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Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: TomTomTomTom 13.10.23 - 20:14
Gerade bei so einem fast schon Standardwerkzeug ist es für mich unverständlich warum man sich hier bislang nicht breiter aufstellt. Wie gezeigt würde dies die Kosten pro Mission drastisch verringern und die Forschung auf eine deutlich breitere Basis stellen.
Ich hoffe inständig, dass Starship und ähnlich Projekte bald Realität werden und kommerzielle Anbieter auch in diesem Bereich der Raumfahrt für eine deutliche Steigerung der Aktivitäten sorgen werden.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.10.23 20:15 durch TomTomTomTom. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: spaceMonster 13.10.23 - 22:04
Wir sind kurz vor einem exponentiellen Wachstum (fast ohne Grenzen) der privaten Raumfahrt.
Sobald das holen von Ressourcen vom Mond und anderen Himmelskörpern ökonomisch gewinnbringend wird, gibt es kein Halt mehr.
Wenn jetzt nicht der dritte Weltkrieg ausbricht tippe ich darauf das es in den 30er Jahren so richtig abgehen wird. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: Makatu 14.10.23 - 01:51
spaceMonster schrieb:
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> Wir sind kurz vor einem exponentiellen Wachstum (fast ohne Grenzen) der
> privaten Raumfahrt.
Das sehe ich nicht so. Sobald es weiter als die geostationäre Umlsaufbahn geht, wird man es nur noch mit staatlichen Akteuren zu tun haben, die sich höchstens privater Raketen-Technik bedienen. Für private Geschäftsleute ist da außer mit Transportdiensten für den Staat kein Geld zu machen.
> Sobald das holen von Ressourcen vom Mond und anderen Himmelskörpern
> ökonomisch gewinnbringend wird, gibt es kein Halt mehr.
Welche Ressourcen soll es denn da geben, deren Förderung den exorbitanten finanziellen Aufwand lohnt? Diese popelige Sonde hat bereits 1,2 Milliarden Dollar gekostet und sie kann noch nicht mal landen und Material zur Erde zurückbringen. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: ZDred 14.10.23 - 13:53
Diese Sonde war aber nur so teuer, weil sie immer wieder das Rad neu erfinden. Das hat früher Sinn gehabt, weil man jedes gramm einsparen wollte. Jetzt kostet der Start bei dieser Mission dank SpaceX nur noch ein Bruchteil der ganzen Mission und man hat ne Sonde mit ein paar einfachen Instrumenten. Hätte man einfach ne alte Marsonde nachgebaut, wäre man auf einen Bruchteil gekommen.
Und so denken vor allem privatwirtschaftliche Unternehmen. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: TomTomTomTom 14.10.23 - 14:15
Makatu schrieb:
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> spaceMonster schrieb:
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> > Wir sind kurz vor einem exponentiellen Wachstum (fast ohne Grenzen) der
> > privaten Raumfahrt.
>
> Das sehe ich nicht so. Sobald es weiter als die geostationäre Umlsaufbahn
> geht, wird man es nur noch mit staatlichen Akteuren zu tun haben, die sich
> höchstens privater Raketen-Technik bedienen. Für private Geschäftsleute ist
> da außer mit Transportdiensten für den Staat kein Geld zu machen.
Das kann sich vergleichsweise schnell ändern. Es kommt darauf an in welchem Umfang wir Rohstoffe dort draußen benötigen werden. Aber auch abseits dessen wird man reiche Abenteurer und Interessengruppen haben denen es dann eben möglich sein wird, mit einem für heutige Verhältnisse überschaubaren Budget, durchaus anspruchsvolle Missionen ohne wirtschaftlichem Beweggrund zu stemmen. Das deutet sich ja heute schon mit Maezawa und Isaacman an.
> > Sobald das holen von Ressourcen vom Mond und anderen Himmelskörpern
> > ökonomisch gewinnbringend wird, gibt es kein Halt mehr.
>
> Welche Ressourcen soll es denn da geben, deren Förderung den exorbitanten
> finanziellen Aufwand lohnt? Diese popelige Sonde hat bereits 1,2
> Milliarden Dollar gekostet und sie kann noch nicht mal landen und Material
> zur Erde zurückbringen.
Für materialintensive Projekte abseits der Erde könnte das durchaus wirtschaftlich vorteilhaft sein, da Schwerkraft und Atmosphäre den Transport von der Erde aus sehr aufwendig machen. Und übrigens waren weder Material noch Transport das was die Mission so exorbitant teuer gemacht hat, sondern der Umstand, dass sehr viel Entwicklungsaufwand für eine einmalige Anwendung betrieben wurde. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: TomTomTomTom 14.10.23 - 14:23
ZDred schrieb:
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> Und so denken vor allem privatwirtschaftliche Unternehmen.
Meine Hoffnung ist, dass durch eine weitere drastische Senkung der Transportkosten es eben auch einen deutlich größeren Kreis geben wird der sich solche Missionen zutraut. Bestenfalls geht das so weit, dass Universitäten oder andere private Interessengruppen zusammen mit Sponsoren Deepspace-Missionen versuchen können.
Mal schauen ob ich das noch erlebe :-) -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: stoney0815 14.10.23 - 20:20
Aber selbst wenn man die Rohstoffe dort oben abbauen würde, dann sind es ja erstmal nur ROHstoffe. Mit reinem Eisen, reinem Nickel oder reinem Kohlenstoff fängst du ja nix an.
Das Zeug muss erstmal zu Stahl, Kohlefaserverbundwerkstoffen usw weiter verarbeitet werden. Dann müssen die entsprechenden (Form)Teile daraus produziert, nachbearbeitet, kontrolliert werden. Und es lässt sich eben nicht alles mit einem 3D Drucker drucken, zumal auch hier oft nachbearbeitet und immer kontrolliert werden muss.
Klar kann man eine solche industrielle Infrastruktur auch im Orbit aufbauen. Aber zu welchen kosten?. Alleine die Personalkosten waren sprichwörtlich "exorbitant"! Ein Zerspanungstechniker im Orbit arbeitet vermutlich zu anderen Konditionen als hier unten am Boden. Alleine der Unterschied bei den Lebenshaltungskosten. Da wäre ja selbst die Schweiz ein Billiglohnland im vergleich.
Da müsste man schon massenhaft Satelliten, Sonden usw raushauen, dass das ein lohnendes Geschäft wäre. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: TomTomTomTom 14.10.23 - 20:47
Keine Frage muss dafür ein hoher Bedarf oder zumindest die Aussicht darauf bestehen. Aber wenn wir wirklich beabsichtigen umfangreiche Stationen abseits der Erde aufzubauen, oder gar so etwas wie eine autarke Kolonie versuchen, dann wäre das durchaus gegeben.
Vielleicht bildet sich auch auf der Erde Bedarf für Produkte die man nur in Mikrogravitation fertigen kann.
Ich halte das durchaus für möglich und würde hier nach ersten ersten experimentellen Ansätzen schnell ein exponentielles Wachstum erwarten. Anfangsvoraussetzungen wären allerdings weiter massiv sinkende Startkosten von der Erde aus. Das steht ja aber durchaus in Aussicht. -
Re: Danke, dass dieser Aspekt angerissen wurde
Autor: Kein Kostverächter 16.10.23 - 12:44
Interessant wird es erst, wenn wir anfangen, das innere Sonnensystem zu besiedeln. Nicht die Planeten oder Monde, sondern die Orbits umd Sonne, Erde, Mond. Die Rohstoffe vom Mond und den Asteroiden können wir dann mit wesentlich geringerem Aufwand direkt in die passenden Orbits schicken, wo man sie wieder einsammeln kann: Muss man keinen tiefen Gravitationsschacht überwinden, reicht vergleichsweise geringes Delta-V aus, um die Sachen dorthin zu schaffen, wo sie gebraucht werden.
Aus den Rohstoffen können dann permanente Weltraumkolonien gebaut werden. Denn abseits von Planetenoberflächen ist vieles einfach: Solarenergie ist in rauen Mengen 24/7 verfügbar (außerhalb der Atmosphäre kann man wesentlich mehr Energie pro Fläche einfangen), Transport besteht daraus, Dingen einen "Schubs" in die richtige Richtung zu geben und sie dann am Ziel wieder abzubremsen. Künstliche Schwerkraft für die Kolonisten kann durch Rotation geschaffen werden, mit Spiegelsystemen ein passender Tag-Nacht-Rhythmus bei beliebigem Klima.
Das sind übrigens alles Konzepte aus den 1970er Jahren, und sie wären aus rein rein technischer Sicht schon damals machbar gewesen. Gerard O'Neil's Buch "The High Frontier" ist ein echter Augenöffner.
Bis die Tage,
KK
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Mach dir deine eigenen Götter, und unterlasse es, dich mit einer schnöden Religion zu beflecken.
(Epikur, griech. Phil., 341-270 v.Chr.)
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