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"AMD hat ... erkannt" ???

Das Wochenende ist fast schon da. Zeit für Quatsch!
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  1. "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: svolaf 31.12.20 - 20:32

    Musste AMD nicht wegen Intels Machenschaften (und dem Bulldozer-Desaster) die Halbleiterfertigung verkaufen, um zu überleben?

  2. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: ms (Golem.de) 01.01.21 - 00:59

    Ja, siehe Text ...

    Marc Sauter, Sr Editor
    Golem.de

  3. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: platoxG 01.01.21 - 14:35

    Das "erkannt" steht so z. G. nicht wörtlich im Artikel, denn erkannt hat man hier nicht wirlich was, sonder das war eine aus der Not heraus gebohrene Entscheidung. AMD hatte sich in beträchtliche finanzielle Probleme manövriert und man konnte die eigene Fertigung nicht einmal vollständig auslasten, was weitere Kosten verursachte. Schließlich entschied man sich zwangsweise zur Auslagerung der Fertigung und übertrug dabei den Großteil der Schulden auf den Investor und über die Jahre reduzierte AMD seinen Anteil an GloFo immer weiter bis davon fast nichts mehr übrig blieb, d. h. bis auf die Fertigungshistorie existiert da keine nennenswerte band mehr zwischen AMD und GloFo.

    Btw.: Das Wafer Agreement zw. AMD und GloFo hat nichts mit einer "Zwangsbindung" zu tun, sondern ist schlicht eine vertragliche Vereinbarung die erst in 2019 verlängert wurde, womit sich AMD u. a. günstigere Preise sicherte, indem sie GloFo zusicherten, bestimmte Mengen garantiert abzunehmen. Das aktuelle Agreement reicht bis 2021; ob und wie das fortgesetzt werden wird, wird man abwarten müssen, denn Chipsätze wird man weiterhin brauchen und GloFo scheint preislich attraktiv zu sein (zu müssen) und auch die IODs wird man nicht mal eben schnell sinnvoll shrinken können, aber es besteht bspw. die Möglichkeit, dass AMD zukünftig weniger IODs benötigen wird, weil man einen nenennswerten Teil der Consumer-Fertigung auf APUs verlagert, sodass man für diese keine IODs mehr benötigen wird. Intel ist hier mit seinen individuellen Consumer-Designs zweifellos in der Fertigung effizienter unterwegs, denn ein Ryzen 3000/5000 von 4 - 8 Kernen braucht bei AMD grundsätzlich immer um die 200 mm2 Waferfläche, während Intel hier bei seinen Consumer-Pendants gar noch eine iGPU unterbringt und weniger Wafer-Fläche (teilweise deutlich) benötigt.

    Btw zum Zweiten: Die vermeitlichen Intel-Machenschaften sind so eine Sache. Das in diesem Kontext gern zitierte, jahrelange Verfahren und dessen Urteil wurde schlussendlich vom EuGH aufgeboben, d. h. die hier anfänglich festgesetzten ~ 1,05 Mrd. ¤ Strafzahlungen an AMD wurden aufgehoben und Intel hat hier nie auch nur einen Euro bezahlt. Die Begründung des EuGH war, dass das Verfahren schlussendlich nicht ausreichend belegen konnte, dass die kritisierten Maßnahmen tatsächlich zu einer ausreichenden Wettbewerbsverzerrung führte. Dass das Verfahren jemals wieder aufgerollt wird, erscheint eher unwahrscheinlich. Zudem haben sich Intel und AMD schon vor etlichen Jahren außergerichtlich geeinigt.

    Dagegen das "Bulldozer-Desaster" kam erst deutlich später bei AMD, nachdem die Fertigung schon lange weg war. Hier hat man architektonisch einfach in die Tonne gegriffe, denn bereits die ersten Modelle konnte mit Intel nicht wirklich mithalten (bis auf wenige Ausnahemszenarien) und es wurde über die Jahre nicht besser, sodass man die Desktop-Serie schließlich einstellte und nur noch auf die APUs setzte (mit und ohne iGPU) und zudem vergriff sich hier AMD auch im Marketing und wurde erst "kürzlich" in einer Sammelklage zu Kompensationszahlungen verdonnert, da man das CMT-Design als zwei vollwertige Kerne bewarb.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.21 14:54 durch platoxG.

  4. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: Druide 02.01.21 - 12:22

    platoxG schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Btw.: Das Wafer Agreement zw. AMD und GloFo hat nichts mit einer
    > "Zwangsbindung" zu tun, sondern ist schlicht eine vertragliche Vereinbarung
    > die erst in 2019 verlängert wurde, womit sich AMD u. a. günstigere Preise
    > sicherte, indem sie GloFo zusicherten, bestimmte Mengen garantiert
    > abzunehmen. Das aktuelle Agreement reicht bis 2021.

    Anbei, was würdest du meinen, ob Prozessoren in den kommenden Jahren, im Bezug auf die Spiele, mehr Wert auf Kerne legen oder höherer Takte ( würde gerne deine fachliche Meinung dazu hören )?

  5. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: platoxG 03.01.21 - 22:34

    Druide schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Anbei, was würdest du meinen, ob Prozessoren in den kommenden Jahren, im
    > Bezug auf die Spiele, mehr Wert auf Kerne legen oder höherer Takte ( würde
    > gerne deine fachliche Meinung dazu hören )?

    Alter Schmeichler ... aber zumindest behaupte ich von mir, dass ich mich bei meinen Überlegungen nicht von irgendwelchen persönlichen Präferenzen leiten lassen, wenn ich auf technische Gegebenheiten oder das Marktgeschehen blicke. Nachfolgend mein Blick auf die nächsten zwei, drei Jahre (sofern möglich, den eine Kristallkugel habe ich auch nicht unter meinem Schreibtisch liegen):
    a) Der Takt bei den CPUs wird sich nur mäßig steigern, denn bspw. neuere (kleinere) Nodes arbeiten einem noch höheren Takt eigentlich gar eher entgegen, d. h. man darf bei etwas wie bspw. Zen4 in 5nm (2022) zweifellos nicht 5,5 GHz als Standard erwarten. ;-) AMD hatte schon Mitte 2019 den N7-Prozess arg strapaziert, damit man auf die Verpackungen die Taktraten draufschreiben konnte, die man nun schließlich sah, weil man es sich vertriebstechnisch nicht leisten konnte, hierbei zu weit Weg von Intel zu sein. Die damit verbundenen Probleme hat man zu kaschieren und als Bug zu deklarieren versucht, aber letzten Endes bleibt es dabei, dass man die Reserven, die der Prozess bot, weitestgehend schon werksseitig ausnutzte, sodass kaum OC-Potential blieb. Zen3 konnte bei dem Prozess trotz über zweijähriger Reifezeit auch nur überschaubar drauflegen und von TSMCs N5 sollte man auch nicht allzu viel erwarten; es werden wieder ein paar Hundert MHz hinzukommen, mehr aber auch nicht.
    Mehr Leistung wird hier durch eine Kombination aus Takt, IPC und mehr Kernen (bzw. allgemeiner mehr Funktionseinheiten) zusammengesetzt erreicht und den letzteren beiden Komponenten würde ich hier die höhere Gewichtung zuordnen.
    b) Dem Kernanstieg im Consumer-Segment sind (wirtschaftliche) Grenzen gesetzt, da der Bedarf für mehr als 16 Kerne __im Mittel__ schlicht nicht gegeben ist und das auch noch absehbar auf die nächsten Jahre hin. Ich würde annehmen, dass die Chancen nicht schlecht stehen, dass selbst Zen4 bei den Consumer-Produkten bei 16 Kernen verbleibt, wenn auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass man vielleicht marketingtechnisch ein neues Halo-Produkt benötigt und dann dennoch für die paar wenigen NischenUser bspw. einen 24-Kerner auflegt, einfach mal, damit man "irgendwas Neues" rausposaunen kann. ;-)
    c) Entgegen der häufig zitierten, populären Standardanwendungen wie Rendeing (Cinebench & echte Render-Apps) oder Videoencoding/transcoding sind Game-Engines deutlich schwerer parallelisierbar, da hier die einzelnen Threads hohe Abhängigkeiten untereinander aufweisen und entsprechend geht eine weitere Parallelisierung hier mit einem beträchtlichen Aufwand einher.
    Darüber hinaus kommt hinzu, dass die nagelneuen Konsolen, die voraussichtlich nun erneut sechs bis sieben Jahre halten sollen, "nur" acht langsamere Zen2-Kerne etablieren (max. 3,8 GHz bei der Xbox), d. h. alleine die Konsolen setzen schon ein natürliches Limit, weil Publisher/Entwickler sich hier nicht ins eigenen Fleisch schneiden und sich selbst den Absatzmarkt künstlich verkleinern wollen, indem sie über die Konsolen hinaus entwickeln. Das Gamedesign wird sich also (wenn man mal endlich einen harten Schnitt bzgl. der Alt-Konsolen mit ihren acht viel langsameren Jaguar-Kernen übers Herz bringt) auf diese Hardware einschießen. Was man noch einkalkulieren kann ist, dass auf den Konsolen mit der Zeit (die Entwickler lernen die Hardware mit neuen Projekten zunehmend besser kennen und auch APIs und Trieber werden optimiert) etwas hardwarenäher entwickelt werden wird, während der PC eher eine universelle Hardwarebasis darstellt, bei der man eine breite Leistungs- und Unterstützungsspanne berücksichtigen muss, d. h. man könnte wohl als Äquivalent auf lange Sicht bestenfalls einen 12-Kerner annehmen. Auf dem PC wird die Mehrleistung, die heute schon 12 oder gar 16 hochtaktende Kerne bieten voraussichtlich absehbar für spielmechanikirrelevantes Grafik-BlinkBlink genutzt werden oder solche Dinge wie bspw. eine höhere Crowd-Polulation, etc. Die Hersteller werden sich jedoch hüten die Mehrleistung als Grundvoraussertzung für das Gamedesign anzusetzen, denn es wäre Fatal für einen Titel , der auf allen Plattformen vertrieben wird, wenn man bspw. für eine gute KI und Steuerung der NPC und eine tauglische, sich realistisch anfühlende Physik 16 CPU-Kerne benötigen würde und das würde bedeuten, dass der gleiche Titel sich auf den Konsolen gänzlich anders spielen würde: NPC, die dümmlich nur geradeaus laufen und eine nicht existente Fahrphysik o. ä. Das wird kein Publisher zulassen (und Sony/Microsoft sowieso nicht) und man sah bereits in den letzten Jahren mit Blick auf die Alt-Konsolen (die wohl nicht mal an einen i7-6700K heranreichen), dass das keiner freiwillig tat. Ein übermäßiges Leistungsplus auf dem PC wird also vorrangig für Effekte oder bessere Grafik verwendet werden. Deutlich mehr oder gar umfangreiche Weiterentwicklungen im Gamedesign dürfte man wohl nur auf PC-only-Titeln erwarten, aber (wenn man nur mal auf die großen Publisher schaut) ist deren Angebot da sehr überschaubar, was auch leicht nachvollziehbar ist. Beispielsweise von den Alt-Konsolen gibt es derzeit etwa 150 Mio. Geräte == potentielle Kunden im Markt ... das ist eine Größenordnung, die man nicht so leicht außer Acht lassen will (siehe Cyberpunk, die gut daran getan hätten, sich mit dem Xbox One/PS4-Release vielleicht noch zwei Monate Zeit zu lassen).

    Beispielsweise hat Intel letztens in Verbindung mit IO Interactive (Hitman 3) verlauten lassen, dass man zusätzliche Arbeit in die Parallelisierung von Games stecken will, was auch nicht ganz uneigennützig und unerwartet kommt, denn Intel wird in 2021 mit eigenen, dedizierten GPUs und Ende des Jahres mit bis zu 8+8 CPU-Kernen in den Markt kommen. Der Grad der Spiele-Parallelisierung wird sich absehbar weiter steigern, aber sicherlich nicht explosionsartig und aktuell ist immer noch zu bedenken, dass man derzeit im Mittel noch recht nahe beim Stand der Alt-Konsolengeneration steht. Beispielsweise ein topaktueller Titel wie CoD: Cold War hat als min. Recommendation immer noch einen "i3-4340 or AMD FX-6300", und das Ende 2020! Natürlich wird man damit nur mäßig viel Spaß haben, aber es zeigt, dass man noch recht weit am Anfang steht und nichts anderes repräsentieren bspw. auch die Steam-Statistiken, die über die gesamte Plattform hinweg (inkl. der Mobile-PC-Gamer) 12- und 16-Kerner als Nischen-Produkte deklarieren (übrigens so wie auch weitehrin 4K ) ;-)

    Darüber hinaus ist ja zudem auch noch die Frage was sich besser verkauft. Wie eine einprägsame, einzige, möglichst große Zahl auf einer Verpackung lässt sich bei Spielen eine noch viel, viel hübschere Grafik natürlich weitaus leichter vermarkten, als wenn man dem Konsumenten bei einem Konkurrenzprodukt aufwendig erklären müsste, warum und in welcher Art hier denn die Gamemechanik/das Gameplay weitaus besser oder gar revolutionär sein soll (und dafür weniger Wert auf die Grafik gelegt wurde). Der Großteil des Marktes reagiert hier halt vornehmlich auf einfachere Reize und das erklärt auch, warum sich Spiele vorrangig nur in der Grafik weiterentwickelt haben, wärend beim "Innenleben" gefühlte Stagation seit über einem oder gar zwei Jahrzehnten herrscht. Zudem ist es auch weitaus ökonomischer und weniger risikobehaftet immer das gleiche nach bewährter Formel neu zu produzieren, insbesondere, solange einem der Markt das dennoch aus den Händen reißt (siehe Fifa, CoD & Co ... in der Filmindustrie ist es ja nicht anders ;-)).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.01.21 22:44 durch platoxG.

  6. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: platoxG 03.01.21 - 23:01

    Abschließend zu berücksichtigen: Alles nur meine persönlichen Ansichten und in wie weit man das als eine Art "fachliche Meinung" hinstellen kann ... na ja.
    Zudem sind selbstredend auch andere Ansichten, insbesondere auf einige Teilbereich, legitim, denn der Blick darauf hängt zum Teil davon ab, was man für sich selbst als wichtig erachtet bei einem Spiel. (Beispielsweise wenn ich mit Blender unterwegs bin, kann ich natürlich nicht genug CPU-Kerne haben und wenn ich gar so etwas wie OptiX nutzen kann, will ich natürlich aktuell möglichst eine RTX 3090 nutzen ;-) Für den Mainstream sind die daraus resultierenden Hardwarerückschlüsse aber irrelevant, da der Mainstream nicht bereit ist derart viel für bspw. eine 16-Kern-CPU zu zahlen und ebensowenig für eine derartighe GPU. Der Consumer-Markt insgesamt verhält sich hier deutlich rationaler und preisbewusster.

  7. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: theBigGron 03.01.21 - 23:23

    Und jetzt noch ein kurzes Statement zu ARM (und ggf. Risc-V) und ich bin wunschlos glücklich.

  8. Re: "AMD hat ... erkannt" ???

    Autor: lordarmitage 04.01.21 - 10:49

    Herzlichen Dank für deinen Beitrag
    Prädikat: sehr lesenswert

    lg

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