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Ritualisierte Zeitverschwendung

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  1. Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: AntonAusTirol 29.10.18 - 12:05

    Dailys, Retros, Reviews kosten Zeit, mittelfristig auch Nerven und bringen mehr oder weniger nichts. Welchen Wert genau soll es haben, wenn mir Menschen, mit denen ich fachlich kaum etwas zu tun habe, mir regelmäßig erzählen, was sie getan haben, und was sie gerne tun möchten? Abgesehen davon bleibt auch die Frage unbeantwortet, warum der Angestellte mit dem Gehalt eines Angestellten auf einmal Aufgaben seiner Vorgesetzten übernehmen soll - nämlich die Verteilung und Priorisierung von Aufgaben.

  2. Re: Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: ubuntu_user 29.10.18 - 12:19

    AntonAusTirol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dailys, Retros, Reviews kosten Zeit, mittelfristig auch Nerven und bringen
    > mehr oder weniger nichts. Welchen Wert genau soll es haben, wenn mir
    > Menschen, mit denen ich fachlich kaum etwas zu tun habe, mir regelmäßig
    > erzählen, was sie getan haben, und was sie gerne tun möchten?

    warum gehst du dann zu reviews von Leuten mit denen du nichts zu tun hast?
    review: wenn man regelmäßig kein lauffähiges Produkt hat, merkt man nicht erst am Ende, dass etwas schief läuft.
    retro: ja echt schlimm, dass man regelmäßig Verbesserungsvorschläge machen kann. Im Endeffekt bist du auch fein raus, wenn man das dann ignoriert, dann kannst du hinterher ja zeigen, dass du das rechtzeitig angemerkt hast.
    daily: ja auch voll schlimm zu wissen, was andere Teammitglieder machen.

    > Abgesehen
    > davon bleibt auch die Frage unbeantwortet, warum der Angestellte mit dem
    > Gehalt eines Angestellten auf einmal Aufgaben seiner Vorgesetzten
    > übernehmen soll - nämlich die Verteilung und Priorisierung von Aufgaben.

    soll er ja nicht. das macht der PO

  3. Re: Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: Ingwar 29.10.18 - 12:19

    Wenn für dich Dailies und vor allem Retros oder Reviews verschwendete Zeit sind, solltest du mal in einer Retro mit deinem Team darüber reden, ob dein Team das genauso sieht. Es macht nicht immer Sinn alle Rituale im Team durchzuführen und ist abhängig von Projekt oder Kunde. Pauschal zu sagen das kostet nur Geld und bringt nichts, klingt für mich eher danach, dass die Rituale evtl. nicht ganz auf euer Projekt passen bzw. die Leute nicht passen. Es gibt auch Projekte wo agil einfach nur unpassend ist und andere Vorgehensweisen deutlich sinnvoller sind.

  4. Re: Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: MickeyKay 29.10.18 - 12:41

    AntonAusTirol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Welchen Wert genau soll es haben, wenn mir Menschen, mit denen ich fachlich kaum
    > etwas zu tun habe, mir regelmäßig erzählen, was sie getan haben, und was sie gerne tun
    > möchten?
    Falsch: Im Daily erzählen dir nur diejenigen Leute etwas, mit denen du fachlich zu tun hast. Nämlich deine Team-Mitglieder. Das Team arbeitet GEMEINSAM. Und um sich abzustimmen und den Tag zu planen, spricht man gemeinsam darüber. Hier kommen auch schnell Hindernisse ans Licht und man kann gemeinsam planen, diese zu beseitigen. Das dauert normalerweise nur wenige Minuten jeden Morgen und es bringt enorm viel.

  5. Re: Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: theonlyone 30.10.18 - 12:30

    Ein Team im Scrum sollte schon irgendwo Fachlich etwas zu tun haben.

    Wenn Teams nie miteinander arbeiten, sondern jeder alleine, dann macht man kein Scrum, dann ist jeder einfach nur ein Entwickler und macht sein eigenes Ding.

    Großer Mehrwert entsteht erst dann, wenn die Teams miteinander arbeiten und Aufgaben auch untereinander verteilen können.
    Sobald es Spezialisten gibt für alle Gebiete und die machen nichts anderes als das, dann geht das verloren, den Aufgaben können nicht aufgeteilt werden, es steht praktisch fest wer die Aufgabe übernimmt, weil nur der Entwickler das Know-How dazu hat.

    Was man haben will sind Teams in denen eine Aufgabe von praktisch jedem aus dem Team erledigt werden kann und wenn es Spezialisten gibt, ist das Ziel eben auch dieses Wissen in das Team zu bringen.
    Erreicht man den Zustand das ein Team alle Aufgaben machen kann skaliert das auch besser, weil ein neuer Mitarbeiter eingearbeitet wird in allen Bereichen des Teams, wird einer Krank übernimmt ein anderer.

    Die Tatsache das Firmen das nicht schaffen ist geschuldet das die Firma nicht Agil arbeiten kann, weil die Struktur das gar nicht wirklich erlaubt ; sobald es viele spezialisierte Abteilungen gibt hat man eben auch Spezialisten in einem Team die an sich an einem Projekt arbeiten, aber nicht wirklich zusammen.

    Wenn Daily nur "blabla" sind, macht man weniger, Weekly Montags und Freitags reichen auch, dann hat man am Anfang der Woche eine Vorstellung was man die Woche zu erledigen hat und am Freitag wird geschaut was läuft und was nicht, die Zeitspannen kann jedes Team sinnvoll selbst definieren.

    Es gibt Menschen die wollen gar nicht mit anderen arbeiten und die sind auch nicht für Scrum geeignet. Ein Entwickler der wahnsinnig selbst verliebt ist und sein Wissen aufs verrecken nicht teilen möchte, der wird niemals in einem Team arbeiten, kein Mehrwert ; auch wenn es ein Spezialist ist, kann man das nur so abhacken, dann ist das ein 3rd Party Entwickler der genau seine definierten Aufgaben bekommt und fertig ; wenn das so besser läuft soll man es auch so machen.

    Aber gerade die "kurzen" (kurz halten) Meetings sollen ja genau dafür da sein das jeder im Team einen Überblick bekommt was alles entwickelt wird und wer das entwickelt.
    Sobald sich Synergien herausbilden kann man direkt auf die Person zugehen.
    Bei so einem Daily soll auch keiner große Geschichten erzählen, das muss man auch erst einmal wirklich lernen kurz und knapp zu sagen was man gemacht hat und Besonderheiten zu erwähnen. So oder so, das macht nur Sinn, wenn es kurz und knapp gehalten wird.
    Details bespricht man danach außerhalb der großen Runde , da müssen nicht alle herum stehen und 2 beim Dialog zuhören (genau dafür ist auch ein Scrum-Master da, zu sehen das so etwas passiert und direkt einzuschreiten das man das unterlässt, Verbesserungen herbeiführen).

  6. Re: Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: MickeyKay 08.11.18 - 16:10

    theonlyone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was man haben will sind Teams in denen eine Aufgabe von praktisch jedem aus
    > dem Team erledigt werden kann und wenn es Spezialisten gibt, ist das Ziel
    > eben auch dieses Wissen in das Team zu bringen.
    Auf Manager-Ebene will man das, klar. Kostet ja auch weniger, wenn ein Mitarbeiter alles kann.
    Das ist aber völlig falsch. Ein Team muss sich aus allen benötigten Kompetenzen zusammensetzen, denn niemand kann plötzlich drei Berufe zum Preis von einem bei gleichhoher Qualifikation ausüben.
    Diese falsche Auslegung des Begriffes "cross-funktionales Team" ist übrigens ein weit verbreites Scrum-Anti-Pattern: http://boeffi.net/scrum/agile-smells/agile-smells-im-team/cross-functional-team-semantik-falsch-interpretiert/
    Wo kämen wir auch dahin, wenn von einem C#-Entwickler plötzlich volle Leistung in PHP, QA UND SQL verlangt werden? Wichtig ist lediglich, dass alle Teammitglieder die gestellten Aufgaben verstehen und im Falle eines Ausfalles dafür sorgen können, dass die Aufgaben dennoch erledigt werden können - und wenn man sich Experten aus einem anderen Team zu Hilfe holt. Aber dazu muss man das Thema und die Technik dahinter grob verstanden haben. Niemand kann erwarten, dass die verbleibenden Mitarbeiter diese Aufgaben nun auch erledigen können.
    Was die Wissensweitergabe angeht, stimmte ich aber zu. Dies ist natürlich ein wichtiger Bestandteil. Kein Experte darf Inselwissen aufbauen.

  7. Re: Ritualisierte Zeitverschwendung

    Autor: Der Spatz 11.11.18 - 16:19

    Wobei SCRUM ja nicht in Stein gemeiselt ist. Wenn das Team meint es wäre besser das Daily vielleicht nur alle zwei Tage oder nur jeweil Montags und Donnerstags zu machen - kann man es ja so gelebt werden.

    Was man aber (und das ist manchmal echt schwer durchzusetzen) dringenst einhalten sollte: Im Daily erstmal eine kleine "Jeder hat eine Minute und nicht mehr" Runde (bei der nicht unterbrochen wird) zu machen um dann im Anschluss eine Diskussionsrunde (optionale Anwesenheit) für Team releavantes zu erlauben (und sei es nur das Programmierer A kurz mitteilt das er bzgl eines Tickets eine Frage hat und ob eventuell jemand Zeit hat ihm mal kurz zu helfen bzw, wer den schonmal am Modul X gearbeitet hat - Die Hilfe erfolgt dann natürlich nach dem Daily).

    Auch sollten die Teams nicht zu groß sein und eine Person nicht in zu vielen Teams parallel arbeiten.

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