-
BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: mxcd 18.09.19 - 15:32
Ich hab das mit Begeisterung angefangen und mit der Zeit wurde es immer religiöser - also nicht nur die Figuren auch der Zuschauer sollte nun an Wunder glauben.
Und schließlich dieses Ende - bäh.
Dabei hat das alles so vielversprechend und cool angefangen. -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Qbit42 18.09.19 - 15:43
Ja, in der Tat war das Ende ziemlich "bäh". Irgendwie habe ich aber doch recht viel Spaß mit BSG gehabt und erinnere mich zum größten Teil positiv daran. Ich kann dich aber verstehen. Ein schlechtes Ende kann eine gute Serie ruinieren.
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: ZuWortMelder 18.09.19 - 15:53
Wobei ich zugeben muss, dass ich das Ende von BSG ziemlich genial fand - bzw. die Idee dahinter. Und auch die Geschichte der "final five" fand ich gut.
Bei dem Religionsquark sind wir uns jedoch einig. -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Qbit42 18.09.19 - 16:17
Ja, "final five" und "all along the watchtower" war legendär. Am Ende hat mich eigentlich auch nur die Auflösung des größten Mysteriums (Gaius und seine Six, Six und ihr Gaius) und die daraus resultierenden religiösen Implikationen gestört.
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Palerider 18.09.19 - 16:31
Aber echt - Platz 18, da hat man sich mehr erhofft...
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Luuumumba 18.09.19 - 16:42
am schlimmsten war die Wackelkamera hatte nach 3 Episoden genug davon, kann man sich ja nicht anschauen sowas.
Der Blödsinn war wohl damals in.
Eigentlich müsste man die ganze Serie durch den Stabilisierfilter von Adobe schicken... -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Hotohori 18.09.19 - 18:26
Das könnte der Grund sein wieso ich abgebrochen habe, weiß es nicht mehr genau, zu lange her. Ich kann es absolut nicht ab wenn es zu religiös wird. Genauso wenig wenn sich alles quasi nur noch um Verschwörungen dreht, auch ein Grund wieso ich abbreche.
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Hotohori 18.09.19 - 18:30
Kann ich mich nicht mal dran erinnern, hat mich daher wohl nicht derart gestört, ich hab aus ganz anderen Gründen nach 10 Folgen oder ein paar mehr abgebrochen.
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Doedelf 19.09.19 - 11:04
So kanns gehen, ich fand es genial und auch das ende absolut stimmig. Man darf die Serie dabei nicht als Blick in die Zukunft sondern eben in die Vergangenheit betrachten.
Klar soll das alles religös klingen - es geht um nicht weniger als den Schöpfermythos auf der Erde und woher dieser eigentlich stammen könnte.
Eine große Rolle spielt übrigens dabei der Bob Dylan song der immer wieder ertönt und wenn man mal bei google schaut hat das auch ziemlich Spuren hinterlassen, das ist einer der genialen Aspekte der Serie (und da meine Frau Dylan Fan ist und den Song schon vorher anhand der Melodie identifizierte ahnten wir schon wo das hinläuft).
ACHTUNG: Spoiler - wers noch sehen will sollte das hier eher nicht lesen.
https://scifi.stackexchange.com/questions/12577/was-there-a-meaning-to-the-song-used-in-the-battlestar-galactica-episode-crossr -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Phintor 19.09.19 - 11:12
Abgesehen von der zu starken Fokussierung auf die Religion, störte mich das immer wieder heutige Technik zu sehen war.
Da wurde in Humvees gefahren, die Bodentruppen liefen mit HK G36 durch die Gegend...
So etwas reißt mich zumindest aus der Serie heraus und ist einfach extrem störend. -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: nobs 19.09.19 - 12:10
Sehe ich genau so. Ich denke die ethischen Verwicklungen zwischen Menschen und ihren Geschöpfen hätte man auch glaubhafter und mehr SF-Genre-stimmig erzählen können.
Die ganzen "Wunder" hätten echt nicht sein müssen. Religiöse Leute sollen halt religiöse Filme machen und kein SF ... Anderes schönes Beispiel dafür ist Matrix Teil 2 und 3.
https://twitter.com/PiratNobs -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: MickeyKay 19.09.19 - 12:55
Qbit42 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Am Ende hat mich eigentlich auch nur die Auflösung des größten Mysteriums (Gaius und
> seine Six, Six und ihr Gaius) und die daraus resultierenden religiösen
> Implikationen gestört.
Was für religiöse Implikationen? Es wird ganz klar gesagt, dass der "Gott", an den die Zylonen glauben der erste Mensch-/Cylon-Hybrid ist und dieser über mentale Fähigkeiten verfügt (Die "Engel" Six, Baltar und Thrace werden entsprechend als (eigenständig denkende) mentale Projektionen des Hybriden erklärt). Kara trifft im Film "Razor's Edge" auf diesen Hybriden. Das ganze wird also als komplett nicht-religiös aufgelöst (wenn man mal davon absieht, dass die Zylonen an einen Gott glauben). Vielmehr ist es sogar so, dass die religiösen Implikationen AM ANFANG der Serie entstanden (es wird direkt in der ersten Staffel aufgeklärt, dass sie ein von Gott entsandter Engel ist. Und zwar in der Episode, als Six für ALLE sichtbar wird und am Ende der Folge um eine Ecke geht und plötzlich wieder verschwunden ist. Dass dieser Gott aber ein real existierendes Wesen ist, folgte erst später) -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: AveN 20.09.19 - 06:34
Das gute ist, die Serie funktioniert bis auf eine Stelle auch wenn man sich den Religionskram weg denkt. Finde den in dieser Serie nur in wenigen Szenen störend und ganz und gar nicht so nervig, wie damals bei DS9, sondern einen schönen Seitenhieb auf die Probleme, die Religion auch bei uns mit sich bringt.
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: MickeyKay 20.09.19 - 13:21
Phintor schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Da wurde in Humvees gefahren, die Bodentruppen liefen mit HK G36 durch die
> Gegend...
> So etwas reißt mich zumindest aus der Serie heraus und ist einfach extrem
> störend.
Aber das war eine bewusste Entscheidung der Macher und sogar eine der Kernaussagen der Serie: Das kollektive Bewusstsein der Menschen bringt immer wieder das gleiche Ergebnis hervor. Das betrifft nicht nur "All along the Watchtower", sondern auch die Entwicklung von immer menschlicher aussehenden Robotern (siehe dazu die letzte Szene der Serie).
Nebenbei wurde in einer Folge (ich glaube in der 2. Staffel) auch das Stück "Metamorphosis" von Philip Glass gespielt. Auch dieses Stück hat die Menschheit somit später noch einmal "neu" erfunden. Die ganze Serie ist voll mit solchen Anspielungen auf die Wiederholung der Geschichte.
Ich weiß nicht, ob der Satz in der deutschen Fassung auch so oft und so prägnat vorkam, aber im Original wird STÄNDIG mantra-artrig heruntergebet: "This has happened before - and it will happen again". Dies ist einer der Kernsätze der Serie und deshalb ist die Entscheidung gegen selbst designte Sci-Fi-Fahrzeuge so genial (und Produktionsgeld hat man nebenbei auch noch gespart). -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: MickeyKay 20.09.19 - 13:23
nobs schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Die ganzen "Wunder" hätten echt nicht sein müssen.
Was für "Wunder"? In der Serie gab es keine Wunder.
Ist dir ein Mensch-Cylon-Hybrid mit telepathischen Fähigkeiten nicht Sci-Fi genug? o_O -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: MickeyKay 20.09.19 - 13:27
Kleine Ergänzung: In "Razor" ist es Kendra Shaw, die auf den Hybriden trifft. Dort bekommt sie prophezeiht, dass Kara das Ende der Menschheit herbeiführen wird.
-
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: Qbit42 20.09.19 - 14:13
Ok, also Razor habe ich nie gesehen und sonst kann ich nur sagen, dass ich das so damals überhaupt nicht wahrgenommen habe. Hmm, hab ja die Serie auf BR. Wird wohl Zeit, dass ich das noch mal gucke.
-
BSG war genial
Autor: Bluejanis 21.09.19 - 09:41
Wieso BSC? Müsste BSG heißen.
MickeyKay schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> nobs schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Die ganzen "Wunder" hätten echt nicht sein müssen.
> Was für "Wunder"? In der Serie gab es keine Wunder.
> Ist dir ein Mensch-Cylon-Hybrid mit telepathischen Fähigkeiten nicht Sci-Fi
> genug? o_O
Warnung Spoiler:
Die Wunder-Heilung der Präsidentin fällt mir ein. Das passte aber gut in die Story, und an die Geschichte, dass sich alles wiederholt. Hier fand ich das religiöse gar nicht schlimm.
Und dann sollte Galius seiner Six irgendwann blind vertrauen - auf Wunder hoffen, die dann auch eintreten - wenn Galius wirklich hofft/glaubt. Das fand ich schon merkwürdig.
Da war zum Beispiel die Szene, wo die Flotte in der Nähe einer Cylon-Mondbasis war und diese zerstören musste, um an Treibstoff zu gelangen. Hier musste Galius zufällig auf einer Karte strukturschwache Stellen markieren. Cylon-Infrakstruktur kennt er natürlich nicht. Trotzdem trifft er zufällig genau. Das wirkt auch wie ein Wunder. -
Re: BSC - eine schlimme Enttäuschung
Autor: MickeyKay 26.09.19 - 13:30
In der letzten Szene der Serie sprechen der Six-"Engel" und der Baltar-"Engel" auch noch mal kurz über "Gott" und da hieß es dann (weiß gerade nicht mehr, wer von den beiden was gesagt hat): "Du weißt doch, dass er so nicht genannt werden will". Auch wieder ein Hinweis auf den Hybriden aus "Razor" und dass dieser kein übernatürliches Wesen ist (mal abgesehen von den telepathischen Fähigkeiten). Die Serie verzichtet ja auch bewusst auf die Darstellung sonstiger Außerirdischer.
-
Re: BSG war genial
Autor: MickeyKay 26.09.19 - 13:35
Bluejanis schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Die Wunder-Heilung der Präsidentin fällt mir ein.
Wunderheilung? Es gab eine medizinische Erklärung (Blut des Hybriden-Fötus). Und Roslin stirbt am Ende der Serie, da der Krebs gar nicht geheilt war, sondern wiederkam...
> Trotzdem trifft er zufällig genau. Das wirkt auch wie ein Wunder.
Also mehr ein sozialkritischer Kommentar darüber, wie Zufälle als Wunder interpretiert werden können. Und genau DAS tat die Serie immer wieder: Sie entlarvt blinden religiösen Glauben als Ignoranz der Tatsachen. Es ist noch nichtmal so, dass du als Zuschauer die Wahl hattest. Andere Filme lassen dem Zuschauer offen, zu glauben, was sie wollen. Hier werden ziemlich klare Statements gegen blinden Glauben gesetzt.



