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Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Lebostein 08.06.23 - 10:27
also so viel Leistung wie das größte je in Deutschland betriebene Kernkraftwerk. Die durchschnittliche Bauzeit eines Kernkraftwerkes beträgt mittlerweile zehn Jahre. Bei den Baukosten dürfte es ein ähnliches Missverhältnis geben, von den Betriebs- und Spätkosten ganz zu schweigen.
Da fragt man sich, warum überhaupt noch Leute über Kernenergie nachdenken...
4 mal bearbeitet, zuletzt am 08.06.23 10:32 durch Lebostein. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: abcde 08.06.23 - 10:38
Die Leute, die über Kernkraft nachdenken, denken nicht wirklich nach.
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Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: mibbio 08.06.23 - 10:40
Lebostein schrieb:
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> Da fragt man sich, warum überhaupt noch Leute über Kernenergie
> nachdenken...
Die Argumentation der Leute dürfte vermutlich sein, ein KKW braucht weniger Fläche und die schöne Landschaft vor der eigenen Haustür ist auch nicht mit hässlichen Windrädern vollgestellt. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: VirusBlackBox 08.06.23 - 10:43
mibbio schrieb:
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> Die Argumentation der Leute dürfte vermutlich sein, ein KKW braucht weniger
> Fläche und die schöne Landschaft vor der eigenen Haustür ist auch nicht mit
> hässlichen Windrädern vollgestellt.
Die schöne untertunnelte Landschaft, mit Mutter Natur und Vater Zeit ein Endlager für die Ewigkeit... -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: MarcusK 08.06.23 - 10:45
Lebostein schrieb:
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> also so viel Leistung wie das größte je in Deutschland betriebene
> Kernkraftwerk. Die durchschnittliche Bauzeit eines Kernkraftwerkes beträgt
> mittlerweile zehn Jahre. Bei den Baukosten dürfte es ein ähnliches
> Missverhältnis geben, von den Betriebs- und Spätkosten ganz zu schweigen.
>
> Da fragt man sich, warum überhaupt noch Leute über Kernenergie
> nachdenken...
wenn man fair ist sollte man auch Vorteile vom Atomkraft nennen:
- weniger Platz
- mehr volllaststunden
- länger Lebensdauer
- werden dort gebaut wo der Strom gebraucht wird.
Und wenn die flache Flächen belegt sind, muss man in tiefe Gewässer gehen, was vermutlich die Baukosten erhöht.
Und U-Boote und Flugzeugträger werden wohl auch in Zukunft nicht mit Windkraft betrieben. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Gieskanne 08.06.23 - 10:46
Wie verhält es sich mit der Leistung, wenn man den capacity factor (AKW: >90%, Offshore Wind: ~40%) nicht vergisst?
Und wie lange war die Bauzeit des Speichers, der aus der ungesicherten Leistung eines Windparks die gleichwertige gesicherte Leistung eines AKWs macht? Und wie viel geht durch dessen Wirkungsgrad verloren?
Achso, den gibt es noch gar nicht?
Das sind so die Fragen, die sich Menschen stellen, die noch für AKWs plädieren. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Comicbuchverkäufer 08.06.23 - 10:52
abcde schrieb:
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> Die Leute, die über Kernkraft nachdenken, denken nicht wirklich nach.
Vielleicht geht es den Leuten nicht darum, dass neue AKW gebaut werden. Sondern darum, dass man sie vom Netz nimmt, BEVOR die Kapazitäten aus erneuerbaren Energien am Netz sind und gleichzeitig CO2 Schleudern wie Kohlekraftwerke weiter und länger laufen lassen, weil man sich eingestehen muss, dass die Kapazitäten aus Erneuerbaren nicht ausreichen bzw. nicht schnell genug zur Verfügung stehen. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: LeeRoyWyt 08.06.23 - 11:00
Gieskanne schrieb:
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> Wie verhält es sich mit der Leistung, wenn man den capacity factor (AKW:
> >90%, Offshore Wind: ~40%) nicht vergisst?
> Und wie lange war die Bauzeit des Speichers, der aus der ungesicherten
> Leistung eines Windparks die gleichwertige gesicherte Leistung eines AKWs
> macht? Und wie viel geht durch dessen Wirkungsgrad verloren?
> Achso, den gibt es noch gar nicht?
>
> Das sind so die Fragen, die sich Menschen stellen, die noch für AKWs
> plädieren.
stellst du dir dann fairer Weise auch die Frage, wie wassergekühlte AKWs im Sommer Grundlast sichern, wenn selbiges Wasser immer knapper wird? Nein? Dann trollst du vermutlich nur. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Landorin 08.06.23 - 11:07
Weil man hier zuerst abschaltet, ohne den entsprechenden Ausgleich und überall E-Autos und Wärmepumpen haben will, obwohl die Netze dafür noch nicht bereit sind. Und weil Deutschland Windräder eben nicht in dieser Geschwindigkeit baut. Hier hat man es einfach verrafft. Währenddessen sank der Stromkreis in Finnland unter 0, als das neue AKW online ging. Ob nun für oder gegen Atomkraft, das Timing war kacke hierzulande. Und bzgl CO2 steht Atomenergie ziemlich gut da. Wäre da nicht der Atommüll. Wobei es mittlerweile seltsam anmutet, dass man sich (zurecht) an Müll stört, der hunderte von Jahren und länger eingegraben werden soll, während immer mehr PFAS in Gewässern schwimmt, was ähnlich lange hält und als krebserregend gilt. 3M hat ja fleißig dazu beigetragen in Belgien. Da spricht aber keiner drüber.
3 mal bearbeitet, zuletzt am 08.06.23 11:09 durch Landorin. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: mibbio 08.06.23 - 11:10
MarcusK schrieb:
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> Und U-Boote und Flugzeugträger werden wohl auch in Zukunft nicht mit
> Windkraft betrieben.
Da gibt es mittlerweile U-Boote, die bei Tauchfahrt Brennstoffzellen nutzen statt nur per Dieselgenerator geladene Akku oder Nuklearenergie.
https://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Klasse_212_A#Antrieb -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Dwalinn 08.06.23 - 11:26
Der Preis sank unter 0 da man aufgrund von Überschwemmungen Wasserkraft nicht so wie sonst zurücknehmen konnte.
AKWs lassen sich nur bedingte drosseln und werden allein schon aus wirtschaftlichen Gründen normalerweise immer bei Volllast gelassen.
Das das nach bald 20 Jahren Bauzeit in den ersten Jahr der Nutzung bereits geradezu überflüssig ist (auch wenn nur für ein paar Stunden) ist nichts was für AKWs spricht sondern dagegen.
Die kosten sind ja trotzdem da und damit das Wirtschaftlich betrieben wird hat sich das baugleiche Hinkley Point C rund 12 Cent pro kWh gesichert und das inflationsbereinigt auf 35 Jahre.
Was glaubst du wie wirtschaftliche so ein AKW ist wenn nicht der Staat Milliarden an Steuergeldern versenkt wenn die Preise aufgrund von günstigen erneuerbaren häufig bei unter 10 Cent liegen? -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: nightmar17 08.06.23 - 11:53
Das ist beides korrekt. Wenn wir aber jedes Jahr den erneuerbaren Anteil steigern, wird Kohle automatisch verschwinden/zu teuer werden.
Bis 2030 haben wir ja noch Zeit und jedes Jahr weiter auszubauen um dann die Kohle abzuschalten.
Solar, Balkonkraftwerke etc. werden auch ihren Teil dazu beitragen. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Gieskanne 08.06.23 - 12:01
LeeRoyWyt schrieb:
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> Gieskanne schrieb:
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> > Wie verhält es sich mit der Leistung, wenn man den capacity factor (AKW:
> > >90%, Offshore Wind: ~40%) nicht vergisst?
> > Und wie lange war die Bauzeit des Speichers, der aus der ungesicherten
> > Leistung eines Windparks die gleichwertige gesicherte Leistung eines
> AKWs
> > macht? Und wie viel geht durch dessen Wirkungsgrad verloren?
> > Achso, den gibt es noch gar nicht?
> >
> > Das sind so die Fragen, die sich Menschen stellen, die noch für AKWs
> > plädieren.
>
> stellst du dir dann fairer Weise auch die Frage, wie wassergekühlte AKWs im
> Sommer Grundlast sichern, wenn selbiges Wasser immer knapper wird? Nein?
> Dann trollst du vermutlich nur.
Du meinst sicher, weil letztes Jahr die AKWs in Frankreich <1% weniger Strom als üblich produziert haben weil ein paar wenige Kraftwerke leicht gedrosselt wurden um die Flüsse zu schützen? Übrigens während die deutsche Windkraft wochenlang quasi komplett brach lag während einer Sommerflaute....
Lässt sich leicht mit Kühltürmen verhindern. So einen Fall gab es in Deutschland auch nie.
Und übrigens steht das leistungsstärkste AKW der USA mitten in der Wüste. Und gegen AKWs am Meer spricht natürlich auch nichts, siehe UAE.
Also vermutlich trollst du nur weil du keine Ahnung hast. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: nightmar17 08.06.23 - 12:03
Soweit ich weiß kann so ein AKW doch kaum wirtschaftlich betrieben werden, wenn es nicht Subventioniert wird.
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Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: ChMu 08.06.23 - 12:17
nightmar17 schrieb:
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> Soweit ich weiß kann so ein AKW doch kaum wirtschaftlich betrieben werden,
> wenn es nicht Subventioniert wird.
Ohne MASSIVE Subventionen kann gar nicht erstgebaut werden. Bauzeit fuer ein 4th Generation Meiler liegt bei 20 Jahren. Siehe England, die Chinesen haben sich zurueckgezogen, die Englaender alleine koennen es sich nicht leisten, also wurde der Bau erst mal eingestellt. In 5 Jahren dann werden noch mal Milliarden aufgewendet, die Bauruine abzureissen.
In der Normandie baut man nun seit ueber 20 Jahren, nachdem das Budget 400% ueberzogen wurde, ist es nun zur Geheimsache erklaert worden. Online geht das Teil wohl nie.
Finnland ging online, ist aber schon wieder weg.
Frankreich musste in der Spitze 54% seiner Kraftwerke von Netz nehmen, Alter, Probleme, Kuehlung ect. Inzwischen laufen die Franzosen wieder zu 70% aber die naechsten Abschaltungen stehen schon bevor.
Die Stromsubventionen werden trotz Anhebung des Strompreises um teilweise 100% langsam nicht mehr tragbar fuer den franzoesischen Staat.
Es werden im grossen Stil Gezeiten und Wellen Kraftwerke erforscht, in noch groesserem Stil werden die Pyreneen mit Wind voll gepflastert, wie auf der anderen Seite bereits von Spanien gemacht auf ueber 1000km Laenge.
Atom ist langfristig tot, bestehende Bauten oder Ersatz Meiler gehen die naechsten Jahre wohl noch ans Netz, aber niemand investiert da serioes Geld, nur noch Regierungen. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Isotopp 08.06.23 - 12:17
Das ist korrekt. Es gibt zur Zeit kein kostendeckend arbeitendes AKW, und wenn man die Folgekosten einrechnet dann hat es auch niemals eines gegeben.
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Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: mibbio 08.06.23 - 12:24
Was waren denn die ursprünglichen Überlegungen, auf Kernkraft zu setzen? Hatte man da schlicht die Kosten für den laufenden Betrieb und die Langzeitkosten ausgeblendet?
Selbst die Proteste gegen Kernkraft haben sich ja nicht auf den Kostenaspekt berufen, oder doch? -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Isotopp 08.06.23 - 12:39
Im Deutschen Wikipedia-Artikel "Kernenergie" gibt es einen großen Abschnitt "Wirtschaftlichkeit", der die finanziellen Aspekte diskutiert.
Technikgeschichtlich ist es so, daß man den Aufwand für einen sicheren Betrieb von Kernkraftwerken in den 50er und 60er Jahren weit unterschätzt hat, das Entsorgungsproblem komplett ignoriert hat und daß natürlich auch vor dem Hintergrund des kalten Krieges eine Gier nach nuklearen Waffen unausgesprochen im Hintergrund gestanden hat, wenn man zivil Kernenergie propagiert hat. In Deutschland sind die Anti-Atomkraft-Bewegung und die Friedensbewegung ja Hand in Hand gegangen und haben dann zur Gründung der GRÜNEN geführt. -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: Kaiser Ming 08.06.23 - 12:58
nightmar17 schrieb:
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> Das ist beides korrekt. Wenn wir aber jedes Jahr den erneuerbaren Anteil
> steigern, wird Kohle automatisch verschwinden/zu teuer werden.
> Bis 2030 haben wir ja noch Zeit und jedes Jahr weiter auszubauen um dann
> die Kohle abzuschalten.
> Solar, Balkonkraftwerke etc. werden auch ihren Teil dazu beitragen.
das ist halt nicht richtig
du hast bei Wind und Sonne immer Lücken
ohne Speicher kannst du die nicht füllen
auch nicht durch ein EU weites Verbundnetz -
Re: Bauzeit von 2 Jahren für 1520 MW
Autor: ChMu 08.06.23 - 13:29
Kaiser Ming schrieb:
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> nightmar17 schrieb:
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> > Das ist beides korrekt. Wenn wir aber jedes Jahr den erneuerbaren Anteil
> > steigern, wird Kohle automatisch verschwinden/zu teuer werden.
> > Bis 2030 haben wir ja noch Zeit und jedes Jahr weiter auszubauen um dann
> > die Kohle abzuschalten.
> > Solar, Balkonkraftwerke etc. werden auch ihren Teil dazu beitragen.
>
> das ist halt nicht richtig
> du hast bei Wind und Sonne immer Lücken
> ohne Speicher kannst du die nicht füllen
> auch nicht durch ein EU weites Verbundnetz
Wann gab es EU weit keinen Wind (on and offshore) keine Sonne, Wasser, Wellen oder Bio Verbrennung?
Ausserdem, weil es HEUTE keine Speicher in D gibt (anderswo sehr wohl) muss das doch nicht auf alle Ewigkeit so bleiben?
Ich habe 22kWh Speicher im Haus und einige hundert kWh vorm Haus. Sollte erst mal reichen.



