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Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

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  1. Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: mad1 04.09.16 - 17:48

    Die 5. Homeland-Staffel ist über das Medienboard Berlin Brandenburg mit 1. Mio gefördert worden. Da kann Netflix ruhig auch ein bisschen Filmabgabe zahlen, oder nicht?

    Die meiste Filmabgabe zahlen übrigens die Kinos und die Filmverleiher.
    Die Filmabgabe beträgt pro Kinosaal, vorausgesetzt, eines Jahres-Nettoumsatzes von mehr als 75.000 Euro, zwischen 1,8 Prozent und 3 Prozent des Jahresnettoumsatzes. Die Unternehmen der Videowirtschaft, inklusive der Online-Anbieter, zahlen 1,8% bis 2,3% des Jahresnettoumsatzes als Filmabgabe. Die Höhe der Abgabe der Fernsehanstalten ist abhängig von der Anzahl an Kinofilmen im Gesamtprogramm. Damit stehen der Kinowirtschaft vorwiegend Gelder zu, die sie selbst einzahlt. Aus diesem Grund wird die Förderung durch die Filmförderungsanstalt eher als „Selbsthilfe“ der Kinobranche verstanden und betont, dass die Gelder der FFA nicht aus Steuermitteln stammen.

  2. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: Analysator 04.09.16 - 17:58

    Seit wann produziert Netflix Homeland?

  3. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: DrWatson 04.09.16 - 18:04

    mad1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aus diesem Grund wird die
    > Förderung durch die Filmförderungsanstalt eher als
    > „Selbsthilfe“ der Kinobranche verstanden und betont, dass die
    > Gelder der FFA nicht aus Steuermitteln stammen.

    Von wem wird das als Selbsthilfe verstanden?

    Ich habe das in einem anderen Thread schon geschrieben:

    Warum müssen Streaminganbieter, Fernsehsender und Kinos dafür zahlen, damit irgendeine Stelle das Geld an privilegierte Produktionsfirmen verteilt?

    Warum soll jemand, der einen japanischen Trickfilm sieht, den nächsten Babelsberg-Film spendieren?

  4. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: nightmar17 04.09.16 - 19:38

    Analysator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Seit wann produziert Netflix Homeland?


    Darum geht es doch nicht. Hauptsache irgendwas gegen netflix und Amazon sagen. Deutsche Firmen bekommen sowas ja nicht hin.

  5. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: Mett 04.09.16 - 20:09

    Bezahlt Netflix denn nicht die Lizenz, um die Serie im Programm haben zu dürfen?

  6. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: robinx999 05.09.16 - 07:50

    Tun sie nicht, aber Sense8 wird von Netflix produziert da es auch in Deutschland gedreht wird würde es mich nicht wundern wenn es dort nicht auch Förderungen gibt
    Und Dark ist ja auch als erste Deutsche Netflix Serie angekündigt

  7. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: Dwalinn 05.09.16 - 08:18

    Willkommen in einer Sozialen Marktwirtschaft

  8. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: grmpf 05.09.16 - 12:52

    Mett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bezahlt Netflix denn nicht die Lizenz, um die Serie im Programm haben zu
    > dürfen?


    Lizenzkosten haben nichts mit der Filmabgabe zu tun.
    Dazu kommt noch, dass Netflix auch Eigenproduktionen angekündigt hat, die teilweise oder ganz hier gedreht / produziert wurden.

  9. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: root61 05.09.16 - 13:07

    DrWatson schrieb:
    > Warum soll jemand, der einen japanischen Trickfilm sieht, den nächsten
    > Babelsberg-Film spendieren?

    Warum soll ich mit meinen Steuern ein Opernhaus finanzieren, oder ein Schwimmbad, oder einen öffentlichen Park, oder ein Museum?

  10. Die Frage ist falsch gestellt

    Autor: mnementh 05.09.16 - 17:06

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum soll jemand, der einen japanischen Trickfilm sieht, den nächsten
    > Babelsberg-Film spendieren?
    Die Frage ist in der Form falsch gestellt. Wenn Du Milch kaufst bezahlst Du Mehrwertsteuer und damit dann auch neue Gewehre für die Bundeswehr. Warum soll der Milchkäufer also das nächste Bundesgewehr finanzieren?

    Es gibt nun mal gesetzliche Umverteilung. Das wird auch im Allgemeinen als sinnvoll angesehen, die meisten Menschen sehen es als nützlich an wenn nicht die Eltern die Schule bezahlen und nicht die Opfer von Verbrechen die Gefängnisse, sondern wenn diese Aufgaben unter der gesamten Bevölkerung verteilt werden. Die genauen Details sind verschieden.

    Die Frage ist also nicht wieso der Zuschauer eines japanischen Trickfilms den nächsten Babelsberg-Film finanziert. Sondern: Wollen wir einheimische Filmproduktion fördern oder wollen wir unsere heimischen Film-Talente in Filmzentren wie Hollywood abwandern lassen? Wenn wir die einheimische Filmproduktion fördern wollen ist die nächste Frage: Wie soll die Umverteilung aussehen, wer soll einzahlen und wieviel?

    Abgesehen davon kann der japanische Trickfilm durchaus auch von der deutschen Filmförderung profitieren. Und die nächste Babelsberg-Filmproduktion kann ein amerikanischer Film sein. Fiel mir beispielsweise bei 'The Voices' auf, dass der in Babelsberg gemacht wurde.
    http://www.imdb.com/title/tt1567437/combined

  11. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: DrWatson 05.09.16 - 17:20

    Das ist weder sozial noch Marktwirtschaft.

  12. Re: Apropos Netflix: Homeland wurde mit 1 Mio gefördert vom Medienboard Berlin

    Autor: DrWatson 05.09.16 - 17:30

    root61 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum soll ich mit meinen Steuern ein Opernhaus finanzieren, oder ein
    > Schwimmbad, oder einen öffentlichen Park, oder ein Museum?

    Weil es für alles eine entsprechende Lobby gibt.

    Bei Parks ist das etwas anderes, weil es sich um ein öffentliches Gut handelt.
    Aber Opern, Schwimmbäder und Museen haben entsprechendes Publikum das Eintritt zahlt.

  13. Re: Die Frage ist falsch gestellt

    Autor: DrWatson 05.09.16 - 17:53

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage ist in der Form falsch gestellt. Wenn Du Milch kaufst bezahlst Du
    > Mehrwertsteuer und damit dann auch neue Gewehre für die Bundeswehr. Warum
    > soll der Milchkäufer also das nächste Bundesgewehr finanzieren?

    Weil es sonst keiner tun würde. Verteidigung, öffentliche Sicherheit und Justiz sind öffentliche Güter die nur der Staat bereitstellen kann.

    Filme sind hingegen privates Vergnügen. Warum soll das nicht jeder für sich selbst zahlen wie das bei anderem privaten Vergnügen auch der Fall ist?

    > Es gibt nun mal gesetzliche Umverteilung.

    Umverteilung soll doch Bedürftigen zugute kommen und für Chancengleichheit (gleiche Bildung für Kinder) sorgen.
    Sozialhilfe weil jemand arm ist – gerne, aber Sozialhilfe weil jemand Regisseur ist – halte ich für verwerflich.

    > Sondern: Wollen wir einheimische
    > Filmproduktion fördern

    Warum muss die Filmproduktion gefördert werden? Entweder jemand bezahlt für einen Film weil er ihn sehen will oder nicht.
    Aber wenn eine Branche nur bereit ist Dinge zu Produzieren wenn sie dafür gepäppelt wird, dann hat es offenbar nicht den nötigen Mehrwert und die Ressourcen sind an anderer Stelle sinvoller eingesetzt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.09.16 17:56 durch DrWatson.

  14. Re: Die Frage ist falsch gestellt

    Autor: .02 Cents 06.09.16 - 07:56

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt nun mal gesetzliche Umverteilung.

    Ich bin mir nicht sicher, dass das wirklich so ist. Umverteilung ist eine Konsequenz aus staatlichen Aufgaben, nicht Zweck des Staatlichen Handelns - zumindest in vielen Ländern ausserhalb von Venzuela, wo man letztlich sehr deutlich sieht, wie gut sowas als oberste Staatsdoktrin funktioniert ...


    > Filmproduktion fördern wollen ist die nächste Frage: Wie soll die
    > Umverteilung aussehen, wer soll einzahlen und wieviel?

    Ich habe das Gefühl, dass du Terminologisch sehr unscharf wirst. Was du hier beschreibst sind Abgaben. Die werden spezifisch für einen Zweck erhoben, wie zum Beispiel die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der Kaiserlichen Marine (wie so häufig insbesondere im staatlichen Sektor findet sich natürlich auch eine Verwendung für sowas, wenn mehrere Weltkriege zwischen dem ursprünglichen Zweck und der aktuellen Erhebung liegen, und nur noch vielleicht eine Handvoll Menschen in ganz Deutschland überhaupt aktive eigene Erinnerungen an die Kaiserliche Marine haben ...).

    > beispielsweise bei 'The Voices' auf, dass der in Babelsberg gemacht wurde.
    > www.imdb.com

    Das ist genau der Punkt: Mit der Förderung von irgendwelchen "deutschen Talenten" und deren Rettung vor Abwanderung ins Ach-so-Böse Holly Wood hat das am Ende des Tages eben doch nichts zu tun. Da werden nur irgendwelche Fördergelder nach politischen Kriterien vergeben. Zunächst darf man sicher fragen, wieviel "Umsatz" da nun wirklich in der Förderung ankommt. Ausserdem darf man wohl fragen, ob denn die - zumindest von dir postulierte - Zielgruppe überhaupt in der Lage ist, an die Förderung zu kommen. Wenn man für das Stellen der Anträge einen Anwalt und / oder spezialisierten Berater braucht, und passende politische Verbindungen, um Geld zu erhalten, dürfte es für eine "einheimisches Talent"-basierte Produktion schnell unmöglich werden, an Förderung zu kommen. Ich hatte eine Zeitlang in einem Projekt damit zu tun, EU Förderungen zu bekommen - ein wirklicher Alptraum und finanziell nur sinnvoll, wenn es um mehrere Millionen Investitionsvolumen geht. Bei Kultur-Förderung in Deutschland zwischen Bund Ländern und Kommunen dürfte das kaum besser zugehen.

    Und schliesslich: Warum ist es so sinnvoll, dass irgendwelche "Filmtalente" gefördert und vor Abwanderung geschützt werden müssen? Das ist eine reine auf Markttrends und Moden basierte Konsumenten-Industrie, die sich eher im Rahmen des allgemeinen Medien Strukturwandels im Niedergang befindet. Staatliche Umverteilungen - um auf die von dir verwendete Terminologie zurück zu kommen - zu Gunsten sterbender Industrien, um deren Tod hinauszuzögern, kann keine sinnvolle Gesamtstaatliche Aufgabe sein. Da scheint es deutlich mehr Berechtigung für die Forderung zu geben, die heimische PC Komponenten Industrie zu fördern. Auch in dem Bereich gibt es sicher jede Menge einheimische Talente, sei es für Konstruktion, Marketing oder das verstauen in Transportverpackungen ...

  15. Re: Die Frage ist falsch gestellt

    Autor: mnementh 09.09.16 - 18:42

    .02 Cents schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt nun mal gesetzliche Umverteilung.
    >
    > Ich bin mir nicht sicher, dass das wirklich so ist. Umverteilung ist eine
    > Konsequenz aus staatlichen Aufgaben, nicht Zweck des Staatlichen Handelns -
    > zumindest in vielen Ländern ausserhalb von Venzuela, wo man letztlich sehr
    > deutlich sieht, wie gut sowas als oberste Staatsdoktrin funktioniert ...
    >
    Sicher ist das die Konsequenz, dass ändert aber nichts daran dass es nun mal gesetzlich angeordnete Umverteilung gibt. Ob nun Steuern eingenommen werden um Gewehre für die Bundeswehr zu finanzieren oder man verpflichtet ist Anteile seines Einkommens in Sozialkassen zu zahlen - so oder so ist es gesetzliche Umverteilung. Nicht mal alles - siehe Sozialkassen - wird dabei vom Staat eingenommen und weiterverteilt. Gesetzliche Umverteilung kann auch ganz und gar in privaten Händen landen: wenn Du eine KFz-Haftpflicht verpflichtend benötigst wenn Du ein KFZ hast, dann sieht der Staat das Geld nicht sondern ien Privatunternehmen Deiner Wahl. Dennoch haben Gesetze für diese Umverteilung gesorgt.

    > > Filmproduktion fördern wollen ist die nächste Frage: Wie soll die
    > > Umverteilung aussehen, wer soll einzahlen und wieviel?
    >
    > Ich habe das Gefühl, dass du Terminologisch sehr unscharf wirst. Was du
    > hier beschreibst sind Abgaben. Die werden spezifisch für einen Zweck
    > erhoben, wie zum Beispiel die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der
    > Kaiserlichen Marine (wie so häufig insbesondere im staatlichen Sektor
    > findet sich natürlich auch eine Verwendung für sowas, wenn mehrere
    > Weltkriege zwischen dem ursprünglichen Zweck und der aktuellen Erhebung
    > liegen, und nur noch vielleicht eine Handvoll Menschen in ganz Deutschland
    > überhaupt aktive eigene Erinnerungen an die Kaiserliche Marine haben ...).
    >
    Nee, bin ich nicht. Umberteilung ist: Geld fliesst von einer Tasche in eine andere ohne dass dies direkt einer Transaktion entspricht. Bei der Umverteilung zahlt irgendwer und irgendwer profitiert. Ob die Sektsteuer oder die Hundesteuer oder GEZ oder oder oder...

    Umverteilugn ist auch an sich nichts Schlechtes, wir wollen alle (oder fast alle außer ein paar Ayn Rand Spinnern) öffentlich finanzierte Bildung. Man muss also bei jeder einzelnen Umverteilung fragen, ob sie richtig und gut ist. Diese Frage stellt sich eben auch für die Filme. Will man das? Wenn ja: wer zahlt ein, wie sind die Modalitäten?

    > > beispielsweise bei 'The Voices' auf, dass der in Babelsberg gemacht
    > wurde.
    > > www.imdb.com
    >
    > Das ist genau der Punkt: Mit der Förderung von irgendwelchen "deutschen
    > Talenten" und deren Rettung vor Abwanderung ins Ach-so-Böse Holly Wood hat
    > das am Ende des Tages eben doch nichts zu tun. Da werden nur irgendwelche
    > Fördergelder nach politischen Kriterien vergeben. Zunächst darf man sicher
    > fragen, wieviel "Umsatz" da nun wirklich in der Förderung ankommt.
    > Ausserdem darf man wohl fragen, ob denn die - zumindest von dir postulierte
    > - Zielgruppe überhaupt in der Lage ist, an die Förderung zu kommen. Wenn
    > man für das Stellen der Anträge einen Anwalt und / oder spezialisierten
    > Berater braucht, und passende politische Verbindungen, um Geld zu erhalten,
    > dürfte es für eine "einheimisches Talent"-basierte Produktion schnell
    > unmöglich werden, an Förderung zu kommen. Ich hatte eine Zeitlang in einem
    > Projekt damit zu tun, EU Förderungen zu bekommen - ein wirklicher Alptraum
    > und finanziell nur sinnvoll, wenn es um mehrere Millionen
    > Investitionsvolumen geht. Bei Kultur-Förderung in Deutschland zwischen Bund
    > Ländern und Kommunen dürfte das kaum besser zugehen.
    >
    Bei The Voices arbeiten dann eben außer den Darstellern und Regisseur viele Deutsche mit. Post-Production, Kulissenbau, generelle Drehort-Organisation, Make-up usw. Das ist Geld, welches hier in Deutschland hängen bleibt. Die Frage ist so: worauf zielt die Filmförderung ab? Soll es ganze Filme aus Deutschland geben oder soll die Filmwirtschaft florieren.

    > Und schliesslich: Warum ist es so sinnvoll, dass irgendwelche "Filmtalente"
    > gefördert und vor Abwanderung geschützt werden müssen? Das ist eine reine
    > auf Markttrends und Moden basierte Konsumenten-Industrie, die sich eher im
    > Rahmen des allgemeinen Medien Strukturwandels im Niedergang befindet.
    > Staatliche Umverteilungen - um auf die von dir verwendete Terminologie
    > zurück zu kommen - zu Gunsten sterbender Industrien, um deren Tod
    > hinauszuzögern, kann keine sinnvolle Gesamtstaatliche Aufgabe sein. Da
    > scheint es deutlich mehr Berechtigung für die Forderung zu geben, die
    > heimische PC Komponenten Industrie zu fördern. Auch in dem Bereich gibt es
    > sicher jede Menge einheimische Talente, sei es für Konstruktion, Marketing
    > oder das verstauen in Transportverpackungen ...
    Das ist die Frage die ich stellte, und die ich als die richtige ansieht: Möchte man die Filmindustrie in Deutschland fördern? Du argumentierst hier dagegen. Das ist OK, dass ist Diskussion über die richtige Frage. Andere werden sagen: da hängen Jobs dran, das Know-How in der Region ist nützlich, die Breite der Anforderungen bei Filmproduktionen (Handwerk, Nahrung, Fahrdienste, Büroarbeiten) führt zu einer generellen Belebung der Wirtschaft in der Region usw. Ich wollte keine Position beziehen, ich wollte nur darauf hinweisen, dass das die wirkliche Frage ist.

  16. Re: Die Frage ist falsch gestellt

    Autor: mnementh 09.09.16 - 18:54

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Frage ist in der Form falsch gestellt. Wenn Du Milch kaufst bezahlst
    > Du
    > > Mehrwertsteuer und damit dann auch neue Gewehre für die Bundeswehr.
    > Warum
    > > soll der Milchkäufer also das nächste Bundesgewehr finanzieren?
    >
    > Weil es sonst keiner tun würde. Verteidigung, öffentliche Sicherheit und
    > Justiz sind öffentliche Güter die nur der Staat bereitstellen kann.
    >
    Sehr minimalistisch. Bildung wird im Allgemeinen auch als Staatsaufgabe angesehen. Und wenn man ganz gemein ist: Verteidigung, öffentliche Sicherheit und Justiz kann sehr wohl privat bereitgestellt werden. Siehe Academi (früher Blackwater), Sicherheitsunternehmen, private Schiedsstellen. Prinzipiell könnten wir so ganz und gar auf den Staat verzichten.

    > Filme sind hingegen privates Vergnügen. Warum soll das nicht jeder für sich
    > selbst zahlen wie das bei anderem privaten Vergnügen auch der Fall ist?
    >
    Kulturförderung ist sehr verbreitet. Von Theater, Oper, Musik, bis eben hin zum Film. Klar kann man das alles abschaffen, wirkt aber doch wie ein sehr radikaler Kahlschlag. Wie gesagt, man kann die Aufgaben des Staates prinzipiell auf Null reduzieren. Wollen wir das? Wenn nicht, welche Aufgaben sollte der Staat übernehmen? Das muss man im Einzelfall sehen.

    > > Es gibt nun mal gesetzliche Umverteilung.
    >
    > Umverteilung soll doch Bedürftigen zugute kommen und für Chancengleichheit
    > (gleiche Bildung für Kinder) sorgen.
    > Sozialhilfe weil jemand arm ist – gerne, aber Sozialhilfe weil jemand
    > Regisseur ist – halte ich für verwerflich.
    >
    Wenn Deine Mehrwertsteuer auf die Milch der Bundeswehr Gewehre kauft ist das Umverteilung. Und nicht zugunsten der Bedürftigen.

    Umverteilung soll vielmehr gesellschaftlich sinnvolle Dinge finanzieren. Was gesellschaftlich sinnvoll ist, dass ist natürlich der große Streitpunkt.

    > > Sondern: Wollen wir einheimische
    > > Filmproduktion fördern
    >
    > Warum muss die Filmproduktion gefördert werden? Entweder jemand bezahlt für
    > einen Film weil er ihn sehen will oder nicht.
    Praktisch jedes Produkt welches Du kaufst hat eine Förderung irgendwo bekommen. Ich halte den Anspruch für Kindermärchen. Es hat noch nie reine Marktwirtschaft gegeben und es wird nie reine Marktwirtschaft geben, dass funktioniert nicht. Deshalbwird an Tausenden Stellen eingegriffen. Wir diskutieren hier mit der Filmförderung über einen konkreten Eingriff. Stellst Du das System in Frage willst Du das Wirtschaftssystem Deutschlands und der Welt kippen. Nicht das Thema hier.

    > Aber wenn eine Branche nur bereit ist Dinge zu Produzieren wenn sie dafür
    > gepäppelt wird, dann hat es offenbar nicht den nötigen Mehrwert und die
    > Ressourcen sind an anderer Stelle sinvoller eingesetzt.
    Möglicherweise. Möglicherweise betrachten wir den gesellschaftlichen Gewinn aber als ausreichende Rechtfertigung.

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