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Gutes Management
Autor: michaistjetztauchda 13.10.23 - 13:06
Ein gutes Management erkennt auch, wenn es Fehler gemacht hat. Ein gutes Management ist in der Lage die Notbremse rechtzeitig zu ziehen. Ein Tod geborenes Projekt weiter zu subventionieren ist ein totaler Irrsinn. Sinnvoller wäre es zukunftsträchtige Technologien zu subventionieren. Immer mit dem Ziel, dass sie sich irgendwann alleine tragen.
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Re: Gutes Management
Autor: Xennor 13.10.23 - 13:28
Das Geld bleibt ja innerhalb der EU und schafft dort auch Arbeitsplätze etc.
Es geht wohl vielmehr darum, dass man sich als EU, für den Zutritt zum All, nicht von der USA, Russland, Indien oder China abhängig machen will. -
Re: Gutes Management
Autor: tnbh 13.10.23 - 14:00
Und da hilft eine viel zu teure Rakete, die kaum besser ist als die alte?
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Re: Gutes Management
Autor: HansMikesen 13.10.23 - 15:00
Eine schlechte Alternative ist besser als keine
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Re: Gutes Management
Autor: Mandrake 13.10.23 - 15:05
tnbh schrieb:
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> Und da hilft eine viel zu teure Rakete, die kaum besser ist als die alte?
Dir ist schon klarr ESA war gut 25 jahre der markt leader für satelliten transporte. Die anderen länder haben trotzdem weiter raketen gebaut. -
Re: Gutes Management
Autor: wannegoogle 13.10.23 - 15:27
Ich habe das schon mehrfach hier im Forum ausgeführt: Die Ariane 6, wie sie heute existiert hat nichts mit der Ariane 6 zu tun die ursprünglich geplant wurde:
Die Ursprüngliche Ariane 6 sollte etwas kleiner als die Ariane 5 und dafür deutlich billiger sein. Damit wollte man den kommerziellen Markt dominieren. Dann kam die Falcon 9 mit ähnlichen Leistungsdaten wie die Ariane 5 aber so billig wie die geplante Ariane 6 um die Ecke. Damit war klar, dass das nichts wird und man begann man ~2015 mit Umdenken was erst mal ne weile dauerte.
Raus kam eine neue Rakete, die deutlich andere Anforderungen erfüllen soll. In der Ursrpungsvariante hätte die Unterstufe eine reine Feststoffstufe sein jetzt ist sie LH₂ und war kurz als Methan geplant. Es wurde eine Varaiante mit 4 statt 2 Boostern eingeführt, die Oberstufe effizienter gemacht und die Triebwerke ausgetauscht. Alles was bleibt ist der Name und die booster, die ja eh schon für die Vega-C entwickelt wurden.
Warum? Das Anforderungsprofil ist ein deutlich anderes. Es ist klar, dass SpaceX, dass mit den Aufträgen vom US-Militär und Starlink um die Arianespace nicht konkurrieren darf um ein vielfaches mehr Starts hinlegen kann. Und ne Kleinstserie ist in keinem Bereich preislich konkurrenzfähig zu nem Massenprodukt. (Siehe auch diverse Studien zu wiederverwenbarkeit der NASA. Am Ende kam immer raus: Lohnt sich erst ab viel mehr starts, als wie je planen. Für SpaceX sieht das ganz anders aus.) Die EU will aber nicht vollständig abhängig von den USA sein. (Denn russische Raketen will und chinesische darf sie nicht nutzen.) Also hat man eine Rakete gebaut, die auch darauf spezialisiert ist, was die EU braucht. (Ich habe immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die Ariane 5 bis vor nem Jahr bei allem deutlich über 10km/s Δv braucht mehr Starts gewinnen konnte als die Falcon 9. Worauf mir die Golem Leser immer entgegen gehalten haben, dass die halt alle dappert und Korrupt sind und die Golem Leser deutlich besser wissen was gut wäre als die Leute, die da zig Millionen für ausgeben bzw. SpaceX von göttlicher Hand daran gehindert wird, Arianespace bei Ausschreibungen zu unterbieten. Ich zweifele stark.)
In die Nische setzt man sich jetzt halt noch mal stärker: Für ihre sonstige Leistungsfähigkeit starke Kapazitäten zum Mond. Die Möglichkeiten teure Satelliten direkt nach GEO statt GTO auszubringen (um ihnen Treibstoff zu sparen.) Das ist das was die ESA plant. Alle paar Monate eine ultrateure Wissenschaftsmission. Damit eben nicht mehr konkurrenzfähig zur Falcon 9 für kommerzielle Starts. Aber dank gleicher Performance zu GTO ein wilkommenes Backup, wenn die ausfällt.
Bleibt die Frage wie billig am ende Starship wirklich wird und wie zuverlässig das refueling wird. Wenn da 100t nach Mond zum preis von ner Ariane 6 mit 8t gibt wird sich Arianespace erneut fragen lassen müssen, ob das wirklich noch sinnvoll ist. -
Re: Gutes Management
Autor: Kakiss 13.10.23 - 20:49
Xennor schrieb:
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> Das Geld bleibt ja innerhalb der EU und schafft dort auch Arbeitsplätze
> etc.
>
> Es geht wohl vielmehr darum, dass man sich als EU, für den Zutritt zum All,
> nicht von der USA, Russland, Indien oder China abhängig machen will.
Exakt, das Geld rotiert dann in Europa und schafft Know How und Unabhängigkeit. -
Re: Gutes Management
Autor: Arsenal 14.10.23 - 00:12
Wie wär's mit indischen Raketen?
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Re: Gutes Management
Autor: Jossele 23.10.23 - 17:18
Die Starts wie die erwähnten wissenschaftlichen Missionen in spezielle Orbits oder Fluchtbahnen kann mittlerweile auch die Falcon Heavy - und immer noch günstiger als Ariane 5 oder 6.
Vielleicht hat man 2015 erkannt, dass die geplante Ariane 6 gegen die Falcon 9 nicht bestehen kann aber als Lösung bissi einen Extraschub mit besseren Feuerwerksraketen? Die Option schon damals auf Wiederverwendbarkeit zu setzten wurde von Industrievertretern vehement bekämpft.
Ich finds ja einerseits schön, das man gleich bei 2 Industriebranchen sehen kann wie disruptive Innovationen die alteingesessenen Bestandsbewahrer überrollt. Andererseits is es traurig das am Ende kein Bestand mehr da sein wird, den man bewahren kann. Aber wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte... Historiker werden dereinst sicher betonen dass es kein Zufall war, das in beiden Fällen die Entwicklung von ein und der selben Person initiiert wurde.
Privatsphäre ist normal. Überwachung ist verdächtig.



