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  5. › Ryzen 7 1800X im Test: "AMD ist…

Zen für Entwickler?

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  1. Zen für Entwickler?

    Autor: Mr Miyagi 03.03.17 - 14:02

    Ich plane in näherer Zukunft meinen VM/Buildserver (Q6700) in Rente zu schicken. Grundsätzlich scheint Zen aufgrund des Preis/Core sehr attraktiv zu sein. Nach Lektüre des sehr ausführlichen Tests (Dank an die Herren Sauter und Grüner), bin ich mir allerdings ein wenig unschlüssig. Die gelieferten Benchmarks beziehen sich größtenteils Auf Bild-/Videobearbeitungsaufgaben und Spiele. Zudem scheint Zen noch einige Achillesversen zu haben:

    - Speichercontroller
    - Idle Leistungsaufnahme
    - keine IGPU (gilt aber auch für die größeren Intel CPUs)

    Ersteres dürfte bei Kompilierung schwer ins Gewicht fallen. Die anderen beiden Punkte sind eigentlich nur in Bezug auf Energieerspanis interessant. Der Server wird 24/7 laufen insofern ist eine geringe Idle Leistungsaufnahme wünschenswert. Hier hat Intel die Nase um ca. 10 Watt vorn.

    @Golem: Wäre es möglich noch einige Tests für typische Entwicklungsaufgaben bereitzustellen (Buildserver, Continous Integration)? Wie schätzt ihr die Situation ein lohnt sich für die o.g. Aufgabe Zen, oder sollte man aufgrund der Speichercontrollerschwäche vielleicht doch auf weitere Preissenkungen seitens Intel warten und sich richtung i7-68XX, i7-69XX orientieren? Oder macht es sogar Sinn die Zen Serverplattform abzuwarten und evtl zu einem 16 bzw. 32-Kerner zu greifen? Welche Möglichkeiten gibt es die fehlende iGPU energieeffizient auszugleichen? Sind Zen Boards mit sparsamer On-Board GPU angekündigt?

  2. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: HerrLich 03.03.17 - 14:42

    Das würde mich auch interessieren. Wir schaffen regelmäßig Entwickler-PCs an, zuletzt 6700K mit 32 GB RAM.

    Die laufen unter Linux und führen lokale Entwicklungsserver, Build-Tools, IDE, gelegentlich mal eine VM mit Windows und auch mal C größere C-Makes aus. Die Monitore hängen an dedizierten GPUs, zuletzt hatten wir kleine GTX 950 gekauft.

    Das Paket ist OK, hat aber eben nur 4 Kerne. Die Xeons oder i7 Extreme mit mehr Kernen waren zu budgetschädigend, daher ist Ryzen vielleicht eine interessante Alternative.

    Ich hoffe, Golem veröffentlicht mal einen Test mit einer typischen Full-Stack Entwickler-Workload.

  3. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: dabbes 03.03.17 - 14:54

    Du suchst halt was Richtung kleiner Workstation, Ryzen ist dafür primär nicht gedacht.
    Wobei du ja anscheinend auch bisher mit einem Q6700 gut klargekommen bist.

    Wenn der Rechner bei dir soviel "idled", dann ist doch eher die Frage ob du überhaupt umsteigen solltest.

    Und den Speicherdurchsatz deines alten Q6700 wird er eh locker übertrumpfen.

    Und da du Wert auf eine iGPU legst, kannst du eh noch auf die später kommenden APUs warten, da bringt dir Ryzen eh nix.

    Aber rein auf den Verbrauch umgerechnet ist der Idle Verbrauch ja fast egal.... wenn dein Q6700 z. B. 8 Stunden unter vollast rödelt und Ryzen das in 2 Stunden hinbekommt, dann fallen die 10 Watt / Stunde kaum ins Gewicht. (im Vergleich zum Q6700, im Vergleich zu aktuelleren intel ist das natürlich was anderes).

    Würde aber hier auch auf ausführlichere Mainboard-Tests warten, ich denke da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

  4. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: sg (Golem.de) 03.03.17 - 14:55

    Hallo,

    wir haben ein paar wenige Build-Tests laufen lassen. Unter anderem Kernel-Builds. Hier ist die Ryzen 7 1800X ungefähr gleichauf mit dem i7 6900K.
    Das gilt auch für aufwendiges Transcoding (4K, 24fps, 4:2:0, 8Bit -> h265), das prüft IMHO auch die Möglichkeiten zum Parallelisieren/Skalieren von großen Workloads.
    Der Speichercontroller limitiert hier wohl vermutlich nicht so stark wie in Spielen. Deshalb schreiben wir ja auch im Fazit: "Wer nahezu ausschließlich kompiliert, rendert oder transcodiert greift zum 1800X"

    Zur iGPU: Richtig, die Fehlen auch bei Intel. Wenn der Server headless laufen soll, ist das auch egal. Die aktuell verfügbaren Mainboards für AM4 haben aber auch Videoausgänge z.B. für HDMI. Wenn du auf dem Server eine GUI nur sehr selten nutzen willst, reicht dafür auch rein die CPU und Software-Rendering.
    In Ryzen integrierte GPUs gibt es nur für den Desktop-Markt (Raven Ridge, 4C/8T).

    Zur Leistungsaufnahme: Ryzen benötigt bei uns Idle im Vergleich zum i7 6900K mit Sockel 2011-3 unter Windows deutlich weniger Energie. Das hängt aber schwer vom Mainboard ab, und wohl auch vom Betriebssystem. Unter Linux ist der Abstand nicht so groß oder in der Messtoleranz.

    Zu den Ryzen-Server-Plattformen wird es noch eine Ankündigung geben.

    ---------
    Sebastian Grüner

    Golem.de



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.03.17 14:59 durch sg (Golem.de).

  5. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: Ext3h 03.03.17 - 15:05

    Die Aussage mit "gleich auf" kann ich nur fast bestätigen.

    Getestet mit Qt 5.6 (komplett), msvc2015, /MP + jom, auf Windows 10 64bit und Samsung 850 Pro.

    Der 1800X mit 13:46, i7 6900k mit 11:01 Minuten.

    Das sind allerdings beides sehr gute Ergebnisse...

  6. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: sg (Golem.de) 03.03.17 - 15:23

    Für Windows-Builds hatte ich leider keine Zeit mehr.

    Ich hab nur unter Linux getestet (Opensuse Tumbleweed, Linux 4.10.1, Gcc 6.3.1) und ich hab auch nur "kurze" Builds getestet: Linux 4.9.10, make defconfig, mit 16 Threads kompiliert.
    1800X und i7-6900k liegen hier beide bei 68s (± 2s), mit marginalen Vorteilen für den i7.

    Den Unterschied bei den Qt-Build-Zeiten halte ich für nachvollziehbar, auch wenn ich das nicht selbst getestet habe.
    Ich vermute aber auch, dass die Mainboard-Hersteller das Freq-Scheduling für Ryzen noch optimieren werden. Die Compiler werden vermutlich auch noch auf Ryzen optimiert werden.

    Ob der aktuelle Preis für den i7 6900k bei diesen Unterschieden im Vergleich zum 1800X gerechtfertigt ist, müsst ihr selbst wissen.

    ---------
    Sebastian Grüner

    Golem.de

  7. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: Mr Miyagi 03.03.17 - 15:29

    sg (Golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hallo,
    >
    > wir haben ein paar wenige Build-Tests laufen lassen. Unter anderem
    > Kernel-Builds. Hier ist die Ryzen 7 1800X ungefähr gleichauf mit dem i7
    > 6900K.

    super vielen Dank für das schnelle Feedback. Damit ist Ryzen tatsächlich ein heißer Kandidat für die Aufgabe.

    > Das gilt auch für aufwendiges Transcoding (4K, 24fps, 4:2:0, 8Bit -> h265),
    > das prüft IMHO auch die Möglichkeiten zum Parallelisieren/Skalieren von
    > großen Workloads.
    > Der Speichercontroller limitiert hier wohl vermutlich nicht so stark wie in
    > Spielen. Deshalb schreiben wir ja auch im Fazit: "Wer nahezu ausschließlich
    > kompiliert, rendert oder transcodiert greift zum 1800X"

    An dieser Stelle habe ich noch eine Frage. Soweit ich die Specs von AMD beurteilen kann unterscheiden sich 1700X und 1800X nur marginal im Takt. Gerade auch bei der im als Buildserver geplanten Einsatzbereich über längere Zeiträume auftretenden Vollast, werden die Boostvorteile des 1800X vermutlich schrumpfen. Greift man also *wirklich* zum 1800X oder macht 1700X bzw. 1700 nicht doch mehr Sinn? Auf die 100-200¤ soll's nicht ankommen (wenn es sich lohnt, sagen wir ab 10% Mehrleistung) aber wenn ich mir die Specs ansehe ist die Preisdifferenz nicht gerechtfertigt oder täusche ich mich und der 1800X ist deutlich schneller?

    Auch interessant an dieser Stelle wäre, wie sich die deutlich geringe TDP des 1700 im Vergleich zu den großen Brüdern bemerkbar macht.

    > Zur iGPU: Richtig, die Fehlen auch bei Intel. Wenn der Server headless
    > laufen soll, ist das auch egal. Die aktuell verfügbaren Mainboards für AM4
    > haben aber auch Videoausgänge z.B. für HDMI. Wenn du auf dem Server eine
    > GUI nur sehr selten nutzen willst, reicht dafür auch rein die CPU und
    > Software-Rendering.

    Das trotzdem Videoausgänge verfügbar sind war mir nicht bewusst. Die reichen völlig da tatsächlich vielleicht max. 1 - 2x im Jahr tatsächlich lokal gearbeitet werden muss (z.B. BIOS und evtl mal Hypervisor Updates).

    >
    > Zur Leistungsaufnahme: Ryzen benötigt bei uns Idle im Vergleich zum i7
    > 6900K mit Sockel 2011-3 unter Windows deutlich weniger Energie. Das hängt
    > aber schwer vom Mainboard ab, und wohl auch vom Betriebssystem. Unter Linux
    > ist der Abstand nicht so groß oder in der Messtoleranz.

    Das System wird unter Linux laufen damit ist Ryzen auch hier nicht im Nachteil, sehr schön. Ich werde trotzdem noch die Serverversionen abwarten. Falls es dann doch der Desktop Ryzen wird, sind bis dahin schon sicher die BIOS Kinderkrankheiten ausgemerzt.

  8. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: Trockenobst 03.03.17 - 15:37

    Mr Miyagi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Server wird 24/7 laufen insofern ist eine geringe Idle
    > Leistungsaufnahme wünschenswert. Hier hat Intel die Nase um ca. 10 Watt
    > vorn.

    Muss denn der Server immer laufen? Ich habe mein NAS/Server darauf hingetrimmt zwischen 21 Uhr und 9 Uhr in den Tiefschlaf zu gehen. Das spart ~50% an Strom, was kein Stromspar-Dings jemals hinbekommt.

    Auch wenn global entwickelt wird, findet man immer 4-6h wo die Box eigentlich nicht laufen müsste. Wenn man eine VM Struktur hat, schickt man die VM einfach nur in den Schlaf. Mit intelligenter Netzwerk-Infrastrukur sehen wir auch mind. 30% "Schlafzeit" auf unseren Build-"Farms", in Spezial Cases wie reservierte Release-Builds sogar bis zu 90% auf den VMs.


    > Situation ein lohnt sich für die o.g. Aufgabe Zen, oder sollte man aufgrund
    > der Speichercontrollerschwäche vielleicht doch auf weitere Preissenkungen

    Welche "spürbare" Schwäche genau?
    http://www.guru3d.com/articles_pages/amd_ryzen_7_1800x_processor_review,13.html

    Die theoretischen Maxima sieht man doch nur wenn man das Ding 24/7 pumpen lässt. Habt ihr diese Anforderungen? Der harte Preisunterschied zum 6900k muss ein Schock für Intel sein.

    > bzw. 32-Kerner zu greifen? Welche Möglichkeiten gibt es die fehlende iGPU
    > energieeffizient auszugleichen?

    Serverboards hatten schon immer eine iGPU on Board. Etwa hier eine Matrox:
    http://www.supermicro.com/Aplus/motherboard/Opteron6000/SR56x0/H8DGi-F.cfm

    Passive GPU-Karten gibt es ab 25¤, das sollte nicht das Problem sein. Ich bezweifle aktuell, dass es im Prosumer Bereich AM4 Boards mit onboard GPU geben wird. Vielleicht im MiniITX Bereich, wo man eine StromsparMobil Variante verbaut, weil es keinen Platz für einen weiteren 8x PCIe Slot gibt und man den meist für einen RAID-Controller offen lässt.

    Die wirkliche Frage für Zen ist die Art des Workloads: (siehe etwa Geekbench)
    https://arstechnica.com/gadgets/2017/03/amd-ryzen-review/3/

    Wenn das Ding hauptsächlich "Single Core Projekte" baut und sonst mit den Threads nichts tut, wird mittelfristig ein teurer Intel weiter das Maß der Dinge sein. Wenn der Compiler und der Buildprozess dagegen, parallelisiert werden kann, sieht die Welt schon ganz anders aus. Man kennt die Optimierungsmöglichkeiten noch nicht, die in der Plattform stecken.

    AMD konnte die RX480 nach mehr als einem halben Jahr um 30% in Usecases verbessern, dann sind alle vorherigen Benchmarks makulatur. Das hier ist der Start einer neuen Plattform.

    Für Serverloads würde ich bei akutem Bedarf einfach das nachkaufen was für einen schon funktioniert und mittelfristig die Plattformentscheidung überdenken, wenn die Kisten aus der Abschreibung sind. Am Ende geht ja um Geld/pro CPU-Unit wenn man will, irgendwann geht die Rechnung bei 5 Jahren alten Kisten schon wegen dem Strompreisen nicht mehr auf

  9. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: Mr Miyagi 03.03.17 - 15:39

    dabbes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du suchst halt was Richtung kleiner Workstation, Ryzen ist dafür primär
    > nicht gedacht.

    Naja er wird vielleicht nicht als Workstation CPU vermarktet aber mit Blick auf die Benchmarks ist das doch zurzeit genau Ryzens große Stärke.

    > Wobei du ja anscheinend auch bisher mit einem Q6700 gut klargekommen bist.

    Leidlich, wär schon schön wenn die CI runs in < als 3,5h durchlaufen. Allerdings mache ich davon in der Regel nur 1-2/Tag somit ist das *noch* im Zeitrahmen.

    >
    > Wenn der Rechner bei dir soviel "idled", dann ist doch eher die Frage ob du
    > überhaupt umsteigen solltest.
    >
    Ich bin halt dazu übergegangen viele der Aufgaben direkt auf meiner Workstation (i7-3770k/32GB) laufen zu lassen wenn der Q6700 beschäftigt war. Insbesondere die VMs sind in Richtung Workstation gewandert da der Q6700 nur 8GB RAM hat. Mittlerweile nervt das schon da ich die Ressourcen lieber für die Arbeit frei hätte.

    > Und den Speicherdurchsatz deines alten Q6700 wird er eh locker
    > übertrumpfen.
    Ja das sicherlich.


    >
    > Und da du Wert auf eine iGPU legst, kannst du eh noch auf die später
    > kommenden APUs warten, da bringt dir Ryzen eh nix.
    >
    nee ging nur darum für die 1-2x im Jahr notwendigen Wartungsarbeiten keine (stromfressende) dedizierte Graka einbauen zu müssen. Aber das hat sich ja dank verfügbarer HDMI Ports mit CPU Emulation erledigt.

    > Aber rein auf den Verbrauch umgerechnet ist der Idle Verbrauch ja fast
    > egal.... wenn dein Q6700 z. B. 8 Stunden unter vollast rödelt und Ryzen das
    > in 2 Stunden hinbekommt, dann fallen die 10 Watt / Stunde kaum ins
    > Gewicht. (im Vergleich zum Q6700, im Vergleich zu aktuelleren intel ist das
    > natürlich was anderes).

    Ja Vollast ist hier nicht das Problem.

    >
    > Würde aber hier auch auf ausführlichere Mainboard-Tests warten, ich denke
    > da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

    Ja ich bin echt gespannt, auch auf die Servervarianten.

  10. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: Mr Miyagi 03.03.17 - 16:18

    HerrLich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich hoffe, Golem veröffentlicht mal einen Test mit einer typischen
    > Full-Stack Entwickler-Workload.

    Es würde mich auch freuen wenn solche Szenarien hier bei den Benchmarks mehr Fokus bekämen. Gaming Benchmarks gibt's an jeder Ecke - aber wenn wir Entwicklerworkloads nicht bei den Profi IT-News finden wo dann?

  11. Re: Zen für Entwickler?

    Autor: bla 03.03.17 - 16:30

    Mr Miyagi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nee ging nur darum für die 1-2x im Jahr notwendigen Wartungsarbeiten keine
    > (stromfressende) dedizierte Graka einbauen zu müssen. Aber das hat sich ja
    > dank verfügbarer HDMI Ports mit CPU Emulation erledigt.

    Ich glaube, dass das nicht so gemeint war. Es wird auch Ryzen APUs geben, die auf AM4 laufen sollen. Über die in den APUs integrierte Grafikeinheit kann dann meiner Meinung nach nur ein Bild ausgegeben werden. Oder liege ich da falsch?

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