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Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

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  1. Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

    Autor: pholem 01.09.12 - 09:31

    Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler, sondern um den Wert der Kunst.

    Folgendes wird gerne von Gegnern des Urheberrechts vorgebracht:
    >"Warum sollte man Künstlern ihr Einkommen garantieren, ist doch bei anderen Berufsgruppen auch nicht der Fall!"
    Das Urheberrecht hat damit aber überhaupt nichts zu tun. Das Urheberrecht garantiert lediglich, das das Erzeugnis einer Person ("Künstler") als sein Eigentum angesehen wird, so wie es bei Lebensmittel- , Auto-, oder sonstwas-Herstellern ebenso der Fall ist. Die Hersteller können dann entscheiden für wie viel Geld sie das Produkt verkaufen. Diese Entscheidung liegt bei IHNEN und weder beim Staat (Sozialismus (DA wäre so eine Art Einkommensgarantie / -ausgleich angesagt), noch beim Verbraucher. Durch ANGEBOT UND NACHFRAGE regelt sich dann, wer vom Markt fliegt und wer bleibt und erfolgreich ist. Das sorgt automatisch für den besten und gerechtesten Kompromiss für beide Seiten und der Preis spiegelt den Wert des Produktes wieder.

    Das 46 Prozent der Befragten das nicht verstehen, schockiert mich doch sehr!

  2. Re: Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

    Autor: samy 01.09.12 - 10:59

    pholem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das 46 Prozent der Befragten das nicht verstehen, schockiert mich doch
    > sehr!

    Das Problem ist auch hier das manipulativ gefragt wurde. Es wurde ja nicht gefragt ob das "Eigentumsrecht" der Künstler geschützt werden soll sondern ob es nicht nur für die Leute "die sich das ohne Probleme leisten können." erhältich sein soll. Um bei der Kunst zu sein: "Sind sie dafür das sich jeder, nicht nur die sich das Leisten können, einen Rehmbrand ins Zimmer stellen dürfen??" Das wäre eine genauso doofe Frage...

    -------------------------------------------------
    Für offene Standards
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  3. Re: Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

    Autor: Terrier 01.09.12 - 11:15

    pholem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Folgendes wird gerne von Gegnern des Urheberrechts vorgebracht:
    > >"Warum sollte man Künstlern ihr Einkommen garantieren, ist doch bei
    > anderen Berufsgruppen auch nicht der Fall!"
    > Das Urheberrecht hat damit aber überhaupt nichts zu tun.

    Nichts damit zu tun? Betrifft hier aber in erster Linie auch nicht die Autoren, sondern die Firmen und Verwertungsgesellschaften.
    § 54 UrhG: Vergütungspflicht -> Abgaben auf Leermedien
    § 87f-h UrhG: Leistungsschutzrecht (schon verabschiedet) -> Macht Presseerzeugnisse für Suchmaschinen lizenz- bzw. gebührenpflichtig.

    Fügt man noch die Hoheitsrechte der GEMA und das lukrative Abmahngeschäftsmodell hinzu, erhält man ein wunderschön transparentes Bild, worum es eigentlich beim Urheberrecht immer vordergründig geht: Profit. Das haben die 46 Prozent eben außer dir verstanden.

    Der Vergleich mit den Autoherstellern hinkt. Man erwirbt keine Nutzungslizenz vom Hersteller, um ein Auto fahren zu dürfen. Man ist nicht nur Nutzungsberechtigter, sondern beim Kauf auch Eigentümer des Fahrzeugs, d. h. man darf auch selbst entscheiden, ob und was man am Fahrzeug umbaut - und selbstverständlich - wann, wo und an wen man das Fahrzeug verkauft. Im Urheberrecht stehen diese Rechte dem Verbraucher von Immaterialgütern nicht zu (Open Source und Creative Commons sind hier Ausnahmen).

    Und solange dieses zwielichtige Urheberrechtskonstrukt bestehen bleibt und den Verbraucher ignoriert bzw. benachteiligt, wird sich an der Ablehnung des derzeitigen Urheberrechts nicht viel ändern. Logisch.

  4. Re: Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

    Autor: pholem 01.09.12 - 13:00

    Terrier schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nichts damit zu tun? Betrifft hier aber in erster Linie auch nicht die
    > Autoren, sondern die Firmen und Verwertungsgesellschaften.
    > § 54 UrhG: Vergütungspflicht -> Abgaben auf Leermedien
    > § 87f-h UrhG: Leistungsschutzrecht (schon verabschiedet) -> Macht
    > Presseerzeugnisse für Suchmaschinen lizenz- bzw. gebührenpflichtig.
    Mir und der Umfrage und dem Artikel geht es um das Urheberrecht an sicht, nicht um das Gesetz, was noch sonst was enthält. Es geht hier nur darum, ob ein Urheber auch Eigentümer ist, oder durch sozialistische Umverteilung enteignet werden darf / soll.

    > Fügt man noch die Hoheitsrechte der GEMA und das lukrative
    > Abmahngeschäftsmodell hinzu, erhält man ein wunderschön transparentes Bild,
    > worum es eigentlich beim Urheberrecht immer vordergründig geht: Profit. Das
    > haben die 46 Prozent eben außer dir verstanden.
    Achso und Profit ist pauschal etwas schlechtes? Naja über Antikapitalismus möchte ich mich jetzt nicht auslassen. Aber zur GEMA kann ich noch was sagen: Auch hier wird ein Service angeboten (die Eigentumsrechte des Künstlers wahren, vertreten, verteidigen), den "Künstler" freiwillig in Anspruch nehmen. Auch hier gibt es Angebot und Nachfrage, die den Preis und die Konditionen festlegen. Für wen hältst du dich, eine Daseinsberechtigung eines Business Models an deine persönlichen Vorlieben und Abneigungen zu knüpfen? Soetwas wird vom Markt geregelt.

    > Der Vergleich mit den Autoherstellern hinkt. Man erwirbt keine
    > Nutzungslizenz vom Hersteller, um ein Auto fahren zu dürfen. Man ist nicht
    > nur Nutzungsberechtigter, sondern beim Kauf auch Eigentümer des Fahrzeugs,
    > d. h. man darf auch selbst entscheiden, ob und was man am Fahrzeug umbaut -
    > und selbstverständlich - wann, wo und an wen man das Fahrzeug verkauft. Im
    > Urheberrecht stehen diese Rechte dem Verbraucher von Immaterialgütern nicht
    > zu (Open Source und Creative Commons sind hier Ausnahmen).
    Zum einen habe ich mich nie auf etwas bezogen, wo es nur Nutzungsrechte gibt. Meinungsvertreter deiner Position projezieren gerne Einzelfälle auf die gesamte Debatte. Ich habe über "Produkte" von "Künstlern" geredet.
    Zum anderen: Dass man als Autokäufer danach Eigentümer und nicht nur Nutzungsberechtigter ist, ist im Kaufvertrag geregelt. WAS im Kaufvertrag drinsteht, gehört genau so wie der Preis zur Angelegenheit des VERKÄUFERS. Auch hier regeln doch Angebot und Nachfrage wo der Kompromiss liegt. Du als Erzeuger solltest doch das Recht haben deine Produkte so verkaufen zu können, wie du es möchtest - inklusive Festlegung des Preises und der Nutzungsbedingungen. Wenn dir jemand (z.B. im Sozialismus der Staat) vorschreibt, was du beim Verkauf zu tun und zu lassen hast, dann wird dir doch jegliche unternehmerische Freiheit genommen. Natürlich machen einige Regelungen Sinn, dafür gibt es bereits den Verbraucherschutz und etliche Gesetze die den Verbraucher schützen. Aber gesetzlich einzugreifen, weil gerade eine relative Mehrheit ein bestimmtes Produkt gerne kostenlos hätte, geht doch weit darüber hinaus und ist völlig utopischer Unsinn, meinst du nicht?

    > Und solange dieses zwielichtige Urheberrechtskonstrukt bestehen bleibt und
    > den Verbraucher ignoriert bzw. benachteiligt, wird sich an der Ablehnung
    > des derzeitigen Urheberrechts nicht viel ändern. Logisch.
    Das Urheberrecht ist nicht für den Verbraucher, und nein auch nicht für die "Content-Mafia", sondern einfach für den Bürger. Es garantiert dir, dass alles was du erzeugst auch als dein Eigentum angesehen wird. Und Eigentum ist ein internationales Menschenrecht (http://www.un.org/en/documents/udhr/index.shtml#a17) und im Grundgesetz festgelegt (Eigentumsgarantie, Art. 14 Abs. 1 GG).

  5. Re: Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

    Autor: SJ 04.09.12 - 20:05

    pholem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht hier nur darum, ob
    > ein Urheber auch Eigentümer ist, oder durch sozialistische Umverteilung
    > enteignet werden darf / soll.


    Wieso sozialistische Umverteilung? Es handelt sich hierbei ja nur um imaginäres Eigentum.

    --
    Wer all meine Fehler findet und die richtig zusammensetzt, erhält die geheime Formel wie man Eisen in Gold umwandeln kann.

  6. Re: Es geht doch nicht um den Lohn der Künstler!

    Autor: pholem 07.09.12 - 18:03

    SJ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > pholem schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es geht hier nur darum, ob
    > > ein Urheber auch Eigentümer ist, oder durch sozialistische Umverteilung
    > > enteignet werden darf / soll.
    >
    > Wieso sozialistische Umverteilung? Es handelt sich hierbei ja nur um
    > imaginäres Eigentum.

    Haha genau, wenn du als Kreativer Content erzeugst gehört es nicht dir, sondern automatisch der "Allgemeinheit". Ist klar dass dann nicht umverteilt werden muss, ist aber nicht weniger sozialistisch ;-)

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