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Persönliche Note eher 1-

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  1. Persönliche Note eher 1-

    Autor: bigeagle 01.10.19 - 16:48

    Vielleicht braucht es tatsächlich mal andere Sichtweisen als die ganzen Katastrophenberichte. Oder gänzlich andere Erfahrungen die eben nicht öffentlich angeprangert werden mangels Leidensdruck.

    Ich habe seit Jahren in Dresden Internet über Kabel, mit Koax an der Wand. DSL war hier, mitten in der Landeshauptstadt, in größeren Teilen der Stadt nicht verfügbar und damals angeblich auch nicht geplant. Oh, ISDN gab es. Anfangs Primacom, 16 Mbit, später dann 20 Mbit denke ich als kostenfreies Upgrade, dann 100 Mbit für ... ich glaube 5 ¤ mehr im Monat. Da kam es mir doof vor das nicht zu nehmen. Irgendwann 2017 wurde das dann auf 120 Mbit aktualisiert als das Portfolio noch mal umgestellt wurde.
    Leider nur 6 oder 8 Mbit upload.
    Probleme gab es anfangs keine. Kabelmodem wurde notgedrungen vom Provider genommen, als Router wurde ein TP-Link WR1043ND dahintergehängt. Der Verkäufer versuchte auch nur ein mal uns einen Mietrouter anzudrehen, ich war wohl deutlich genug dass ich davon nichts halte und meinen eigenen benutzen will. Das alte, wie auch das neue Kabelmodem unterstützten einen Bridge Modus wenn ein Router dahinter erkannt wird, wichtig ist nur dass der Router aktiv ist wenn man das Modem einschaltet. Soweit, so gut aus meiner Sicht. Hätte nur gerne auch die Wahl beim Kabelmodem gehabt, einfach weil ich gern weiß was für Hardware ich einsetze, welche Macken sie hat usw. Das Modem, alt wie neu, wird ziemlich warm, daher muss man darauf achten dass es nicht abgedeckt wird. Oder sollte man vermutlich.

    Rückblickend ist interessant dass die Probleme dann auftauchten als hier der Ausbau des Hausanschlusses anlief und im Zuge dessen auch die Telekom (aggressiv und mit Haustürvertretern) ihr neues DSL anbot. Zeitweise deutlich langsames Netz, wie sich herausstellte durch teils deutlichen Paketverlust. Vorher war alles bestens gewesen, kein Paketverlust, relativ stabile Latenzen um die 30-50 ms je nach Route. Selten mal ein Anstieg vor allem Abends oder an bestimmten Tagen, ich vermute mal dass da irgendwelche Ereignisse wie Fußballspiele oder ähnliches liefen. Hielt aber nie mehr als ein paar Tage an, so dass ich aus meiner Sicht nicht genug in der Hand hatte für eine Beschwerde. Anders bei einem offensichtlichen technischen wie Paketverlust. Nachdem ich eine Woche lang Daten gesammelt hatte um zu prüfen ob es an meiner Seite liegt und ein zweiter Anschluss im gleichen Haus ähnliche Probleme zeigte meldete ich mich beim Telefonsupport. Ich hatte mich auf den üblichen Kampf den ich von anderen kenne eingestellt. Ewiges herumeiern mit Routerneustart, PC neustarten etc und potentiell schlecht gelaunte Supportmitarbeiter die nur eine Liste vor sich haben aber keine Ahnung von Netzwerktechnik. Stattdessen hatte hatte ich eine eher gut gelaunte Frau an der Leitung die mir gleich zustimmte dass Paketverlust von 10% und mehr natürlich inakzeptabel sei und sie, wohl nach Prüfung von ihrer Seite mit Bestätigung der Verbindungsprobleme(?), einen Techniker informieren würde der sich dann ggf. noch mal bei mir Melden würde um Details zu klären.
    Nun lese ich auch ab und zu Berichte und Kommentare zu sowas. Was meint ihr wie lange das so dauern wird?
    Überraschend rief mich der Techniker schon ein, oder zwei Tage später Vormittags an und fragte noch mal nach welches genau meine Wohnungsnummer sei um den Strang zuordnen zu können. Ich glaube ich habe ihm auch noch mal detailliert beschrieben welche Probleme ich erkennen konnte, scheinbar zufällige Häufungen von Paketverlust mit einem Fokus auf die Zeit zwischen späten Nachmittag bis in die Nacht. Meine Vermutung war ein Wärmeproblem oder Verschmutzung. Hardware die zu heiß wird zickt rum und Glasfaserstecker in einem Raum in dem ohne Staubschutz gebaut und gebohrt wird erzeugen erstaunlich zufällig wirkende Fehlerbilder. Meines Wissens nach wird beides durchaus gerne mal in Verteilerräumen gemacht weil die bauenden Techniker nicht für die Netztechnik verantwortlich sind und teils auch einfach nur Elektriker oder Handwerker sind ohne Ahnung von LWL Technik. Natürlich klärt die auch entweder keiner auf, oder es kümmert sie nicht. Das gilt natürlich nicht für alle, die Verallgemeinerung hier ist gerade nur mangels Idee für eine bessere Formulierung. Wie auch immer, ich habe schon ziemlich dreckige, verstaubte und chaotische Räume mit Routern und Switches gesehen von denen ich liebend gerne ein Beweisfoto gemacht hätte, aber nicht durfte.
    Am Nachmittag rief mich der Techniker dann an dass das Problem behoben sein sollte und ich mich melden soll wenn das nicht der Fall ist. Problem war weg.

    Lief doch eigentlich gut, oder?
    Der Trick mit dem Support war an die lokal Zuständigen zu kommen, also die Direktwahl zum alten Primacomsupport zu benutzen anstelle der Telecolumbus Nummer. War beim letzten mal auch noch die Empfehlung vom lokalen Mitarbeiter im 'Telecolumbus Shop' beim Postplatz, da es ansonsten 'ein paar wochen' dauern könne. Der Telecolumbus Support sei auch ein Jahr nach der Übernahme von Primacom völlig überlastet. Den Berichten nach die ich so lese ist das auch immer noch so.
    Ein wenig anders sieht das ganze z.b. bei meinem Freund aus der die andere Wohnung im Haus hat. Der hat immer noch immer wieder auftretenden Paketverlust im Bereich 4-12% aber keinen Nerv dem Support bescheid zu sagen. Der Rest der Mieter ist entweder nicht betroffen, oder hat auch keinen Nerv, oder hat nicht das technische Verständnis um festzustellen dass das langsame Internet einen einfachen, gut nachweisbaren Grund hat und nicht in grundsätzlich zu niedriger Bandbreite liegt.

    Fazit: Ich habe einen Internetanschluss für - wie ich finde - moderate 25-35 ¤ der bis auf zeitlich begrenzte, eingestandene und behobene Fehler liefert was er soll. Es gibt, etwas Glück mit dem Mitarbeiter vorrausgesetzt, sogar einen Support der weiß was Latenz, Paketverlust etc ist und einen nicht unbedingt durch eine nutzlose Liste an Fehlerbehebungsversuchen lotst weil das eben so in seiner Handlungsanweisung steht. Der akzeptiert dass Latenzen > 500 ms und Paketverlust oberhalb niedriger einstelliger Prozentwerte inakzeptabel ist und eine Nichterfüllung des Vertrags bedeutet und demnach eine zügige Providerseitige Behebung erfordert.
    Oh und im Vertrag stand zumindest Anfangs immer etwas von einer Drosselung auf gestuft 50-10% (oder 20?) bei überschreitung eines Datenvolumens von irgendwas um die 50-100 Gb im Monat. Die habe ich des öfteren teils deutlich überschritten ohne dass es jemals zu einer Drosselung kam. Auf Nachfrage ob das ein (für mich glückliches) Versehen sei hieß es dass schlichtweg bei der Technik keine Drosselung vorgesehen sei und auch nie nachgerüstet wurde. Nicht nur die Regierung produziert Papiertiger ^^

    Bestehende Probleme und Befürchtungen meinerseits sind: Wird mein guter lokaler Support im Primacomteil irgendwann durch Telecolumbus ersetzt? Ist mein Anschluss und dessen Qualität durch die mögliche Insolvenz von Telecolumbus bedroht? Wer oder Was sorgt für wiederholte Probleme in der hausinternen Verteilung?
    Außerdem sagte mir der Support dass mein Netzsegment so ausgelegt sei dass praktisch die volle Bandbreite für jeden Anschluss garantiert sei und ich mich entsprechend melden sollte wenn das nicht der Fall ist. Das entspricht weitgehend auch meinen praktischen Erfahrungen. Würde ein neuer Anbieter/Eigentümer das Overprovisioning genauso handhaben?

    Oh und ich weiß dass ich kein typischer Nutzer bin. Ich habe NetSpeedMonitor in der Taskleiste laufen weil ich wissen will wie viel Traffic mein PC gerade produziert/empfängt. Genauso brauche ich die Temperaturen von CPU, GPU, Festplatte(n), Board ... ein kleinwenig Kontrollfreak oder einfach nur sehr neugierig. Daher bemerke ich abweichungen auch schnell und störe mich eher daran.
    Oh und Provider sind teils schlichtweg auf Fehlermeldungen angewiesen da sie offenbar keine brauchbare Prüfung für die Verbindungsqualität auf dem ganzen Netzwerkpfad haben. Freundliche und hilfreiche Fehlermeldungen, kein diffuses Geschimpfe wie das scheinbar viele ablassen. Die Supportmitarbeiter sind nicht schuld am Problem bis sie selbst eins verursachen und das tun sie eher erst nachdem man mit ihnen gesprochen hat.
    Too much text ...

  2. Re: Persönliche Note eher 1-

    Autor: treysis 01.10.19 - 22:25

    Tja, und wie soll jemand ohne Ahnung eine brauchbare Netzeerkanalyse für eine maßgeschneiderte Fehleranalyse melden?

    Aber ja, von der Leistung bin ich prinzipiell mit PYUR (hier TeleColumbus-Gebiet) zufrieden. Allerdings sind die beiden aktuellen Varianten der Kabelbox Schrott. Und ich habe keine Lust, auf meine Kosten in einen eigenen Router zu investieren. Und der Bridge-Modus funktioniert wohl seit dem letzten Update nicht mehr richtig.

  3. Re: Persönliche Note eher 1-

    Autor: bigeagle 02.10.19 - 03:07

    Naja, ich denke es hilft schon wenn man einfach ruhig und höflich das Fehlerbild beschreibt. Ansonsten hilft es immer auch selbst eine einfache Diagnose zu machen, egal ob beim Auto, der Waschmaschine, beim Arzt, oder eben beim Internetanschluss. Ansonsten wirds wahrscheinlich teurer oder länger dauern. Meiner Erfahrung nach trifft das so ziemlich alle Bereiche des Lebens.

    Vielleicht sollte ich dann froh sein ein altes Modem zu haben. Alle paar Wochen bis Monate braucht mein Router mal einen Neustart und vllt einmal im Jahr auch das Modem, wobei nicht immer ganz klar ist wer von beiden eigentlich die Ursache war. Aus meiner sicht aber normal und bei günstiger Endverbraucherhardware kaum zu vermeiden und darüber hinaus auch nicht tragisch.
    Dass du aber nicht mal 30-50 ¤ für einen eigenen Router übrig hast verstehe ich nicht. Selbst bei knappen Finanzen ist das doch eine recht langfristige Anschaffung. Meinen Router habe ich schon seit über 6 Jahren. Dazu ist das aus meiner Sicht eigentlich eine Pflichtanschaffung für alle etwas technikaffinere Leute, das ist für mich auf dem gleichen Level wie Hammer/Zange/Schraubendreher/Staubsauger etc.
    Oder beziehst du dich auf das Modem?
    Ich würde bei Problemen damit gnadenlos dem Support die Tür einrennen, das ist simpel genug dass das funktionieren muss. Spätestens wenn die Supportkosten höher werden als ein funktionierendes Kabelmodem geht da irgendwo im 'Customer relationship management system' ein metaphorisches Licht an dass man doch langsam mal aufhören könnte zu blocken.

  4. Re: Persönliche Note eher 1-

    Autor: treysis 02.10.19 - 03:18

    bigeagle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass du aber nicht mal 30-50 ¤ für einen eigenen Router übrig hast verstehe
    > ich nicht. Selbst bei knappen Finanzen ist das doch eine recht langfristige
    > Anschaffung. Meinen Router habe ich schon seit über 6 Jahren.

    Warum soll ich dem Provider die Arbeit abnehmen? Dazu kommt der zusätzliche Stromverbrauch. Und Community-WLAN fällt dann auch weg. Und der Bridge-Modus funktioniert eben angeblich seit dem letzten Firmware-Update nicht mehr richtig. Damit kann ich dann auch keinen eigenen Router anschließen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.10.19 03:20 durch treysis.

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