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Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: redmord 11.03.24 - 10:37
Die Anti-Haltung gegenüber Tesla/Musk trägt bisweilen interessante Stilblüten. Mittlerweile sollte jedem klar sein, dass es sich generell um einen Wald mit Monokultur handelt. Etwas, was Naturschützer seit Jahrzehnten kritisieren. Jeder Quadratmeter wird nach dem Lehrbuch kompensiert. Das heißt: für jeden abgeholzten Quadratmeter Monokultur werden woanders zwei Quadratmeter Mischkultur gepflanzt. Auch etwas, was Naturschützer seit Jahrzehnten unterstützen. IMHO könnte Tesla hier wirklich auf den Putz hauen und deutlich mehr pflanzen/machen.
Auch will man bei Tesla weg von der Straße und hin zur Schiene. Etwas, was durch die Bank alle Naturschützer seit Jahrzehnten fordern. In ihrer Fundamental-Opposition, stellt man sich jedoch kategorisch gegen alles, was mit Tesla zutun hat. Dann wird jeder Baum symbolisch derart aufgeladen, dass dieser so viel zählt wie der ganze Planet. Dann scheint es auch irgendwie logisch als vorgeblicher Naturschützer gegen Güterzüge zu demonstrieren. Eine Vereinbarkeit von Tesla mit dem Standort ist danach überhaupt nicht gewünscht. Tesla selbst soll weg, was viele Gründe drumherum zu Schutzbehauptungen degradiert.
Inhaltlich wird dann einfach so niedrig gestapelt bis jeglicher Pragmatismus ideologisch
ausradiert ist. -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: M.P. 11.03.24 - 10:54
Das ist durchaus alles löblich, aber trotzdem verliert Deutschland täglich 55 Hektar Land für Siedlungs- Industrie- und Verkehrsflächen...
Wenn dann als Kompensation täglich 110 Hektar Agrarland in naturnahe Ausgleichsflächen umgewandelt wird, wird das unserem Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln nicht gerade gut tun, und der Natur womöglich nicht so zuträglich sein, wie man es PR-Mäßig zu verkaufen trachtet ... insbesondere, wenn man den Blick darauf richtet, wie die importierten Agrargüter produziert werden ... Der Bauer kauft dann Soja-Futter aus Brasilien, statt das Futter selbst anzubauen .... -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: Marvin-42 11.03.24 - 11:13
Das liegt aber auch an der deutschen Politik:
Es ist völlig legal zB ein ehemaliges Fabrikgelände brach liegen zu lassen.
Wer es aber bebauen will muss das Grundstück aufwendig und teuer sanieren. Gleichzeitig dauert das Genehmigungsverfahren ewig. Also macht das niemand.
Alternativ könnte man das Gelände auch zum Biotop umbauen. Macht man aber auch nicht. Selbst auf einer mit Schwermetall belasteten Halde wachsen spezialisierte Arten. Und ein Park ist genauso als Naherholung geeignet wenn im Boden Schadstoffe sind.
Es ist absurd Böden zu entsorgen, indem man sie in ein anderes Loch kippt. -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: Dwalinn 11.03.24 - 11:23
Nicht jeder Naturschützer hat die gleichen Ziele da das ein sehr komplexes Thema ist. So kann der eine streng gegen Jagd sein während der andere argumentiert das das extrem wichtig ist um beispielsweise Jungbäume zu schützen und ein Gleichgewicht zu halten.
Ein weiteres Problem ist wie gut information weitergeben werden, gerade bei den Bewohnern von Grünheide war das schlicht eine Wahl gegen Tesla die man 2019 nicht bekommen hatte.
Da man Tesla eh nicht mehr weg bekommt ist die Erweiterung hingegen durchaus für alle ein Vorteil.
Die Problematik mit dem Trinkwasserschutzgebiet bleibt hingegen jedoch scheint die Erweiterung außerhalb des Gebiets zu liegen was so aber scheinbar nicht gut kommuniziert wurde.
Mit dem Wald ist das auch so ein Ding, bezahlt wurde das bisher vom Land Brandenburg und leute den es vor allem um die unmittelbare Region geht kann es auch egal sein wenn 50-100km weiter ein neuer Wald entsteht.
Mit dem Wasser ist es ebenfalls so, was hilft es wenn woanders in Brandenburg andere noch mehr Wasser nutzen wenn der Wasserverband dafür garnicht zuständig ist, allerdings ist die Menge des Trinkwasser ohnehin schon so gut wie vom Tisch und nicht wirklich Mittelpunkt der Diskussionen. -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: x4v 11.03.24 - 12:51
M.P. schrieb:
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> Das ist durchaus alles löblich, aber trotzdem verliert Deutschland täglich
> 55 Hektar Land für Siedlungs- Industrie- und Verkehrsflächen...
Und ausgerechnet ein großer Arbeitgeber aus US soll das kompensieren?
Spielt keine Rolle ob wir noch mehr Flächen für deutsche Autobauer, Ölraffenierien, Autobahnen oder sonstiges vernichten oder auch für den Abbau von Braunkohle. Aber der böse Tesla darf das nicht? -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: M.P. 11.03.24 - 13:10
Wie süß - wo schrieb ich, dass Tesla ALLEINE 55 Hektar Fläche täglich versiegeln würde ... Der Flächenverbrauch ist in Summe einfach zu groß, ob der Bauherr nun Elon Musk mit einer Autofabrik oder Heinz Müller mit einem Einfamilienhaus im Grünen ist ... und ob nun für das Neubaugebiet von Heinz Müller, oder die Autofabrik von Tesla oder BMW eine Ausgleichsfläche angelegt wird, ändert nichts an der Problematik ...
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Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: friespeace 11.03.24 - 13:16
M.P. schrieb:
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> Wie süß - wo schrieb ich, dass Tesla ALLEINE 55 Hektar Fläche täglich
> versiegeln würde ... Der Flächenverbrauch ist in Summe einfach zu groß, ob
> der Bauherr nun Elon Musk mit einer Autofabrik oder Heinz Müller mit einem
> Einfamilienhaus im Grünen ist ... und ob nun für das Neubaugebiet von Heinz
> Müller, oder die Autofabrik von Tesla oder BMW eine Ausgleichsfläche
> angelegt wird, ändert nichts an der Problematik ...
Das ist aber halt blanker whataboutism. Hier geht es konkret um Tesla. Und darum, dass zum Einen ein relativ wertloser Forst geschlagen werden soll und zum Anderen eben aufwendige Kompensationsmaßnahmen folgen werden.
Sprich: insgesamt ist das für die Natur durchaus hilfreich.
Dann auf die insgesamt 55Ha zu verweisen, die deutschlandweit täglich versiegelt werden, bringt mal gar nichts. Oder möchtest du jetzt generell alle Neubauvorhaben verbieten? -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: M.P. 11.03.24 - 13:43
Ich will, dass die vorhandenen Industriebrachen wieder genutzt werden sollen.
Wenn die nicht mehr ausreichen, kann man ggfs. darüber nachdenken, noch relativ naturnah genutzte Flächen zu Industrieflächen umzuwidmen ...
Einfach zu sagen "auf der Industriebrache zu bauen ist aufgrund der vorher notwendigen Dekontamination zu teuer" und stattdessen auf agrarisch genutzte relativ unproblematische Flächen zuzugreifen ist doch langfristig schon sehr dumm ...
In Gebieten der alten Schwerindustrie (Bitterfeld, Ruhrgebiet usw...) wäre das Werk durchaus besser aufgehoben gewesen ... -
Re: Naturschützer gegen Güterzüge
Autor: bplhkp 11.03.24 - 13:49
M.P. schrieb:
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> Einfach zu sagen "auf der Industriebrache zu bauen ist aufgrund der vorher
> notwendigen Dekontamination zu teuer" und stattdessen auf agrarisch
> genutzte relativ unproblematische Flächen zuzugreifen ist doch langfristig
> schon sehr dumm ...
Das ist aber ganz offensichtlich politisch so gewollt.
Man sollte das nicht Tesla oder anderen Investoren anlasten. Die Politik wäre gefordert, die Bedingungen für die Wiedernutzung von Industriebrachen zu verbessern.



