten. Zugegeben, ein weiterer Luxus den ich mir als Angestellter in der Schweiz gönnen kann - während der Arbeit im Internet zu surfen.

    Ich habe die Schweiz gewählt, weil ich dort lebe und auch aufgewachsen bin. Ich kann auch von Deutschland schreiben, nur kenne ich dieses Land nicht so gut. Fracking habe ich gewählt, weil es gerade sehr oft diskutiert wird und etliche Risiken birgt. Ich bin wie du schon angetönt hast kein experte. Allerdings weiss ich welche Risiken es gibt und damit womöglich mehr, als einige Herren, die solche Projekte billigen. Manche Sätze sind absichtlich etwas überspitzt formuliert. Ich hoffe auf dein Verständnis, denn so glaube ich verwendest du rethorische Mittel, die meinen ähneln.

    Zum Autofahren:
    Die Erfahrung lehrt uns. Ohne Autos, kein Tempolimite, ohne Kreuzung keine Ampeln. Ich finde gerade dieser Vergleich hinkt jetzt doch etwas.

    Du wünschst dir Fortschritt für Deutschland, aber hier geht es um Coca-Cola in Entwicklungsländern. Da sehe zu viel Übel verbunden mit ein klein wenig Fortschritt und sogar den zweifle ich an.

  5. Re: Ich vermute eher

    Autor: Indubio80 11.10.13 - 16:13

    booyakasha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lieber Indubio80
    >
    > Das Diskutieren mit dir finde ich sehr spannend. Gerade deshalb, weil wir
    > so unterschiedliche Meinungen haben. Ich bin aber noch auf der Arbeit und
    > habe daher nur wenig Zeit zu Antworten. Zugegeben, ein weiterer Luxus den
    > ich mir als Angestellter in der Schweiz gönnen kann - während der Arbeit im
    > Internet zu surfen.
    >
    > Ich habe die Schweiz gewählt, weil ich dort lebe und auch aufgewachsen bin.
    > Ich kann auch von Deutschland schreiben, nur kenne ich dieses Land nicht so
    > gut. Fracking habe ich gewählt, weil es gerade sehr oft diskutiert wird und
    > etliche Risiken birgt. Ich bin wie du schon angetönt hast kein experte.
    > Allerdings weiss ich welche Risiken es gibt und damit womöglich mehr, als
    > einige Herren, die solche Projekte billigen. Manche Sätze sind absichtlich
    > etwas überspitzt formuliert. Ich hoffe auf dein Verständnis, denn so glaube
    > ich verwendest du rethorische Mittel, die meinen ähneln.
    >
    > Zum Autofahren:
    > Die Erfahrung lehrt uns. Ohne Autos, kein Tempolimite, ohne Kreuzung keine
    > Ampeln. Ich finde gerade dieser Vergleich hinkt jetzt doch etwas.
    >
    > Du wünschst dir Fortschritt für Deutschland, aber hier geht es um Coca-Cola
    > in Entwicklungsländern. Da sehe zu viel Übel verbunden mit ein klein wenig
    > Fortschritt und sogar den zweifle ich an.

    Also zunächst muss ich sagen, dass der Auto-Vergleich kein bisschen hinkt. Erst kam das Auto, dann kamen die Regeln und Verbote. Was mich heute stört, dass wir in diesem Sinne den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und lebe auch noch hier. Bin auch noch im Büro und kann auch surfen. Habe auch längere Zeit in den USA gelebt und dabei völlig andere Erlebnisse gehabt, als das, was heutzutage allzu oft als USA-Bild in der öffentlichen Meinung herumgeistert. Ich glaube - ohne das abwertend zu meinen -, dass es den meisten Leuten hierzulande gut täte, mal rauszukommen und zu sehen, dass die Welt deutlich größer als Zentraleuropa ist.

  6. Re: Ich vermute eher

    Autor: marvster 11.10.13 - 16:20

    Indubio80 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hallo zusammen!
    >
    > Manchmal frage ich mich wirklich, wieso es ausschließlich in Deutschland so
    > viele Leute mit einer solch überkritischen Einstellung gibt. Hierzulande
    > ist es einfach nur schick, immer auf die bösen USA - oder noch besser - auf
    > die bösen US-Konzerne zu schimpfen, ohne sich selbst mal zu fragen, was
    > unsere ach so tolle BRD in der Welt denn zum Positiven verändert hat.
    > Manchmal sind Wahrheiten - entgegen der weit verbreiteten deutschen
    > Einstellung - doch recht einfach. Wenn diese Container die dort lebenden
    > Menschen mit sauberem Trinkwasser und Strom versorgen, dann ist das einfach
    > nur GUT. Ich jedenfalls habe in dem Beitrag nichts davon gelesen, dass da
    > ein Soldat der Coca Cola nebendran stehen und die Leute mit 'nem Gewehr zum
    > Kauf von Cola zwingen wird. Und außerdem: Gerade in Deutschland wird doch
    > immer wieder gefordert, die Privatwirtschaft möge sich bitte an sozialen
    > und gesellschaftlichen Problemlösungen beteiligen. Tut dies ein Unternehmen
    > dann aber, wird gleich wieder die vermeintliche Verschwörung beweint. Und
    > noch was: Wo liegt eigentlich das Problem, wenn sich die Leute dort
    > tatsächlich die ein oder andere Cola kaufen und die Inhaberin des
    > Containers daran auch etwas verdient? Ich halte das jedenfalls für eine
    > gute Ergänzung zum klassischen Modell der Entwicklungshilfe, die es
    > selbstverständlich auch geben muss.
    > Diese in Deutschland weit verbreitete Problematik der pauschalen
    > Generalkritik hat nur ein Gutes: In der Welt interessiert es sowieso
    > keinen, was die Deutschen denken, auch wenn wir uns noch so moralisch und
    > intellektuell überlegen fühlen. Wir sind es nicht....

    Das hat weniger mit US-Konzernen zu tun, als viel mehr mit (inter)nationalen Konzernen und konkreten negativen Konzerngeschichten. Und zu Konzernen zähle ich jetzt auch NGOs wie den WWF dazu.
    Ich wäre Coca Cola gegenüber nicht skeptisch wenn sie mir keinen Grund dazu geben würden; wenn es nicht die Reportagen und Berichte über Ausbeutung von Ressourcen, politischen und pädagogischen Lobbyismus geben würde. Ich wäre auch Nestlé weit aus weniger skeptisch, wenn es nicht diese Reportagen über "Lippenbekenntnisse" bei Kinderarbeit und Sklaverei geben würde, über illegale Urwaldrodungen zu Gunsten von Soja und Palmöl oder Greenwashing-Kooperationen mit dem WWF.

    Warum Deutschland besonders skeptisch ist, kann durch aus daran liegen (zumindest meine Vermutung), weil wir das Glück einer guten Bildung im Vergleich zu den anderen Ländern genießen und entsprechend wissen um eben diese negativen Seiten von Megakonzernen haben. Es kann aber auch schlicht bedeuten, dass wir aktiv Anteil an der Welt nehmen wollen und nicht nur konsumieren ohne zu hinterfragen, letzteres gilt aber vermutlich nur für einen kleineren Teil der Bervölkerung.

  7. Re: Ich vermute eher

    Autor: Indubio80 11.10.13 - 16:37

    marvster schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum Deutschland besonders skeptisch ist, kann durch aus daran liegen
    > (zumindest meine Vermutung), weil wir das Glück einer guten Bildung im
    > Vergleich zu den anderen Ländern genießen und entsprechend wissen um eben
    > diese negativen Seiten von Megakonzernen haben. Es kann aber auch schlicht
    > bedeuten, dass wir aktiv Anteil an der Welt nehmen wollen und nicht nur
    > konsumieren ohne zu hinterfragen, letzteres gilt aber vermutlich nur für
    > einen kleineren Teil der Bervölkerung.

    Also, wie ich gesagt habe. Gut gebildete Deutsche, dumme Amis. Ich arbeite in einem Beruf, der es mir erlaubt, mit sehr vielen Menschen aus allen Schichten in Kontakt zu kommen. Und da konnte ich diese Intellektuelle Überlegenheit bisher nicht feststellen. Die Deutschen haben vor allem eines: VORURTEILE und ANGST. Daher kommt die Skepsis allem Neuen gegenüber. Und die weitere Frage, die sich aufdrängt: was hat die Welt von dieser von Dir so dargestellten deutschen Umsicht?

  8. Re: Ich vermute eher

    Autor: marvster 11.10.13 - 16:54

    Indubio80 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > marvster schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Warum Deutschland besonders skeptisch ist, kann durch aus daran liegen
    > > (zumindest meine Vermutung), weil wir das Glück einer guten Bildung im
    > > Vergleich zu den anderen Ländern genießen und entsprechend wissen um
    > eben
    > > diese negativen Seiten von Megakonzernen haben. Es kann aber auch
    > schlicht
    > > bedeuten, dass wir aktiv Anteil an der Welt nehmen wollen und nicht nur
    > > konsumieren ohne zu hinterfragen, letzteres gilt aber vermutlich nur für
    > > einen kleineren Teil der Bervölkerung.
    >
    > Also, wie ich gesagt habe. Gut gebildete Deutsche, dumme Amis. Ich arbeite
    > in einem Beruf, der es mir erlaubt, mit sehr vielen Menschen aus allen
    > Schichten in Kontakt zu kommen. Und da konnte ich diese Intellektuelle
    > Überlegenheit bisher nicht feststellen. Die Deutschen haben vor allem
    > eines: VORURTEILE und ANGST. Daher kommt die Skepsis allem Neuen gegenüber.
    > Und die weitere Frage, die sich aufdrängt: was hat die Welt von dieser von
    > Dir so dargestellten deutschen Umsicht?

    Gut gebildetete Deutsche und dumme Amis würde ich gar nicht so verallgemeinern, nur ist das Verhältnis vielleicht auch einfach ein anderes. Die U.S. haben ja auch paar mehr Einwohner als wir hier in Deutschland und vor allem ein paar mehr Einwohner die vom Land kommen, oder zumindest streng christlich-konservativ (erzogen) sind; in dieser Schicht ist auch Fragen und Hinterfragen nicht wirklich verbreitet.
    Darüber hinaus kommt der Faktor Patriotismus ins Spiel gepaart mit jahrzentelanger antikommunistischer Propaganda, der gerade auch die viele Amerikaner ihre eigenen Konzerne weitaus weniger kritisch betrachten lässt.
    Vorurteile gibt es, dass ist zumindest meine Erfahrung unter allen Menschen auf der Welt gleich viele. "German Angst" ist in meinen Augen mittlerweile auch nur noch Gespenst, gerade die jüngere Generation und da schließe ich mich als fast U30 mit ein, ist mittlerweile im Denken sehr gut globalisiert und aufgestellt um keine Angst mehr zu haben.

    Auf die letzte Frage kann ich dir keine Antwort geben. Vermutlich hat die Welt gar nichts davon, denn unter den Konsumenten stellen wir mit unseren lächerlichen 81 Millionen gemessen am Rest der Welt wohl eher eine Nische dar. Die Frage ist aber für mich auch eher, warum können nicht alle Menschen einfach etwas umsichtiger sein und bewusster konsumieren? Dann hätten wir solche Schweinereien wie sie von global agierenden Unternehmen tagtäglich vollzogen werden nicht mehr.
    Aber vermutlich ist es bequemer solch kleinen Projekte zu loben und dabei den damit verbundenen negativen Rattenschwanz einfach auszublenden. Macht auf jeden Fall glücklicher dieses "nach mir die Sinnflut".

  9. Re: Ich vermute eher

    Autor: marvster 11.10.13 - 17:09

    Indubio80 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > @ah_rx
    >
    > Dir ist schon klar,
    > dass man in einem freien Land - und dazu zähle ich Deutschland - durchaus
    > soviel "Brause" trinken darf, wie man selbst möchte.

    Tut mir leid, aber dass stimmt nur zum Teil. Wenn die Menschen alle so selbstbestimmt wären, würde es keine funktionierende Werbeindustrie geben. Wenn ich nur genügend lang Menschen im Alltag mit der Präsenz von Coca Cola penetriere, werde ich genügend Menschen beeinflussen können zur Zuckerbrause zu greifen, ob sie nun ursprünglich wollten oder nicht. Wenn es mir auch noch gelingt bei diesen Menschen ein positives Image zu platzieren, werden sie langfristig unkritischer werden. Kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn der Ruf tatsächlich zerstört ist, bleibt er dass auch für ewig.
    Bestes Beispiel ist Google und Microsoft. Google kann sich eigentlich alles erlauben, in der Regel wird das in der Masse nicht mehr kritisch hinterfragt; Microsoft im Gegensatz wird vermutlich erst einmal eine Generation überleben müssen, bevor diese vom negativen Image bereinigt wird. Und selbst die Generation >2000 wird noch von Bluescreens und Browserkriegen erzählen.

  10. Re: Ich vermute eher

    Autor: marvster 11.10.13 - 17:14

    booyakasha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar klingt es gut einem Entwicklungsland (hier geht es nicht mehr nur um
    > Kamerun) sauberes Wasser, Strom oder Internet zur Verfügung zu stellen.
    > Doch so lange man die Menschen nicht direkt miteinbezieht und versucht mit
    > ihnen etwas zu erschaffen, wird jegliche Hilfe nur ein Tropfen auf den
    > heissen Stein sein.

    Danke, das hat mich auf das passende chinesische Srichwort gebracht:

    "Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben."

    Unternehmen wie Coca-Cola wollen genau diese Abhängigkeit schaffen und erhalten, sie tun was vermeintlich Gutes, fördern aber nicht die Unabhängigkeit der Bevölkerung, sondern schaffen einfach frühzeitig Monopole in noch nicht geöffneten Märkten.

  11. Re: Ich vermute eher

    Autor: booyakasha 11.10.13 - 19:18

    @Marvster
    An dieses Stichwort hatte ich ursprünglich auch gedacht. Leider ist es mir nur nicht mehr eingefallen. Aber so ist es leider.

    Gegen die Amis schimpft ja auch keiner. Wir schimpfen gegen die Konzerne. Coca-Cola ist genau so einer, wie auch Nestle einer ist. Nur kommt Nestle aus der Schweiz. Wie auch Roche, Novartis und Syngenta (grösster Saatguthersteller Weltweit). Die Herkunft ist egal, denn es sind ohnehin multinationale Firmen, deren Belegschaft ebenfalls aus allen Herren Ländern kommt und daher sind die Strategien immer dieselben.

    Den Begriff "Greenwashing" habe ich bisher nicht gekannt. Ich glaube aber auch schon ohne danach zu googlen sehr wohl den Sinn dieses Wortes zu verstehen - Stichwort "WWF". Verstösse gegen die Menschlichkeit oder auch die Biodiversität werden leider immer besser von "Umweltschutz-Organisationen" verschleiert und dadurch auch kaum mehr geahndet.

    Danke für den wirklich sehr belehrenden Thread.

  12. Re: Ich vermute eher

    Autor: Stiffler 11.10.13 - 20:17

    Hach, ewig nicht mehr gepostet ... jetzt muss ich doch mal!

    Danke Jungs - ummd!!!
    Ein echt unterhaltsamer Thread ... und das gaaaanz ohne trollen :-)

    ..nice Weekend!

  13. Re: Ich vermute eher

    Autor: Phreeze 14.10.13 - 13:46

    bofhl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schon mal versucht in einem von den Industrieländern abfällig
    > "Dritte-Welt-Ländern" bezeichneten Staaten ein 'offenes' Cola o.ä. zu
    > bekommen?
    > Scheinbar noch nicht - sonst wüsstest du, dass dort ausschließlich von
    > außerhalb (EU!) geliefertes Cola & ähnliches in Flaschen überteuert zu
    > bekommen ist. Dieser Laden soll nun das ändern, indem lokales Wasser vor
    > Ort aufbereitet wird und dazu Konzentrate von Cola & anderen Produkten
    > aufbereitet wird - genauso wie es auch in Europa&Nordamerika gemacht wird.
    > Damit fallen dann die ganzen sauteuren Liefer- und Produktionssysteme weg
    > (wird vielen in Europa nicht wirklich gefallen!) - es muss nur mehr das
    > verdickte Konzentrat angeliefert werden (und das reicht dann oft für zig
    > tausend Liter Getränke vor Ort)

    Ne Dosencola in Südafrika kostet sogar in den Hotels "nur" 1.20euro (15Rand), für sie also ungefähr so teuer wie für uns ne 2.50euro Cola im Restaurant.

  14. Re: Ich vermute eher

    Autor: s.Daniel 15.10.13 - 21:00

    "..dass dort ausschließlich von außerhalb (EU!) geliefertes Cola & ähnliches in Flaschen überteuert zu bekommen ist"
    @bofhl: Sorry, einfach falsch. http://bit.ly/168afZ9 Oder auch
    http://de.wikipedia.org/wiki/The_Coca-Cola_Company#Umweltprobleme

    Und was das "Die pösen Deutschen sind immer nur am Motzen" angeht. Sorry aber Coca Cola hat in der Vergangenheit immer wieder schön gezeigt, dass sie eine Dreckfirma sind. CC unkritisch zu beurteilen wäre einfach naiv. http://de.wikipedia.org/wiki/The_Coca-Cola_Company#Kritik

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