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Bitte gar nichts machen!

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  1. Bitte gar nichts machen!

    Autor: friespeace 28.10.23 - 16:54

    Eine höhere Förderung für Projekte mit europäischen Komponenten kostet nur viel Geld.
    Direkte Unterstützung von Herstellern wird nichts bringen, da sie auch mit viel Geld nicht annähernd an die Größe und damit Kostenbasis chinesischer Konkurrenten kommen werden! Die sind jetzt schon bei Kapazitäten von über 40 GW pro Jahr. Und zwar gleich mehrere Hersteller.
    Mit vielen Milliarden jetzt Hersteller unterstützen, die in 2030 dann 5 GW Kapazität haben wollen, ist einfach nur Geld verbrennen.

    Die Halbleiterbranche ist nun einmal in China und Taiwan beheimatet. Muss man akzeptieren. Ein aktueller Smartphone Prozessor wird auch nie hier gefertigt werden.

  2. Re: Bitte gar nichts machen!

    Autor: maxule 28.10.23 - 17:54

    Vor garnicht allzulanger Zeit war die Wacker Chemtronic die Nummer 1 als Zulieferer für Halbleiter-Wafer. Als Siltronic jetzt nur noch Nummer 4. Sinnbildhaft für die europ. Halbleiterindustrie.

    Ich will damit sagen, dass sich viel verändert, manchmal aufgrund der Rahmenbedingungen (nicht nur Lohnkosten), mal wegen der Milliarden, die irgendein Land in eine Branche pumpt.

    Das heißt nicht, dass Subventionen immer helfen, insbesondere wenn es zu einem Subventionswettlauf (auch Steuerdumping) kommt, aber manchmal helfen geschickte Maßnahmen wettbewerbsfähige Weiterentwicklungen zu finanzieren.

    Einfach die Hände in den Schoß zu legen und zu sagen, die anderen haben gewonnen, ist definitiv der falsche Ansatz.

  3. Re: Typisch deutsche Bequemlichkeit

    Autor: Netzweltler 28.10.23 - 19:00

    friespeace schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine höhere Förderung für Projekte mit europäischen Komponenten kostet nur
    > viel Geld.
    > Direkte Unterstützung von Herstellern wird nichts bringen, da sie auch mit
    > viel Geld nicht annähernd an die Größe und damit Kostenbasis chinesischer
    > Konkurrenten kommen werden! Die sind jetzt schon bei Kapazitäten von über
    > 40 GW pro Jahr. Und zwar gleich mehrere Hersteller.
    > Mit vielen Milliarden jetzt Hersteller unterstützen, die in 2030 dann 5 GW
    > Kapazität haben wollen, ist einfach nur Geld verbrennen.
    >
    > Die Halbleiterbranche ist nun einmal in China und Taiwan beheimatet. Muss
    > man akzeptieren. Ein aktueller Smartphone Prozessor wird auch nie hier
    > gefertigt werden.
    Dadurch wandert viel Geld nach China und es kostet Arbeitsplätze in der EU.
    Und wenn dann mal Lieferungen ausfallen (sei es durch Naturkatastrophen, sei es durch Politik) und es richtig teuer wird, hilft auch der bisher billige Bezug aus China nix, weil schlicht nicht mehr möglich.
    Dann wird's richtig teuer.

  4. Re: Bitte gar nichts machen!

    Autor: bplhkp 28.10.23 - 20:00

    friespeace schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Die Halbleiterbranche ist nun einmal in China und Taiwan beheimatet. Muss
    > man akzeptieren.

    Das muss man nicht und sollte man nicht.

    Wir haben es akzeptiert dass medizinische Schutzausrüstung fast ausschließlich aus China kommt.
    Als sie am dringendsten gebraucht wurde hat China den Export beschränkt und erst wieder zugelassen als Merkel zu Besuch kam.
    China ist kein verlässlicher Partner. Auch wenn es erstmal Geld kostet müssen wir uns unabhängiger machen. Single Sourcing in China ist verdammt gefährlich.

  5. Re: Bitte gar nichts machen!

    Autor: Daepilin 28.10.23 - 21:00

    maxule schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor garnicht allzulanger Zeit war die Wacker Chemtronic die Nummer 1 als
    > Zulieferer für Halbleiter-Wafer. Als Siltronic jetzt nur noch Nummer 4.
    > Sinnbildhaft für die europ. Halbleiterindustrie.
    >
    > Ich will damit sagen, dass sich viel verändert, manchmal aufgrund der
    > Rahmenbedingungen (nicht nur Lohnkosten), mal wegen der Milliarden, die
    > irgendein Land in eine Branche pumpt.
    >
    > Das heißt nicht, dass Subventionen immer helfen, insbesondere wenn es zu
    > einem Subventionswettlauf (auch Steuerdumping) kommt, aber manchmal helfen
    > geschickte Maßnahmen wettbewerbsfähige Weiterentwicklungen zu finanzieren.
    >
    > Einfach die Hände in den Schoß zu legen und zu sagen, die anderen haben
    > gewonnen, ist definitiv der falsche Ansatz.

    wir sind halt gut darin neue technologien zu entwickeln. Aber wenns ums hochskalieren geht können wir nich mithalten

  6. Re: Bitte gar nichts machen!

    Autor: 486dx4-160 29.10.23 - 09:01

    Daepilin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > maxule schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vor garnicht allzulanger Zeit war die Wacker Chemtronic die Nummer 1 als
    > > Zulieferer für Halbleiter-Wafer. Als Siltronic jetzt nur noch Nummer 4.
    > > Sinnbildhaft für die europ. Halbleiterindustrie.
    > >
    > > Ich will damit sagen, dass sich viel verändert, manchmal aufgrund der
    > > Rahmenbedingungen (nicht nur Lohnkosten), mal wegen der Milliarden, die
    > > irgendein Land in eine Branche pumpt.
    > >
    > > Das heißt nicht, dass Subventionen immer helfen, insbesondere wenn es zu
    > > einem Subventionswettlauf (auch Steuerdumping) kommt, aber manchmal
    > helfen
    > > geschickte Maßnahmen wettbewerbsfähige Weiterentwicklungen zu
    > finanzieren.
    > >
    > > Einfach die Hände in den Schoß zu legen und zu sagen, die anderen haben
    > > gewonnen, ist definitiv der falsche Ansatz.
    >
    > wir sind halt gut darin neue technologien zu entwickeln. Aber wenns ums
    > hochskalieren geht können wir nich mithalten

    Leider. Unsere Wirtschaftspolitik ist viel zu passiv. Hier dauert's 20 Jahre, bis erkannt wird dass ein neuer Wirtschaftszweig wichtig sein könnte. China subventioniert dagegen gleich ordentlich, um internationale Champions heranzuziehen. Wer den Weltmarkt bei der Energieerzeugung dominiert, dominiert die Welt und kann entscheiden, was richtig und was falsch ist, wer die Bösen und wer die Guten sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.10.23 09:03 durch 486dx4-160.

  7. Re: Bitte gar nichts machen!

    Autor: knabba 29.10.23 - 09:24

    maxule schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor garnicht allzulanger Zeit war die Wacker Chemtronic die Nummer 1 als
    > Zulieferer für Halbleiter-Wafer. Als Siltronic jetzt nur noch Nummer 4.
    > Sinnbildhaft für die europ. Halbleiterindustrie.
    >
    > Ich will damit sagen, dass sich viel verändert, manchmal aufgrund der
    > Rahmenbedingungen (nicht nur Lohnkosten), mal wegen der Milliarden, die
    > irgendein Land in eine Branche pumpt.
    >
    > Das heißt nicht, dass Subventionen immer helfen, insbesondere wenn es zu
    > einem Subventionswettlauf (auch Steuerdumping) kommt, aber manchmal helfen
    > geschickte Maßnahmen wettbewerbsfähige Weiterentwicklungen zu finanzieren.
    >
    > Einfach die Hände in den Schoß zu legen und zu sagen, die anderen haben
    > gewonnen, ist definitiv der falsche Ansatz.
    Subventionen haben noch nie geholfen. Unsere Industrie wird durch Bürokratie und Strompreise an die Wand gedrückt.
    Da muss man eben was tun. Wollen alle Parteien seit 20? 30? Jahren nicht, also wird es auch nicht besser.
    Subventionen bringen gar nix wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

  8. Re: Typisch deutsche Bequemlichkeit

    Autor: Nuvo82 29.10.23 - 10:16

    Netzweltler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wenn dann mal Lieferungen ausfallen (sei es durch Naturkatastrophen,
    > sei es durch Politik) und es richtig teuer wird, hilft auch der bisher
    > billige Bezug aus China nix, weil schlicht nicht mehr möglich.
    > Dann wird's richtig teuer.

    Niemand ist gezwungen Solarpanels zu jedem Preis zu kaufen - das ist kein Gas oder Öl.
    Man hat erheblich mehr Zeit, wenn ein Lieferant ausfällt.

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