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Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

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  1. Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: Kleba 26.11.21 - 12:16

    Also klar, ich weiß das unser Wirtschaftssystem das fordert. Aber ich verstehe nicht warum. Kann ein Unternehmen nicht einfach da sein und sein Ding machen? Muss immer alles wachsen?
    Ein EBITA von knapp 180 Millionen EUR bei etwas über 800 Millionen EUR Umsatz sind doch auch nicht verkehrt...

  2. Ja

    Autor: demon driver 26.11.21 - 12:49

    Kleba schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also klar, ich weiß das unser Wirtschaftssystem das fordert.

    Kleine Korrektur: Erfordert.

    > Aber ich verstehe nicht warum. Kann ein Unternehmen nicht einfach da
    > sein und sein Ding machen? Muss immer alles wachsen? [...]

    In diesem System leider ja. Die Begründung ist eigentlich auch ganz einfach, wie sie z.B. Mathias Binswanger für Volkswirtschaften formuliert –"[e]s gibt nur die Alternativen: Wachsen oder Schrumpfen". Und nicht zu wachsen bedeutet auch für Einzelunternehmen die Gefahr, dass es dazu kommt. Dass man inmitten einer weiterwachsenden Konkurrenz Marktanteile verliert. Usw.

  3. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: tertius 26.11.21 - 15:00

    Ja, es wächst alles. Das ist keine Forderung von Spitzenmanagern, sondern eher ein wirtschaftliches Naturgesetz. Es liegt in der Natur der Sache, dass Unternehmen intern optimieren, um mit demselben Aufwand mehr und besseres zu produzieren und so mehr Geld zu verdienen, oder um das gleiche bei verringertem Aufwand zu produzieren und so ebenfalls mehr Geld zu verdienen.

    Wenn man sich also nicht intern verbessert, aber die anderen tun es, dann arbeiten die anderen wirtschaftlicher und man selbst schrumpft weil der Markt sich zu den anderen bewegt. Oder man optimiert aber wächst nicht, dann wachsen aber die anderen, das heißt im Verhältnis zu ihnen gesehen schrumpft man. Da man aber in aller Regel nicht schrumpfen will, muss man mindestens mit den anderen mitwachsen.

  4. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: forenuser 26.11.21 - 16:13

    Wenn es denn um die Verbesserung interer Prozesse und damit einhergehendes Wachstum ginge. Tut es ja aber nicht. Nicht selten genug wird eingekauft um darüber Wachstum zu generieren.

    --
    Für Computerforen: Ich nutze RISC OS - und wünsch' es bleibt auch so.
    Für Mob.-Tel.-Foren: Ich nutze <del>Windows 10 Mobile</del> iOS - und bin froh, dass es kein Android ist. Aber es ist leider auch kein Windows 10 Mobile oder gar webOS.

  5. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: TigerPixel.DE 26.11.21 - 17:33

    Ich glaube eben nicht, dass es ein wirtschaftliches Naturgesetz ist.

    Es sind Großmachtsphantasien der Manager.

    Es gibt genügend familiengeführte Unternehmen in unserem Land, die machen ihr Ding, ohne jedes Jahr wachsen zu müssen.

    Im Übrigen, das was man der Öffentlichkeit als Wachstum verkaufen will, kann auch heißen, dass man Arbeitsplätze verlagern möchte.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.11.21 17:39 durch TigerPixel.DE.

  6. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: demon driver 26.11.21 - 18:34

    TigerPixel.DE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube eben nicht, dass es ein wirtschaftliches Naturgesetz ist.

    Es ist ein marktwirtschaftliches Funktionsgesetz. "Naturgesetz" wäre das falsche Wort. Kommt aber ungefähr aufs Gleiche hinaus.

    > Es sind Großmachtsphantasien der Manager.

    Nein, Erfordernisse. Wachstumszwang ist real. Wer als Manager bewusst, willentlich oder wissentlich Profitmaximierungs- und Wachstumschancen ungenutzt lässt, verhält sich sogar rechtswidrig, muss mit juristischen Konsequenzen rechnen.

    > Es gibt genügend familiengeführte Unternehmen in unserem Land, die machen
    > ihr Ding, ohne jedes Jahr wachsen zu müssen.

    Ausnahme, Regel. Das klappt, wenn überhaupt, nur im Kleinen, oder in Nischenmärkten.

    > Im Übrigen, das was man der Öffentlichkeit als Wachstum verkaufen will,
    > kann auch heißen, dass man Arbeitsplätze verlagern möchte.

    Natürlich! Manchmal ist Arbeitsplatzverlagerung ja sogar Voraussetzung für Wachstum, weil sich nur so die Stückkosten verringern lassen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.11.21 18:35 durch demon driver.

  7. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: tomatentee 27.11.21 - 16:33

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > TigerPixel.DE schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich glaube eben nicht, dass es ein wirtschaftliches Naturgesetz ist.
    >
    > Es ist ein marktwirtschaftliches Funktionsgesetz. "Naturgesetz" wäre das
    > falsche Wort. Kommt aber ungefähr aufs Gleiche hinaus.
    >
    Wirschafts-"Wissenschaften" ist Kaffeesatzleserei. Wenn es hart auf hart kommt, fallen die Prognose und Modelle aus der Ecke (im Gegensatz zu echter Wissenschaft) so gut wie immer in sich zusammen.

    > > Es sind Großmachtsphantasien der Manager.
    >
    > Nein, Erfordernisse. Wachstumszwang ist real.
    >
    Weil? Du kannst das ja nicht mal logisch begründen, geschweige denn belegen :-D

    > Wer als Manager bewusst,
    > willentlich oder wissentlich Profitmaximierungs- und Wachstumschancen
    > ungenutzt lässt, verhält sich sogar rechtswidrig, muss mit juristischen
    > Konsequenzen rechnen.
    >
    Den Paragraphen würde ich gern verlinkt haben.

    > > Es gibt genügend familiengeführte Unternehmen in unserem Land, die
    > machen
    > > ihr Ding, ohne jedes Jahr wachsen zu müssen.
    >
    > Ausnahme, Regel. Das klappt, wenn überhaupt, nur im Kleinen, oder in
    > Nischenmärkten.
    >
    Und in Japan? :-P

    > > Im Übrigen, das was man der Öffentlichkeit als Wachstum verkaufen will,
    > > kann auch heißen, dass man Arbeitsplätze verlagern möchte.
    >
    > Natürlich! Manchmal ist Arbeitsplatzverlagerung ja sogar Voraussetzung für
    > Wachstum, weil sich nur so die Stückkosten verringern lassen.
    >
    Und das soll nachhaltig sein?

  8. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: demon driver 27.11.21 - 21:05

    tomatentee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > > Ich glaube eben nicht, dass es ein wirtschaftliches Naturgesetz ist.
    > >
    > > Es ist ein marktwirtschaftliches Funktionsgesetz. "Naturgesetz" wäre das
    > > falsche Wort. Kommt aber ungefähr aufs Gleiche hinaus.
    > >
    > Wirschafts-"Wissenschaften" ist Kaffeesatzleserei.

    Schlimmer, die etablierten Wirtschafts-"Wissenschaften" (die Anführungszeichen sind durchaus korrekt so) sind eine dogmenbasierte, religionsähnliche Glaubenskongregation.

    > Wenn es hart auf hart
    > kommt, fallen die Prognose und Modelle aus der Ecke (im Gegensatz zu echter
    > Wissenschaft) so gut wie immer in sich zusammen.

    Das wiederum ist so pauschal ebenfalls Unfug. Die Unzulänglichkeit der Wirtschaftswissenschaften ist das Eine, das bedeutet auf der anderen Seite aber nicht, dass es keine beschreibbaren und korrekt beschriebenen Gesetzmäßigkeiten im herrschenden Wirtschaftssystems gäbe. Die wesentlichen wurden tatsächlich bereits im 19. Jahrhundert zutreffend beschrieben.

    > > > Es sind Großmachtsphantasien der Manager.
    > >
    > > Nein, Erfordernisse. Wachstumszwang ist real.
    > >
    > Weil? Du kannst das ja nicht mal logisch begründen, geschweige denn belegen
    > :-D

    Vielleicht kannst aber auch nur du hier was nicht, nämlich im Thread auch nur ein, zwei Postings zurückgehen, bevor du hier im Brustton der Selbstüberzeugung andere blöd anmachst?

    > > > Es gibt genügend familiengeführte Unternehmen in unserem Land, die
    > > machen
    > > > ihr Ding, ohne jedes Jahr wachsen zu müssen.
    > >
    > > Ausnahme, Regel. Das klappt, wenn überhaupt, nur im Kleinen, oder in
    > > Nischenmärkten.
    > >
    > Und in Japan? :-P

    Was soll in Japan sein?

    > > > Im Übrigen, das was man der Öffentlichkeit als Wachstum verkaufen
    > will,
    > > > kann auch heißen, dass man Arbeitsplätze verlagern möchte.
    > >
    > > Natürlich! Manchmal ist Arbeitsplatzverlagerung ja sogar Voraussetzung
    > für
    > > Wachstum, weil sich nur so die Stückkosten verringern lassen.
    > >
    > Und das soll nachhaltig sein?

    Wer behauptet denn, dass der Drang nach Wachstum irgendwie nachhaltig wäre? Er ist das genaue Gegenteil davon, und der genannte Aspekt ist dabei noch bei weitem nicht der gravierendste.

  9. Re: Muss denn immer alles wachsen, wachsen, wachsen?

    Autor: Michael H. 29.11.21 - 12:10

    Kleba schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also klar, ich weiß das unser Wirtschaftssystem das fordert. Aber ich
    > verstehe nicht warum. Kann ein Unternehmen nicht einfach da sein und sein
    > Ding machen? Muss immer alles wachsen?

    Jain.
    Ein gewisses Wachstum brauchst du...
    Warum?
    Weil der Markt wächst -> Es werden mehr Menschen geboren -> Es gibt mehr Menschen und somit potentielle Kunden -> Damit dein Unternehmen das kompensieren kann ohne unter Aufträgen erdrückt zu werden, muss es wachsen... für mehr Angestellte, brauchste auch mehr Einnahmen.

    Weil sich der Markt ggf. verschiebt -> Selbes Prinzip wie bei der Menschheit, jedoch werden z.B. die Dienstleistungen oder Produkte die du anbietest mehr benötigt als noch vor ein paar Jahren, weil diese gefragter sind als früher. Also musst du wachsen um das Angebot abdecken zu können.

    Konkurrenzfähigkeit -> wächst du nicht gleichmäßig, wirst du von der Konkurrenz überholt und Kunden verlassen dich, womit dein Unternehmen einbricht und du schließen musst, während andere wachsen.

    Steigende Kosten, Inflation, steigende Lohnnebenkosten bzw. Lebenshaltungskosten -> Mehr Einnahmen, mehr Wachstum -> bessere Chancen das abzufedern...

    Die Alternativen bei fehlendem Wachstum wären Einsparungen... angefangen bei den Löhnen oder dem Verlust von Kunden, was dann dauerhaft den Ruf schädigen kann, wenn man lange Wartezeiten auf Grund von einer hohen Auftragslage hat oder die Kunden abwandern.

    Aber ich bin da in gewissen Punkten bei dir... ich frage mich auch, warum "nur" so und so viel Millionen oder Mrd. Gewinn als schlecht ausgelegt werden, weil diese ganze Börsengeier mehr Erwartet hätten usw... Ich finde der Aktienmarkt gehört abgeschafft :P aber das ist ein ganz anderes Thema. Da würde dann natürliches Wachstum auch ausreichen... aktuell MUSS ein Unternehmen wirtschaftlich gesehen wachsen, da es sonst zu machen kann... wäre schöner, wenn es reichen würde, wenn das Unternehmen Gewinn macht und so stetig etwas wachsen kann, aber zeitgleich auch mal rote Zahlen etwas abfedern kann durch reserven aus den Gewinn jahren und man nicht jedes Jahr Gewinne maximieren muss um überlebensfähig zu bleiben.

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