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Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: RipClaw 18.05.16 - 16:34
Eher nicht. Es ist ja ganz nett das hier 6 Gigabit/s durch die Gegend geschickt wurden aber über Glasfaser kriegt man zum einen ein vielfaches von dieser Geschwindigkeit und man hat nicht das Problem der Sichtverbindung und anderen Funkverbindungen die eventuell stören. Und auch das Wetter musste sicher mitspielen um auf 6 Gigabit/s zu kommen.
Klar muss man Glasfaser erst mal verbuddeln aber mit Modernen Verlegetechniken kann man bis zu 10 Kilometer an einem Tag unter die Erde bringen und wenn es erst mal ausgebaut ist dann ist ein Upgrade auch nicht mehr weiter schwierig um noch mehr Geschwindigkeit über die Leitung zu bringen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.16 16:34 durch RipClaw. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: chuck0r 18.05.16 - 16:58
Ein paar hundert oder tausend Meter Tiefbau kosten ein vielfaches einer "normalen" Mikrowellenfunkstrecke.
Wir haben ca 20 davon in Betrieb und selbst bei Schnee, heftigem Regen oder Sturm bisher kaum bis keine Ausfälle oder runtergetegelte (<1024qam) gehabt. Grössere funkstrecken modulieren sicherlich höher sind aber trotzdem sehr stabil, denn das Ganze ist Carrier Grade und versorgt viele hunderte Handy-Funkmasten im Land.
Um z.b. einen kleinen Ortsteil anzubinden und dort Glasfaser oder ähnliches zu verlegen reicht eine 1Gbit Funkstrecke aus. Je nach Größe, Sendeleistung und Funkband sind hier auch jetzt schon Geschwindigkeiten >1Gbit + möglich -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: Bufanda 18.05.16 - 17:08
Ich mag mal behaupten für einfaches Surfen und dergleichen mag die Funkstrecke vermutlich gut sein, aber in der Multimedialenzeit in der wir stecken ist Bandbreite das wichtigste was es gibt und vor allem eine stablie Bandbreite. Amazon hat jetzt das UHD 4k Fire Tv rausgebracht und entsprechnd Youtube auf 4k aufgestockt in der App und wenn ich dann lese einen kleinen Ortsteil mit 1Gbit anbinden, wird mir doch schlecht. Wie viele teilen sich denn da diesen Gbit und wenn eine die neueste GoT-Folge in UHD 4k anschaut, haben die anderen dann noch Bandbreite für ihr gemütliches CS:GO-Spiel.
Aber in Deutschland ist das Internet ja Neuland und wir Surfen alle noch auf HTML 1.0 Seiten rum. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: RipClaw 18.05.16 - 17:50
chuck0r schrieb:
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> Ein paar hundert oder tausend Meter Tiefbau kosten ein vielfaches einer
> "normalen" Mikrowellenfunkstrecke.
Das ist klar aber dafür hat man was für die Zukunft während Funk und Kupfer nur Brückentechnologien sind die über kurz oder lang ersetzt werden müssen wenn die benötigte Bandbreite das übersteigt was maximal möglich ist.
Und das Argument "Kosten" kann ich echt nicht mehr hören zumal lokale Anbieter es offenbar schaffen Kostendeckend Glasfaser zu verlegen und das sogar in kleineren Ortschaften.
Und selbst wenn es mal was kostete dann ist das eben so. Die deutsche Regierung verballert jedes Jahr 30-40 Milliarden für Jets die die meiste Zeit am Boden bleiben, Drohnen die nicht fliegen dürfen und Gewehre die konstruktionsbedingt nicht in heißen Gegenden eingesetzt werden können.
Für den Breitbandausbau stehen 2016 gerade mal 2,7 Millarden zur Verfügung und das meiste davon dürfte die Telekom kassieren die mit Vectoring um die Ecke kommt was wieder dazu führt das sie in ein paar Jahren wieder Förderungen einstreichen können für die nächste Stufe des Vectoring.
> Wir haben ca 20 davon in Betrieb und selbst bei Schnee, heftigem Regen oder
> Sturm bisher kaum bis keine Ausfälle oder runtergetegelte (<1024qam)
> gehabt. Grössere funkstrecken modulieren sicherlich höher sind aber
> trotzdem sehr stabil, denn das Ganze ist Carrier Grade und versorgt viele
> hunderte Handy-Funkmasten im Land.
Als Zwischenlösung mag das ja taugen aber wenn erst mal 5G flächendeckend ausgerollt wird dann werden diese Verbindung ein Problem haben da die Latenz bei Funkverbindungen normalerweise relativ hoch ist und bei 5G geht es primär um eine geringe Latenz.
> Um z.b. einen kleinen Ortsteil anzubinden und dort Glasfaser oder ähnliches
> zu verlegen reicht eine 1Gbit Funkstrecke aus. Je nach Größe, Sendeleistung
> und Funkband sind hier auch jetzt schon Geschwindigkeiten >1Gbit + möglich
Damit kannst du maximal 20 Haushalte mit je 50 Mbit/s anbinden. Im Gegensatz dazu kann man über eine dicke Glasfaseranbindung hunderte oder tausende Haushalte anbinden und jeder einzelne Teilnehmer hat dann Bandbreiten von 100 Mbit/s oder mehr.
Klar braucht das nicht jeder aber wenn man es braucht dann ist es schön das zu haben. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: chuck0r 18.05.16 - 18:31
Bufanda schrieb:
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> Ich mag mal behaupten für einfaches Surfen und dergleichen mag die
> Funkstrecke vermutlich gut sein, aber in der Multimedialenzeit in der wir
> stecken ist Bandbreite das wichtigste was es gibt und vor allem eine
> stablie Bandbreite. Amazon hat jetzt das UHD 4k Fire Tv rausgebracht und
> entsprechnd Youtube auf 4k aufgestockt in der App und wenn ich dann lese
> einen kleinen Ortsteil mit 1Gbit anbinden, wird mir doch schlecht. Wie
> viele teilen sich denn da diesen Gbit und wenn eine die neueste GoT-Folge
> in UHD 4k anschaut, haben die anderen dann noch Bandbreite für ihr
> gemütliches CS:GO-Spiel.
>
> Aber in Deutschland ist das Internet ja Neuland und wir Surfen alle noch
> auf HTML 1.0 Seiten rum.
Zur Not baust du eben ne zweite Gbit Strecke nebendran. Nur, weil du gerne und viel konsumierst heißt das noch lange nicht, dass UHD mittlerweile in jedem Haushalt geschaut wird. Das ist eine langsame aber stetige Entwicklung entsprechend der bei HD damals. Pure Bandbreite auf dem Papier ist natürlich auch schön und gut jedoch (siehe unten) rechnet kein Provider mit dieser Milchmädchenrechnung.
Gegebenenfalls bist du auch bereit für einen 100/200+Mbit Anschluss knappe 50Euro und mehr zu bezahlen. Die Mehrheit der Deutschen sieht das aber anders. Das bemerken häufig die Anbieter, die die von der Telekom "ausgelassenen" Ortschaften versorgen. Der Provider soll investieren (natürlich bekommt er einen Teil vom Staat, das reicht aber vorne und hinten nicht), jedoch die Anschlüsse bitte maximal für 30 Euro anbieten. Wie soll das ein kleiner Provider bitte stemmen?
Bei meinen Eltern im Ort wird aktuell VDSL ausgebaut (kleiner, regionaler Anbieter). Viele Bürger waren begeistert und gingen zur Info-Veranstaltung. Dann wurde klargestellt, dass der 50/10 Mbit Anschluss 49Euro kosten wird. Bei 1200 Wohnungen im Ort haben genau 23 einen Vertrag abgeschlossen. Den anderen wars zu teuer.
RipClaw schrieb:
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> chuck0r schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Ein paar hundert oder tausend Meter Tiefbau kosten ein vielfaches einer
> > "normalen" Mikrowellenfunkstrecke.
>
> Das ist klar aber dafür hat man was für die Zukunft während Funk und Kupfer
> nur Brückentechnologien sind die über kurz oder lang ersetzt werden müssen
> wenn die benötigte Bandbreite das übersteigt was maximal möglich ist.
Dann schraubst du eben einen neuen Funk hin. Wie du nun der Meldung entnehmen kannst wird in der Richtung auch weiter geforscht. Da ist noch lange nicht Schluss.
> Und das Argument "Kosten" kann ich echt nicht mehr hören zumal lokale
> Anbieter es offenbar schaffen Kostendeckend Glasfaser zu verlegen und das
> sogar in kleineren Ortschaften.
Auch wenn du es nicht mehr hören magst ist der Tiefbau der größte Kostenpunkt an solchen Ausbauten. Vielleicht kannst du günstig innerhalb einer Ortschaft Glasfaser verlegen, indem du Micro-Trenching einsetzt oder auch bereits vorhandene Leerrohre nutzt. Wenn aber nun eine Ortschaft/Stadtteil nicht an einen Glasfaserring angeschlossen ist muss dieser Weg erschlossen werden. Im ländlichen Gebiet sind das gerne mal ein paar Kilometer. Das heißt für den Anbieter, dass er diese hundertausende Euro erst einmal wieder einnehmen muss.
> Und selbst wenn es mal was kostete dann ist das eben so. Die deutsche
> Regierung verballert jedes Jahr 30-40 Milliarden für Jets die die meiste
> Zeit am Boden bleiben, Drohnen die nicht fliegen dürfen und Gewehre die
> konstruktionsbedingt nicht in heißen Gegenden eingesetzt werden können.
>
> Für den Breitbandausbau stehen 2016 gerade mal 2,7 Millarden zur Verfügung
> und das meiste davon dürfte die Telekom kassieren die mit Vectoring um die
> Ecke kommt was wieder dazu führt das sie in ein paar Jahren wieder
> Förderungen einstreichen können für die nächste Stufe des Vectoring.
Das ist wohl ein Problem in der Politik - der Markt reguliert sich hier eben nicht selbst. Ob nun LTE der richtige Weg ist den Breitbandausbau voran zu treiben bezweifle ich auch. Hier beim Thema geht es aber um Richtfunk z.B. zum Breitbandverteiler und nicht zum Endkunden..
> > Wir haben ca 20 davon in Betrieb und selbst bei Schnee, heftigem Regen
> oder
> > Sturm bisher kaum bis keine Ausfälle oder runtergetegelte (<1024qam)
> > gehabt. Grössere funkstrecken modulieren sicherlich höher sind aber
> > trotzdem sehr stabil, denn das Ganze ist Carrier Grade und versorgt
> viele
> > hunderte Handy-Funkmasten im Land.
>
> Als Zwischenlösung mag das ja taugen aber wenn erst mal 5G flächendeckend
> ausgerollt wird dann werden diese Verbindung ein Problem haben da die
> Latenz bei Funkverbindungen normalerweise relativ hoch ist und bei 5G geht
> es primär um eine geringe Latenz.
Woher nimmst du das Wissen, dass bei Funk eine erhöhte Latenz auftritt? 5GHz Strecken produzieren ca 4-5ms Latenz (natürlich manchmal ein wenig mehr, manchmal ein wenig weniger):
http://www.meconet.de/de/loesungen/richtfunk/lizenzfrei/bandbreiten/5ghz-ideale-labor-umgebung.html
Und das sind 5GHz Strecken. Auf einem richtigen Richtfunk hast du die Frequenz für dich (Angemeldet bei der Bundesnetzagentur), da erhöht sich die Latenz auch nicht wirklich.
Übrigens interessanter Fakt: Es gab einen Anbieter (ich glaube SAF), welcher für eine Börse in England eine Funkverbindung errichtet hat, da hiermit eine geringere Latenz möglich war als mit einer Glasfaser....
> > Um z.b. einen kleinen Ortsteil anzubinden und dort Glasfaser oder
> ähnliches
> > zu verlegen reicht eine 1Gbit Funkstrecke aus. Je nach Größe,
> Sendeleistung
> > und Funkband sind hier auch jetzt schon Geschwindigkeiten >1Gbit +
> möglich
>
> Damit kannst du maximal 20 Haushalte mit je 50 Mbit/s anbinden. Im
> Gegensatz dazu kann man über eine dicke Glasfaseranbindung hunderte oder
> tausende Haushalte anbinden und jeder einzelne Teilnehmer hat dann
> Bandbreiten von 100 Mbit/s oder mehr.
>
> Klar braucht das nicht jeder aber wenn man es braucht dann ist es schön das
> zu haben.
Arbeitest du in der Netzplanung eines Anbieters? Kein Anbieter der Welt wird maximal 20x50mbit Anschlüsse hinter solch einem Upstream verkaufen... Da wird ganz anders gerechnet. Die theoretische Anzahl an Kunden hinter dem Upstream ist nie(!) komplett gleichzeitig online, natürlich gibt es in den Abendstunden in der Regel höheres Traffic aufkommen - jedoch habe ich noch kein Netzsegment gesehen in dem unsere Planungen nicht aufgegangen wären...
Natürlich ist Glasfaser schön und gut, jedoch nicht immer einfach und überall hinzubringen. Die Funktechnik kann hier schon einiges ersetzen. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: RipClaw 18.05.16 - 19:12
chuck0r schrieb:
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> RipClaw schrieb:
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> > chuck0r schrieb:
> >
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>
> > -----
> > > Ein paar hundert oder tausend Meter Tiefbau kosten ein vielfaches
> einer
> > > "normalen" Mikrowellenfunkstrecke.
> >
> > Das ist klar aber dafür hat man was für die Zukunft während Funk und
> Kupfer
> > nur Brückentechnologien sind die über kurz oder lang ersetzt werden
> müssen
> > wenn die benötigte Bandbreite das übersteigt was maximal möglich ist.
>
> Dann schraubst du eben einen neuen Funk hin. Wie du nun der Meldung
> entnehmen kannst wird in der Richtung auch weiter geforscht. Da ist noch
> lange nicht Schluss.
Und dann noch eine Strecke und noch eine und noch eine bis alle Frequenzbänder voll sind.
Bei Glasfaser muss man oft nur die Optik austauschen und schon hat man ein vielfaches an Bandbreite gewonnen.
> > Und das Argument "Kosten" kann ich echt nicht mehr hören zumal lokale
> > Anbieter es offenbar schaffen Kostendeckend Glasfaser zu verlegen und
> das
> > sogar in kleineren Ortschaften.
>
> Auch wenn du es nicht mehr hören magst ist der Tiefbau der größte
> Kostenpunkt an solchen Ausbauten. Vielleicht kannst du günstig innerhalb
> einer Ortschaft Glasfaser verlegen, indem du Micro-Trenching einsetzt oder
> auch bereits vorhandene Leerrohre nutzt. Wenn aber nun eine
> Ortschaft/Stadtteil nicht an einen Glasfaserring angeschlossen ist muss
> dieser Weg erschlossen werden. Im ländlichen Gebiet sind das gerne mal ein
> paar Kilometer. Das heißt für den Anbieter, dass er diese hundertausende
> Euro erst einmal wieder einnehmen muss.
Genau hier irrst du dich. Zwischen den Ortschaften lässt sich Glasfaser extrem günstig verlegen da man Techniken wie z.B. den Kabelpflug einsetzen kann. Dann schafft man bis zu 10 Kilometer pro Tag. Die Kosten werden zwar immer in Bezug auf die Strecke genannt aber eigentlich sind es Kosten über die Zeit und wenn man hier Zeit spart, dann spart man auch Kosten.
Hier z.B. ein Video von einem Ausbau in Dänemark: [www.youtube.com]
> > Und selbst wenn es mal was kostete dann ist das eben so. Die deutsche
> > Regierung verballert jedes Jahr 30-40 Milliarden für Jets die die meiste
> > Zeit am Boden bleiben, Drohnen die nicht fliegen dürfen und Gewehre die
> > konstruktionsbedingt nicht in heißen Gegenden eingesetzt werden können.
> >
> > Für den Breitbandausbau stehen 2016 gerade mal 2,7 Millarden zur
> Verfügung
> > und das meiste davon dürfte die Telekom kassieren die mit Vectoring um
> die
> > Ecke kommt was wieder dazu führt das sie in ein paar Jahren wieder
> > Förderungen einstreichen können für die nächste Stufe des Vectoring.
>
> Das ist wohl ein Problem in der Politik - der Markt reguliert sich hier
> eben nicht selbst. Ob nun LTE der richtige Weg ist den Breitbandausbau
> voran zu treiben bezweifle ich auch. Hier beim Thema geht es aber um
> Richtfunk z.B. zum Breitbandverteiler und nicht zum Endkunden..
>
> > > Wir haben ca 20 davon in Betrieb und selbst bei Schnee, heftigem Regen
> > oder
> > > Sturm bisher kaum bis keine Ausfälle oder runtergetegelte (<1024qam)
> > > gehabt. Grössere funkstrecken modulieren sicherlich höher sind aber
> > > trotzdem sehr stabil, denn das Ganze ist Carrier Grade und versorgt
> > viele
> > > hunderte Handy-Funkmasten im Land.
> >
> > Als Zwischenlösung mag das ja taugen aber wenn erst mal 5G
> flächendeckend
> > ausgerollt wird dann werden diese Verbindung ein Problem haben da die
> > Latenz bei Funkverbindungen normalerweise relativ hoch ist und bei 5G
> geht
> > es primär um eine geringe Latenz.
>
> Woher nimmst du das Wissen, dass bei Funk eine erhöhte Latenz auftritt?
> 5GHz Strecken produzieren ca 4-5ms Latenz (natürlich manchmal ein wenig
> mehr, manchmal ein wenig weniger):
> www.meconet.de
>
> Und das sind 5GHz Strecken. Auf einem richtigen Richtfunk hast du die
> Frequenz für dich (Angemeldet bei der Bundesnetzagentur), da erhöht sich
> die Latenz auch nicht wirklich.
5Ghz unter Laborbedingungen. Wenn aber ordentlich was reinstört dann dürfen die Pakete nochmal geschickt werden und das kostet Zeit.
> Übrigens interessanter Fakt: Es gab einen Anbieter (ich glaube SAF),
> welcher für eine Börse in England eine Funkverbindung errichtet hat, da
> hiermit eine geringere Latenz möglich war als mit einer Glasfaser....
Und warum sind die anderen Börsen alle via Glasfaser angebunden und nicht via Funk ?
> > > Um z.b. einen kleinen Ortsteil anzubinden und dort Glasfaser oder
> > ähnliches
> > > zu verlegen reicht eine 1Gbit Funkstrecke aus. Je nach Größe,
> > Sendeleistung
> > > und Funkband sind hier auch jetzt schon Geschwindigkeiten >1Gbit +
> > möglich
> >
> > Damit kannst du maximal 20 Haushalte mit je 50 Mbit/s anbinden. Im
> > Gegensatz dazu kann man über eine dicke Glasfaseranbindung hunderte oder
> > tausende Haushalte anbinden und jeder einzelne Teilnehmer hat dann
> > Bandbreiten von 100 Mbit/s oder mehr.
> >
> > Klar braucht das nicht jeder aber wenn man es braucht dann ist es schön
> das
> > zu haben.
>
> Arbeitest du in der Netzplanung eines Anbieters? Kein Anbieter der Welt
> wird maximal 20x50mbit Anschlüsse hinter solch einem Upstream verkaufen...
> Da wird ganz anders gerechnet. Die theoretische Anzahl an Kunden hinter dem
> Upstream ist nie(!) komplett gleichzeitig online, natürlich gibt es in den
> Abendstunden in der Regel höheres Traffic aufkommen - jedoch habe ich noch
> kein Netzsegment gesehen in dem unsere Planungen nicht aufgegangen
> wären...
Das Problem ist das sich die Struktur der Haushalte in den nächsten Jahren verändern wird. Bei der nachrückenden Generation ist lineares Fernsehen kaum noch gebräuchlich und Youtube läuft oft die ganze Zeit nebenbei. Und wenn dann Abends alle sich was von Netflix ansehen wollen dann war es das mit deiner Mischkalkulation.
> Natürlich ist Glasfaser schön und gut, jedoch nicht immer einfach und
> überall hinzubringen. Die Funktechnik kann hier schon einiges ersetzen.
Aber nur auf Zeit.
Ich hab echt genug von irgendwelchen Aushilfslösungen. Aktuell bin ich mit Call & Surf via Funk angebunden und während alle anderen von den tollen neuen Serien auf Netflix berichten darf ich mir bei jedem MB überlegen ob ich das Datenvolumen noch bis zum Ende des Monats reicht.
Letzte Woche habe ich erfahren das bei uns endlich Ausgebaut wird und ich vielleicht in einem Jahr bis zu 50 Mbit/s erhalten kann aber wenn die Telekom ankommen würde und würde sagen "Für 2000¤ Anschlussgebühr und 100¤ im Monat kriegen sie Glasfaser bis ins Haus" dann würde ich keine Sekunde zögern denn dann wüsste ich das ich nicht bis zu 50 Mbit/s habe sondern das ich 200 Mbit/s garantiert habe. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: Ovaron 19.05.16 - 05:16
Bufanda schrieb:
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> Ich mag mal behaupten für einfaches Surfen und dergleichen
> mag die Funkstrecke vermutlich gut sein, aber in der
> Multimedialenzeit in der wir stecken ist Bandbreite das
> wichtigste was es gibt und vor allem eine stablie Bandbreite.
Aha.
> Amazon hat jetzt das UHD 4k Fire Tv rausgebracht
Aha. Und, was glaubst Du, ob wohl 6 Gbit reichen werden um ein FireTV mit UHD 4k zu befeuern? Meinst Du das könnte knapp werden?
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> und wenn ich dann lese einen kleinen Ortsteil mit 1Gbit
> anbinden, wird mir doch schlecht. Wie viele teilen sich denn
> da diesen Gbit
Klingt nach einer sehr vielosaufischen Frage, ist aber in Wahrheit nur Geschwafel.
Wieviele sich die 1 Gbit teilen hängt nicht davon ab ob die 1 Gbit über Funk, über Koax über Glas oder über USB-Stick kommen. Wieviele sich die 1 Gbit teilen hängt vom Überbuchungsfaktor ab. Telekom sagt man nach, die Überbuchung bei 30fach zu begrenzen. Kabeltelkos sagt man nach, mit 200facher Überbuchung zu rechnen. Dem Internet sagt man eine mehrtausendfache Überbuchung nach :-) (Scherz, das muss man für Blitzmerker wohl extra hinzufügen)
Klingt nach irrsinnig viel Überbuchung? Für mich auch (und ich rechne damit das der Wert bald nach oben korrigiert wird). Statistisch gesehen sind sie aber sinnvoll. Es schaut eben nicht jeder zur gleichen Zeit Amazon HD. Auch nicht zur Primetime. Und Amazon spendiert für UHD eben keine 25 Mbit pro Stream, eher ~16.
Aber rechnen wir mal sehr(!) konservativ mit 10facher Überbuchung. Das wären 600 Haushalte die mit 100 Mbit versorgt werden. Was glaubst Du denn, wieviel Haushalte ein *kleiner* Ortsteil hat? -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: Ovaron 19.05.16 - 05:38
RipClaw schrieb:
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> > Dann schraubst du eben einen neuen Funk hin. Wie du nun der Meldung
> > entnehmen kannst wird in der Richtung auch weiter geforscht. Da ist noch
> > lange nicht Schluss.
> Und dann noch eine Strecke und noch eine und noch eine bis alle
> Frequenzbänder voll sind.
Ja. Genau wie bei Glas.
> Bei Glasfaser muss man oft nur die Optik austauschen und schon hat man ein
> vielfaches an Bandbreite gewonnen.
Und wenn alle Frequenzbänder voll ist muss man trotzdem neu verkabeln.
Halten wir fest: wenn voll - dann voll.
> > > Und das Argument "Kosten" kann ich echt nicht mehr hören
Brauchst Du natürlich nicht. Stelle einfach den (gedeckten) Scheck aus und übergib ihn Deiner Gemeinde. Ruck-Zuck haben Du und Deine Mitbewohner alle FTTH mit einem Dutzend Fasern jeweils bis zum DE-CIX in Frankfurt.
Halten wir fest: Das Leben ist soooo einfach, wenn man die Kosten ausblendet.
> Genau hier irrst du dich. Zwischen den Ortschaften lässt sich Glasfaser
> extrem günstig verlegen da man Techniken wie z.B. den Kabelpflug einsetzen
> kann.
Nicht *da* man einsetzen kann sondern *falls* man einsetzen kann.
Falls Du CDU-Wähler bist kannst Du natürlich Stoppschilder gegen Felsen, Verkehrswege oder allgemein "Landschaft" aufstellen lassen und anschließend mit dem Kabelpflug quer durch pflügen.
> > > Und selbst wenn es mal was kostete dann ist das eben so.
Ist Dein Scheck an die Gemeinde schon in der Post?
> > Hier beim Thema geht es aber um
> > Richtfunk z.B. zum Breitbandverteiler und nicht zum Endkunden..
> Das Problem ist das sich die Struktur der Haushalte in den nächsten Jahren
> verändern wird.
Das wäre ein Problem - falls sich die Kapazität der zuführenden Strecken nicht entsprechend erhöhen ließe.
> Bei der nachrückenden Generation ist lineares Fernsehen kaum noch gebräuchlich
Ja, das ist absehbar. Wird aber zuallererst und vor allem im Backbone zum Problem. Denn der muss jeden einzelnen Videostrom erstmal liefern.
> und Youtube läuft oft die ganze Zeit nebenbei.
Bei Dir möglicherweise, wer das Geld hat all seinen Mitbürgern FTTH bis zum DE-CIX zu spendieren braucht sich natürlich mit sowas trivialem wie Stromrechnungen nicht zu befassen. Das Millionen Haushalte rund um die Uhr einen Fernseher mit 60-100 Watt laufen lassen "weil sie es können" bezweifle ich jedoch.
> Und wenn dann Abends alle sich was von Netflix ansehen wollen dann war es das mit deiner Mischkalkulation.
Dann wird es das gewesen sein... Nicht vergessen, wir wandern gerade durch Dein Tabaluga-Zukunfts-Traumland. Im Tabaluga-Zukunfts-Traumland werden natürlich die Kapazitäten der Funkstrecke nochmals gesteigert und die Überbuchungsfaktoren zurück genommen, ist doch logisch, oder etwa nicht?
> Ich hab echt genug von irgendwelchen Aushilfslösungen. Aktuell bin ich mit
> Call & Surf via Funk angebunden
Dann ruf gleich morgen bei der Gemeinde an und informiere die darüber das Dein Scheck in der Post ist. Vielleicht fängt sie dann früher an die Kabel für Dich und Deine Mitbürger zu legen. Ach ja, und vergess nicht auch gleich Deine Datenleitungen im Haus komplett auf Glasfaser (mindestens 2 Terminals pro Raum, auch in der Besenkammer, nicht vergessen!) umzustellen. Kostet zwar IRRE-SCHWEINE-VIEL-GELD - aber hey, dann hast Du endlich für Immer Ruhe und brauchst wenigstens im Haus nie wieder irgendwelche Aushilfslösungen. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: brainDotExe 19.05.16 - 16:42
RipClaw schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
>
> Damit kannst du maximal 20 Haushalte mit je 50 Mbit/s anbinden. Im
> Gegensatz dazu kann man über eine dicke Glasfaseranbindung hunderte oder
> tausende Haushalte anbinden und jeder einzelne Teilnehmer hat dann
> Bandbreiten von 100 Mbit/s oder mehr.
Stichwort Überbuchung.
Die Telekom und jeder halbwegs anständige Anbieter bindet aktuell seine DSLAMs/MSANs mit 1GBit/s an.
Bei der Telekom sind 10GBit/s ab 2020 im Gespräch.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.05.16 16:43 durch brainDotExe. -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: chuck0r 20.05.16 - 13:38
Ovaron hat ja die meisten Argumente so schön dargelegt, dass ich dies nicht mehr tun muss ;-)
Zur Latenz-Thematik:
@38GHz Mikrowelle (ca 1,5km), 1ster Hop Router im Gebäude, 2ter Hop ist dann die Gegenstelle ;-)
# ADDRESS LOSS SENT LAST AVG BEST WORST STD-DEV STATUS
1 xxx.xxx.8.145 0% 36 0.8ms 0.9 0.8 1.2 0.1
2 xxx.xxx.59.137 0% 36 1.4ms 1.7 1.4 2.8 0.2
3 xxx.xxx.59.22 0% 36 1.6ms 1.6 1.3 2.7 0.3
4 xxx.xxx.59.205 0% 36 3.4ms 3.6 3.3 4.1 0.2
5 xxx.xxx.58.169 0% 36 5.6ms 5.6 5.3 6.7 0.3
6 xxx.xxx.146.14 0% 36 74.7ms 54.2 30.8 90.1 15.4
7 xxx.xxx.48.252 0% 36 5.5ms 5.7 5.5 8.6 0.5
8 xxx.xxx.57.127 0% 36 5.9ms 6 5.8 7.3 0.2 <MPLS:L=29866,E=4>
9 xxx.xxx.95.39 0% 36 8.9ms 9.1 8.9 10.6 0.3 <MPLS:L=25200,E=4>
10 xxx.xxx.37.103 0% 36 15.7ms 15.7 15.6 16.3 0.1 <MPLS:L=24946,E=4>
11 xxx.xxx.242.15 0% 36 12ms 12.1 11.9 12.5 0.2
12 100% 36 timeout
13 8.8.8.8 0% 35 12ms 12.1 11.9 13.1 0.2
Und weils so schön ist noch eine 5GHz Strecke (ca 1km):
1 xxx.xxx.4.254 0% 8 2.2ms 5.4 1.8 28.1 8.6
2 xxx.xxx.55.121 0% 8 2.6ms 2.4 2 2.8 0.2
3 xxx.xxx.59.253 0% 8 3ms 3.2 3 3.8 0.3
4 xxx.xxx.59.241 0% 8 3.2ms 3.7 3.2 5 0.6
5 xxx.xxx.146.14 0% 8 46.2ms 46.4 33.4 69 10.3
6 xxx.xxx.56.106 0% 8 31.6ms 43.5 29.4 61.3 12.6
7 xxx.xxx.57.135 0% 7 3.5ms 3.6 3.5 4.2 0.2 <MPLS:L=705305,E=4>
8 xxx.xxx.232.77 0% 7 28.4ms 10.1 6.4 28.4 7.5 <MPLS:L=388892,E=4>
9 xxx.xxx.49.240 0% 7 13.2ms 16.7 13.2 27.5 4.8 <MPLS:L=545264,E=4>
10 xxx.xxx.42.98 0% 7 10.5ms 11.4 10.1 13.3 1.2
11 100% 7 timeout
12 8.8.8.8 0% 7 10.9ms 10.4 9.9 11.5 0.6
Ich weiß absolut nicht, was du gegen Funk hast... -
Re: Funk als Ersatz für Glasfaser ?
Autor: chuck0r 20.05.16 - 13:39
DSLAMs sind doch in der Regel mit 2Gbit angebunden oder irre ich mich da?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.05.16 13:49 durch chuck0r.



