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Kombination mit Oneweb
Autor: Madarejuwa 17.11.21 - 19:56
Eutelsat ist der zweitgrößte Anteilhaber bei Oneweb. Daher ist eine zukünftige Kooperation in Form von Hybridangeboten realistisch. Gelänge es die beiden Systeme (LEO- und GEO-Satelliten) synergetisch zu kombinieren, um einen niedrigen Ping, hohe Datenraten und Zuverlässigkeit zu erreichen, würde ein interessantes Angebot als Starlink-Alternative entstehen.
Mit der Telekom als Partner sollte auch die Vermarktung kein Problem sein. -
Re: Kombination mit Oneweb
Autor: Katsuragi 17.11.21 - 20:35
Madarejuwa schrieb:
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> um einen niedrigen Ping, hohe Datenraten und Zuverlässigkeit zu erreichen,
> würde ein interessantes Angebot als Starlink-Alternative entstehen.
Für niedrigen Ping braucht man LEO-Satelliten.
Für hohe Datenraten braucht man LEO-Satelliten.
Für Zuverlässigkeit, im Sinne geringerer Überbuchung, braucht man LEO Satelliten.
Dazu kommt, dass man geostationäre und LEO-Satelliten nicht mit der selben Antenne erreichen kann.
Die geostationäre Technik hat also gar keine Daseinsberechtigung, wenn man LEO nutzen kann.
Bisher wurde das nur aus zwei Gründen nicht gemacht:
1) man brauchte nachführende Antennen, und niemand hat sich wirklich Gedanken gemacht das Problem zu lösen (bzw. man scheute die Investition)
2) man braucht viele Sateliiten und scheute die Startkosten.
Beides scheint allein SpaceX bisher im Griff zu haben. Es ist debattierbar wie viel technischen und wirtschaftlichen Vorteil sie wirklich haben, aber Fakt ist: niemand startet aktuell mal eben 25 Raketen im Jahr, und keine davon hat je 60 Satelliten an Bord. Das schafft nur SpaceX, und noch sind sie nicht pleite. Sie scheinen also wirklich etwas besser zu machen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.11.21 20:35 durch Katsuragi. -
Re: Kombination mit Oneweb
Autor: Sharra 17.11.21 - 20:55
Welche Rolle soll dabei bitte der geostationäre Satellit spielen? Was soll der in dieser Kombination tun, was die LEO-Sats nicht schon prima erledigen? Richtig, der ist dafür absolut nutzlos. Und das hat Eutelsat auch auf dem Schirm. Denen geht der Arsch auf Grundeis, weil sie erst "letztens" eine neue Kiste für viele Millionen hochgeschossen haben, und jetzt merken, dass sie das Ding wahrscheinlich abschreiben können. Dort hat man wahrscheinlich bis zum Testbetrieb von Starlink noch müde drüber gelächelt, frei nach dem Motto "Das wird doch eh nichts". Und dann funktioniert der Mist doch.
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Re: Kombination mit Oneweb
Autor: Madarejuwa 17.11.21 - 22:21
Sharra schrieb:
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> Welche Rolle soll dabei bitte der geostationäre Satellit spielen?
Sie erhöhen die Bandbreite. Diese ist bei LEO-Satelliten nämlich geringer. Außerdem haben sie i.d.R. eine höhere Lebenserwartung.
Oneweb arbeitet aus gutem Grund bereits mit vielen klassischen Satellitenbetreibern (u.a. Intelsat oder Hughes Network Systems) zusammen, um die Orbits gleichzeitig zu nutzen. Auch Inmarsat kombiniert Satelliten unterschiedliche Orbits inzwischen. SES mit O3b-Power ebenso. -
Re: Kombination mit Oneweb
Autor: Sharra 17.11.21 - 23:10
Madarejuwa schrieb:
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> Sharra schrieb:
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> > Welche Rolle soll dabei bitte der geostationäre Satellit spielen?
>
> Sie erhöhen die Bandbreite. Diese ist bei LEO-Satelliten nämlich geringer.
> Außerdem haben sie i.d.R. eine höhere Lebenserwartung.
>
> Oneweb arbeitet aus gutem Grund bereits mit vielen klassischen
> Satellitenbetreibern (u.a. Intelsat oder Hughes Network Systems) zusammen,
> um die Orbits gleichzeitig zu nutzen. Auch Inmarsat kombiniert Satelliten
> unterschiedliche Orbits inzwischen. SES mit O3b-Power ebenso.
Wie willst du damit die Bandbreite erhöhen? Indem man nicht latenz-relevante Verbindungen dann über die Lahmarsch-Connection realisiert? Das wird in der Praxis nie wirklich funktionieren. -
Re: Kombination mit Oneweb
Autor: Katsuragi 17.11.21 - 23:15
Madarejuwa schrieb:
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[geostationäre Satelliten]
> Sie erhöhen die Bandbreite. Diese ist bei LEO-Satelliten nämlich geringer.
Das stimmt möglicherweise, wird aber dadurch aufgewogen, dass man geostationär wegen der weiten Streuung der Antennen nur einzelne Satelliten betreiben kann. Im LEO kann man aber wegen der geringen Streuung viele Satelliten über engem Gebiet parallel verwenden und damit skaliert die Bandbreite besser.
> Außerdem haben sie i.d.R. eine höhere Lebenserwartung.
Das mag sein, aber sie sind auch um etliche Größenordnungen teurer. Gerüchte besagen, dass Starlink-Satelliten "nur" rund 250k Euro pro Stück kosten. Und die Startkosten sind in den LEO auch erheblich geringer als zum geostationären Orbit.



