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Frage zur weiteren Verfügbarkeit
Autor: Sharra 10.08.23 - 12:55
ARM will sein Lizenzsystem ja so zusammenstreichen dass fremde Entwicklungen nicht mehr möglich sind, und nur noch eigene Designs lizenziert werden sollen.
Wie macht das dann Ampere? Die wären dann ja schlagartig ihre Geschäftsbasis los. -
Re: Frage zur weiteren Verfügbarkeit
Autor: jhi (Golem.de) 10.08.23 - 13:26
Mein letzter Stand war, dass ARM die Architekturlizenzen vermutlich nicht abschaffen kann, schon allein aus Wettbewerbsgründen. Mehr braucht Ampere ja nicht, die Mikroarchitektur ist ja komplett selbst entwickelt.
Johannes Hiltscher
(Golem.de) -
Re: Frage zur weiteren Verfügbarkeit
Autor: Sharra 10.08.23 - 14:24
jhi (Golem.de) schrieb:
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> Mein letzter Stand war, dass ARM die Architekturlizenzen vermutlich nicht
> abschaffen kann, schon allein aus Wettbewerbsgründen. Mehr braucht Ampere
> ja nicht, die Mikroarchitektur ist ja komplett selbst entwickelt.
Diese Info hatte ich nicht. Danke. -
Re: Frage zur weiteren Verfügbarkeit
Autor: derdiedas 10.08.23 - 16:23
Wenn ich das richtig verstehe ist das nicht nicht so ganz sicher wenn man sich den Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Arm so anschaut:
https://www.theregister.com/2023/01/04/arm_qualcomm_lawsuit/
Egal wie - ARM scheint sich in eine Lage zu manövrieren in der sie eigentlich nur noch verlieren können. Das Management scheint kurzfristigen Profit über langfristigen Erfolg zu setzen.
Am Ende wird dann wohl Risc-V der einzige Ausweg sein.
Gruß DDD -
Re: Frage zur weiteren Verfügbarkeit
Autor: brotiger 10.08.23 - 22:49
derdiedas schrieb:
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> Wenn ich das richtig verstehe ist das nicht nicht so ganz sicher wenn man
> sich den Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Arm so anschaut:
Der Rechtsstreit dreht sich nicht darum, dass ARM etwas generell verbieten möchte, sondern dass Qualcomm und ARM unterschiedlicher Meinung darüber sind, ob die existierende Vereinbarung den Kauf von Nuvia und die Weiterentwicklung deren Cores abdeckt. ARM sagt nein, Qualcomm sagt ja. Nachdem Qualcomm erst neulich bestätigt hat, in 2024 den Snapdragon 8 mit ehemals von Nuvia entwickelten Oryon-Kernen weiterhin ausliefern zu wollen, wird es da schon zu einer Einigung kommen. Man darf solche Verfahren und die Forderungen nicht überbewerten, insbesondere in den USA.
> Am Ende wird dann wohl Risc-V der einzige Ausweg sein.
RISC-V hat jetzt schon mehr Probleme und Inkonsistenzen in der ISA und ein zerfaserteres Ökosystem als ARM nach 30 Jahren hatte.
Es gibt ja bereits jetzt 4 unterschiedliche Base ISAs mit 16 optionalen Erweiterungen. Für Microcontroller und kleinere Kerne ist das noch halbwegs okay, aber nicht für leistungsfähigere Chips, die viele der Extensions implementieren müssen. Man kann zum einen nie sicher sein, welche der Extensions implementiert ist und welche nicht, und zum anderen gibt es ähnliche Dinge die in unterschiedlichen Extensions unterschiedlich implementiert sind (z.b. Gleitkomma in den Extensions F, D, Q, L, P und V). Und dann gibt es auch noch mal zueinander inkompatible Versionen einzelner Extensions (z.B. ist Version 0.7.1 der Vektor-Erweiterung V inkompatibel mit Version 1.0, und es gibt jetzt auch schon wieder größere Änderungen im Entwurf für die Nachfolgeversion).
Und selbst bei Microcontrollern (die nur sehr wenige Extensions implementieren) gibt es haufenweise völlig triviale Dinge die die Performance beeinträchtigen, z.B. unnötig lange Befehlsfolgen für gängige Dinge, die fehlenden FPU-Traps oder Einschränkungen beim unaligned memory access. -
Re: Frage zur weiteren Verfügbarkeit
Autor: Sharra 11.08.23 - 02:41
Ich bezog mich nicht auf den Rechtsstreit.



