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Redundanz

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  1. Redundanz

    Autor: don.redhorse 10.03.24 - 13:44

    Ich frage mich wie es passieren kann das ein Werk nach Sabotage EINES Mastes platt ist. Es gab ja mal Ringleitungssysteme. Sprich wenn eine Komponente im Netz ausfällt wird von der „anderen Seite“ trotzdem mit eingespeist. Gängig ist auf Werksgeländen auch eine Ringanordnung der einzelnen Trafostationen auf dem Werksgelände. Meist hat ein großes Werksgelände zwei einspeise Orte, z.B. je eine 20 kV Einspeisung. Von dort aus geht eine Ringleitung zu den einzelnen Transformatoren. Wird jetzt ein Trafo wegen Wartung abgeschaltet ist die Versorgung gesichert. Fällt eine Einspeisung aus wird das Werk über die zweite versorgt. Ebenso wird das mit den Netzwerkverbindungen gemacht. Zumindest ein Ring wird gelegt, meist zwei, wobei Nr. Zwo rein als Fallback dient.

    So, jetzt ist ein Mast ausgefallen, dass muss jetzt ja die einzige Zuleitung zum Werk sein. Wer baut so etwas? Was ist das für ein Netzbetreiber? Normalerweise garantiert ein Netzbetreiber eine Verfügbarkeit von 99,9%. Also darf der Strom im Jahresmittel nur rund 10h lang ausfallen. Die Rechenzentren haben meist eine USV, die stützt die EDV bis die Notdiesel hochgefahren sind, dass dauert meist um eine Minute, es sei denn es sind „kalte“ Systeme die komplett aus dem kalten Zustand hochfahren, dass kann auch mal 10 Minuten dauern. Für die ganzen SPS Systeme gibt es meist nur eine kurze Pufferung über GoldCapes, so dass sie ihren Speicherinhalt in einen Flash schreiben kann. Da Roboter meist doof sind nach einem Spannungsausfall, es sei denn sie stand gerade in einer Parkposition müssen sie erst einmal neu initialisiert werden. Also jeder Robby muss von Hand mit einem Handbedienpanel erst einmal in eine bekannte Position gefahren werden. Sobald der diese akzeptiert fährt er ein Programm ab in dem alle Grenzen angefahren werden, danach kann man erst das richtige Programm reinladen. Ist es z.B. eine Lackierstraße hat man auf beiden Seiten die Robbys, die einander zuarbeiten. Also alles step by step.
    Dazu hat man nun Karossen die teillackiert sind, Schweissrobbys die mitten in ihrer Tätigkeit aufgehört haben. Da müssen erst einmal die Roboter Arme rausgefahren werden, die Förderbänder wieder anlaufen, die Karossen entfernt werden etc. teilweise werden da instabile Verbindungen bei sein, oder ein Robbyarm hält etwas fest, was ein anderer schweißen soll. Das muss u.U. von Hand erst getrennt werden etc. oder das KTL Bad. Es liegen Teilbeschichtete Karossen drin, die müssen raus und abgestrahlt werden, damit sie neu beschichtet werden können, die Durchlauföfen müssen wieder auf Temperatur gebracht werden, die Karossen raus und entsorgt werden.
    Sobald die ganzen Linien wieder frei sind muss der ganze Kram neu angefahren werden, wenn bei einem Robby eine Position nicht passte muss nachgearbeitet werden etc. also ich glaube sofort das es sehr lange dauern kann bis die Produktion wieder läuft. Es ist ja kein Anfahren aus einem definierten Zustand, jede SPS hat irgendeinen Speicherstand, je nach dem wie lange die Komdensatoren in den Netzteilen gehalten haben, wie lange die Induktivität der Trafos noch Energie geliefert haben. Es ist ja nicht Zeitpunkt 12:00:10,5 gewesen an dem alles abgewürgt wurde.
    Hier wird sich auch zeigen wie sauber die Anlagen programmiert wurden, wieviele Änderungen „in the fly“ gemacht wurden, ohne Doku etc. passiert gerne mal bei Problemen in der Nachtschicht.


    Um dem ganzen zu entgehen speist man von zwei Seiten in eine Ringleitung ein. Was zum Geier hat die geritten das nicht zu machen und woher wussten die Terroristen das Tesla genau hier zu treffen ist?


    Ist in meinen Augen eine Peinlichkeit für den Versorger und ich denke das wird teuer für die.

  2. Re: Redundanz

    Autor: ChMu 10.03.24 - 13:54

    Ich verstehe ehrlich gesagt auch Tesla nicht. Warum stehen da nicht ein paar MWh Container welche bei Stromausfall von aussen uebergangslos erst man ne h oder so weiter machen bis die Diesel hochgefahren sind, die wiederum die Batterien nachladen?
    Ich meine, Tesla baut die Dinger und hat ganze Landesteile zB in Australien so Ausfall sicher gemacht?
    Auch scheinen ein paar MWp auf den Daechern zu fehlen.

  3. Re: Redundanz

    Autor: cruse 10.03.24 - 13:57

    .



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.24 13:59 durch cruse.

  4. Re: Redundanz

    Autor: don.redhorse 10.03.24 - 14:30

    ChMu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe ehrlich gesagt auch Tesla nicht. Warum stehen da nicht ein
    > paar MWh Container welche bei Stromausfall von aussen uebergangslos erst
    > man ne h oder so weiter machen bis die Diesel hochgefahren sind, die
    > wiederum die Batterien nachladen?
    > Ich meine, Tesla baut die Dinger und hat ganze Landesteile zB in Australien
    > so Ausfall sicher gemacht?
    > Auch scheinen ein paar MWp auf den Daechern zu fehlen.

    ich denke du unterschätz welche Leistungen im normalen Betrieb abgefragt werden und wie teuer und Aufwändig es wäre diese Leistung komplett aus eigener Leistung zu liefern. Die Wahrscheinlichkeit eines Stromausfalles ist deutlich niedriger als die
    0,1% suggerieren. Dafür eine eigene Versorgung aufzubauen in Stand zu halten und netzparallel zu betreiben ist richtig teuer. Deswegen macht man das nicht sondern sichert nur die tatsächliche wichtige Infrastruktur ab, wie oben erwähnt. Dazu gibt es Notlichtanlage die für eine oder maximal drei Stunden eine minimale Beleuchtung bereitstellen und eben Akkugepufferte Brandmeldeanlagen. Letztere Systeme sind aber immer dezentral, sprich in einem Gebäude/ auf den einzelnen Etagen/ Bereichen stehen einzelne Schränke mit den Anlagen und eben den entsprechenden Akkus dazu. Die werden jährlich geprüft, müssen VdS zugelassen sein und werden meist alle 4 Jahre getauscht. Dazu haben einzelne Anlagen noch eine USV für ein paar Minuten Überbrückungszeit fürs saubere herunterfahren. Alleine dieser Part ist schon echt teuer, da er in der Regel ja, bis auf die Tests, nie benötigt wird.
    Ich bin 20 Jahre lang in einem größeren Betrieb gewesen, habe den Umbau der Trafos zu einem Ringleitungssystem mitbekommen und bin in der Wartung der Notlichsysteme involviert gewesen. Es wurden jedes Jahr Akkupacks getauscht, das waren je nach Größe zwischen 1000-3000¤ nur für die Akkus. Das macht man nicht für den gesamten Betrieb eines Gebäudes.

    Deswegen eben die redundante Einspeisung. Ich denke dass das Werk auch zwei Einspeisungen hat, nur das beide über diesen einen Mast versorgt wurden und das kann ich nicht nachvollziehen.

    Andererseits kenne ich auch ein größeres Chemiewerk in D. das zwar zwei Einspeisungen hat, die beiden Leitungen aber streckenweise nebeneinander liegen. Da müsste man nur ein Loch buddeln, einen 20l Kanister Diesel reintappen anzünden und abhauen. Nach einer Weile ist die Isolierung der 20 kV Leitung eine und es knallt in dem Loch, danach gehen die Lichter in dem Werk aus. Das ist jetzt runde 10 Jahre her und ich weiss das es Gespräche mit dem EVU gab noch eine weitere Leitung zu legen, die eben nicht aus dem gleichen EVU Netz kommt. Das sind alle Sachen die nach 9/11 im Gespräch waren und teilweise über 10 Jahre bis zur Realisierung benötigt haben.

    Denken wir mal weiter, was ist denn wenn die Versorgung der BASF in Ludwigshafen ausfällt? Die haben da jede Menge Tanks die beheizt oder gekühlt werden müssen. Bei einigen geht es nur ums Geld, sprich der Rohstoff ist nach einer Zeit X kaputt, oder die Anlage ist hinne, da etwas ausgehärtet ist, ohne Heizung. Aber es gibt auch Stoffe die gekühlt werden müssen, da sie sonst, sagen wir mal, eine große Brandlast werden können. Ich würde meine rechte Hand drauf verwetten das es mehrere Einspeisungen in dem Werk gibt, die aus ganz unterschiedlichen Teilnetzen des EVU kommen, ganz davon ab das sie ein eigenes Kraftwerk auf dem Werk haben.

  5. Re: Redundanz

    Autor: Oktavian 10.03.24 - 15:03

    > Ich frage mich wie es passieren kann das ein Werk nach Sabotage EINES
    > Mastes platt ist.

    Du hast es hier mit einem Terroranschlag zu tun. Wenn das Werk über zwei Leitungen versorgt wird, zünden die halt beide an. Wäre ja nicht so, als hätten wir sowas nicht schon gehabt.
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schienenverkehr-sabotage-bei-der-bahn-was-steckt-hinter-dem-zug-chaos-in-norddeutschland-vom-samstag/28731548.html

    > Um dem ganzen zu entgehen speist man von zwei Seiten in eine Ringleitung
    > ein. Was zum Geier hat die geritten das nicht zu machen

    Kostengründe. Tesla hätte das bezahlen müssen. Man rechnet dann, wie wahrscheinlich ist ein Ausfall, wie hoch sind dann die Kosten, wie hoch sind die Kosten für Erstellung und Unterhalt.

    Einen Terroranschlag berechnet man bewusst nicht mit ein, denn wie gesagt, Terroristen haben überhaupt keine Probleme, auch zwei oder drei Leitungen zu zerstören.

    > und woher wussten
    > die Terroristen das Tesla genau hier zu treffen ist?

    Wenn ich mir angucken, wie viele Vollpfosten in Berlin demonstriert haben zur Unterstützung linker Terroristen, es wird schon einen geben, der Zugriff hat auf die Netzpläne.

    > Ist in meinen Augen eine Peinlichkeit für den Versorger und ich denke das
    > wird teuer für die.

    Eher nein. Die liefern wie bestellt.

  6. Re: Redundanz

    Autor: ChMu 10.03.24 - 15:05

    Sorry, aber so teuer ist das nicht. Ein einfacher Tesla Container kostet $125/kWh und liefert 3,5MWh instant. Teslas Kosten duerften bei 2/3tel liegen und es wird woechentlich billiger. Die passenden Diesel sind billig, teuer ist das Oel. Eine entsprechende Solar Anlage (welche eh kommen soll) haelt die Batterien immer relativ voll, Es wird ja eh nur im Notfall genutzt.
    0,1% hoeren sich erst mal wenig an, aber das beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Zwischenfalls, nicht die Dauer. Bei diesem Ausfall geht es immerhin um ein paar hundert Millionen an Ausfall und Reparaturen, fuer einen Bruchteil davon waere man unabhaengig.

    Ich habe mein Haus auch an eine Batterie gehaengt, schon vor einiger Zeit und habe das bisher erst 2mal gebraucht, aber in diesen zwei Faellen hat sich das Investment bereits amortisiert. Wir arbeiten viel von zu Hause und wenn Internet oder Strom weg waere, kostet das. Und das kann sehr schnell, sehr teuer werden. Weshalb auch der Netzzugang ueber Satellit einen Backup hat.
    Wir sind von 95% (alte Batterie/Solar Anlage vor Strom Anschluss) ueber 99,5% (Stomanschluss und Notstrom ueber ne kleine Batterie fuer Licht und Wasserpumpe) zu 100% (Stromanschluss, 12h voll Backup und unendlich bei Sonnenschein) Und ja, diese 0,5% sind es wert.

  7. Re: Redundanz

    Autor: Oktavian 10.03.24 - 15:09

    > Ich verstehe ehrlich gesagt auch Tesla nicht. Warum stehen da nicht ein
    > paar MWh Container welche bei Stromausfall von aussen uebergangslos erst
    > man ne h oder so weiter machen bis die Diesel hochgefahren sind, die
    > wiederum die Batterien nachladen?

    Du möchtest nicht das, was üblicherweise über diese Leitungen kommt, aus Akkus und Generatoren stützen. Über den Weg kann man mal ein kleines bis mittelgroßes RZ stützen, aber nicht ein ganzes Auto-Werk.

    VW in Wolfsburg war mal zeitweise autark, die konnten sich ihren Strom selbst erzeugen dank eigenem Kraftwerk und tun das teilweise heute noch. Das ist ein richtig großes Kohlekraftwerk mit 136 MW Nettoleistung und 755 MW Wärmeleistung (die als Fernwärme in Wolfsburg genutzt werden).

  8. Re: Redundanz

    Autor: don.redhorse 10.03.24 - 15:18

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich frage mich wie es passieren kann das ein Werk nach Sabotage EINES
    > > Mastes platt ist.
    >
    > Du hast es hier mit einem Terroranschlag zu tun. Wenn das Werk über zwei
    > Leitungen versorgt wird, zünden die halt beide an. Wäre ja nicht so, als
    > hätten wir sowas nicht schon gehabt.
    > www.handelsblatt.com
    >

    macht es aber komplexer, mehr Mitwisser, mehr Koordination. Immerhin muss man wissen welche Masten dafür zuständig sind.

    > > Um dem ganzen zu entgehen speist man von zwei Seiten in eine Ringleitung
    > > ein. Was zum Geier hat die geritten das nicht zu machen
    >
    > Kostengründe. Tesla hätte das bezahlen müssen. Man rechnet dann, wie
    > wahrscheinlich ist ein Ausfall, wie hoch sind dann die Kosten, wie hoch
    > sind die Kosten für Erstellung und Unterhalt.

    Nee, dass ist eigentlich stand der Technik und ich bin mir eigentlich recht sicher das es auf dem Werk als Ring ausgelegt ist. Das macht man schon deswegen um mal einen Trafo warten zu können. Wenn man einen String komplett abschalten muss, nur um einen Hauptschalter zu wechseln ist das echt viel Koordination, klar geht das, aber Stand ist das schon lange nicht mehr.

    >
    > Einen Terroranschlag berechnet man bewusst nicht mit ein, denn wie gesagt,
    > Terroristen haben überhaupt keine Probleme, auch zwei oder drei Leitungen
    > zu zerstören.
    >

    Wenn der Mast in einer Ringleitung steht ist der Tod des einen Mastes egal. Würde man also das Werk aus zwei separaten Ringleitungen versorgen müsste man vier Masten zerstören um das Werk abzuschalten.
    Ich weiß das EVU in Straßenzüge nur noch Springs legen, einfach weil sie die Kosten für Ringleitungen scheuen, aber warum ist ein Mast für eine solches Werk in einem String?

    > > und woher wussten
    > > die Terroristen das Tesla genau hier zu treffen ist?
    >
    > Wenn ich mir angucken, wie viele Vollpfosten in Berlin demonstriert haben
    > zur Unterstützung linker Terroristen, es wird schon einen geben, der
    > Zugriff hat auf die Netzpläne.

    so ein Blödsinn und das ist dummes Gelaber vom "anderen Flügel".

    Es gibt sicherlich Sympathien für die RAF, siehe jetzt die dämlichen Demos für die "Klatte", aber sicherlich nicht aus den Reihen der Politik, die würden sich damit strafbar machen. Ganz davon ab das "die Politiker" bestimmt keinen Zugriff auf Netzpläne haben, dafür haben sie ihre Gremien usw.
    >
    > > Ist in meinen Augen eine Peinlichkeit für den Versorger und ich denke
    > das
    > > wird teuer für die.
    >
    > Eher nein. Die liefern wie bestellt.

    S.o. ich sage nein.

    Die haben gepokert und verloren.

  9. Re: Redundanz

    Autor: ChMu 10.03.24 - 15:20

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich verstehe ehrlich gesagt auch Tesla nicht. Warum stehen da nicht ein
    > > paar MWh Container welche bei Stromausfall von aussen uebergangslos erst
    > > man ne h oder so weiter machen bis die Diesel hochgefahren sind, die
    > > wiederum die Batterien nachladen?
    >
    > Du möchtest nicht das, was üblicherweise über diese Leitungen kommt, aus
    > Akkus und Generatoren stützen. Über den Weg kann man mal ein kleines bis
    > mittelgroßes RZ stützen, aber nicht ein ganzes Auto-Werk.
    >
    > VW in Wolfsburg war mal zeitweise autark, die konnten sich ihren Strom
    > selbst erzeugen dank eigenem Kraftwerk und tun das teilweise heute noch.
    > Das ist ein richtig großes Kohlekraftwerk mit 136 MW Nettoleistung und 755
    > MW Wärmeleistung (die als Fernwärme in Wolfsburg genutzt werden).

    Tesla hat aber keinen 136MW Anschluss sondern "nur" 70MW. Was aber nicht gebraucht wird. Das waere nur moeglich. Besides, 300MW Batterien sind bereits im Einsatz und guenstiger als man glaubt. Es gibt natuerlich groessere mit bis zu nem GW und gerade wird eine 2,5GW aufgebaut. Gespeisst durch Wind und Sonne.
    Bald oder zeitnah kommen Na Batterien dafuer zum Einsatz, dann hast Du einen 10MWh Container fuer 400000 Euro da stehen der in kuezester Zeit abgeschrieben ist

  10. Re: Redundanz

    Autor: don.redhorse 10.03.24 - 15:40

    ChMu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry, aber so teuer ist das nicht. Ein einfacher Tesla Container kostet
    > $125/kWh und liefert 3,5MWh instant. Teslas Kosten duerften bei 2/3tel
    > liegen und es wird woechentlich billiger. Die passenden Diesel sind billig,
    > teuer ist das Oel. Eine entsprechende Solar Anlage (welche eh kommen soll)
    > haelt die Batterien immer relativ voll, Es wird ja eh nur im Notfall
    > genutzt.

    die Betriebskosten für:

    > 0,1% hoeren sich erst mal wenig an, aber das beschreibt die
    > Wahrscheinlichkeit eines Zwischenfalls, nicht die Dauer. Bei diesem Ausfall
    > geht es immerhin um ein paar hundert Millionen an Ausfall und Reparaturen,
    > fuer einen Bruchteil davon waere man unabhaengig.

    Aber nur wenn das EVU nur 99,9% garantiert. Für mehr Geld bekommt man auch 99,99%.
    Und sehr wohl geht da dabei auch um die Dauer, weil daran errechnet wird wie lange die Diesel laufen müssten und ob andere kritische Infrastruktur noch gestützt werden muss.
    Das EVU sagt also das die Wahrscheinlichkeit eines Stromausfalls für 1 Sekunde, für 1 Minute, für 1 Stunde etc. so und so hoch ist. Eine Sekunde überbrücken die meisten normalen Netzteil, eine Minute führt auf jeden Fall zur Abschaltung der Produktion, die meisten Steuerungen sind aber via USV versorgt und können entsprechend direkt weiterarbeiten. Die gerade im Prozess befindlichen Karossen werden dann zwar defekt sein, oder müssten eben aufgearbeitet werden, aber die Robbys sollten es packen. Bei einer Stunde ist meistens erst einmal für die nächsten Tage Feierabend, aber auch hier sollten die USV viel abfangen können, aber diverse Systeme schalten sich komplett ab, da sie nur eine Pufferung für 20 Minuten etc. haben. Dabei geht es aber nur um die Steuerungen, nur um die Positionen der Roboter etc. damit man sie nicht komplett neu initialisieren muss. Keiner puffert die Halle mit den Schweissrobotern. Ich habe mal eine Versorgung für einige Schweissroboter angeschlossen, die Hauptschalter hatten eine Versorgung über zwei parallel aufgelegt 185mm² Leitungen. Jeder dieser Hauptschalter und das waren immerhin 6 Stück. Dafür eine netzparallele Anlage zu betreiben, warum sollte man das bezahlen. Da wirft man die Karossen weg und gut.
    >
    > Ich habe mein Haus auch an eine Batterie gehaengt, schon vor einiger Zeit
    > und habe das bisher erst 2mal gebraucht, aber in diesen zwei Faellen hat
    > sich das Investment bereits amortisiert. Wir arbeiten viel von zu Hause und
    > wenn Internet oder Strom weg waere, kostet das. Und das kann sehr schnell,
    > sehr teuer werden. Weshalb auch der Netzzugang ueber Satellit einen Backup
    > hat.
    > Wir sind von 95% (alte Batterie/Solar Anlage vor Strom Anschluss) ueber
    > 99,5% (Stomanschluss und Notstrom ueber ne kleine Batterie fuer Licht und
    > Wasserpumpe) zu 100% (Stromanschluss, 12h voll Backup und unendlich bei
    > Sonnenschein) Und ja, diese 0,5% sind es wert.

    Wo wohnst du dass das Netz so instabil ist? Also ich kann mich in den letzten 30 Jahren nur an eine Handvoll ausfälle entsinnen und die meisten waren schlimmstenfalls man eine Minute. Einmal gab es einen Ausfall von rundweg einer Stunde, da war ich gerade in einem Schaltraum und habe etwas umgedrahtet. Auf einmal ging das Licht aus, die FU fuhren runter und es war nur noch Notlicht im Raum. Da habe ich erstmal ganz blöde geguckt und mich gefragt wie ich den ganzen Schaltraum töten konnte. Als ich dann raus aus dem Gebäude war und gesehen habe das alles auf dem Werk tot war war mir klar, ich war es nicht. Nein, da gab es einen Schaltfehler beim EVU und die haben es dabei tatsächlich geschafft beide Versorgungen zu killen. War teuer fürs EVU. Die hatten in so fern noch Glück das es nicht zu richtig schweren Schäden kam, also keine Anlagen zerstört wurden, weil Produkt ausgehärtet ist etc. Das ist jetzt deutlich über 10 Jahre her und danach wurde die Infrastruktur ertüchtigt und auch eine zweite (bzw. dritte) Einspeisung von Seiten des EVU aufgebaut.
    Du würdest also 10 Jahre lange eine Akkugespeiste Redundanz für einen Fall der in weniger als alle 10 Jahre passiert, aufbauen und betreiben, also warten, ertüchtigen und reparieren? Das bekommst du bei keinem BWLer durch.

  11. Re: Redundanz

    Autor: Oktavian 10.03.24 - 16:02

    > macht es aber komplexer, mehr Mitwisser, mehr Koordination. Immerhin muss
    > man wissen welche Masten dafür zuständig sind.

    https://www.flosm.org/de/Stromnetz.html?lat=52.4363003&lon=13.9046795&r=11188.194&st=0&sw=powercable,powerline,powerline110k,powerline115k,powerline20k,powerline220k,powerline220v,powerline225k,powerline30k,powerline380k,powerline3k,powerline400k,powerline420k,powerline500v,powerline50k,powerline6k,powerline750k,powerline765k,powerlinedchigh,powerlinedclow,powernuclear,powerplantarea,powerpole,powersubstation,powertower,separationzone

    Ja, natürlich macht es das komplexer. Hat aber schon mehrfach funktioniert. Natürlich wird man dann eher geschnappt. Aber da man doch für die große Sache gekämpft hat, die Wahrheit, usw., geht man doch gerne dafür in den Knast.

    > Nee, dass ist eigentlich stand der Technik und ich bin mir eigentlich recht
    > sicher das es auf dem Werk als Ring ausgelegt ist.

    Das ist auch so. Aber die Zuleitung ist halt ein erheblicher Kostenfaktor, den man sich gespart hat.

    > Wenn der Mast in einer Ringleitung steht ist der Tod des einen Mastes egal.

    Ja, hab ich doch gesagt, Terroristen haben überhaupt keine Probleme, auch zwei oder drei Masten zu zerstören. Genau deshalb berechnet man Terroranschläge nicht mit ein.

    > Es gibt sicherlich Sympathien für die RAF, siehe jetzt die dämlichen Demos
    > für die "Klatte", aber sicherlich nicht aus den Reihen der Politik, die
    > würden sich damit strafbar machen.

    Natürlich nicht. Wo hab ich gesagt, irgendein Politiker wäre in irgendeiner Weise daran beteiligt? Um mal einen Blick in den Netzplan zu werfen, muss man kein Politiker sein, da ist man besser Techniker.

    > Die haben gepokert und verloren.

    Wenn ich ein Werk irgendwo baue, bezahle ich die Erschließungskosten. Dazu gehört auch die Netzanbindung. Wenn ich ein RZ gebaut habe mit getrennter Leitungsführung für Netz und Strom, dann bezahle ich eben zwei mal. Hier hat eher Tesla den etwas günstigeren Weg gewählt.

    Ich habe früher in einem Forschungszentrum gearbeitet, wir hatten mehrere Kernreaktoren auf dem Gelände. Teils sind die auch heute noch aktiv als Forschungsreaktoren. Auf der Anlage steht ein Kernfusions-Forschungsreaktor, braucht Strom wie blöd. Auch diese ganze Anlage war damals nur über eine Hochspannungsleitung angebunden. Einfach Kostengründe. Wir haben so irre viel Energie gebraucht, dass doppelte Leitungsführung da schlicht zu teuer war. Wenn es Wartungsarbeiten gab, dann hatten wir halt mal nen Tag keinen Strom. Das war vorher bekannt und wurde bei den Experimenten eingeplant. Umgekehrt mussten wir Bescheid geben, wenn wir den Fusionsreaktor hochgefahren haben, da heftig Last ins Netz kam.

    Inzwischen hat man hier nachgerüstet, es wurde eine zweite Trasse gebaut. Allerdings hängen beide Trassen an der selben Höchstspannungsleitung.

  12. Re: Redundanz

    Autor: don.redhorse 10.03.24 - 16:18

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist auch so. Aber die Zuleitung ist halt ein erheblicher Kostenfaktor,
    > den man sich gespart hat.

    erklärt aber nicht das ein Mast in diesem Falle ausreicht. Sicherlich sind die letzte Meile grundsätzlich Kosten des Endkunden, klar. Aber der hat einen Vertrag mit dem EVU und das EVU sagt das man mit diesen und jenen Ausfällen zu rechnen hat. Höhere Gewalt ist da nicht mit drin, dazu gehört auch Terrorismus, klar. Trotzdem muss das EVU sicher stellen das die Versorgung innerhalb einer Zeit X wiederhergestellt sein wird. Also selbst wenn man sagt das Tesla alle Redundanzen vermieden und auch nur eine Einspeisung hat, dann muss das EVU trotzdem dafür sorgen das es nicht zu Ausfällen von einer Woche kommt.
    in NRW sind ja vor einigen Jahren ja eine ganze menge an Masten unter Schneelast zusammen gebrochen, da war ja in einigen Gebieten auch für längere Zeit alles zappenduster. Da ist die Feuerwehr mit ihren Generatoren von Bauernhof zu Bauernhof gefahren damit die Milchkühe gemolken werden konnte, da ging es nicht um die Milch, sondern damit die Tiere nicht wegsterben. Aber alle größeren Ansiedlungen sind recht schnell wieder am Netz gewesen und Industriebetriebe erst recht. Das ging nur durch Redundanzen, durch Ringleitungen und eben provisorischen Reparaturen. Bis die Masten wieder standen und alles wieder wie vorher, bzw. besser war, hat Monate gedauert.

  13. Re: Redundanz

    Autor: Oktavian 10.03.24 - 16:26

    > > Das ist auch so. Aber die Zuleitung ist halt ein erheblicher
    > Kostenfaktor,
    > > den man sich gespart hat.

    Ich geb's auf. Sorry, ich bin raus.

  14. Re: Redundanz

    Autor: don.redhorse 10.03.24 - 16:30

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > > Das ist auch so. Aber die Zuleitung ist halt ein erheblicher
    > > Kostenfaktor,
    > > > den man sich gespart hat.
    >
    > Ich geb's auf. Sorry, ich bin raus.

    Tut mir leid, aber ich kann das EVU nicht verstehen das die länger als einen Tag brauchen um für Ersatz zu sorgen. Das die diesen Mast nicht innerhalb von einem Tag wieder aufstellen und das Tesla nicht eigene Redundanzen haben um einen Ausfall voll abzufangen, dass kann ich verstehen. Aber dass das Netz in der Gegend so schlecht ausgebaut ist um nicht innerhalb eines Tages eine prov. Versorgung zu ermöglichen verstehe ich nicht.

  15. Re: Redundanz

    Autor: luke93 10.03.24 - 18:57

    Die Redundanz begann diversen Meldungen zufolge erst hinter diesem Mast. Und wie schon jemand anders hier schrub: es war ein Anschlag, dann hätte man halt beide Masten abgefackelt. Wo ein Wille da ein Weg.

  16. Re: Redundanz

    Autor: DominikF 10.03.24 - 22:58

    Um das ganze mal zu relativieren:
    Tesla möchte mit dem aktuellen Ausbau bis zu 500.000 Autos pro Jahr bauen. das sind (bei 350 Tagen) knapp über 1400 am Tag.
    Die Autos haben zwischen 60 und 80 kWh Batterien verbaut, im Schnitt nehme ich mal 70 an.
    Es werden also jeden Tag fast 100 MWh an Batterien in die Autos gebaut.
    Nimmt man nun an, das 2-3 Tage an Batterien im Lager liegen, kommt man also auf 200-300 MWh im Lager, Nutzbar sind davon 50% (nicht voll Geladen, man will nicht zu tief entladen) sind also immernoch 100-150 MWh. 1C ist für die Batterien vermutlich kein Problem.

    Tesla kann also sein Werk, theoretisch, ohne Probleme für eine gewisse Zeit aus dem "Akku-Lager" betreiben.

  17. Re: Redundanz

    Autor: PmK 11.03.24 - 07:10

    Ja die Batterien sind ja alle eh schon so gelagert das sie miteinander verbunden sind, der Wechselrichter in der Ecke steht und das ja überhaupt kein Problem sein sollte. Herr Musk könnte ja auch mit einer Feile fix nen Atomreaktor zurechtfeilen. Sollte ja auch kein Problem sein.
    Was da für ein Schwachsinn geschrieben wird.
    Bzgl. Redundanz wird man sich sicher auch was zurecht gerechnet haben. Wenn in Deutschland Netztotalausfälle unwahrscheinlich sind stell ich mir nicht die Infrastruktur hin um sowas zu überbrücken. Mit PV kriegt man so eine Fabrik mit Sicherheit auch nicht Autark. Da sind nunmal alles etwas andere Dimensionen.

  18. Re: Redundanz

    Autor: Potrimpo 11.03.24 - 08:42

    Was hat ein anderer geschrubbt?

  19. Re: Redundanz

    Autor: M.P. 11.03.24 - 16:14

    Tesla wollte auch ein Gaskraftwerk bauen...

    2023
    https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/tesla-gruenheide-gaswerk/

    2020
    https://www.rbb24.de/wirtschaft/thema/tesla/beitraege/fuer-tesla-ist-die-gigafactory-umweltvertraeglich.html

  20. Re: Redundanz

    Autor: DominikF 12.03.24 - 22:06

    Dann bitte ich dich, dich nochmal umzuschauen. Tesla selbst hat am Battery Day 2020 schon davon gesprochen, das es zur "Inbetriebnahme" Einer Zelle gehört, diese einmal komplett zu Cyclen. Wenn man das nicht nur mit ein paar Zellen Gleichzeitig machen will, braucht man dazu zwingend eine gewisse Infrastruktur.
    Da Tesla ebenso bereits seit längerem an der Strombörse tätig ist, liegt es also auch nahe, die Batterien im Test/Lager noch netzdienlich zu nutzen (Also zu laden, wenn der Strom billig ist und zu entladen, wenn der Strom teuer ist).
    Wieso dann nicht auch einfach diese Batterien als USV für das Werk zu nutzen? Wenn auch nur für 15-30 Minuten um alles runterzufahren und die Leute zu evakuieren.

    https://www.youtube.com/live/l6T9xIeZTds?si=FKg_8ToGClUDwwSO&t=3668
    Video vom Battery Day 2020, der entsprechende Hinweis folgt zirka bei 1:01:00.

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