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Musik Playlisten sind mathematisch unlösbar
Autor: Superschlenz 23.10.23 - 10:20
Als Beispiel, die Playlist "1 likes" enthält 1000 Songs, die Playlist "2 likes" 100 Songs, und Songs mit 2 likes sollen doppelt so häufig abgespielt werden wie Songs mit 1 likes.
Das kann nur funktionieren, wenn beide Playlists die gleiche Anzahl an Songs enthalten. Dann folgen auf jeden Song aus Playlist 1 zwei aus Playlist 2, also ein Verhältnis von 1:2 direkt beim Abspielen, und insgesamt werden alle Songs aus Playlist 2 doppelt so häufig abgespielt wie alle Songs aus Playlist 1, also statistisch gesehen ebenfalls wieder ein Verhältnis von 1:2.
Sobald aber die Playlists eine unterschiedliche Anzahl an Songs enthalten, driften die Verhältnisse auseinander, und man muss sich für eines von beiden entscheiden. Diesen Widerspruch kann auch die schlaueste KI nicht auflösen, es ist mathematisch unmöglich. -
Re: Musik Playlisten sind mathematisch unlösbar
Autor: ITnachHauseTelefonieren 23.10.23 - 14:00
Was?
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Re: Musik Playlisten sind mathematisch unlösbar
Autor: TheUnichi 23.10.23 - 18:55
Superschlenz schrieb:
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> Als Beispiel, die Playlist "1 likes" enthält 1000 Songs, die Playlist "2
> likes" 100 Songs, und Songs mit 2 likes sollen doppelt so häufig abgespielt
> werden wie Songs mit 1 likes.
>
> Das kann nur funktionieren, wenn beide Playlists die gleiche Anzahl an
> Songs enthalten. Dann folgen auf jeden Song aus Playlist 1 zwei aus
> Playlist 2, also ein Verhältnis von 1:2 direkt beim Abspielen, und
> insgesamt werden alle Songs aus Playlist 2 doppelt so häufig abgespielt wie
> alle Songs aus Playlist 1, also statistisch gesehen ebenfalls wieder ein
> Verhältnis von 1:2.
>
> Sobald aber die Playlists eine unterschiedliche Anzahl an Songs enthalten,
> driften die Verhältnisse auseinander, und man muss sich für eines von
> beiden entscheiden. Diesen Widerspruch kann auch die schlaueste KI nicht
> auflösen, es ist mathematisch unmöglich.
Du verwechselst KI mit Statistik... -
Re: Musik Playlisten sind mathematisch unlösbar
Autor: Superschlenz 24.10.23 - 02:47
KI soll ja nur bei nicht getagten Songs vorhersagen, wieviele Likes ich denen geben würde.
Was ich meinte war, dass das Problem "Welchen Song spiele ich als nächstes?" auch dann nicht lösbar ist, wenn echte Ground Truth Labels vorhanden sind, man also gar keine KI benötigt.
Wenn ein Problem grundsätzlich nicht lösbar ist, dann kann man da noch so viel KI draufwerfen, es wird niemals gelöst werden. Damit ist KI nutzlos, und man braucht es erst gar nicht zu versuchen.
Wie machen eigentlich professionelle Radiosender das? In der c't gab's mal einen Report über die Digitaltechnik bei N-Joy Radio, soweit ich das noch in Erinnerung habe gibt es dort 3 Playlisten A, C und N, sie heißen dort Rotationen. Neueinsteiger kommen in die N Rotation, danach wandern sie entweder nach A oder C, und die oft gespielten Songs von A wandern nach einiger Zeit ebenfalls nach C. Da wird sich also in C eine Menge ansammeln mit der Zeit, so dass das Problem mit den unterschiedlich großen Playlisten auch hier besteht. -
Re: Musik Playlisten sind mathematisch unlösbar
Autor: Superschlenz 24.10.23 - 03:34
ITnachHauseTelefonieren schrieb:
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> Was?
Man kann es anschaulicher darstellen, wenn man die Playlisten auf das Minimum reduziert, den Zufall rausnimmt, und eine vollständige Epoche ausrollt, also bis sich das wiederholen würde. Bei jeweils einem Song A in beiden Playlisten 1 und 2 sieht das so aus:
1A 2A 2A
Irgendwas aus Playlist 1 wird einmal gespielt, irgendwas aus Playlist 2 zweimal, also 1:2, check. Und Song 2A wird doppelt so oft gespielt wie Song 1A, also ebenfalls 1:2.
Fügt man jetzt einen zweiten Song B zu Playlist 1 hinzu, sieht die Epoche so aus:
1A 2A 2A 1B 2A 2A
Irgendwas aus Playlist 1 wird zweimal gespielt, irgendwas aus Playlist 2 viermal, 2:4 = 1:2, also check. Aber: Song 2A wird viermal gespielt, Song 1A dagegen nur einmal. Also 1:4 ≠ 1:2, und das ist inkorrekt!
Bei unterschiedlich langen Playlisten können nicht beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt werden. Man muss also entweder eine der beiden Bedingungen fallen lassen, oder man mischt das, zum Beispiel im Verhältnis 50:50%, was bei 3 unterschiedlich langen Playlisten aber nicht mehr funktioniert.



