1. Foren
  2. Kommentare
  3. Sonstiges
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Urheberrecht: Die gespaltene…

Also

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Also

    Autor: Felix_Keyway 29.12.13 - 01:32

    Wenn jetzt irgendein Verlag ein Geschichtssammelwerk von Sherlock Holmes erstellt, darf man das kopieren und frei im Internet veröffentlichen, sofern da nicht irgendwelche speziell für das Sammelwerk gezeichneten Grafiken etc. drin sind?

    Ich bin Spezialist der NSA mit dem Spezialgebiet Backdoors in den Linux-Kernel einzuschleusen ;) .

  2. Re: Also

    Autor: Anonymer Nutzer 29.12.13 - 01:52

    Wenn es nur ein Geschichtssammelwerk ist, ja. Wobei sicherlich dort zusätzliche Grafiken drinnen sind. Diese stehen ja den jetzigen Urheber zu.

  3. Re: Also

    Autor: Peter2 29.12.13 - 08:17

    Gilt aber nur für die Originaltexte.Bei Übersetzungen gilt wieder das Urheberrecht des Übersetztes zu beachten.

    Letztlich ist das ganze Urheberrecht in Zeiten des Internets eh krank. Jeder US-Amerikaner kann die kompletten Sherlock-Holmes-Geschichten z.B. bei kanadischen Seiten (keine Piratenseiten) herunterladen da sie dort gemeinfrei sind. Hab mal einige Englische Ebooks gesucht. Alle vom selben Autor und jedes war in einem anderen Land gemeinrei und konnte dort von einer Gutenberg-Seite heruntergeladen werden.

  4. Re: Also

    Autor: wasabi 29.12.13 - 08:35

    Natürlich nicht, weil du damit Leistungsschutzrechte des Verlages verletzt. Du darfst dich aber selbst an den PC ransetzen, den text abtippen, und im Netz veröffentlichen.

    Wenn ein Komponist mehr als 70 Jahre tot ist, darfst du ja auch selbst die Noten aufschreiben und veröffentlichen, ebenso darfst du die Musik irgendwo ohne zahlen oder fragen zu müssen offentlich aufführen, oder aufnehmen und die Aufnahmen verbreiten. Aber du darfst nicht einfach die Noten eines Verlages kopieren, und auch keine aktuell aufgenommene CD mit der Musik drauf kopieren oder verbreiten.

  5. Re: Also

    Autor: Peter2 29.12.13 - 08:44

    wasabi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich nicht, weil du damit Leistungsschutzrechte des Verlages verletzt.
    > Du darfst dich aber selbst an den PC ransetzen, den text abtippen, und im
    > Netz veröffentlichen.

    Nö. Leistungsschutzrechte für Romane wäre mir neu. In DE und anderen Ländern werden gemeinfreie Bücher regelmäßig eingescannt korrektur gelesen und frei verteilt: Gutenberg.org, gutenbergDE, mobileread.com

    Noten werden halt als besonders geschützt, separat aufgeführt. Das darfst du trotzdem jetzt nicht mit Büchern verwechseln.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.12.13 08:45 durch Peter2.

  6. Re: Also

    Autor: Anonymer Nutzer 29.12.13 - 12:15

    Peter2 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Letztlich ist das ganze Urheberrecht in Zeiten des Internets eh krank.
    > Jeder US-Amerikaner kann die kompletten Sherlock-Holmes-Geschichten z.B.
    > bei kanadischen Seiten (keine Piratenseiten) herunterladen da sie dort
    > gemeinfrei sind.

    Ich finde dieses Argument falsch, da es dennoch eine Rechteverletzung im eigenen Land ist. Unabhängig ob es in einem anderen Land erlaubt ist.

    Man darf sich ja auch nicht jede in Amerika frei erhältliche Waffe aus dem Internet bestellen (die meisten Shops liefern eh nicht, letztendlich wäre man aber selbst Schuld, wenn man etwas importiert, dass man nicht besitzen darf).

    Ich stimme aber zu, dass das Copyright und generell Patentbestimmungen neu gestaltet werden müssen, da sie momentan Fortschritt oft verhindern bzw. unnötig hinauszögern.

  7. Re: Also

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 29.12.13 - 17:01

    Peter2 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nö. Leistungsschutzrechte für Romane wäre mir neu. In DE
    > und anderen Ländern werden gemeinfreie Bücher regelmäßig
    > eingescannt korrektur gelesen und frei verteilt: Gutenberg.org,
    > gutenbergDE, mobileread.com

    Jain. Schau' mal genau hin, dort sind nur Werke digitalisiert, bei denen die konkrete Auflage inzwischen gemeinfrei ist oder vorzeitig gemeinfrei gestellt wurde.

    Der Verlag hat - auch wenn er ein gemeinfreies Werk publiziert - trotzdem aktuelle Rechte an Bearbeitungen, Übersetzungen, an Anmerkungen, am Satzbild bzw. am gesamten Layout einschließlich etwaiger Illustrationen, in seltenen Fällen sogar an Details wie der verwendeten Schriftart.

    Man nehme sich irgend einen beliebigen Text aus dem 19. Jahrhundert und übertrage ihn in die Neue Schlechtschreibung. Diese Leistung ist geschützt, auch wenn der Text, den man bearbeitet hat, es nicht mehr ist.

  8. Re: Also

    Autor: Peter2 29.12.13 - 18:22

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Der Verlag hat - auch wenn er ein gemeinfreies Werk publiziert - trotzdem
    > aktuelle Rechte an Bearbeitungen, Übersetzungen, an Anmerkungen, am
    > Satzbild bzw. am gesamten Layout einschließlich etwaiger Illustrationen, in
    > seltenen Fällen sogar an Details wie der verwendeten Schriftart.

    In der Regel wird so ein Werk unverändert nachgedruckt. Oder meinst du jeder Schmirfink ändert Goethes Faust oder Schlillers Glocke? Das Übersetzungen in ein eigenes Urheberrecht haben ist klar. Bilder ist auch klar. Satzbild und Layout ist meines Erachtens quatsch und bleibt eh nicht erhalten wenn man z.B. ein EPUB drauf machen, genauso wenig die Schriftart.

    > Man nehme sich irgend einen beliebigen Text aus dem 19. Jahrhundert und
    > übertrage ihn in die Neue Schlechtschreibung. Diese Leistung ist geschützt,
    > auch wenn der Text, den man bearbeitet hat, es nicht mehr ist.

    Ja, dann ist auch der Text geändert worden. Persönlich sehe auch keinen Sinn einen Text aus dem 19. Jahrhundert umzuschreiben. Man kann sie problemlos noch lesen.

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Jain. Schau' mal genau hin, dort sind nur Werke digitalisiert, bei denen
    > die konkrete Auflage inzwischen gemeinfrei ist oder vorzeitig gemeinfrei
    > gestellt wurde.

    Nö. Eine Auflage kann nicht gemeinfrei werden. Das Urheberrecht hat der Urheber und nicht der Verlag, auch nicht wenn er es neu druckt. Die Fristen richten sich nach dem Tod des Urhebers nicht nach irgendeiner Auflage.
    Es wird der Text, die Bilder, etc. gemeinfrei. Und er Text ist auch von der Auflage von 2010 mit neuen Illustrationen gemeinfrei. Wenn der Text verändert wurde ist das etwas anderes. Aber nur dass Drucken oder digitalisieren schafft keine Schöpfungshöhe und damit kein Urheberrechts.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 29.12.13 18:28 durch Peter2.

  9. Re: Also

    Autor: der_wahre_hannes 29.12.13 - 19:29

    Don-Quijote schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Peter2 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Letztlich ist das ganze Urheberrecht in Zeiten des Internets eh krank.
    > > Jeder US-Amerikaner kann die kompletten Sherlock-Holmes-Geschichten z.B.
    > > bei kanadischen Seiten (keine Piratenseiten) herunterladen da sie dort
    > > gemeinfrei sind.
    >
    > Ich finde dieses Argument falsch, da es dennoch eine Rechteverletzung im
    > eigenen Land ist. Unabhängig ob es in einem anderen Land erlaubt ist.

    Falsch. Es gilt das Recht desjenigen Landes, in dem die "Hauptleistung" stattfindet. Wenn du etwas von einem Server runterlädst, der in Kanada steht, dann findet die "Hauptleistung" eben in Kanada statt und dann gilt kanadisches Recht.

    Und natürlich kannst du dir Waffen in den USA bestellen, das kann dir hier niemand verbieten. Was aber verboten ist, ist die Einfuhr und der Besitz bestimmter Waffen.

  10. Re: Also

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 29.12.13 - 21:06

    Peter2 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In der Regel wird so ein Werk unverändert nachgedruckt.
    > Oder meinst du jeder Schmirfink ändert Goethes Faust
    > oder Schlillers Glocke?

    Das meine ich nicht, das weiß ich. Und das hat nichts mit Schmierfinkerei zu tun sondern damit, dass nur ein Bruchteil der heutigen Leser die Originalfassungen auch nur ansatzweise entziffern, geschweige denn genießen könnten. Im 18. Jahrhundert, erst recht noch davor und sogar noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gab es zwar auch nur eine Rechtschreibung und Grammatik, aber dafür für jeden Schreiber eine andere. Beim deutschen Literaturkanon profitieren wir auch davon, dass im Grunde alle Jubeljahre irgend ein Literaturwissenschaftler/Philologe die ollen Kamellen unter Bewahrung des Originaltexts in eine (für seine jeweilige Zeit lesbare) Form gebracht und dass sich in den letzten 70 Jahren mit Ausnahme der Rechtschreibreform nicht so viel getan hat.

    Bei Lyrik ist die Form aber auch leichter zu bewahren als beispielsweise bei einem Roman. Schon die Erzählweise des 19. Jahrhunderts ist zuweilen nur für Puristen goutabel, da muss man sich zuweilen auch stärker an Syntax und Zeichensetzung vergreifen, damit heutige Leser damit noch etwas anfangen können. Und das ist dann durchaus eine schützenswerte Leistung, insbesondere wenn das Werk ansonsten möglichst erhalten bleibt.

    > Satzbild und Layout ist meines Erachtens quatsch und bleibt eh nicht
    > erhalten wenn man z.B. ein EPUB drauf machen, genauso wenig die
    > Schriftart.

    In dem Fall natürlich nicht. Es gibt aber auch Werke, die sich nicht auf ihren textbasierten Inhalt herunter brechen lassen oder sogar von ihrer Gestaltung leben. Ich habe beispielsweise eine schöne "Prince Valiant"-Buchausgabe; einige der Geschichten darin müssten inzwischen gemeinfrei sein, die Neugestaltung der Panels für die Buchform (ursprünglich erschien die Comic-Serie in Zeitungen) ist aber definitiv noch geschützt.

    > Ja, dann ist auch der Text geändert worden. Persönlich sehe auch keinen
    > Sinn einen Text aus dem 19. Jahrhundert umzuschreiben. Man kann sie
    > problemlos noch lesen.

    Jetzt bliebe zu klären, wer "man" ist und ob "man" auch so will, wie er/sie könnte. ;-)

    Mich stört es ebenfalls nicht, aber ich könnte auch die Wulfilabibel im Original lesen und ziehe, wenn das nicht unbedingt nötig ist, trotzdem aus Bequemlichkeit die Umschrift der Fotorepro vor, da die Majuskeln und das ganze Schriftbild nicht gerade augenfreundlich sind.

    Und ohne mich jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, aber könntest du mit Sicherheit sagen, dass einige der Romane aus dem 19. Jahrhundert, die du gelesen hast, nicht bereits bearbeitet und allein deshalb für dich komfortabel lesbar waren?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. STADT ERLANGEN, Erlangen
  2. AKDB Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern, Regensburg
  3. Technische Universität Berlin, Berlin
  4. Möbel Martin GmbH & Co. KG, Saarbrücken

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de