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Requirements Engineering

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  1. Requirements Engineering

    Autor: GL 10.09.20 - 12:51

    Als Informatiker muss ich zum einen zustimmen -- habe das auch alles erlebt und stimme auch den Lösungsvorschlägen zu. Zugleich muss man natürlich die Hände überm Kopf zusammen schlagen, denn für genau die besprochenen Probleme (und Lösungen) gibt es eine Disziplin, die auch in (ich würde mal sagen, allen, aber man weiß ja nie) Informatik-Curriula enthalten ist: Requirements Engineering (RE). Häufig "versteckt" in Software Engineering Kursen.

    Das Problem: Viele "Programmierer" sind keine Informatiker, für viele Informatiker war RE nur eine lästige Pflichtübung, und viele verstehen "agil" als die Abschaffung von RE. Und leider haben Programmierer/Informatiker zwar ein gehöriges Selbstbewusstsein wenn es um die (Nicht-) Kommunikation mit Domänenexperten geht, aber in konkreten Projekten wird dann vor den Managern gekuscht als ob es keine anderen Jobs gäbe -- so dass ich was Zeitdruck etc. angeht mittlerweile kein Mitleid mehr mit armen Programmieren habe.

    In diesem Sinne: Lest eins oder zwei der 1001 RE-Bücher, die es gibt.

  2. Re: Requirements Engineering

    Autor: Eheran 10.09.20 - 12:58

    Requirements Engineering = ausarbeiten eines Lastenhefts?
    Oder wie kann ich mir das vorstellen?

  3. Re: Requirements Engineering

    Autor: GL 10.09.20 - 13:12

    @Eheran: Nein, das ist RE nicht. Ob Lasten- oder Pflichtenheft oder User Story -- das gibt i.A. eher der Prozess vor.

    RE ist eine Sammlung von Methoden, um u.a. sicher zu stellen, dass das Richtige entwickelt wird (was man dann validieren kann -- einer der Gründer, warum das V-Modell "V"-Modell heißt) -- was i.A. nur mit ordentlicher Kommunikation zwischen den (Achtung, Fachbegriff) Stakeholdern geht. Da helfen übrigens auch (automatische) Tests nicht unbedingt, die können nämlich nur verifizieren, dass ich etwas -- ggf. das Falsche -- richtig baue (wobei das V-erifizieren auch im "V"-Modell steckt). Ich habe RE-Bücher, da werden Interviewtechniken oder Rollenspiele vorgestellt -- das hat nichts mit Lastenheft zu tun. Und die Erstellung eines Glossars ist eine der Erkenntnisse aus RE, Evans nennt das dann "Ubiquitous Language" -- ob das im Wiki oder im Pflichtenheft steht, ist doch egal.

  4. Re: Requirements Engineering

    Autor: burzum 10.09.20 - 13:17

    GL schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und die Erstellung eines Glossars ist
    > eine der Erkenntnisse aus RE, Evans nennt das dann "Ubiquitous Language" --
    > ob das im Wiki oder im Pflichtenheft steht, ist doch egal.

    "Ubiquitous Language" ist mehr als nur ein Glossar, gerade im Kontext von Eric Evans und DDD.

    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.

  5. Re: Requirements Engineering

    Autor: xUser 10.09.20 - 13:46

    GL schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als Informatiker muss ich zum einen zustimmen -- habe das auch alles erlebt
    > und stimme auch den Lösungsvorschlägen zu. Zugleich muss man natürlich die
    > Hände überm Kopf zusammen schlagen, denn für genau die besprochenen
    > Probleme (und Lösungen) gibt es eine Disziplin, die auch in (ich würde mal
    > sagen, allen, aber man weiß ja nie) Informatik-Curriula enthalten ist:
    > Requirements Engineering (RE). Häufig "versteckt" in Software Engineering
    > Kursen.

    Richtig. Und es ist sogar noch schlimmer. Die gängigen "Agilen" Frameworks (agil <> framework) sehen dafür den Product Owner vor. Nur leider haben die meisten POs absolut keine Ahnung von RE, sollen aber abnahmefähige (durch die Entwickler) Stories schreiben. Und am Ende sind Alle von Allen genervt.

  6. Re: Requirements Engineering

    Autor: .02 Cents 10.09.20 - 14:24

    Methoden, Templates etc. sind alles nur Hilfsmittel.

    Egal ob man die Rolle BA (Business Analyst) oder RE nennt, und beide für synonym hält oder unterschiedliche Aufgaben zuschreibt - hier geht es genau darum, das Kommunikations-Gap zwischen dem Fach und dem Umsetzungsprojekt zu überbrücken.

    Ich habe diese Rollen in verschiedenen Projekten inne gehabt. Entscheidend ist es, eine Sprache zu finden, die beide Seiten sprechen oder zumindest verstehen. Es ist in den allermeisten Fällen sinnlos aufs Fach zuzugehen und offene Fragen ala "was braucht ihr - gibt mir Anforderungen". Eine Anforderung ist etwas konkretes, messbares mit Bezug zum Zielsystem.

    Wenn das Fach dazu in der Lage wäre, bräuchte es die IT nur noch um alle paar Jahre einen neuen Laptop zu bekommen.

    Man muss das Problem des Fachs verstehen, das sie lösen wollen. Ich bin vor allem in Dateninetgration / DWH / BI u.ä. tätig. In BI Projekten ist es idR sinnlos das Fach zu fragen "wie soll der Report aussehen und spezifiziere mir mal die Hierarchien und Drillpfade". Da fragt man zum Beispiel nach den Prozessen, die gesteuert werden sollen, und wie diese Steuerung jetzt funktioniert. Dann mapt man diese Prozesse auf IT Systeme, analysiert die zur Verfügung stehenden Daten, und erzeugt ein "Informationsmodell" an dem man Möglichkeiten und Grenzen von Auswertungen erläutert.

    Ebenso wie es für viele Leute schwierig ist zuzugeben etwas nicht zu wissen, ist es auch für viele sehr schwierig, eine negative System Abgrenzung vorzunehmen und zu erklären. Aber wenn in einem Reporting Umfeld eine Hierarchie so aussieht, dass ein Produkt mehreren Kostenstellen zugeordnet sein kann, dann gibt es keine einfache Formel Kosten / Umsätze u.ä. von Produkt auf Kostenstelle "richtig" zu aggregieren, weil "richtig" höchstwahrscheinlich Kontextabhängig ist und Finance das im Zweifelsfall ganz anders sieht, als Marketing.

    Solche Zusammenhänge rauszuarbeiten und einen Umgang mit den Problemen zu definieren ist Aufgabe des RE / BA. Und der "Umgang" im Sinne von "Lösungskompromiss" muss so dokumentiert / beschrieben / abgenommen werden, dass dem "Designer" im Umsetzungsprojekt weiss, was zu tun ist, und das Fach weiss, was es bezüglich der Umsetzung zu erwarten hat. Eine für alle Stakeholder verständliche Beschreibung der angestrebten Lösung zu finden - das ist RE.

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