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Die eigenen FABS kosten Geld

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  1. Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: Chevarez 31.12.20 - 15:33

    Und die fremden kosten nichts, oder was? Das zahlt man dann halt alles beim Auftragsfertiger mit und darf noch mindestens 30 % Gewin drauf kalkulieren. Erstens kann Intel aber genauso auch für andere fertigen, wenn man denn wollen würde, und ein Geschäftsmodell draus machen, wie TSMC ja auch, und zweitens spart eine vernünftige vertikale Integration immer Geld. Ja, dann hat man viel gebundenes Kapital und kann die Leute in einer Krise nicht so schnell entlassen.

    Und daher weht doch der Wind. Sind halt nur noch BWLer in den Entscheidungsebenen. Denen wäre es am liebsten, eine volldigitalisierte Online-Bank zu leiten, anstatt sich mit so nervigen Sachen, wie der Leitung eines produzierenden Gewerbes und der Verantwortung für alle dazu nötigen Bereiche herumschlagen zu müssen. Ist schon klar!

    Intel jedenfalls ist nicht an ihren FABS gescheitert. Jeder, der sich die Sache die letzten paar Jahre alleine schon aus der Kundenperspektive heraus angeschaut hat, weiß, was der Grund dafür ist, dass man gerade an einigen Fronten Klatsch kriegt. Auf geht's, Intel: Innovate!

  2. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: ms (Golem.de) 31.12.20 - 15:56

    Intel ist an 10 nm und somit an den Fabs (vorerst) gescheitert.

    Marc Sauter, Sr Editor
    Golem.de

  3. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: FreiGeistler 31.12.20 - 16:00

    Das Stichwort dazu ist Spezialisierung.

  4. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: Chevarez 31.12.20 - 18:32

    Kann und soll man ja. Arbeitsteilung ist ja ein volkswirtschaftliches Grundprinzip, welches die Produktivität und Qualität in allen Prozessen steigert. Aber bei Intel ist ja der Chip-Architekt nicht auch gleichzeitig der, der die Belichtungsautomaten in den Fabs betreut. Was spricht dagegen, das Ganze als eigenständige Auftragsfertiger gegen TSMC zu betreiben und dennoch über enge Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern Vorteile der vertikalen Integration und somit der engen Verzahnung von Produktion und Design zu nutzen? AMD hat es mit Global Foundries ja ähnlich gemacht. Und TSMC muss sich ja auch irgendwie über Wasser halten können. Also scheint man damit ja auch Geld verdienen zu können, wenn man es denn drauf hat. Hat man das nicht, dann ist es sicherlich besser, es den Leuten zu überlassen, die es besser können.

    Dann muss man halt die Investition, das Risiko und den Gewinn für die Auftragsfertiger anteilig mit bezahlen und die eigenen Fabs, für die man viel Geld ausgeben hat, loswerden. Ob man da nicht lieber fähigere Leute akquirieren und interne Prozesse optimieren sollte? Naja, die BWLer werden es schon irgendwie durchgerechnet haben. Mit Innovation hat das alles halt nichts mehr zu tun bei Intel.

    Marc hat natürlich mit seinem Widerspruch meiner Behauptung teilweise recht, dass Intel auch an seinen Prozessen in den Fabs gescheitert ist. Aber der Grund ist doch ein gewisses Ausruhen auf seinen Lorbeeren. Jahre, nein Jahrzehnte, hat man sich auf seinem Vorsprung ausgeruht und dem Kunden mickrige Fortschritte teuer verkauft. Innovation war Fehlanzeige.

    Das zeigte sich vor allem auch an der Unlust, zukunftsweisend in seine Fabs zu investieren. So überließ man den anderen Chip-Herstellern beispielsweise die kompletten Kapazitäten von ASML für moderne EUV-Belichtungsautomaten. Und so hinkt man jetzt allein von der Belichtungstechnologie halt zwei bis drei Jahre hinterher.

    Aber das ist alles natürlich meine höchstpersönliche Meinung, die sich auf den von Marc im Artikel schön beschriebenen Entwicklungen und meine Kunden- und Großkundenperspektive beziehen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.12.20 18:33 durch Chevarez.

  5. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: ms (Golem.de) 31.12.20 - 19:13

    Intel wollte ja Foundry sein, es gab aber kaum bis keine Kunden - vermutlich, weil die Design Rules viel zu eng waren/sind.

    Marc Sauter, Sr Editor
    Golem.de

  6. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: Chevarez 31.12.20 - 20:33

    ... und halt keiner auf rückständiger Technologie hat fertigen wollen. Hat Intel überhaupt eine Fab, die Strukturbreiten unter 10 nm belichten kann? Da bin ich halt null im Bilde. Aber nachdem sie die 10 nm ja nicht mal im Griff haben, bezweifle ich, dass sie als Auftragsfertiger überhaupt für potentielle Kunden von Interesse gewesen wären. Ich weiß nicht, liegt es am anspruchsvollen Design ihrer Chips oder an den Fertigungsprozessen, die Intel momentan den Yield bei 10 nm versauen. Weiß man da Genaueres?

  7. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: Kilpikonna 01.01.21 - 00:24

    ms (Golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Intel ist an 10 nm und somit an den Fabs (vorerst) gescheitert.

    Oder an TSMC. Hätten die nämlich ihren 7 m-Prozess nicht in den Griff bekommen, hätte Intel gar keinen Rückstand.
    Und anders herum ist der Vorsprung von TSMC auch nicht gottgegeben. Das kann sich schneller umdrehen als n Sack Reis umkippt.

    Warum es jetzt unbedingt so schlecht sein muss, dass die Fab, die den Prozess nicht hinbekommt, einem selbst gehört, erschließt sich mir auch nicht. Ne externe Fab ist in so nem Fall vielleicht etwas billiger, weil man keine fehlerhaften Wafer abnehmen muss. Aber trotzdem fehlen einem dann Wafer.
    Ne eigene Fab ist dafür deutlich billiger, wenn der Prozess läuft. Alleine schon, weil man keinen fremden Aktionären die Dividende zahlen muss.

    Intel ist daran gescheitert, dass die gewählten Fabs den Prozess nicht hinbekommen haben während die Fabs für die Konkurrenz es hinbekommen hat.
    Dass die scheiternden Fabs ihnen selbst gehören, ist da fast irrelevant.

  8. Re: Die eigenen FABS kosten Geld

    Autor: bla 02.01.21 - 09:33

    Intel hat aber auch immer wieder bewiesen, dass sie mit der Erschließung anderer Geschäftsbereiche große Probleme haben.
    Vielleicht ist das Management auch einfach zu unfähig/naiv, um andere Dinge, als x86 Prozessoren auf den Markt zu werfen.
    Wie es auch im Artikel steht, wurden Bereiche verkauft, die als nicht profitabel/lukrativ galten.
    Von großen Anstrengungen, um diese Bereiche lukrativ zu machen, hörte man aber kaum was.

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