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Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: postemi 18.02.22 - 11:54
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Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: BlindSeer 18.02.22 - 12:19
Du musst zwischen Ursache -> Wirkung Beschreibung und Rechtfertigung unterscheiden. Das sind zwei Paar Schuhe.
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Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Rocketeer 18.02.22 - 12:46
Die Ursache ist, dass man es sich schön redet und damit nicht nur andere, sondern auch sich selbst betrügt.
Zu Beginn haben alle geschrien "Wir wollen kein Monopol!", jetzt schreien alle "Wir wollen ein Monopol!". Es ist egal, wie es läuft, Piraterie ist einfach mies. Man kann auf ganz andere Weise am Markt was machen. Viele sagen es hier ja auch, dann wird eben nur das bezahlt, was man guckt... Wer immer alles schauen will, zahlt mehr, wer "seine Serie" gucken will, zahlt weniger... Dann macht noch einen oder zwei Dienste dauerhaft für die Kids (zB wenn die Pänze Trickfilme und Sport schauen "müssen") und kommt unterm Strich immer noch recht günstig weg.
Raubkopien sind rein für das seelische "Wohl" und haben keinerlei Sinn. Es geht darum, wie ein 6-Jähriger aus Trotz was verbotenes zu tun und dann erklärt, dass man ja dazu gedrängt wurde, weil Papa die grünen und nicht die türkisen Schuhe heute raus gestellt hat. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Huso 18.02.22 - 13:00
Vielleicht nicht. Aber auf jeden Fall deutlich praktischer, zuverlässiger und übersichtlicher als 10 verschiedene Streamingdienste. Wie ein manchmal schlauer Mensch schon vor langer Zeit sagte: Piraterie ist vor allem ein Serviceproblem.
Solange die Anbieter so dumm sind wie sie zu sein scheinen wird die Piraterie halt wieder zunehmen, anstatt abzunehmen.
Mit einem vernünftigen Angebot, in welchem es Inhalte von allen Anbietern gibt ohne künstliche Beschränkungen, könnte man das Problem praktisch auf Null reduzieren und Milliarden mehr einnehmen. Will man aber nicht, also hab ich keinerlei Mitleid. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Gunah 18.02.22 - 13:02
Monopol hatten zwar einige, aber mir wäre es lieber wenn Hersteller und Streaming Plattform getrennt wären, so hätte man die Chance, dass es bei allen ggf. irgendwann mal läuft.
So macht jeder sein eigenen "Direktvertrieb"... -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: BlindSeer 18.02.22 - 13:12
Nein Ursache sind ein nicht Zusammenpassen von Angebot und Nachfrage. Du vermischt auch Ursache und Rechtfertigung/Beurteilung. Das sind zwei total unterschiedliche DInge die man auch total unterschiedlich betrachten kann. Man kann ja auch erklären wie es zu einem Unfall kam (Ursache -> Wirkung) und es trotzdem scheiße finden (Beurteilung)
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Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: postemi 18.02.22 - 13:37
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1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.02.22 13:38 durch psyemi. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Yash 18.02.22 - 13:39
Rocketeer schrieb:
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> Die Ursache ist, dass man es sich schön redet und damit nicht nur andere,
> sondern auch sich selbst betrügt.
Also ich rede mir nichts schön. Aktuell nutze ich nur Netflix (und machmal Amazon Prime weil ich es eh habe) und sonst nix. Keine anderen Anbieter, keine illegalen Seiten. Aber mich kotzt diese Fragmentierung richtig an, werde da auch nicht mitmachen. Versprüre ich den Drang eine Serie anschauen zu müssen, die z.B. auf Disney+ läuft, dann werde ich ganz sicher nicht D+ abonnieren. Das ist auch keine Frage des Geldes, das ist vorhanden. Es ist mir zu viel Aufwand. Illegale Anbieter sind da deutlich einfacher und nicht mal unbedingt günstiger (VPN + Premium Zugang ist teurer als zwei Abos von z.B. Netflix und D+)
> Zu Beginn haben alle geschrien "Wir wollen kein Monopol!", jetzt schreien
> alle "Wir wollen ein Monopol!". Es ist egal, wie es läuft, Piraterie ist
> einfach mies. Man kann auf ganz andere Weise am Markt was machen. Viele
> sagen es hier ja auch, dann wird eben nur das bezahlt, was man guckt... Wer
> immer alles schauen will, zahlt mehr, wer "seine Serie" gucken will, zahlt
> weniger... Dann macht noch einen oder zwei Dienste dauerhaft für die Kids
> (zB wenn die Pänze Trickfilme und Sport schauen "müssen") und kommt unterm
> Strich immer noch recht günstig weg.
Haben wirklich die Leute am "Anfang" geschrien, dass sie kein Monopol wollen? Daran erinnere ich mich nicht, es gab ja nie ein Monopol. Zu Zeiten von Napster, Emule usw. gab es einfach kein einfach zugänglich und preislich attraktives Angebot. Und ja, es war auch ein bisschen aufregend da mitzumachen. Als die Welle an Abmahnungen angefangen hatte, gingen viele zu OCHs und auch dort hat nie jemand gesagt, dass ihn das (nicht vorhandene) Monopol stört. Viele wollten eine Kulturflatrate - also im Prinzip das, was wir bei Musik heute haben: Verschiedene Anbieter mit einem (vergleichbaren) sehr großen Angebot, einfach zugänglich und preislich attraktiv. Ob ich jetzt Spotify, Apple, Amazon oder Google Music habe ist relativ egal. Die Bibliotheken sind vergleichbar und die Preise auch. Was sich unterscheidet sind die zusätzlichen Services usw.
So möchte ich das auch gerne bei Filmen (und Spielen wenn wir schon dabei sind) haben.
Und du argumentierst immer noch mit dem Preis. Das ist doch selten das Problem. Klar, kaum jemand sieht es ein fünf Anbieter gleichzeitig zu bezahlen, da ist man ja schnell bei 60 bis 80 Euro. Aber bereit zu rotieren um Kosten zu sparen sind meiner Ansicht nach auch die wenigsten. Daher ist es auch kein Problem der Geldfrage, denn für zwei bis maximal 3 Anbieter sind sicherlich einige bereit. Die Leute (auch ich) wollen den TV einschalten, auf die App zugreifen und ein großes Angebot haben - zu einem attraktiven Preis(wie mehrfach erwähnt).
Ich will nicht erst suchen müssen, bei welchem Anbieter ich Film X schauen kann und wenn ich den gerade nicht habe, wann der beste Zeitpunkt ist meinen bisherigen Anbieter zu kündigen und zum nächsten zu rotieren.
> Raubkopien sind rein für das seelische "Wohl" und haben keinerlei Sinn. Es
> geht darum, wie ein 6-Jähriger aus Trotz was verbotenes zu tun und dann
> erklärt, dass man ja dazu gedrängt wurde, weil Papa die grünen und nicht
> die türkisen Schuhe heute raus gestellt hat.
Für das seelische Wohl habe ich meine Liebste und Bier im Keller, aber ganz sicher keine illegale Plattformen. Die sollen mir nur das Leben ein kleines bisschen einfacher machen und nicht wie Streaming Anbieter A bis Z alles nur noch umständlicher. Ein Problem ist auch, dass Amazon und Netflix ein großes Angebot hatten, jetzt aber die Anbieter ihre Filme und Serien aus dem Netflix und Amazon Abo Angebot rausziehen und auf ihre eigenen Plattformen stellen. Man hat uns erst dazu gebracht Netflix zu schauen weil dort sehr viel vorhanden war und jetzt nimmt man es wieder raus. Klar, dass das viele nicht mitmachen wollen. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Yash 18.02.22 - 13:43
psyemi schrieb:
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> Mir kann keiner erzählen das Filesharing /
> 1Clickhoster bequemer sind als mehrere Streaming Dienste.
OCHs nicht unbedingt, wobei es da auf die Plattform ankommt die man nutzt. Aber illegale Streamingseiten sind sehr bequem. Haben ein riesiges Angebot, eine Sortier und Filterfunktion, teilweise auch übersichtlich nach Genres, Schauspieler usw. sortierbar. Man klickt Filmcover an und los gehts. Einfacher können die TV Apps nicht sein. Und alles was man dazu machen muss: Einen VPN haben und ein Abo bei einem "illegalen" Streaminghoster. Kostet ungefähr 15 bis 20 Euro monatlich, also deutlich mehr als Netflix. Daher ist Geld nicht unbedingt das wichtigste Kriterium. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: postemi 18.02.22 - 13:58
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Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: BlindSeer 18.02.22 - 14:08
Deswegen werden auch noch massiv MP3 getauscht weil es güns... Oh wait!
Ich frage mich wieso gerade hier wo der Unterschied zwischen Logik und BEwertung klar sein müsste das für viele so schwer unterscheidbar ist. Noch schlimmer, jeder der die Logik erklärt wird direkt mit in die Bewertung genommen. Wie der Bote den der Bösewicht erschießt, weil er die schlechte Nachricht überbracht hat. Auch lustig, Marktmechanismen werden oft von jenen verneint die sie sonst unter "der markt richtet es" verteidigen.
Man muss sich wie gesagt nur den Musikmarkt anschauen um zu wissen, dass es nicht daran liegt dass es was kostet. Oder die abnehmenden Downloadzahlen als die Fragmentierung noch nicht eingesetzt hatte- Da hat es auch schon was gekostet. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: BlindSeer 18.02.22 - 14:11
Bleibt noch der zweite Teil seiner Ausführung (kündigen, wechseln, usw.) den du ignoriert hast. Also: Verzicht, dann halt nicht wenn sie mein Geld nicht wollen.
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Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Hotohori 18.02.22 - 15:30
Gunah schrieb:
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> Monopol hatten zwar einige, aber mir wäre es lieber wenn Hersteller und
> Streaming Plattform getrennt wären, so hätte man die Chance, dass es bei
> allen ggf. irgendwann mal läuft.
>
> So macht jeder sein eigenen "Direktvertrieb"...
Dann weiß ich wenigsten schnell wo was läuft und muss nicht immer suchen wo was gerade verfügbar ist. ¯\_(ツ)_/¯ -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Huso 18.02.22 - 15:56
Yash schrieb:
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> OCHs nicht unbedingt, wobei es da auf die Plattform ankommt die man nutzt.
> Aber illegale Streamingseiten sind sehr bequem.
Ich nutze es selber nicht, aber aus zuverlässiger Quelle weiß ich dass es sehr gut funktionieren kann, z.B. mit manchen "Premium"-Angeboten. Also auch vollständige Automatisierung, so dass man nur die Filme und Serien in einer Liste markieren muss welche man sehen möchte, und den Rest erledigt z.B. der Raspberry mit den entsprechenden Scripts. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: Hotohori 18.02.22 - 16:08
BlindSeer schrieb:
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> Deswegen werden auch noch massiv MP3 getauscht weil es güns... Oh wait!
>
> Ich frage mich wieso gerade hier wo der Unterschied zwischen Logik und
> BEwertung klar sein müsste das für viele so schwer unterscheidbar ist. Noch
> schlimmer, jeder der die Logik erklärt wird direkt mit in die Bewertung
> genommen. Wie der Bote den der Bösewicht erschießt, weil er die schlechte
> Nachricht überbracht hat. Auch lustig, Marktmechanismen werden oft von
> jenen verneint die sie sonst unter "der markt richtet es" verteidigen.
>
> Man muss sich wie gesagt nur den Musikmarkt anschauen um zu wissen, dass
> es nicht daran liegt dass es was kostet. Oder die abnehmenden
> Downloadzahlen als die Fragmentierung noch nicht eingesetzt hatte- Da hat
> es auch schon was gekostet.
Der Musikmarkt ist aber auch ein schlechter Vergleich.
1. kostet Musik produzieren nur einen winzigen Bruchteil von dem was ein(e) Serie/Film zu produzieren kostet.
2. ist der Musikmarkt gerade weil quasi jeder Musik machen kann sehr viel größer.
3. jeder der Musik macht, verdient aber nicht unbedingt genug um davon leben zu können.
4. ist ein Musikstück nur wenige MB groß.
Das sind alles Faktoren, die einen großen Unterschied zur Film/Serien Industrie machen.
Piraterie ist bei Musik sehr viel einfacher durch die kleine Dateigröße. Daher auch das Interesse größer Käufer nicht mit zu vielen Plattformen zu vergraulen und zur Piraterie zu treiben. -
Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: BlindSeer 18.02.22 - 18:48
Muss ja nicht der gleiche Preis sein. Aber man sieht dass es einen Markt und ein Interesse gibt zu bezahlen. Wenn es so viel schwerer mit Filmen wäre, dann würden jetzt ja nicht die Zahlen hoch gehen was illegale Downloads angeht. Man muss auch bedenken, dass zu der Zeit als MP3 Sharing noch groß war auch die Durchsatzraten sehr viel kleiner waren.
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Re: Piraterie ist keine Notwehr...
Autor: ds4real 18.02.22 - 20:36
Was nicht auf Disney+ (wegen Tochter) oder Prime (weil wir viel bei Amazon kaufen) nicht verfügbar ist, existiert für uns nicht. Gibt genug Inhalte auf den beiden. Ist bei mir mit Steam das gleiche: existiert ein Spiel dort nicht, schaue ich es mir gar nicht erst an. Ausnahmen bestätigen die Regel (Minecraft, Forza Horizon).



