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Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: peh.guevara 28.02.23 - 08:10
Ich raffs echt nicht. Der Kunde bezahlt doch schon für's Internet. Dann müssen sie halt wieder das Volumen begrenzen und wer mehr Netflix & Co schaut muss sich das nächst größere Paket kaufen. Was soll das denn?
Wenn Nextfix jetzt für Traffic bezahlen muss dann wird das auf die Nutzer umgelegt. D.h. ein Nutzer der wenig Traffic hat finanziert den Traffic der Binge-Watcher mit. Soll doch der Zahlen der das Datenaufkommen verursacht, der Nutzer. Und nicht der, der Daten bereitstellt.
Die Daten werden ja erst zu Traffic wenn ein Benutzer sie anfordert, also ist der Nutzer für den Traffic verantwortlich und muss dafür bezahlen. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: asdgeasfg 28.02.23 - 08:18
Vorallem bezahlen die Firmen auch ihre Anschlüsse, wenn es sich nicht rentiert den firmen diesen anschluß anzubieten, muss man eher an dieser seite drehen.
da muss aber nichts reguliert werden, dass ist doch nur wieder jammern mit "mimimi, die machen mehr geld als wir" -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: flasherle 28.02.23 - 08:25
Genau diese Punkte die Ihr 2 beschreibt, sind mir bei dem Thema auch immer im Kopf.
Aber unsere Dämlichen in Brüssel werden schon wieder völlig realitätsfremde Beschlüsse fassen... -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: 01tribal1603 28.02.23 - 08:33
Der Kunde bezahlt für den Zugang zum Netzwerk des Anbieters, bspw. Telekom. Er bezahlt damit den Traffic, der über seinen Anschluss läuft. Der Anbieter ( Netflix,...) bezahlt für seinen Anschluss und den Traffic den er in seinem Netzt verursacht. Mehr nicht.
Das Problem ist, dass man Netflix nicht mehr zur Kasse bitten kann, weil die ihre CDN´s dann einfach in ein anderes Netzwerk stellen. Dann hat mal selbst den Imageschaden bei sich. Denn keiner sagt " Das böse Netflix ist nicht bereit den hohen Preis für den Zugang zum Telekomnetz zu bezahlen ", sondern " Mein blöder Telekomanschluss ist zu langsam / Telekom peert nicht ordentlich mit den anderen Anbietern. Siehe Youtube damals.
Hier geht es darum, dass Netflix direkt zur Kasse gebeten wird und genau darum geht es. Netflix muss dann die Kosten iwie umlegen und sich um ihr Image dabei kümmern, statt das der Imageschaden bei den Providern landet, die an Netflix ggf. nix verdienen -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Termuellinator 28.02.23 - 08:45
Jeder normal denkende Mensch versteht, dass das so ist - die Netzbetreiber haben einfach beim Leistungsschutzrecht gesehen, dass nur genug Geldkoffer und Tränen fließen müssen und man dann auch noch so absurde Gesetze gemacht bekommt. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum man sich dort für diese Blödsinnsargumentation nicht in Grund und Boden schämt...
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Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: lunarix 28.02.23 - 08:52
Naja, man versucht es halt - vielleicht klappt es ja ;-)
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Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Renegade3349 28.02.23 - 08:53
01tribal1603 schrieb:
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> Der Kunde bezahlt für den Zugang zum Netzwerk des Anbieters, bspw. Telekom.
> Er bezahlt damit den Traffic, der über seinen Anschluss läuft. Der Anbieter
> ( Netflix,...) bezahlt für seinen Anschluss und den Traffic den er in
> seinem Netzt verursacht. Mehr nicht.
Außer man heißt Telekom und verlangt für "Premium" Peering zusätzlich Geld.
War das nicht damals bei der Anbindung der Hochschulnetze so?
Was wäre wenn Netflix von der Telekom Geld verlangen würde, damit deren Kunden ungedrosselt schauen können? Da wäre der Aufschrei sicher auch groß. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: ersinet 28.02.23 - 09:00
Das Problem liegt weder bei Kunden, noch bei Netflix, noch bei Telko Unternehmen imho. Es ist zumindest in Deutschland der Staat der Milliarden von den Telko Anbietern für Mobilfunklizenzen abzwackt, dieses Geld aber nicht zurück in die Infrastruktur steckt. Das wird dann für Renten, Corona Maßnahmen und jetzt für den Ukrainekrieg verwendet um es mal polemisch zu beschreiben. Das ist die Marge die dann bei den Telkos fehlt. Denn die Telekom macht zum Beispiel in den USA genug Geld. Aber bei uns ist es kein lukratives Geschäft.
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Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Flatsch 28.02.23 - 09:00
Ich sehe das von beiden Seiten:
Auf der einen Seite müssten die Anbieter den Zugang für die Inhalte Betreiber einfach teurer machen, wenn sie mehr verdienen wollen..
Auf der anderen Seite pumpen Anbieter wie Netflix Massen an Daten ins Netz und nutzen eine Infrastruktur ohne für deren Erhalt sorgen zu wollen...
Wir kennen die Verträge nicht, die Betreiber von Rechenzentren und Knotenpunkt Betreibern da sind -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: OnlyXeno 28.02.23 - 09:12
Flatsch schrieb:
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> Ich sehe das von beiden Seiten:
> Auf der einen Seite müssten die Anbieter den Zugang für die Inhalte
> Betreiber einfach teurer machen, wenn sie mehr verdienen wollen..
>
> Auf der anderen Seite pumpen Anbieter wie Netflix Massen an Daten ins Netz
> und nutzen eine Infrastruktur ohne für deren Erhalt sorgen zu wollen...
>
> Wir kennen die Verträge nicht, die Betreiber von Rechenzentren und
> Knotenpunkt Betreibern da sind
Sie geben Telekom doch Geld für die nutzung des Netzes. Das sollte ja für den Erhalt und ausbau der Netze genutzt werden. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: B0SS4K 28.02.23 - 09:12
ersinet schrieb:
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> Das Problem liegt weder bei Kunden, noch bei Netflix, noch bei Telko
> Unternehmen imho. Es ist zumindest in Deutschland der Staat der Milliarden
> von den Telko Anbietern für Mobilfunklizenzen abzwackt, dieses Geld aber
> nicht zurück in die Infrastruktur steckt. Das wird dann für Renten, Corona
> Maßnahmen und jetzt für den Ukrainekrieg verwendet um es mal polemisch zu
> beschreiben. Das ist die Marge die dann bei den Telkos fehlt. Denn die
> Telekom macht zum Beispiel in den USA genug Geld. Aber bei uns ist es kein
> lukratives Geschäft.
gabs hier nicht vor paar Tagen ein Bericht bei dem die Telekom 8Milliarden Gewinn gemacht hat? -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Termuellinator 28.02.23 - 09:28
Flatsch schrieb:
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> Auf der anderen Seite pumpen Anbieter wie Netflix Massen an Daten ins Netz
> und nutzen eine Infrastruktur ohne für deren Erhalt sorgen zu wollen...
Wenn ein Anbieter Netflix oder den Kunden einen Zugang zu einem Preis anbietet, der nicht Kostendeckend ist, dann muss dieser eben entweder den Preis anpassen oder seinen internen Overhead reduzieren. Die Telekom macht abartige Gewinne, da braucht man nicht rumheulen, dass man kein Geld für den Ausbau hätte. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Bootsmann 28.02.23 - 10:00
Termuellinator schrieb:
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> Jeder normal denkende Mensch versteht, dass das so ist - die Netzbetreiber
> haben einfach beim Leistungsschutzrecht gesehen, dass nur genug Geldkoffer
> und Tränen fließen müssen und man dann auch noch so absurde Gesetze gemacht
> bekommt. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum man sich dort für diese
> Blödsinnsargumentation nicht in Grund und Boden schämt...
+1
Genauso und nicht anders. Leider ist die EU bekanntlich weltfremd und korrupt genug, um sich von so einem Unfug bereitwillig einlullen zu lassen.
Die digitale Gesetzgebung der EU ist nur noch ein einziges Meme. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Hantilles 28.02.23 - 10:10
Nein, nicht Netflix "pumpt Massen an Daten ins Netz", sondern die Telekom-Kunden fordern diese Daten von Netflix an. Netflix bezahlen sie um auf diese Daten zugreifen zu dürfen und die Telekom bezahlen sie für den Transport dieser Daten.
Netflix tut alles dafür, ihre Daten den Providern so kostengünstig wie möglich zur Verfügung zu stellen – im Sinne aller! Wenn du Provider bist, stellt dir Netflix (und auch andere) kostenlos Server zur Verfügung, die du in Kunden-Nähe aufstellst, damit deine Upstream-Anbindungen nicht von diesem Traffic verstopft werden. Der Transport dieser Daten zu deinen Kunden ist aber dein Kerngeschäft, für das deine Kunden dich bezahlen.
Netflix dafür zahlen zu lassen bedeutet nichts weiter, als zwei Seiten für die gleiche Dienstleistung bezahlen zu lassen. Und für mich als Endkunden geht das letztlich gegen meine Interessen, denn ich bezahle meinen Internetprovider dafür, dass er die Interessen von mir – seinem Kunden – vertritt und nicht die Interessen von Netflix!
2 mal bearbeitet, zuletzt am 28.02.23 10:25 durch Hantilles. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: JE 28.02.23 - 10:19
Flatsch schrieb:
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> Ich sehe das von beiden Seiten:
> Auf der einen Seite müssten die Anbieter den Zugang für die Inhalte
> Betreiber einfach teurer machen, wenn sie mehr verdienen wollen..
Ohne Inhalte haben die Netzbetreiber keine Kunden. Die Netzbetreiber müssen halt mit dem auskommen, was sie von ihren Kunden bekommen, oder ihre Preise erhöhen. Aber den bereits von den Kunden bezahlten Traffic nochmal bezahlen zu lassen, ist nicht ok.
Übrigens müssen die Contentanbieter sicher für ihren Upload ebenfalls bereits bezahlen. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Hantilles 28.02.23 - 10:19
Tatsächlich ist die digitale Gesetzgebung der EU – bei allen Fehlern – weitaus besser als die in Deutschland. Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage war eine zunächst deutsche Erfindung, die man dann auf europäische Ebene gehievt hat.
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Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Termuellinator 28.02.23 - 11:50
Pauschalisieren (oder pauschal Verteufeln!) würde ich beides nicht - in mancher Hinsicht ist die EU-Gesetzgebung, in anderer die Deutsche vernünftiger.
Auch weltweit gesehen haben wir viele positive Aspekte in beiden Gesetzgebungen! DSGVO z.b.
Aber es werden leider immer wieder Versuche unternommen, mit absolut hirnverbranntem Bockmist alles andere zu kompromittieren und die EU kaputt zu machen. Und diese Demokratiefeinde (primär CDU und die EU-Äquivalente) sollten wir ganz ganz dringend aus allen offiziellen Posten oder Verantwortlichkeiten entfernen, sonst sehe ich das noch Böse ausgehen (so bzgl. Zermürbungstaktik und co...) -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: sambache 28.02.23 - 14:35
01tribal1603 schrieb:
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> Der Kunde bezahlt für den Zugang zum Netzwerk des Anbieters, bspw. Telekom.
> Er bezahlt damit den Traffic, der über seinen Anschluss läuft. Der Anbieter
> ( Netflix,...) bezahlt für seinen Anschluss und den Traffic den er in
> seinem Netzt verursacht. Mehr nicht.
Dafür gibt es ja Peering Verträge.
Das Problem ist, dass die Telekom nicht darauf vorbereitet ist, dass die Anschlüsse, die sie anbieten auch voll benutzt werden.
217 mal bearbeitet, zuletzt am 27.10.2022 13:44 durch sambache. -
Re: Der Kunde Bezahlt doch schon
Autor: Emerald Flint 28.02.23 - 16:52
Flatsch schrieb:
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> Ich sehe das von beiden Seiten:
> Auf der einen Seite müssten die Anbieter den Zugang für die Inhalte
> Betreiber einfach teurer machen, wenn sie mehr verdienen wollen..
>
> Auf der anderen Seite pumpen Anbieter wie Netflix Massen an Daten ins Netz
> und nutzen eine Infrastruktur ohne für deren Erhalt sorgen zu wollen...
>
> Wir kennen die Verträge nicht, die Betreiber von Rechenzentren und
> Knotenpunkt Betreibern da sind
Was für ein saudämlicher Schwachsinn. Netflix hat sich in etliche Rechenzentren auf der Welt eingemietet und zahlt IN JEDEM EINZELNEN davon monatlich dafür, dass die Daten ins Netz können.
ISPs können sich zusätzlich noch VON NETFLIX BEZAHLTE CDN-Server holen und dort anschließen, wo sie möchten, um die Netze zu entlasten.
"ohne für deren Erhalt sorgen zu wollen"
Wow, voll auf das Geheule der ISPs reingefallen.



