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Der GITS Anime (1995) hat auch wenig Tiefgang

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  1. Der GITS Anime (1995) hat auch wenig Tiefgang

    Autor: Hakuro 05.04.17 - 06:03

    Sein wir mal ehrlich. Der erste Anime von GITS (1995) hat auch nicht besonders viel Tiefgang (im Sinne gesprochener Dialoge). Der Tiefgang wird genau genommen im Anime nur durch den Zuschauer hineininterpretiert. Es sind viel mehr die Bilder und die Stimmung, die im Anime für sich sprechen. Das ist halt die Kunst des Anime, so wie hier eingesetzt. Es bedarf keiner großen Worte. Wirklich Story lastig wird Ghost in the Shell erst im Ansatz am Ende von S.A.C, aber so richtig dann erst ab der zweiten Serie S.A.C 2nd gig und mit GITS Arise.

    Während wir uns allerdings bei einem Anime von der Bildgewalt "berieseln" lassen (an dieser Stelle sei auch der Anime Jin-Roh empfohlen), wirkt das bei Realverfilmungen meistens eher plump und stumpf. Um die ganze Story rund um Motoko und dem Universum zu vermitteln, reichen die 107 Minuten Realverilfmung genauso wenig wie der 89 Minütige Anime von 1995.

    Ich als Fan, der selbst alles mehrmals gesehen hat, kann verstehen dass man schon "so tief" im Universum steckt, dass man das einfach schon übersieht. Wer sich allerdings mal den ersten Anime von 1995 genauer ansieht und explizit darauf achtet, der wird verwundert sein, wie wenig eigentlich im ersten Film vermittelt wird. Das ist praktisch gar nichts. An der Stelle ist das ganze Universum und der Hintergrund von Motoko reines Kopfkino was allerdings durch die Art des Mediums (Anime) wunderbar transportiert und angeregt wird, allerdings bei einer Realverfilmung wahrscheinlich allein schon durch die Art des Mediums so nicht funktionieren kann.

    Hätte man die Story und ein umfassendes Bild von Ghost in the Shell vermitteln wollen, dann hätte man wahrscheinlich eine Serie als Medium gewählt und sich deutlicher an der Serie S.A.C orientiert.

    So zumindest meine Meinung als 10 jähriger Fan :) ! Mehr ging einfach in einem Film nicht. Und Daraus eine mehrteilige Story-Line zu planen und entsprechend den Film wie in einer Triologie langsam aufzubauen, dafür war der Erfolg und das Interesse eines breiten Publikums einfach zu unwahrscheinlich. Von daher: Alles gut.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 05.04.17 06:09 durch Hakuro.

  2. Re: Der GITS Anime (1995) hat auch wenig Tiefgang

    Autor: SzSch 05.04.17 - 08:38

    Ich glaube die Kritik hier auf Golem zusammen mit Ihrem Kommentar sagt eigentlich recht klar und präzise aus wie GitS und speziell der nun erschienene Film einzuschätzen ist.

    Da ich eh nicht unbedingt ein glühender Hollywood-Fan bin und es eben diese typische Machart ist welche hier einen Stoff mal wieder vergurkt schaue ich mir den Film (vielleicht) mal irgendwann an wenn mir danach ist.
    Aber ins Kino dann lieber doch nicht, was eigentlich schade ist, Visuell scheint ja nicht viel verkehrt gelaufen zu sein.
    Gut das ich direkt vom schlimmsten ausgegangen bin, nun hält sich die Enttäuschung in Grenzen.
    Dabei hatte der eine Trailer vor einiger Zeit doch ein bisschen Hoffnung geweckt.

  3. Re: Der GITS Anime (1995) hat auch wenig Tiefgang

    Autor: countzero 06.04.17 - 11:25

    Hakuro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich als Fan, der selbst alles mehrmals gesehen hat, kann verstehen dass man
    > schon "so tief" im Universum steckt, dass man das einfach schon übersieht.
    > Wer sich allerdings mal den ersten Anime von 1995 genauer ansieht und
    > explizit darauf achtet, der wird verwundert sein, wie wenig eigentlich im
    > ersten Film vermittelt wird. Das ist praktisch gar nichts. An der Stelle
    > ist das ganze Universum und der Hintergrund von Motoko reines Kopfkino was
    > allerdings durch die Art des Mediums (Anime) wunderbar transportiert und
    > angeregt wird, allerdings bei einer Realverfilmung wahrscheinlich allein
    > schon durch die Art des Mediums so nicht funktionieren kann.
    >
    Ich habe nur den Amine gesehen, also weder den Manga gelesen, noch SAC geschaut. Trotzdem fand ich die Story im Anime besser. Du hast aber sicher recht damit, dass die Atmosphäre und Ästhetik eine wichtigere Rolle spielt, als die Handlung.

    "Du bist die erste deiner Art, der scheinbare Gegenspieler ist eigentlich dein Freund und der wahre Bösewicht ist dein Erschaffer" ist doch sehr uninspiriert und vorhersehbar. Da hätte uch mir mehr Mut gewünscht. Man hätte bestimmt auch was interessantes hinbekommen, ohne alles unnötig zu verkomplizieren.

  4. Re: Der GITS Anime (1995) hat auch wenig Tiefgang

    Autor: countzero 07.04.17 - 00:15

    Hab ich grad noch entdeckt. "Das Problem von Ghost in the Shell":

    >https://www.youtube.com/watch?v=ONXd-Bt5TYo

    Ich fand die Argumentation interessant und nachvollziehbar.

  5. Re: Der GITS Anime (1995) hat auch wenig Tiefgang

    Autor: stereo12 13.04.17 - 15:49

    Hakuro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sein wir mal ehrlich. Der erste Anime von GITS (1995) hat auch nicht
    > besonders viel Tiefgang (im Sinne gesprochener Dialoge). Der Tiefgang wird
    > genau genommen im Anime nur durch den Zuschauer hineininterpretiert.

    Ich denke nicht, dass die Menge der gesprochenen Dialoge ein guter Gradmesser für den Tiefgang eines Films ist.

    Hat der Zuschauer überhaupt die Chance hineinzuinterpretieren, dann hat der Filmemacher schon sehr sehr viel richtig gemacht. Das war eine der großen Methoden von Hitchcock und das lässt sich auch in etwas moderneren Filmen gut beobachten. Beispiel ALian 1. Das Monstrum ist nahezu nie direkt zu sehen, aber der Film lässt super viel Platz in die Situation hereinzuinterpretieren, das leere dunkle Raumschiff, die Geräuschkulisse und eben was das eigene Gehirn mit der gezeigten Situation so anzufangen weiß :). Wird dagegen alles plakativ gezeigt, bleibt dem eigenen Kopf kein Platz um zu arbeiten.

    Ghost in the Shell im Original hatte da sehr viel zu bieten, denn die Gestaltung der Technik und der Stadt war deutlich schlüssiger. Das geht schon bei der Geräuschkulisse los: "Making of a Cyborg" im Original ist ein Herstellungsprozess in einer Fabrik, da sind Maschinen zu sehen und zu hören, das klingt nach Stahlwerk, große Aggregate werden angefahren usw. So ein Cyborg wiegt ernsthaft. Im Remake: Nix - Geräuscharbeit nicht vorhanden und dargestellt wird fast nur der Körper.

    Erst das Zusammenspiel der Fabrik und der fortschreitenden Erschaffung des Körpers macht für mich die Kernaussage, der Abschaffung der menschlichen Körperlichkeit wirklich deutlich. Körper die in Fabriken hergestellt werden, wie wir heute Autos oder sonstwas bauen. Der industrielle Part ist wichtig.

    Das Remake hat hier schon in den ersten Minuten verloren.

    Dass Section 9 eine hochtrainierte Geheimdienst-Truppe ist, wird nie deutlich. Weder deren Organisationsgrad noch das Handeln und die Bewegungen im Feld. Da war definitiv niemand dran, der etwas von der Choreographie von Bewegungen versteht. Das Original liefert hier alleine durch die Gestaltung von Räumlichkeiten, Dialogen, Technikdarstellung und Bewegungen sowie deren Geschwindigkeiten und Abstimmung ein deutlich komplexeres Bild. Da braucht oft gar nicht viel durch Dialoge platt erklärt werden, denn das gezeigte transportiert immens viel Bedeutung.

    Im Remake hingegen ist davon wirklich nichts zu sehen. Die Leute haben das grundsätzlich nicht verstanden. Ich tippe darauf, dass da einfach keine guten Leute am Werk waren.

    Die visuelle Gestaltung im Remake kommt dann fast durchgehend extrem überladen daher. Selbst beim tauchen muss eine extrem reiche Unterwasserwelt dargestellt werden, der eigentliche Inhalt der Szene ist hingegen extremst dünn.

    Die Stadt brüllt einen dauernd an. Ja, da hat sicherlich jemand Bladerunner gesehen, aber Bladerunner hatte eben trotz wimmelndem Chaos immer eine visuelle Führung. Und war detailverliebt. Das passiert im Remake selten. Eine nicht nutzlos überladene visuelle Ästhetik gibt es eigentlich nur da wo es einfach ist (Krankenhaus/Labore) oder wo die Szene aus einem der älteren Filme oder den Serien übernommen wurden.

    Ästhetisch neues hat der Film wenig anzubieten.

    Verabschieden tut sich das Remake dann mit der Auseinandersetzung mit dem Kampfpanzer. Im Original eine sehr gute Sequenz, wird das im Remake einfach nur blöd umgesetzt.

    Im Original ist der Panzer ein echt garstiges Stück Technik. Schnelle Reaktion, nur Bruchteile hinter der eines hochgezüchteten militärischen Cyborgs. Die Bewegungen der Waffe sind - wie man es eben von Robotertechnik erwartet - sehr fix. Die ganze Sequenz ist im Original wohltuend choreographiert, da wird das Tempo gewechselt, die Architektur ist klar. Und als Tüpfelchen auf dem i hat der Major dort sogar eine Strategie und es muss kein Plothole (Pilot muss sich doof anstellen und nicht raffen, dass der Major noch nicht tot ist) die Sequenz retten.

    Die Krone der Blödheit sind dann diese außen am Panzer montierten Raketen, die lahmarschig ins Ziel fliegen. Das Original hat hier einen ordentlichen raketengetriebenen Granatwerfer.

    Last but not least: Kann sich jemand an drei Klänge aus dem Soundtrack erinnern? Ich nicht. Wenn man schon den halben Film visuell zusammenklaubt, dann sollte man die Musik vielleicht ähnlich organisieren, hätte der Qualität sicherlich gut getan.

    Unterm Strich hat da gar nichts gepasst. Kein Gewerk hat ordentlich abgeliefert, visuell nicht, musikalisch nicht, sound nicht, etc.

    Ich frage mich eigentlich nur wie die Gurkentruppe überhaupt Scarlett Johanson bekommen hat.

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