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Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

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  1. Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: derdiedas 11.11.17 - 11:44

    Zur Historie:
    1953 wurde das Gesetz zur Ordnung des Handwerks erlassen, nach dem grundsätzlich ein Meisterbrief zur selbständigen Ausübung des Handwerks verlangt wurde.

    2004 hat die Rot Grüne Koalition bei 53 von 94 Berufen den Meisterzwang abgeschafft

    In all den Berufen bei denen der Meisterzwang abgeschafft wurde sind die Gehälter eingebrochen, die Qualität sprunghaft in den Keller gegangen und 90% der Meisterbetriebe durch Leiharbeit und Billigkonkurrenz aus dem Ausland vernichtet worden.

    Nun will die EU den Sargnagel setzen und den Meisterzwang für alle anderen Berufe ebenfalls abschaffen.

    Und was meint Ihr als was die ehemalig qualifizierten Mitarbeiten nun arbeiten müssen um über die Runden zu kommen? Genau - als Lieferfahrer für irgendwelche Paketdienste.

    Fragt mal was die Paketzusteller (oft über 40) gelernt haben. Oft sind das Metzgergesellen, Maler oder sonst irgendwelche ehemaligen Handwerker. Da man Ihnen den Karriereschritt Meister weggenommen hat, können sie Ihr Gehalt nicht mehr steigern. Und durch massenhaft Konkurrenz zwischen den in den Berufsgruppen verbliebenen die sich alle Selbstständig machen wollen sind die Stundenlöhne implodiert.

    Die SPD und auch die Grünen haben den Arbeitsmarkt des Mittelstandes vernichtet - und den Preis zahlen wir alle. Ja wir bekommen "billiger" einen Maler - aber so schaut es auch aus was abgeliefert wurde (Pfusch wohin man schaut, Berufsehre eines Meisters gibt es ja nicht mehr).

    Wer also über die Versklavung (Neudeutsch Deregulierung) sich aufregt sollte niemals vergessen WER uns das eingebrockt hat. Die gleiche Parteien die auch unsere sichere Rente der Privatwirtschaft vor die Füße geworfen hat (Riester Rente und Co).

    Gruß ddd
    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2014-02/reglementierte-berufe-eu-will-reform-meisterbrief-handwerk-fliesenleger

    https://www.handwerk.com/wie-weiter-ohne-meister

  2. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: uschatko 11.11.17 - 13:52

    Was soll das geseiere mit dem Meisterzwang? Wenn es nach Dir gänge würden wir noch im Mittelalter leben und in Zünften organisiert sein.
    Das der Meisterzwang weg muss ist richtig.
    Und Hinweis, Paketdienste mussten noch NIE einen Meister beschäftigen.
    Obwohl ich die jetzige Entwicklung in der Wirtschaft allgemein ganz bestimmt nicht gut finde und was Amazon da macht als Verbrechen tituliere. Leider wird es Leute geben die es machen.

  3. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: PhilSt 11.11.17 - 14:52

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In all den Berufen bei denen der Meisterzwang abgeschafft wurde sind die
    > Gehälter eingebrochen, die Qualität sprunghaft in den Keller gegangen und
    > 90% der Meisterbetriebe durch Leiharbeit und Billigkonkurrenz aus dem
    > Ausland vernichtet worden.

    Was für ein Pauschal-Unfug. Ich kenne viele Handwerker, mit und ohne Meisterzwang und die haben teilweise auf 12 und mehr Monate im voraus volle Auftragsbücher. Privat einen Handwerker zu bekommen (ganz gleich ob mit/ohne Meisterbrief) der auf Rechnung arbeitet (also legal) ist in vielen Bereichen derzeit quasi unmöglich, wenn du nicht mit einem wenigstens 5stelligen Auftragsvolumen winkst. Will mir nicht vorstellen, wie das erst aussähe wenn das Meisterprivileg noch Geltung hätte und sich viel weniger Anbieter am Markt tummeln würden. Das mag nicht in allen Gegenden so sein, aber da sich hier mittlerweile Handwerker aus dem 800 km entfernten Rostock (!) einfinden kann ich mir nicht vorstellen, dass die reihenweise pleite gehen. Und bei dem Pfusch, den ich teilweise von Meistern in verschiedenen Disziplinen erlebt habe, kann mir auch keiner sagen, dass das Privileg irgendwie qualitätssichernde Wirkung hat. Ich hatte schon oft "Hobbyhandwerker" (nenne ich mal so, als Kontrast zu den Meistern) im Haus, die mir Dinge repariert haben bei denen der Meister sagte, das lohnt nicht und das macht er nicht, nur um mir ein neues Gerät zu verkaufen. Die Nutzniesser eines solchen Privilegs ersticken wie so oft eher an ihrer eigenen Überheblichkeit als an den Konkurrenz.

    > Nun will die EU den Sargnagel setzen und den Meisterzwang für alle anderen
    > Berufe ebenfalls abschaffen.

    Das Meisterprivileg ist Unfug, dafür gibt es genug Beispiele. Solange nicht mit falschen Versprechen geworben wird trennt der Markt hier die Spreu vom Weizen - wenn mein Bäcker nicht backen kann ist es mir egal, ob der 5 Cent pro Brötchen billiger ist, ein Maurer dessen Mauern nicht halten wird sehr schnell keine Aufträge mehr bekommen...

    Ob mein Handwerker Meister, Geselle oder Autodidakt ist spielt für mich keine Rolle, solange die Arbeit ordentlich gemacht, legal abgerechnet und der Betrieb ordentlich gegen eventuelle Haftungsfälle versichert ist.

  4. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: Flexy 11.11.17 - 15:09

    Der Meisterzwang macht bei dem ein oder anderen Beruf durchaus Sinn.

    Hier garantiert die Schulung zum Meister nicht nur, dass der Mensch dann seine Buchhaltung unter Kontrolle hat - sondern die Anforderungen an das Handwerk auch voll und ganz beherrscht. Schließlich hat er damit insgesamt mindestens 6 bis 7 Jahre gelernt für Gesellenbrief + Meisterbrief.
    So dass man sicher gehen kann, dass ein Dachdeckermeister, ein Maurermeister, ein Metzgermeister oder ein Elektrikermeister auch weiß, was er da tut.

    Bei Berufen, die man in wenigen Wochen erlernen kann oder für die man überhaupt keine Ausbildung und nicht mal wirklich irgendwelche weitergehenden Fähigkeiten braucht (--> Paketbote, der nach Angaben der App fährt...) , da brauchts aber sicher keinen Meister.

  5. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: piratentölpel 11.11.17 - 17:27

    Die Rot-Grünen haben zwar die Gesetze eingeführt, die Schwarzen Christen haben diese aber ohne Bedenken akzeptiert und nichts dagegen unternommen.
    Hier spielt es überhaupt keine Rolle wer an der Macht ist und die Gesetze macht. Deshalb würde ich mich nicht einfach auf die Rot-Grünen versteifen, die Schwarzen und die anderen bunten Vögel sind kein bisschen besser und deshalb unwählbar!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.17 17:28 durch piratentölpel.

  6. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: DragonHunter 11.11.17 - 18:42

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zur Historie:
    > 1953 wurde das Gesetz zur Ordnung des Handwerks erlassen, nach dem
    > grundsätzlich ein Meisterbrief zur selbständigen Ausübung des Handwerks
    > verlangt wurde.
    >
    > 2004 hat die Rot Grüne Koalition bei 53 von 94 Berufen den Meisterzwang
    > abgeschafft
    >
    > In all den Berufen bei denen der Meisterzwang abgeschafft wurde sind die
    > Gehälter eingebrochen, die Qualität sprunghaft in den Keller gegangen und
    > 90% der Meisterbetriebe durch Leiharbeit und Billigkonkurrenz aus dem
    > Ausland vernichtet worden.
    >
    > Nun will die EU den Sargnagel setzen und den Meisterzwang für alle anderen
    > Berufe ebenfalls abschaffen.
    >
    > Und was meint Ihr als was die ehemalig qualifizierten Mitarbeiten nun
    > arbeiten müssen um über die Runden zu kommen? Genau - als Lieferfahrer für
    > irgendwelche Paketdienste.
    >
    > Fragt mal was die Paketzusteller (oft über 40) gelernt haben. Oft sind das
    > Metzgergesellen, Maler oder sonst irgendwelche ehemaligen Handwerker. Da
    > man Ihnen den Karriereschritt Meister weggenommen hat, können sie Ihr
    > Gehalt nicht mehr steigern. Und durch massenhaft Konkurrenz zwischen den in
    > den Berufsgruppen verbliebenen die sich alle Selbstständig machen wollen
    > sind die Stundenlöhne implodiert.
    >
    > Die SPD und auch die Grünen haben den Arbeitsmarkt des Mittelstandes
    > vernichtet - und den Preis zahlen wir alle. Ja wir bekommen "billiger"
    > einen Maler - aber so schaut es auch aus was abgeliefert wurde (Pfusch
    > wohin man schaut, Berufsehre eines Meisters gibt es ja nicht mehr).
    >
    > Wer also über die Versklavung (Neudeutsch Deregulierung) sich aufregt
    > sollte niemals vergessen WER uns das eingebrockt hat. Die gleiche Parteien
    > die auch unsere sichere Rente der Privatwirtschaft vor die Füße geworfen
    > hat (Riester Rente und Co).
    >
    > Gruß ddd
    > www.zeit.de
    >
    > www.handwerk.com


    Und was hat "Pakete ausliefern" jetzt mit Handwerk zu tun? Wird da etwas neues erschaffen? Nein!... Es ist eine Dienstleistung und da gab es keine Meisterpflicht.

    Ergo: schön geschrieben, dennoch ne 6 da völlig am Thema vorbei.

  7. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: achtundvier 12.11.17 - 01:56

    PhilSt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------


    > .........
    > schnell keine Aufträge mehr bekommen...
    >
    > Ob mein Handwerker Meister, Geselle oder Autodidakt ist spielt für mich
    > keine Rolle, solange die Arbeit ordentlich gemacht, legal abgerechnet und
    > der Betrieb ordentlich gegen eventuelle Haftungsfälle versichert ist.

    Man merkt das sie keine Ahnung haben was im Handwerk los ist ....
    Ja es stimmt schlechte Handwerker sind schnell weg vom markt , und bis sie vom Markt weg sind haben sie den Ruf und die Preise guter Handwerker ruiniert. Und 2 Wochen später sind die gleichen schlechten Handwerker wieder am Markt , unter neuem namen natürlich .
    Hausmeister Alles rund ums haus ..... Oder so
    Einfach Fliesen Verlegung auf's Auto geschrieben,
    und los geht es ! Ohne Ahnung von bau Chemie zu haben ,weder was von DIN normen zu wissen noch von Buchhaltung! Und ihre Haftung können sie sich bei solchen Firmen auch in die haare schmieren , den im Haftungs fall geht die tür zu!

    MFG ein Handwerks Meister in einem Betrieb den es schon 65 Jahre gibt .



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.11.17 01:57 durch achtundvier.

  8. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: against 13.11.17 - 07:16

    Flexy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bei Berufen, die man in wenigen Wochen erlernen kann oder für die man
    > überhaupt keine Ausbildung und nicht mal wirklich irgendwelche
    > weitergehenden Fähigkeiten braucht (--> Paketbote, der nach Angaben der App
    > fährt...) , da brauchts aber sicher keinen Meister.

    Ich habe schon Leute erlebt, die es in mehreren Monaten nicht geschafft haben zu lernen, wie man richtig Pizza ausliefert..

  9. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: ML82 13.11.17 - 07:32

    sehe das ähnlich, dass abschlüsse nicht das problem sind ...

    das eigentliich unschöne ist die flexibilisierung und entkoppelung des unternehmens von sozialen verpflichtungen ... hier stellt der scheinselbständige eigentlich alles was das unternehmen eines klassischen lieferdienstes bisher leisten musste, vom fahrzeug bis zur erweiterten altersvorsorge wird hier alles dem arbeitnehmer überlassen für ~16¤/h bei unregelmäßigem einsatz ...

  10. Re: Nur zur Erinnerung wem wir diese "Versklavung" des Arbeitsmarktes zu verdanken haben

    Autor: DY 13.11.17 - 10:09

    uschatko schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was soll das geseiere mit dem Meisterzwang? Wenn es nach Dir gänge würden
    > wir noch im Mittelalter leben und in Zünften organisiert sein.
    > Das der Meisterzwang weg muss ist richtig.

    ich denke Du hast keine Ahnung was das bedeutet und hast den Mindfuck von NGOs wie der "Initiative neue soziale Marktwirtschaft" aka Bertelsmann in vollen Zügen aufgesogen.

    > Und Hinweis, Paketdienste mussten noch NIE einen Meister beschäftigen.
    > Obwohl ich die jetzige Entwicklung in der Wirtschaft allgemein ganz
    > bestimmt nicht gut finde und was Amazon da macht als Verbrechen tituliere.
    > Leider wird es Leute geben die es machen.

    Klar, wenn man für Deregulierung ist, führt das zum Ansteigen die Zahl derer die alles annehmen müssen.

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