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bin kein Börsianer
Autor: crew 23.08.22 - 13:29
deswegen meine laienhafte Frage:
Das bedeutet, Leute mit Aktien von Embracer Group sehen, dass das Spiel keine Durchschnittswertung von 90 plus hat, deswegen verkaufen sie direkt all ihre Embracer-Aktien?
Oder woher kommt sowas? -
Re: bin kein Börsianer
Autor: BlindSeer 23.08.22 - 13:43
Sie sehen dass "Kracher" mir hoher Wertung fehlen, das dämpft ihre Erwartung auf Rendite und sie stoßen ihre Aktion ab. Aktienhandel ist in der Regel ein Spiel mit Erwartungen.
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Re: bin kein Börsianer
Autor: Sharra 23.08.22 - 13:56
Es ist wie überall inzwischen. Bist du nicht bombastisch exzellent, bist du nichts.
Sternbewertungen: 3-4 ist eigentlich gut. 5 sollte Perfektion und herausragend darstellen. So gut wie keiner ist perfekt oder herausragend. Trotzdem wird bei unter 5 Sternen geheult und sogar geklagt.
Börsianer sind da immer noch ein gutes Stück extremistischer. Erwartungen nicht erfüllt? PANIK!!!
Nein, solides Ergebnis ist nicht gut genug. Es muss besser, tollerer, extremer sein. Und das IMMER. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: censorshit 23.08.22 - 13:57
BlindSeer schrieb:
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> Sie sehen dass "Kracher" mir hoher Wertung fehlen, das dämpft ihre
> Erwartung auf Rendite und sie stoßen ihre Aktion ab.
*Heul* mein schönes Geld.
Wobei ich nicht sicher bin, ob so ein einzelnes Ereignis immer den Börsenwert beeinflusst.
Als bekannt wurde, das Embracer die "Herr der Ringe" Rechte gekauft hat, machte der Aktienkurs keinen Ruckler.
Ubisoft ist seit Jahren im Sinkflug, obwohl sich ihre Spiele noch recht gut verkaufen.
EA ist gut dabei, obwohl sie langsam von Regierungen Gegenwind wegen der Lootboxen bekommen.
Take 2 ist im Höhenflug, obwohl sie außer GTA und vielleicht NBA 2K nicht viel "Großes" zu bieten haben.
> Aktienhandel ist in der Regel ein Spiel mit Erwartungen.
Amen. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Tuxgamer12 23.08.22 - 13:57
crew schrieb:
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> keine Durchschnittswertung von 90 plus hat
Naja...
Von diesen Videospiel-"Journalisten" bekommt doch fast jeder AAA-Mist ne 75-80 Wertung.
64 übersetzt sich da schon als "ziemlich übel"...
Ich meine, was erwartet man? Gab doch schon die ganze Zeit genügend Videos auf Youtube, in denen man ziemlich genau gesehen hat: Boring Gameplay - auch wenn so manche Special-Mission ganz spaßig aussah.
Aber naja, selbst Far Cry 6 hat ne 63 bekommen ;). -
Re: bin kein Börsianer
Autor: thecrew 23.08.22 - 14:02
BlindSeer schrieb:
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> Sie sehen dass "Kracher" mir hoher Wertung fehlen, das dämpft ihre
> Erwartung auf Rendite und sie stoßen ihre Aktion ab. Aktienhandel ist in
> der Regel ein Spiel mit Erwartungen.
War es mal. Heute ist es einfach nur noch Poker.
Früher konnte man noch sagen wenns gut läuft gibts Rendite.
Heute steigen Aktien nur weils irgendeinen nen Hype gibt.
Und bei Firmen die gut Arbeiten kommt nix rum.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.22 14:04 durch thecrew. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Bermuda.06 23.08.22 - 14:15
thecrew schrieb:
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> BlindSeer schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Sie sehen dass "Kracher" mir hoher Wertung fehlen, das dämpft ihre
> > Erwartung auf Rendite und sie stoßen ihre Aktion ab. Aktienhandel ist in
> > der Regel ein Spiel mit Erwartungen.
>
> War es mal. Heute ist es einfach nur noch Poker.
> Früher konnte man noch sagen wenns gut läuft gibts Rendite.
> Heute steigen Aktien nur weils irgendeinen nen Hype gibt.
> Und bei Firmen die gut Arbeiten kommt nix rum.
Hypes gab es schon immer an der Börse und schon immer hat man da zum richtigen Zeitpunkt immer mehr verdient als bei konservativen Werten - oder das Gegenteil. Man solltr zudem bedenken, dass diese Hypes größtenteils durch die Kleinanleger befeuert werden.
Gute Firmen erzielen langfristig (!) Auch weiterhin eine solide Rendite. Die eignet sich selten zum Angeben, aber sie ist solide. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Muntermacher 23.08.22 - 14:18
BlindSeer schrieb:
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> Sie sehen dass "Kracher" mir hoher Wertung fehlen, das dämpft ihre
> Erwartung auf Rendite und sie stoßen ihre Aktion ab. Aktienhandel ist in
> der Regel ein Spiel mit Erwartungen.
Andere Frage als nicht Börsianer: Wenn man sie abstößt, muß es nicht dann auch einen Käufer geben, oder wie funktioniert das? Kann ich meine Aktien verkaufen auch wenn sie kein Schwein kauft? Von wem kommt dann das Geld? Und wenn es einen Käufer geben muß, welcher Kurs ist dann relevant, wenn dieser später kaufen will und der Kurs dann anders ist, welcher Kurs ist relevant?
Frage für mich, nicht für einen Freund, hab keine Ahnung von Börse lerne aber stets gerne dazu :)
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.22 14:18 durch Muntermacher. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Muhaha 23.08.22 - 14:20
censorshit schrieb:
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> Wobei ich nicht sicher bin, ob so ein einzelnes Ereignis immer den
> Börsenwert beeinflusst.
Nicht immer, aber oft.
> Als bekannt wurde, das Embracer die "Herr der Ringe" Rechte gekauft hat,
> machte der Aktienkurs keinen Ruckler.
Weil da keine Film- und TV-Rechte inkludiert waren. Dass man mit HdR-Spielen und anderen Lizenz-Produkten richtig geiles Geld verdienen kann, hat die Anleger nicht wirklich interessiert. Nicht "spannend" genug. Anleger reagieren oft ziemlich emotional. Denn es geht ja nicht um "echten" betriebswirtschaftlichen Gewinn, sondern um Phantasien, wie sich der Umsatz eventuell entwickeln könnte.
> Ubisoft ist seit Jahren im Sinkflug, obwohl sich ihre Spiele noch recht gut
> verkaufen.
Bei Ubisoft ändert sich nicht viel. Es ist immer das gleiche. Da entsteht keine "Phantasie".
> EA ist gut dabei, obwohl sie langsam von Regierungen Gegenwind wegen der
> Lootboxen bekommen.
EA hat wiederholt gezeigt, dass sie teilweise beeindruckende Umsatzsteigerungen hinlegen können. Um Gewinn geht, wie gesagt, dabei gar nicht :)
> Take 2 ist im Höhenflug, obwohl sie außer GTA und vielleicht NBA 2K nicht
> viel "Großes" zu bieten haben.
GTA brummt so dermaßen und hat immer noch das Potential für mehr. GTA regt die "Phantasie" der Anleger an.
> > Aktienhandel ist in der Regel ein Spiel mit Erwartungen.
>
> Amen.
Es hat vor allem nichts mit betriebswirtschaftlichem Gewinn zu tun. Siehe Amazon. Fast zehn Jahre lang tiefrote Zahlen geschrieben, aber ein immer höherer Aktienkurs, weil genug Anleger an den Erfolg von Bezos geglaubt haben.
Bei Amazon hat man Glück gehabt. Denn "sicher" oder "garantiert" war da nie etwas. Gibt genug riskante Investments, die deutlich nach hinten losgehen und Anleger viel, viel Geld verlieren. Wie mein ehem. Zahnarzt, der seine ganze Kohle in irgendwelche Schiffsaktien gesteckt hat und vor ein paar Jahren die Praxis und das schicke Häuschen im Nobelviertel verloren hat. Ja, man kann auch zurückhaltend investieren, aber hier schlug Gier ganz klar den Verstand. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Oktavian 23.08.22 - 14:45
> deswegen meine laienhafte Frage:
> Das bedeutet, Leute mit Aktien von Embracer Group sehen, dass das Spiel
> keine Durchschnittswertung von 90 plus hat, deswegen verkaufen sie direkt
> all ihre Embracer-Aktien?
> Oder woher kommt sowas?
Der Wert einer Aktie besteht auch zwei Teilen:
1. Welche Assets hat das Unternehmen, also was würde es bringen, wenn man alles Eigentum des Unternehmens verkauft und das Geld an die Aktionäre ausschüttet. Der Anteil ist ziemlich konstant.
2. Welche Gewinne wird das Unternehmen in Zukunft machen und welche Assets wird das Unternehmen in sich schaffen.
Das 2. ist Glaskugelei. Alle bekannten Fakten kennt jeder. Und jetzt gibt es Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche. Manche glauben, dass das nächste Produkt des Unternehmens wahnsinnig einschlagen wird und traumhafte Gewinne liefern wird. Diese sind bereit, mehr für eine Aktie zu bezahlen. Andere sind sich da nicht so sicher, die haben vielleicht so eine Aktie und sind bereit sie zu verkaufen.
Wenn sich nun herausstellt, das nächste Produkt ist doch nicht so der geniale Schlag, die Bewertungen fallen hinter die Hoffnungen zurück, die Gewinne werden in Zukunft etwas schmaler ausfallen, sind weniger Leute bereit, viel für die Aktie zu zahlen, der Kurs sinkt. Leute verkaufen die Aktie, weil sie glauben, mit diesem Geld in anderen Investments mehr verdienen zu können.
Das Problem gerade bei dieser Aktie ist, solche Unternehmen haben oft nur einen Shooting Star gleichzeitig am Start. Wenn der nicht einschlägt, wird er sich nicht zur Cash Cow entwickeln, es stehen dann auch in Zukunft weniger Mittel zur Verfügung, um das nächste tolle Produkt zu entwickeln. Insofern ist hier ein Fehlschlag umso dramatischer, da solche Unternehmen nicht breit aufgestellt sind. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Tuxgamer12 23.08.22 - 14:47
Muhaha schrieb:
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> Weil da keine Film- und TV-Rechte inkludiert waren.
Ähm, doch? Sogar die exklusiven Rechte...
Warner Bros. hat die Rechte auch nur licensiert und muss - wenn sie die behalten wollen - regelmäsig Geld an - jetzt - Embracer überweisen.
In der Ankündigung stand sogar:
"Other opportunities include exploring additional movies based on iconic characters such as Gandalf, Aragorn, Gollum, Galadriel, Eowyn and other characters from the literary works of J.R.R. Tolkien" -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Oktavian 23.08.22 - 14:50
> Gute Firmen erzielen langfristig (!) Auch weiterhin eine solide Rendite.
> Die eignet sich selten zum Angeben, aber sie ist solide.
Das ist aber genau ein Problem bei Unternehmen wie Spiele-Studios. Man hat oft nur ein Produkt gleichzeitig am Start. Das muss einschlagen, denn es muss seine Entwicklungskosten einspielen, die Aktionäre befriedigen und die Entwicklung des nächsten Produkts vorfinanzieren. Wenn die Kette reißt, wenn ein Produkt nicht den erhofften Gewinn einspielt, geht das ganze ziemlich schnell den Bach runter. Zumindest fällt die Rendite auf lange Zeit schmaler aus. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Sharra 23.08.22 - 14:53
Ein Spiel kann problemlos seine Kosten einspielen, ohne dass es eine "WOAH MEGA!!! 110%!!!!" Wertung kriegt. Die sind meist sowieso entweder kompletter Schwachsinn oder auch gleich noch gekauft.
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Re: bin kein Börsianer
Autor: Oktavian 23.08.22 - 14:54
> Andere Frage als nicht Börsianer: Wenn man sie abstößt, muß es nicht dann
> auch einen Käufer geben, oder wie funktioniert das?
Richtig, es muss immer einen Käufer geben. Aber den gibt es ja. Wenn der Kurs geringer ist, werden welche zugreifen, die gerechnet ab diesem Kurs wieder vernünftige Renditechancen sehen.
> Kann ich meine Aktien
> verkaufen auch wenn sie kein Schwein kauft?
Nein, es muss immer jemand kaufen. Theoretisch könnte es passieren, dass Du verkaufen willst, aber niemand kauft. Dann bleibst Du Besitzer. Deshalb muss man bei Aktien nicht nur auf den Kurs gucken, sondern auch auf weitere Kennzahlen, beispielsweise wie viele Aktien werden pro Zeiteinheit gehandelt. Kurse auf Basis von sehr wenigen gehandelten Aktien sind wenig aussagekräftig.
> Und wenn es einen Käufer geben muß, welcher Kurs ist dann relevant, wenn
> dieser später kaufen will und der Kurs dann anders ist, welcher Kurs ist
> relevant?
Du gibst beim Kauf an, bis zu welchem Kurs zu bereit bis zu kaufen, und als Verkäufer bis zu welchen Kurs du bereit bist zu verkaufen. Anfängerfehler ist hier, keine Angaben zu machen. Der Kurs stürzt, man verkauft panikartig, und während der Verkauf noch abgewickelt wird, stürzt der Kurs immer weiter ins bodenlose. Als man die Verkaufsorder abgegeben hat, stand der Kurs noch bei X, verkauft wurde dann für X/100.
Der Kurs für dieses eine Geschäft wird gefixt in dem Moment, in dem es zustande kommt. Hierfür gibt es in den Börsensystemen festgelegte Algorithmen, die auswählen welcher Verkauf zu welchen Kauf gematcht wird.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.22 15:05 durch Oktavian. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Oktavian 23.08.22 - 15:00
> Ein Spiel kann problemlos seine Kosten einspielen, ohne dass es eine "WOAH
> MEGA!!! 110%!!!!" Wertung kriegt.
Ja, kann es, das reicht aber nicht. Es muss auch noch etwas Gewinn abwerfen, denn sonst fragt sich der Besitzer, warum er das Risiko eines Spielstudios eingeht, und das Geld nicht einfach auf die Bank bringt. Eine dem Risiko angemessene Rendite muss schon sein, sonst ist es ein Misserfolg.
Und das Spiel muss die Entwicklung der nächsten Ideen zum Teil vorfinanzieren. Die Einnahmen aus dem aktuellen Produkt sind der Grundstock für den nächsten Unternehmenserfolg.
Hier ist die BCG-Matrix immer ein schönes Denkmodell.
Das Spiel hier wurde als Star gehandelt, hohe Kosten, hohe Gewinnerwartung. So einen Star möchte man weiterentwickeln zur Cash Cow, nur noch niedrige Kosten, aber hohe Gewinne. Aus dem Gewinnen der Cash Cow finanziert man die Question Marks, also die nächsten Produkte solange, bis man daraus einen neuen Star entwickeln kann.
Wenn nun der Star krepiert, deutlich weniger Gewinn liefert als erhofft, wird er eben nie zur Cash Cow. Dann fehlt aber auch das Kapital, um die Question Marks zu finanzieren. Das ganze Rad kommt ins Stocken. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Emulex 23.08.22 - 15:25
Muhaha schrieb:
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>
> Anleger reagieren oft ziemlich emotional.
Kleinanleger vielleicht, aber die reagieren in der Regel auf sowas garnicht.
Und institutionelle Anleger reagieren in der Regel nicht emotional, sondern schauen sich täglich die Informationslage an - entsprechend reagieren sie.
Ähnlich wie Wettanbieter - die werden auch nicht plötzlich emotional wenn der wichtigste Stürmer ausfällt und die Siegchance damit sinkt... das wird einfach neu kalkuliert und gut ists.
>
> Bei Amazon hat man Glück gehabt. Denn "sicher" oder "garantiert" war da nie
> etwas.
Ich weiß nicht ob Amazon ein gutes Beispiel für Glück ist - sie haben einfach immer alles was rein kam reinvestiert für mehr Wachstum.
Die Umsätze und die Bruttomarge waren ja aber trotzdem bereits top, selbst als man noch Verluste geschrieben hat (wegen Investitionen).
Hier war für Investoren also immer klar: Amazon könnte hohe Gewinne machen, wenn sie aufhören zu investieren - das ist noch heute so.
Also kein Vergleich zu z.B. einem Biotech bei dem es darum geht ob das Medikament je auf den Markt kommt oder nicht - das ist ein wirkliches Risikoinvestment.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.22 15:25 durch Emulex. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: censorshit 23.08.22 - 15:26
Muhaha schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> censorshit schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Ubisoft ist seit Jahren im Sinkflug, obwohl sich ihre Spiele noch recht
> gut
> > verkaufen.
>
> Bei Ubisoft ändert sich nicht viel. Es ist immer das gleiche. Da entsteht
> keine "Phantasie".
Richtig. Vor allem keine neuer, geiler, lukrativer Scheiß. :)
>
> > EA ist gut dabei, obwohl sie langsam von Regierungen Gegenwind wegen der
> > Lootboxen bekommen.
>
> EA hat wiederholt gezeigt, dass sie teilweise beeindruckende
> Umsatzsteigerungen hinlegen können. Um Gewinn geht, wie gesagt, dabei gar
> nicht :)
Richtig. Solange, ihnen wie gesagt, nicht das Lootbox Bussiness um die Ohren fliegt.
>
> > Take 2 ist im Höhenflug, obwohl sie außer GTA und vielleicht NBA 2K
> nicht
> > viel "Großes" zu bieten haben.
>
> GTA brummt so dermaßen und hat immer noch das Potential für mehr. GTA regt
> die "Phantasie" der Anleger an.
Wird wohl so sein.
> Es hat vor allem nichts mit betriebswirtschaftlichem Gewinn zu tun. Siehe
> Amazon. Fast zehn Jahre lang tiefrote Zahlen geschrieben, aber ein immer
> höherer Aktienkurs, weil genug Anleger an den Erfolg von Bezos geglaubt
> haben.
amazon hat vor allem Anfangs jeden Dollar den sie eingenommen haben sofort wieder investiert und dabei fast nie ins Klo gegriffen. So wurden amazon erst zum übermächtigen Imperium.
Es waren aber auch noch andere Zeiten. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Emulex 23.08.22 - 15:33
Oktavian schrieb:
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> > deswegen meine laienhafte Frage:
> > Das bedeutet, Leute mit Aktien von Embracer Group sehen, dass das Spiel
> > keine Durchschnittswertung von 90 plus hat, deswegen verkaufen sie
> direkt
> > all ihre Embracer-Aktien?
> > Oder woher kommt sowas?
>
> Der Wert einer Aktie besteht auch zwei Teilen:
> 1. Welche Assets hat das Unternehmen, also was würde es bringen, wenn man
> alles Eigentum des Unternehmens verkauft und das Geld an die Aktionäre
> ausschüttet. Der Anteil ist ziemlich konstant.
> 2. Welche Gewinne wird das Unternehmen in Zukunft machen und welche Assets
> wird das Unternehmen in sich schaffen.
>
1. drückt sich z.B. über das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) aus, ist in den meisten Branchen (vor allem Tech) aber weitgehend irrelevant (ist eher was für Immobilienkonzerne).
Ich würde noch 1.5 dazwischen schieben: Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), weil es - wenn auch als Momentaufnahme - die Rendite anzeigt, welche man mit der Aktie erwirtschaften könnte wenn alle Gewinne ausgeschüttet werden (also z.B. KGV 20 = 5% Rendite).
1.5 und 2. in Relation zueinander sind die eigentlichen Treiber - hier gibt es das PEG-Ratio oder "Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis".
Aber ja, 2. ist weitgehend Glaskugel bzw. einfach schwer vorweg zu kalkulieren. -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Muhaha 23.08.22 - 16:13
Tuxgamer12 schrieb:
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> Ähm, doch? Sogar die exklusiven Rechte...
Oh, ok, dann habe ich mir hier geirrt. Danke für den Hinweis! -
Re: bin kein Börsianer
Autor: Oktavian 23.08.22 - 17:22
> Aber ja, 2. ist weitgehend Glaskugel bzw. einfach schwer vorweg zu
> kalkulieren.
Und genau das ist der Teil, den Nicht-Börsianer oft so schwer verstehen. Da macht ein Unternehmen guten Gewinn, nur halt doch nicht soviel wie prognostiziert, und der Kurs bricht ein. Und der Forist mault, alles gierige Säcke da draußen.
Der Kurs von heute hat nur zu einem Teil mit dem Gewinn von heute zu tun. Der Kurs von heute wird in Erwartung des Gewinns von morgen gebildet. Hier gibt es den Anteil des Gewinns, der sehr sicher kommt, der ist aber im Kurs von heute schon mit drin. Dann gibt es den Anteil, von dem die Mehrheit glaubt, er wird wahrscheinlich kommen. Der ist im Kurs auch schon größtenteils mit drin. Und dann gibt es eben noch die Hoffnungen und Wünsche einzelner.
Hier war der Gewinn von SR für die nächsten Jahre schon fest eingeplant, denn die Mehrheit glaubte, das wird ein Hit. Nun wird es kein Hit, sondern eher guter Durchschnitt, mit deutlich weniger Gewinn, also fällt dieser Anteil aus dem Kurs raus, der Kurs geht nach unten.



